Trauben am Rebstock mit beginnender Blaufärbung

Bassena - unser Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Ein kulinarischer Urlaubs-Abriss Dienstag 2014-08-19
Justament heuer, der Sommer war bis jetzt noch nicht wirklich einer, stand nach Jahren der Meer-Urlaube einer in Österreich an. Im Salzkammergut. Eine wettertechnisch nicht unriskante Sache. Vor allem 2014. Und es kam, wie es eben kam. In zwei Wochen ein paar wirklich schöne Badetage, am Steg liegend, Traunstein im Abendlicht
den Traunstein betrachtend, Eis schleckend, in den See springend. »Ein Sommer wie damals«, genau so. Ein paar Wander-Bade-Tage, wunderschön auch sie. »Unterm Stein« beim Wasserfall in den See tauchen, beim Laudachsee dem Traunsteingipfel ein Stück näher sein, das Türkis der
Langbathseen genießen, in der Kaltenbachwildnis im kalten Bach herumklettern. Tja, und nach neun Tagen zeigte die Gegend, was sie wirklich drauf hat. Regen beim Aufwachen, Regen beim Vormittagskaffee, Regen beim Mittagessen, Regen beim Chillen am Nachmittag, Regen beim
Einschlafen. Aber egal, erholsam waren sie alle, die Urlaubstage, ob trocken oder nass. Und kulinarisch erquicklich, man ließ es sich gutgehen! Erwähnenswert in und um Gmunden: Jausenstation Moaristidl, dort gibt's – ja genau, eine Jause – und den wunderbaren Welschriesling von Georg Schmelzer aus Gols.

Wiener Cafe: Der Biofisch-züchtende Gastronom Markus Moser serviert frisch Zubereitetes aus großteils Bioprodukten, kreativ, abwechslungsreich, sehr gut. Höllerwirt in Altmünster: Sicher eine der Top-Adressen in der Gegend. Super-Balance zwischen bodenständig und gewagt. Taube (für die Tochter), Rieslingbeuschel, salziges Karamelleis stehen unter anderem auf der Karte. Kulturcafé Villa Lehmann, direkt an der Esplanade in Gmunden: Seit Jahren schön (in einer alten Villa) und lässig (Wohnzimmer-Bar-Atmosphäre). Die Karte ist klein, was auf den Teller kommt (zum Beispiel ein 300-Gramm-Steak, für den Sohn) ist wirklich gut. Den letzten Abend verbrachten wir im Gasthaus Schloss Hochhaus in Vorchdorf (siehe unterstes Foto, gleich ums Eck vom Tanglberg): Ein wunderschönes, schlichtes Gasthaus in alten Gemäuern, Speisen- und Weinauswahl sehr solide, sogar ein Wein aus dem Hause BattenfeldSpanier war zu haben. Man schlug zu, eh klar.

Einzig über die wunderbaren Grillabende (so wie am zweiten Foto von oben) bei lieben Freunden wird hier nicht geschrieben. Die waren und sind exlusiv uns vorbehalten!

Jausenstation Moaristidl

Wiener Cafe, Sparkassengasse 1, Gmunden, Tel. +43 7612 71549

Biofisch Großalm

Höllerwirt

Kulturcafé Villa Lehmann

Gasthaus Schloss Hochhaus

Ruth

Und noch ein Lieblingsort - die Hofmeisterei Hirtzberger in der Wachau Dienstag 2014-08-12

Mir als geborener Strudengauerin ist die Wachau so etwas wie das verlängerte Wohnzimmer. Denn von donauaufwärts ganz oben, da wo die Donaugaue zum Noname verkommen, da bin ich her. Dazwischen wird die Wachau in Melk zum Nibelungengau und dieser in Ybbs zum Strudengau.

Es ist dieselbe Landschaft, bloß wachsen im Strudengau statt Weinreben Mostbäume, trinkt man beim Bauern Most statt Wein. Weshalb wir als Kinder mit dem Opa regelmäßig Wein- und und auch Marillenholen in der Wachau waren.

Ein Glas Rosésekt und eine dunkle Apotheker-Wasserflasche am Tisch

Mein Großvater war - zumindest optisch und außer Haus - ein Sir. Immer mit Hut und Uhrenkette, immer im Anzug und immer nach frischem Rasierwasser duftend. Der beim Spaziergehen mit einem »D'Ehre« den Hut lüftete. Mit ihm kehrte man auf den Wachaufahrten ab und zu im Florianihof in Wösendorf/Weißenkirchen ein. Das Essen & Trinken wird wohl gut gewesen sein, denn insgesamt ist dieses schöne Wirtshaus an der Donau in sehr positiver Erinnerung. Es war immer ein gutes Haus, um das es in den letzten Jahren nach und nach immer ruhiger geworden ist.

