Ein Weinglas von oben auf Kiesel

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Waldemar Freitag 2016-07-22

Nicht nur innerhalb vom Gürtel, auch in den Außenbezirken tut sich gastronomisch was. Ich hatte diese Woche einen geschäftlichen Frühstückstermin, und der fand im Waldemar in der Altgasse im 13. Bezirk statt. Inhaltlich sehr produktiv, kulinarisch sehr köstlich.

Das Ambiente würde auch nach Kapstadt, Berlin oder Palma de Mallorca passen (so die anwesenden Personen der Runde), die Karte ähnelt jenen ähnlicher Lokale, wie es

Cafe Waldemar, Wien 13

sie mittlerweile auch in Wien schon gibt. Die Frühstückskarte orientiert sich an internationalen Großstädten, in Roma gibt's Espresso & Croissant (müsste eigentlich ein Cornetto sein), in Paris Baguette, in Tel Aviv »Shakshouka Feta Hummus Yerakot« (griechisches Joghurt mit Honig und Nüssen) und in Manhatten unter anderem Roasted Baguette mit Lachs und Cream Cheese. Außerdem können verschiedene Pancakes

Cafe Waldemar, Wien 13
und warmer (warmes?) Porridge geordert werden, sehr empfehlenswert ist abgesehen davon das Ei im Glas & Avocadotoast. Das Ei stammt übrigens vom Gutshof Paul. Zu Mittag gibt's zum Beispiel Rindercurry (!), Babyspinat, Kokos & Bio-Basmatireis um € 7,20 oder Indischen Karfiol mit Ananas, Chili & Mangochutney und Baguette um € 6,70.

Namensgeber für die wie ich finde sehr gelungene Tagesbar ist der Besitzer Waldemar, dessen Familienname mir nicht bekannt ist. Den könnte ich jetzt sicher googeln, tu ich aber nicht, weil eigentlich nicht notwendig.

Die beiden menschenleeren Fotos entstanden recht zeitig in der Früh – kurz vor 8.30 Uhr – die anwesenden Gäste befanden sich allesamt im Schanigarten vor dem Lokal. Ein entsprechendes Foto fehlt aus Gründen der Unachtsamkeit der Autorin. Wie auch immer, wer in Hietzing Down Town ist und Lust auf einen guten Kaffee oder einen Imbiss hat, kann sich getrost in die Altgasse 6 begeben.

Das Waldemar im Web

Ruth

Voller Genuss im Livingstone Mittwoch 2016-07-06
Dem Restaurant Livingstone bin ich gleich auf mehreren Ebenen verbunden. Einerseits in alter Freundschaft den Eigentümern, andererseits in etwas jüngerer Freundschaft dem Geschäftsführer Jochen Granitz und drittens aus alter Bekanntschaft dem Küchenchef Manfred Stockner, der einmal beim Bruder gewerkt hat.
Ein üppig gedeckter Tisch mit einem Steak im Vordergrund, vielen Gläsern und Flaschen und lachsfarbenen Rosen in der Vase

Seit die beiden dort das Sagen haben (geschätzte zwei Jahre), macht das Livingstone wirklich großen Spaß. »Es ist richtig gut«, würde ich einem guten Freund sagen, ein Insider. Manfred hat das Livingstone kulinarisch umgekrempelt, kocht präzise und inspiriert. Er tischt das auf, wofür man das Restaurant seit vielen Jahren kennt - vorwiegend Steaks, andere Rindfleisch-Cuts und Burger auf höchstem Niveau und aus vielen verschiedenen Quellen - aber um Klassen besser als sein Vorgänger.

Richtig gut ist auch die Atmosphäre und speziell dann, wenn man in einer warmen Sommernacht draußen im überdachten Schanigarten sitzt und voller Vorfreude auf sein Fleisch, aber auch auf Fisch und Vegetarisches wartet. In meinem Fall auf ein Ribeye von einem niederösterreichischen Züchter, dessen Namen ich wissen sollte, aber nicht mehr weiß. Es war auf der Zunge zergehend und so g'schmackig, dass es nichts anderes brauchte als sein Salz. Wie jedes gut gewachsene Fleisch nur Salz braucht. Und ein bisschen Artischocken, die ich aus einer feinen Auswahl an Beilagen wählte. Gut sind auch die hausgemachten Pommes und die grünen Fisolen sowieso. Und anderes. Und die Erdbeeren zum Schluss, hocharomatisch und duftend.

