Apfelblüten

Bassena - unser Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Aus Liebe zu Olivenöl Dienstag 2015-05-19
Die Ausgangssituation: Österreicher, männlich, besitzt ein Haus am schönen Pillion in Griechenland. Auf dem dazugehörigen Grundstück stehen - no na - auch ein paar Olivenbäume. Irgendwann kommt er, oder war es die Frau an seiner Seite, auf die Idee, Olivenöl aus den eigenen Oliven pressen zu lassen. So geschehen erstmals 2013, das Ergebnis war umwerfend. Schritt zwei: Selbiger Österreicher, gut vernetzt auch in der Zweitheimat Griechenland, möchte »das Geschäft« ausweiten, damit mehr Menschen in der Erstheimat in den Leere Flaschen
formidablen Genuss kommen. Und da kommt Stamoulis ins Spiel, langjähriger Freund, Gastronom, Bürgermeister und – Olivenbäumebesitzer. Das erste Ergebnis: Drei verschiedene Öle Jahrgang 2014:

Stamoulis: Im Oktober geerntet, aus grünen, also eigentlich unreifen Oliven. Intensiver grasiger Geschmack, mit einem Hauch Schärfe. Gefiltert oder ungefiltert und somit naturtrüb.
Polixronis: Geerntet im November aus schwarzen Oliven. Milder und runder im Geschmack, gefiltert. Detail am Rande:

Olivenölflaschen
Im echten Leben kommt Polixronis übrigens die Rolle von Stamoulis' Vater zu.
Mandraki: Aus des Österreichers eigenen Oliven, die ebenfalls im November schwarz geerntet wurden. Sehr fein und mild.

So eine Idee hört natürlich nicht mit dem fertigen Olivenöl auf. Wie bringt man das Öl nach Österreich? In großen Gebinden oder schon gefüllt? Wie schaut es mit der Aufmachung aus? Braucht man eine offizielle Bio-Zertifizierung? Und schließlich und endlich die alles entscheidende Frage: Wie verkauft man den wertvollen Stoff? Der Olivenölmarkt, vor allem jener der »extra vergine«-Öle, wankt ja schon länger immer wieder einmal von einem Skandal in den nächsten. In Italien hat 2014 das Bakterium Xylella Fastidiosa zugeschlagen und die Ernte massiv reduziert. Nun hat die EU Rodungsbestimmungen beschlossen, um der Plage Herr zu werden (die Details auf news.at). Insofern kommt das griechische Bio-Olivenöl gerade recht! Sämtliche Familienmitglieder sind auch schon eifrig in den Handel eingestiegen und verkaufen das Öl brav wo auch immer sich die Gelegenheit ergibt, z.B. in der Schule. Außerdem kann es natürlich online bestellt werden. Dass die Autorin das Öl natürlich ebenfalls verwendet, versteht sich hoffentlich von selbst. Große Empfehlung!

www.ownfruit.at

Ruth

Frühlingsgefühle Donnerstag 2015-04-16
Bekanntlich erwachen im Frühling die sogenannten Frühlingsgefühle. Wir könnten sie auch Liebesgefühle im weitesten Sinn nennen. Wahrscheinlich liegt's am herrlichen Sonnenschein, dass ich - mitten in die Arbeit vertieft - gerade an einen meiner Lieblingsfilme mit einer meiner Lieblingsschau–spielerinnen denken musste. Audrey Hepburn
Der Film hat nicht wirklich was mit Frühling, jedoch sehr wohl mit der Liebe zu tun. »Breakfast at Tiffany's« hat natürlich auch melancholische und manchmal gar nicht so lustige Seiten, aber ich finde ihn erfrischend, überaus unterhaltsam und irgendwie schräg. Und am Ende gibt's ein happy end. Wie es sich im Frühling gehört.

