Rote geerntete Trauben in grünen und blauen Plastikbehältern in Weingarten

Bassena - unser Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Eingetrübt Freitag 2014-09-12
An ein derartiges Jahr wie dieses kann sich kein Winzer erinnern. Denn schon im Frühjahr kam es in manchen Gegenden zu massiven Hagelschäden in den Weingärten, mit Ausfällen bis zu 50 %. Und dann der verregnete warme Frühsommer, der die Weingärten zum perfekten Nährboden für Pilze machte.

Schlussendlich kam zur Nässe noch die Kälte, die Trauben konnten mangels Sonne und Wärme keinen Zucker ausbilden und Fäulnisgefahr drohte. Mit Fäulnis, Pilzkrankheiten und mangelnder Reife haben die Winzer nun auch zur Zeit der Lese der früheren Traubensorten wie Müller Thurgau und Zweigelt zu kämpfen. Viele sprechen von »Notlese«, manche von Totalausfall. Die Beeren sind vom Regen zum Platzen voll, die Häute weich. Viele Trauben platzen auch durch Pilzkrankheiten auf, und in Deutschland lehrt die Winzer ein frisch importierter Schädling das Fürchten, die Kirschessigfliege. Kein gutes Jahr!

In den wärmeren Regionen wie im Burgenland steht es um die Weinlese besonders schlimm. Im kühleren Weinviertel geht's noch so halbwegs, so auch im Kamp- und Kremstal. Aber die Chance auf ausgereifte gesunde Trauen ist auch dort gering, für die späteren Traubensorten darf man noch hoffen. Und wenn es nach dem Regen doch wieder warm werden sollte, steigt erneut der Pilzdruck. Pilze mögen es feucht und warm.

Schlimm ist es auch für alle Getreide- und Gemüsebauern. Den Feldfrüchten fehlt es wie dem Wein an Reife, Fäulnis droht auch hier. In den nördlichen Gebieten um Zwettl, Gmünd und Horn sind bereits ganze Roggen- und Weizenernten zerstört. Eine rasche rettende Maschinenernte ist wegen der nassen aufgeweichten Böden nicht möglich. Schlimm für alle Bauern, wenig angenehm wird es auch für uns. Die Preise werden steigen und die Fülle, aus der wir es gewohnt sind zu schöpfen, wird in der Form nicht mehr vorhanden sein. Schlimm für alle Wenigverdiener.

Wir wünschen allen Landwirten, Winzerinnen und Winzern, dass sich die Schäden in Grenzen halten und drücken die Daumen für eine halbwegs gute Hauptlese und -ernte! Für sie und auch für uns.

Nachtrag: Der Chef der ÖWM Willi Klinger verkündete im Ö1-Morgenjournal am Samstag, dass die gesetzlichen Bestimmungen für die heurige Weinlese bereits gelockert seien. Zucker- und Mostkonzentrat-Zugaben seien in höherem Maße möglich als in anderen Jahren, um die Weinqualitäten zu retten. Wahrscheinlich wird man auch mehr entsäuern dürfen als üblich.

syl
Summer Riesling Dienstag 2014-09-09

Ein geniales Stück Kreativität. »A Summer Night« aus Grease gecovert als Parodie: »Summer Riesling«. The guys and gals of Camerata at Paulie's in Houston, Texas.

5,6 Minuten, die so richtig Spaß machen und zum MItsingen motivieren. Hier geht's zum Youtube-Video oder aufs Foto klicken.

syl
Kostbares Kamptal Sonntag 2014-09-07

So wie viele seiner Kollegen und Kolleginen lud auch Christoph Edelbauer dieses Wochenende aufs Weingut. Und so wie schon letztes Jahr waren wir auch heuer wieder unter seinen Gästen. Und das war gut so! Die Mannschaft des Salzburger Restaurants »The Green Garden« kochte vegatarisch und

Abendstimmung am Weingut Edelbauer
vegan, der Winzer sorgte für die Weinbegleitung. Die Natur vor der Tür und das Ambiente im Inneren waren ein würdiger Rahmen. Zum Einstimmen gab's Christoph Edelbauers Rieslingsekt »Brut 2013«, der mit seinen acht Gramm Restzucker und 13 Promille Säure zwar offenbar »irgendwie anders

als geplant« geriet, aber nichts destotrotz hervorragend mundete. Der Winzer weiß eben, wie man die Natur zu nehmen hat. Auch wenn sie manchmal nicht ganz so agiert, wie man sich das vielleicht wünscht. Zum viergängigen Menü (das Dessert aus Chai-Samen ist mir besonders in Erinnerung, fallen diese Samen doch unter die Kategorie »Superfood«), gab's verschiedene Reserveweine des aktuellen Jahrgangs. Zwei davon muss ich hier unbedingt explizit nennen: Der Grüne Veltliner Reserve Neuberg 2013, spontan vergoren und unfiltriert, ist ein tiefgründiger Wein, der zwischen hellen und dunklen Noten changiert und schon jetzt, trotz seiner Jugend, richtig Freude macht. Der Riesling Kamptal Reserve 2013 präsentiert selbsbewusst seine Mineralik. Auch wenn der Begriff schon etwas abgedroschen ist, der Wein ist mineralisch. Punkt. Und ganz und gar mein Geschmack!