Bis der Floranihof vor ein paar Monaten einen neuen Eigentümer fand, den großen Wachauer Winzer Hirtzberger. Geführt wird das auf »Hofmeisterei Hirtzberger« umbenannte Haus von Restaurantleiter Hartmuth Rameder, der zuvor für Nigls und im Palais Coburg aktiv war, und Küchenchef Erwin Windhaber. Und mit ihnen und der wirklich gelungenen Renovierung inklusive wunderschöner Terrasse hat die Wachau einen neuen Hotspot.

Bei der Weinkarte liegt natürlich der große Fokus auf den hauseigenen Weinen - Jahrgangstiefe! - und der Wachau, aber auch Weine aus anderen Regionen gibt es und soll es vermehrt geben. Noch sei es bloß die kleine Karte. Wir haben uns auf jeden Fall über Bucheggers Rosésekt vom Pinot Noir und Hirtzbergers Weißburgunder Smaragd Steinporz 2012 schon einmal sehr gefreut. Und sollten die Flusskrebsravioli mit Kalbsbries, Karfiol und Krebsenschaum noch auf der Karte stehen, überlegen Sie nicht lange. Bestellen Sie!

www.hofmeisterei.at
Foto: Sabine Decleva
syl
Weningers Welschrevolution bei Herzog & Kiem Samstag 2014-08-09
Im November 2012 haben wir Franz Reinhard Weninger und Erni Loosen zusammengebracht, um ihre vielfältigen Weine von hüben und drüben vorzustellen, hier nachzulesen. Damals haben wir erstmals diesen irren Welschriesling gekostet. Zugegebenermaßen gezwungenermaßen.
Der Saybritz und Herzog & Kiems Weinbar bei Nacht

Denn als Franz uns die Liste seiner Weine schickte, haben wir den Welsch kurzerhand rauseliminiert. »Den besser nicht.« »Den auf jeden Fall«, erwiderte Franz und stellte ihn wieder rein. »Dann vielleicht als Aperitif?« »Nein, im Tasting.« Wir haben wirklich alles versucht, diesen vermeintlich dünnen, nichtssagenden, apfeligfruchtigen Wein in seine Schranken zu weisen. Warum macht der Weninger überhaupt einen Welsch?

Und dann die Überraschung im Burgunderglas, Noten nach Heu, rauchig, würzig, komplex, burgundisch, wow! Es war der Jahrgang 2011, der Wein stammt von der Lage Saybritz am südburgenländischen Eisenberg, nicht gerade ums Eck des Stammhauses im Mittelburgenland. Das 0,6 Hektar große Stück Weingarten gehört Franz' fast 80 Jahre alten Groß-Cousine Emma Schürmann. Sie ist es, die den Weingarten mit Blaufränkisch und eben Welschriesling pflegt, vinifiziert wird in Horitschon. Die Reben wachsen auf kalkhaltigem Ton-Lössboden, darunter liegt blau-grauer Schiefer.

Franz selbst hatte sein eigenes Welsch-AHA-Erlebnis. 2002, als er eine zwei Jahre alte Fassprobe dieser Rebsorte vom Balaton verkostete. »Das war ein unglaublicher Wein. Groß und füllig. Frankreich, Meursault, etwas in dieser Kategorie. Es war Welschriesling«, wird er in einem Artikel in der Tageszeitung Die Presse zitiert. Jahre später, nachdem Emma Schürmanns Welschriesling typischerweise immer leicht und fruchtig ausgebaut worden war, hat er sich dieses Erlebnisses besonnen.

Und deshalb gibt es den Saybritz seit ein paar jahren in dieser wunderbar reifen und kräftigen Form. Leider nur ganz wenig, je nach Jahrgang maximal 1.000 Flaschen, das Gros wandert ins Restaurant Steirereck. Und ein bissl was zu uns, hab ich grad beschlossen.

Denn gestern hatte ich den Folgejahrgang 2012 im Glas. Reinschnuppern, kosten und die alte Liebe war wieder da. Dem Ort, wo ich ihn getrunken und noch einmal getrunken habe, gehört auch ein Stück meiner Liebe, der Popup-Weinbar Herzog & Kiem im Stadtbiotop. Ein großartiger Platz am Areal der Trabrennbahn Krieau, ein Dorfplatz aus Schiffscontainern, die als Bars und Küche für ihre Restaurants und als kleine Geschäfte dienen. Dort hat man das Eindruck, dass Wien doch großstädtischer und urbaner ist, als man denkt.