Der Trailer auf YouTube

Ruth

Schluss mit Genuss? Mit mir nicht! Dienstag 2015-04-07

Jetzt kommt sie bald wieder, diese wundervolle Frühlingszeit voller Aromen und Genüsse mit Rhabarber, Erdbeeren & Spargel. Was für uns persönlich nur eines bedeuten kann: Spargel & Rhabarber & Erdbeeren in allen Varianten essen ohne Ende! Und damit sollte jetzt Schluss sein?

in Stücke geschnittene rosafarbende Rhabarberstangen

Wenn's nämlich nach Rob Rhinehart (cooler Name!) geht, dann müssen wir 2030 gar nicht mehr essen. Dann ist Schluss mit Genuss. Rob meint nämlich, dass fürs Essen zuviel Zeit aufgehe. Abgesehen davon, dass es auch zu teuer sei, je gesünder umso teurer und zeitaufwändiger. Seiner Meinung nach brauche der Körper nicht Essen, sondern Nährstoffe: Proteine, Vitamine, Mineralstoffe und so weiter. Weshalb er 2012 mit zwei Freunden ein Startup in San Franzisco gegründet hat. Das Resultat ist Soylent. Nährstoffe in Pulverform, die man mit Wasser vermixt und fertig. Klingt verlockend. Man stelle sich ein romatisches fünfgängiges Candle Light Dinner mit Soylent vor.

Rhinehart kann das offenbar und hörte 2012 tatsächlich auf zu essen, nahm nur diese Soße zu sich und veröffentlichte 30 Tage später seinen Blog: How I stopped eating food. Das zieht er seit damals durch und spart so ziemlich viel Geld und Zeit. Ein echter Genussmensch eben! Und die Firma läuft.

Anfang 2015 stieg ein US-Investor mit 20 Millionen Dollar ein, rund 275 Euro kostet ein Vierwochen-Paket mit 112 Mahlzeiten. Yummie! Dass die Menschheit aber tatsächlich aufhören könnte zu essen, glaubt nicht einmal Rhinehart selbst, weil diese einfach zu gerne gut essen. Aber Kohle lässt sich mit dem Zeugs gut machen.

Mehr dazu ist im soeben erschienenen Heft Das Jahr 2030 nachzulesen, das dem Magazin Datum beigelegt wurde. Mit vielen schrägen, teils beängstigenden und teils nicht ganz ernstgemeinten Berichten zu zukunftsträchtigen Projekten, Thesen und Perspektiven. Ein Studienprojekt des Studiengangs Jourmalismus an der FH Wien, das 2014 gestartet ist und von den Datum-Chefredakteuren Stefan Apfl und Stefan Kaltenbrunner geleitet wurde: mit einer Idee, zwei Betreuern und 27 Lehreinheiten. Die Aufgabe, ein komplett neues Magazin aus dem Boden zu stampen und in den Handel zu bringen. Aufgabe gelungen! Aber zu essen hören wir trotzdem nicht auf.

www.datum.at
syl
Das war »Anständig essen 2015« Donnerstag 2015-04-02

Zum inzwischen dritten Mal wurde Ende März das Gasteiner Foodsymposium Anständig essen ausgetragen. Wie immer hat Autor und Journalist Christian Seiler das Programm zusammengestellt, wie immer haben wir für die Kommunikation gesorgt. Und es war richtig gut!

Gastrosoph Jürgen Schmücking hält ein Blatt Schinken ins Bild

Mit Abstand waren diese Essengespräche, die dem Thema »Ist bio wirklich besser?« gewidmet waren, die besten seit ihrer Gründung. Schon am ersten Tag ging es im ausgebuchten Saal hoch her. Roland Düringer, Kabarettist und Streiter gegen die Systeme, »matchte« sich naturgemäß mit Rewe-Eigenmarken-Geschäftsführerin Martina Hörmer. Sie konnte gut kontern, denn immerhin tut der Konzern schon so manch Gutes. Viele Meldungen aus dem Publikum machten die Gespräche anregend und bunt, und besonders die Vorträge von Agrarwissenschafterin Andrea Heistiinger und »Schmaranzbauer« Markus Viehauser waren richtig spannend. Viel Neues!

Großartig auch, dass die Region selbst das Thema aufgreift. So waren wir nach Tag eins wie immer im Impulshotel Tirol zur nächtlichen Jause und wie immer mit großartiger Consommé (heuer mit Kaspressknödel) geladen. Im ersten Jahr wussten Wirtin und Wirt Bibiana & Christoph Weiermayer-Schmid keinen einzigen Produzenten ihrer großzügigen Jause zu nennen. Letztes Jahr wurden schon Namen genannt, und heuer war alles von Käse über Schinken und Eingelegtem bereits bio, sogar »das Brettl ist biodynamisch, von dem könnt ihr abbeißen«.