Jochen kümmert sich auch um die umfassende Weinkarte, auf der der Tradition des Hauses entsprechend nach wie vor ein großer Fokus auf grandiosen Überseeweinen (Sine qua non, Penfolds, ...) liegt, aber wo inzwischen auch alle wichtigen österreichischen Winzer vertreten sind. Was an diesem Abend jedoch Nebensache war, da eine befreundete Weinbäuerin des Hauses zur Verkostung ihres Sortiments gebeten hatte. Mehr dazu an anderer Stelle. Besonders fein waren ihre zwei höherwertigen Veltliner und der schräge »Dirndl Secco«, ein 6-%-iger leicht restsüßer Perlwein aus der Kornelkirsche oder eben Dirndl. Ein anregender Aperitif.

Wie auch der gesamte Abend sehr anregend war. Danke für die Gastfreundschaft und danke auch dem aufmerksamen Service. Wir kommen wieder. Bald!

Restaurant Livingstone
Zelinkagasse 4, 1010 Wien
Tel. +43 1 533 33 93-0, E-Mail office@plantersclub.com
www.livingstone.at

syl
Ein Geschenk ums Eck - das Habari Mittwoch 2016-07-06
Dass wir unser Grätzel lieben, ist nichts Neues. Denn das Viertel rund um die untere Gumpendorferstraße lebt und vibriert. Kunst, Mode und Kulinarik machen es bunt. Und, wie sich's für die inneren Bezirke gehört, alles ziemlich nachhaltig und ja, »bobo«. Speziell die Theobaldgasse, und sie ist uns auch besonders lieb. Bunte afrikanische und hauchzarte Papierschalen

Dort reihen sich Bioladen, Feinkost, Kaffeebar und Fetzengeschäfte aneinander. Und ganz oben am Eck, da thront das Habari. Ein riesiges wunderbares Geschäft »für hochwertige Manufakturwaren aus aller Welt«, in das man einfach reingezogen wird und in dem man staunend die schönen zum Verkauf angebotenen Dinge betrachtet. Das sich über viele Halb-Etagen und nach links und rechts durch das Haus windet und über eine alte Holzstiege hinunter in den Keller, wo sich eine afrikanische Welt mit Skulpturen, Stoffen, Lampen und Möbeln auftut.

Oben schlendert man zwischen Schals und Schalen, japanischer oder südafrikanischer Herkunft, zart und perfekt gearbeitet und immer ohne Öko-Touch. Hier tragen weder Möbel noch Stoffe noch Keramiken Birkenstockschlapfen, das tun nur wir. Heimlich, wohlgemerkt. Besonders schön sind diese zarten bunten Schalen aus Papier. Hergestellt von HIV-infizierten Frauen, die sich damit ihr Einkommen sichern. »Wola Nani« heißt das Projekt.

Polster, Decken, Vasen, Schüsseln, Schals und Halsketten aus den natürlichsten und ungewöhnlichsten Materialen gibt es im Habari. Und eben auch diese wunderschönen feinen Keramiken, die die Tochter darin bestärkten, aufs Studium zu verzichten und die hohe Kunst des Töpferns, möglicherweise im fernen Japan, zu erlernen. Klare feine Formen geben diese Kunstwerke vor. Sie inspirieren einen dazu, sie vorsichtig anzufassen. Was wir unbedingt auch tun mussten.

Geführt wird das Habari seit 1997 von Designerin Lore Sander und Unternehmer Werner Pilz, der - wegen der optischen Ähnlichkeit ins Blaue gemutmaßt - des Grünen Bruder ist. Danke ihnen für ihre Inspiration und Sammellust, sie machen Wien ein Stückchen reicher.