Vor allem auch dank Moritz Herzog und Leo Kiem. Und Anna, die dort aus biologischen Zutaten hervorragend kocht, auf Wunsch gibt es jede Speise mit oder ohne Fleisch. Meine gestrigen Fisolen mit Tomaten waren ohne, dafür mit der superscharfen selbstgemachten Chili-Kokos-Paste von Anna.

Moritz Herzog ist beteiligt am Weinprojekt Riberach in Südfrankreich, Rundum-Mann der Pannobile-Gruppe und Weinskandal-Weinhändler. Leo Kiem ist top Sommelier, zuletzt im Restaurant Konstantin Filippou, und mit seinem neuen Projekt Agoravino Rundum-Wein-Servicier. Und damit den beiden nicht fad wird, haben sie nun ihre Bar.

Auf der Weinkarte stehen vorzugsweise biologische und viele natural ausgebaute Weine. Bekannte Namen und mir unbekannte, mein Herz schlägt auch für diesen Birnen-Cidre aus Frankreich, Namen und Region vergessen und leider nicht mehr im Sortiment. Von dem konnte man so wunderbar viel trinken, ohne den Alkohol zu spüren, abgesehen davon, dass er einfach wirklich gut war.

Aber Weningers Welschriesling gibt es. Gehen Sie hin und genießen Sie ihn, genießen Sie das Ambiente und das Leben! Dort geht das ganz von alleine.

www.weninger.at
www.saybritz.at
Herzog & Kiem im Stadtbiotop
syl

syl

Birnencidre  09.08.2014 12:20

Danke, Steve Breitzke: Der Cidre ist richtigerweise natürlich ein »Poiré« und stammt von Éric Bordelet aus der Normandie. Und hier gibt es ihn: www.weinart.at/unsere-weine/wp_frankreich/eric-bordelet/
agoravino.com/tag/steve-breitzke/

Ein wasserscheuer & entscheidungsschwacher Wasservogel Freitag 2014-08-08

Danke, lieber Manfred Klimek fürs Posten. Haben Sie ein schönes und vergnügliches Wochenende, zumindest dieser Lacher ist garantiert!

Zum Anschauen aufs Bild oder diesen Link klicken. Das Facebook-Video dauert 1,43 Min.

syl
ein wasserscheuer Pinguin 
im Zoo
Unverhofft Milano Donnerstag 2014-07-31
Zwei Wochen Sprachferien beim sehr kultivierten aber etwas schrägen Großonkel aus altem neapolitanischen Geschlecht. In seiner großen dunklen und ganz schön antiquierten Mailänder Wohnung das Kind. Vom kultivierten aber etwas schrägen Onkel tagelang alleingelassen. Verloren. Einsam.Campari, Kaffee und Oliven im Camparino
Da kann's nur eines geben. In den Flieger setzen, Tochter retten. Und so kam ich unverhofft zu einem höchst vergnüglichen und innigen Mutter-besucht-Tochter-Städtetrip. Mit Mailand, wie es sich gehört. Mit spätem Frühstück im Camparino in der Galleria, mit Campari, Oliven, Prosciutto und Leute schauen. Oben in den Terrassen des Doms
Mit Dombesichtigung von innen und von oben - dringende Empfehlung! Mit ein bisschen Bummel und einer Bluse da und einem Röckchen dort. Mit Bootsfahrt, Kaffee und Spumante in den Navili, den Kanälen, die ein wenig an den Nyhavn in Kopenhagen erinnern. Nur cooler und ein wenig abgefuckter.Ein Blick auf den Grande Navilio
Wo die Tauben und wir einen Blick auf diese  Hochzeit werfen konnten. Mit einem Bräutigam, der aussah wie Jean Reno. Mit einer heftig tätowierten Braut in Tüll. Und Gästen, denen man das Leben und was auch immer ansah. Denen man ansah, dass sie den Moment genießen, weil's für sie vielleicht kein Morgen gibt.
Blick auf eine Taube im Vordergrund und dahinter die Hochzeit
Mit einer leicht verzweifelten Tochter mit ausgelatschten löchrigen Schuhen, die sich für kein neues Paar entscheiden konnte. Auch nicht für diese Schuhe aus dem Choco-Lab im Kaufhaus Rinascente. Viel zu süß! Ihre Suche geht nun ohne mich weiter, die ich wieder zuhause bin. Milano kam unverhofft. Grazie, cara figlia mia!
Schuhe und Taschen aus Schokolade
syl
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ruth havel & sylvia petz
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Aids-Schleife HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!

 

Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!