www.weingut-edelbauer.at

Ruth

Schneckenmodus Sonntag 2014-08-31
Hurra, wir waren da! In Poljana auf der kroatischen Insel Ugljan, direkt gegenüber von Zadar. Heuer war Meer angesagt, nach diesem letztjährig wetterdurchwachsenen Urlaub am Wörthersee. Aber nicht das Reisebüro hat uns vermittelt, sondern eine liebe Freundin, die seit Jahren dort urlaubt.Sonnenuntergang am Meer in Ugljan
Und kaum waren wir da, wurde das Lebenstempo gedrosselt, der Schneckenmodus aktiviert. Da darf das Tierchen hier rechts im Garten des Hauses ruhig etwas unscharf sein. Den Regen und die miesen Temperaturen haben wir zuhause gelassen. Dafür kam eine echte Wagenladung an Büchern mit.
Eine Schnecke im Garten
Denn glücklicherweise sind auch die Töchter Leseratten und inzwischen so erwachsen, dass die Lektüre weitergereicht werden kann. Bekanntlich sind im Flow selbst 1.000e Seiten schnell verlesen. So hatten wir Lese-Seligkeit am Meer, bei frischem Malvazija und Mozarts Figaro & Don Giovanni.Blick von Moline in die abendliche Bucht
Die faulen Tage am Wasser waren nur selten unterbrochen. Durch einen regenbedingten Ausflug nach Zadar etwa. Eine enggassige hübsche Stadt, in der wir staunend Blitze und ohrenbetäubende gleichzeitige Donner erlebten, sicher und trocken beim Mittagessen in der Konoba. Und dann war die Sonne wieder zurück.Die Insel vor Ugljan nach dem Gewitter
Durch die Schifffahrt durch die Kornaten, einen Archipel mit rund 150 Inseln. Ein Natur- und Segelparadies. Mit Stefano mit den blitzenden Augen, der dafür sorgte, dass mein Wein immer gekühlt und mein Kaffee immer heiß war. Und dass unsere frisch gegrillten Makrelen die größen waren.Die Kornaten vom Schiff ausgesehen
Durch Ausflüge nach Muline, wo man sich über Steine kletternd die besonders schöne Buchten suchte und da für sich alleine war. Und abends dort in die gleichnamige kleine Bar ging, die nur aus Steg und Grill bestand. Wo man den weltbesten Branzino direkt aus dem Meer serviert bekam.
Die felsigen Buchten in Muline
Und sonst nicht viel. Aber das mit besonderer Qualität. Wie den Paten direkt am Meer zu schauen. Unterm Feigenbaum mit frischer Brise. Und jetzt wieder zuhause, mit dem Vorhaben, es langsam anzugehen. Mit den Gedanken schon beim nächsten Urlaub. Vielleicht zur Abwechslung in Málaga?
Laptop mit dem "Paten" vor dem Meer
syl
Klein-Berlin Montag 2014-08-25
Pressbaum ist nicht unbedingt berühmt für ein schönes Ortszentrum. Auch wenn dieser Ort im Speckgürtel westlich von Wien seit 2013 den Status einer Stadtgemeinde hat, gibt es wahrlich Städte, die auf den ersten Blick einladender sind. Wo auf den ersten Blick mehr los ist. Und doch tut sich in den letzten Jahren so einiges.
Ganz wunderbar zum Beispiel der Popup-Store »Der Sommerladen in der Fleischerei«, auch wenn er korrekterweise schon zu Tullnerbach gehört. Dort gibt's noch bis voraussichtlich 23. September Bio-Eis, -Säfte, -Eingelegtes und noch so einiges mehr. »Verkäuferin« und Fotografin Cornelia Böhm erzählt beim freitäglichen Einkauf, dass dies

(leider) ein einmaliges Sommerprojekt sei und ihr und ihrem Partner Alexander Falschlehner jedes Jahr etwas Neues für den Sommer einfiele, wenn neben dem Fotografieren noch Zeit bleibt.

Das Konzert am 23. August mit »Your Gorgeous Self« feat. DJ Stompin´ Wolfman aus Berlin hab ich leider versäumt, einkaufen geh ich aber sicher noch öfter in den nächsten Wochen. Und fühl mich dann dabei fast wie in Berlin.

www.diefleischerei.at/popup/

Ruth

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ruth havel & sylvia petz
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Aids-Schleife HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!

 

Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!