Habari

Theobaldgasse 16, 1060 Wien
Tel. +43 1 586 23 40, E-Mail info@habari.at
www.habari.at

syl

Textil-Detox Mittwoch 2016-07-06
Für mich als Konsumentin gibt es zig Themen, die mich beschäftigen oder zumindest beschäftigen sollten. Da geht es zum Beispiel um Herkunft, Inhaltsstoffe und Erzeugung von Lebensmitteln. Da geht es um Transportwege von Produkten aller Art, um menschenwürdige Arbeitsbedingungen oder faire Bezahlung. Oder um Gift in unserer Kleidung. Das Detox-Catwalk-Sujet: weiße Schrift auf dem Gesicht einer asiatischen Frau
Die Umweltschutzorganisation Greepeace bewertet auf der Online-Plattform Detox-Catwalk 19 Modemarken anhand des Einsatzes giftiger Chemikalien.
Greenpeace hat die »Detox my Fashion«-Kampagne im Juli 2011 gestartet. Im Rahmen der sogenannten Detox-Verpflichtung geht es um die Eliminierung von schädlichen Chemikalien bis zur 2020-Deadline. 76 internationale Modemarken, Händler und Lieferanten konnten bereits gewonnen werden, mitzumachen.

Allen voran gelten Benetton, Inditex (Zara, Bershka, Massimo Dutti u.a. Marken) und H&M als Vorreiter und haben bereits den Status »Avantgarde« erreicht. »Im Wandel« sind unter anderem C&A, G-Star, Mango, Valentino, Puma oder Adidas. Die Ziele vermutlich nicht erreichen bis 2020 werden zum Beispiel Esprit oder Nike. Doch sind sie immerhin Teil der Kampagne. Marken wie Diesel, D&G, Versace oder die LVMH Group schaffen nicht einmal das. Gefällt mir gar nicht!

Auch wenn's wieder ein Thema mehr ist, über das wir uns den Kopf zerbrechen sollten, Gift an die eigene Haut zu lassen ist definitiv keine gute Idee. Ganz abgesehen davon, dass irgendjemand unsere giftige Kleidung herstellt. Und das ist sicherlich ebenfalls nicht sehr gesundheitsförderlich.

Die Catwalk-Kriterien im Detail als PDF

Ruth

Was lässt uns in der Früh aufstehen? Sonntag 2016-05-29
Und noch einmal geht's hier ums Thema Familienunternehmen und potenzielle Spannungen und Konfliktherde. Jeder und jede von uns ist anders gestrickt, hat mehr oder weniger Freude an bestimmten Dingen, Aktivitäten und auch Arbeiten.
Der eine genießt sein Chaos am Schreibtisch, das den anderen zur Weißglut bringt. Die eine ist am liebsten auf Veranstaltungen und unter Menschen, während die andere die Stille im Keller ganz für sich genießt.

So unterschiedlich wir ticken, so unterschiedlich sehen und bewerten wir die Welt. Und so unterschiedlich sind unsere Meinungen, Vorstellungen und Wünsche. Gerade in Familienunternehmen, in denen nicht nur Seite an Seite gelebt, sondern auch gearbeitet wird, kann das manchmal durchaus Zündstoff für Konflikte geben.

Die eigenen Grundmotive, also die inneren Antreiber und somit Energielieferanten, zu kennen, hilft, sich selbst besser zu verstehen. Wissen wir darüber hinaus auch noch, was unsere Mitmenschen motiviert und antreibt, kann das Zusammenleben und -arbeiten grundlegend erleichtern. Wer erkennt, dass sein Gegenüber einfach anders tickt, tut sich leichter, diese Unterschiede auch an-zuerkennen. Hat Motivation ja immer auch etwas mit Emotion zu tun.

Auf die Spur kommt man diesen Grundmotiven entweder über Reflexion des eigenen Verhaltens, über »in sich hineinhorchen« und sich selbst beobachten. Oder über die sogenannte MotivationsPotenzialAnalsye, die diese Spurensuche unterstützt. Das Ergebniss ist in jedem Fall erhellend und leistet einen wertvollen Beitrag zum besseren Miteinander.

Neugierig geworden? Hier geht's zur kostenlosen Kurzanalyse.

Ruth

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