Für mich persönlich besonders spannend war das Aha-Erlebnis mit Gastrosophen Jürgen Schmücking und FiBL-Wissenschafter Reinhard Geßl, als der einzig konventionelle Apfel, ein Granny Smith, sich im Gegensatz zu den drei biologischen nicht und nicht braun verfärben wollte. Abgesehen davon, dass er bar aller Aromen war. Noch ein Aha-Erlebnis beim Verkosten vierer Sorten Milch. Milch steht normalerweise aufgrund meiner persönlichen Abneigung mit Hang zur Übelkeit auf dem Index. Die einzige Rohmilch, sie war bio, ging allerdings ohne bösen Widerwillen die Kehle runter.

Dass es bei Eduard Tscheppes Weinverkostung »bio gegen konventionell« bedingt durch meine persönliche - diesmal - Vorliebe für alles Natürliche zu keinem Aha-Erlebnis kam, ist keine Überraschung. Auf meinem Gaumen siegten die biologischen oder biodynamischen Weine ganz eindeutig. Sie wurden blind eingeschenkt, und es war immer klar zu erkennen, welcher der biologische und welcher der konventionelle Wein war. Und wir sprechen hier nicht von Orange-Weinen, sondern von klaren Weinen ohne oxidative Noten. Bio sticht!

Viele uns wohlbekannte Journalistinnen und Journalisten waren mit von der Partie und alle voller Begeisterung bei der Sache. Vielen Dank ihnen für die vielen vergnüglichen und kurzweiligen Stunden, die auch von viel Ernsthaftigkeit geprägt waren. Mehr zu Anständig essen unter diesem Link, wo es auch zur Fotorückschau geht.

Nächstes Jahr in Bad Hofgastein!

www.anstaendigessen.com
syl
Griechischer Frühling Donnerstag 2015-04-02
Während es in Österreich uns seinen Nachbarländern offenbar noch einmal wettertechnisch so richtig unsympathisch ist, ist am Pilion in Griechenland der Frühling in vollem Gange. Wobei, so die Griechen, das Wetter auch hier erst ganz kurz so ist, wie es ist. Sintflutartige Regenfälle und Stürme gaben bis vorige Woche den Ton Orangenbaum
an. Glück gehabt! Hab ich meinen österlichen Arbeits- und Urlaubsplatz doch hierher verlegt. Mit Blick aufs Meer und dem Rauschen der Wellen im Ohr schreibt sich's einfach beschwingter. Gestern fiel – was manchmal passiert – das W-LAN aus. Und weil gestern laut Wetterbericht der schönste Tag der Woche war, nutzten wir die Gunst der Zitronenbaum
netzfreien Zeit für eine Wanderung. Vom Bergdorf Lafkos nach Milina am Meer.

Erstes Highlight: Die vier Kinder kamen alle ohne Murren und Jammern mit. Da merkt man, dass sie eigentlich keine Kinder mehr sind, Teenager alle miteinander. Zweites Highlight: In Lafkos schließt sich eine Hündin unserer Gruppe an. Sie bekommt einen Namen

Meer am Pilion/Griechenland
und bleibt bis zum Ende unserer Wanderung bei uns. Als wäre es nie anders gewesen. Als würde sie auf uns acht geben, jedoch sehr zurückhaltend, nie aufdringlich. Die Kinder, und auch wir Erwachsenen, waren ganz hin und weg. Drittes Highlight: Die Wanderung an sich. Grün, grün, grün und blühende Pflanzen soweit das Auge reicht, am Lafkos/Pilion/Griechenland
Hinweg das Meer immer in Sichtweite, übervolle Orangen- und Zitronenbäume. In Milina dann ein Tisch direkt am Wasser im noch ziemlich touristenverlassenen Ort. Die Wirtin freut sich umso mehr über unseren Besuch und tischt auf, was das Zeug hält. Ziemlich satt treten wir den Rückweg an, der uns etwas mehr abverlangt. Zurück in Lafkos gibt's Lemonada und Greek coffee und alle sind happy.
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HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!


Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!