Ausschnitt einer dunkelroten Rose auf grünblauem Hintergrund

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Was Conchita Wurst und der Nikolaihof gemeinsam haben Dienstag 2014-05-06

Conchita Wurst und der Nikolaihof haben das scheinbar Unmögliche möglich gemacht. Den Gewinn des European Song Contests die eine, 100 Parker-Punkte für einen österreichischen Wein der andere.

Zwei große Siege. Beide sind Revolution, beide bewegen.

Conchita Wurst

Ob einem dabei der Stil von Conchita Wurst gefällt oder nicht, tut hier nichts zur Sache. Ob einem der ESC liegt oder nicht, genausowenig. Es ist ein großes gesellschaftliches Statement. Eine europäische Mehrheit gibt einem selbstdeklarierten Zwitterwesen die Stimme. Es ist ein »Ja« für das Anderssein, ein »Ja« für einen selbstbestimmten und selbstbewussten Menschen mit unglaublich viel Mut. Und eine Absage an Intoleranz und das ewig Gestrige. Es ist ein Hinweis darauf, dass die Dinge ins Rollen kommen. Es ist ein guter Tag.

Was Conchita für die Gesellschaft, ist der Nikolaihof für den österreichischen Wein. Der Vergleich mag ein bissl hinken, aber wurscht. Auf jeden Fall erzielte der Riesling Vinothek 1995 vom Weingut Nikolaihof 100 Punkte in Robert Parkers »The Wine Advocate«. Eine Sensation.

Ein Ausschnitt der Nikolaihof-Weinflasche mit Glas

Noch nie zuvor hat ein heimischer Wein 100 Parker-Punkte erhalten. Der Nikolaihof mit seinem 17 Jahre im Eichenfass gereiften und 2012 abgefüllten Wachauer Riesling steht nun in einer Reihe mit Mouton, Margaux, Beaucastel, Chapoutier, Romanée Conti, Vega Sicilia und vielen anderen großen Häusern der Welt. Chapeau!

Offenbar sind Österreichs Parker-Mann David Schildknecht ob der große Gütes dieses Weines fast die Worte weggeblieben, schreibt Luzia Schrampf im Standard. Schildknecht »schwärmt er von den blütenhaften Aromen, von Vogelbeere und Mandeln, von subtiler steiniger Mineralität und einer endlosen Leichtfüßigkeit, sodass er sich fragt, ob man überhaupt noch von Finish reden könne, wenn der Geschmack einfach nicht enden will.«

Und insoferne ist der Vergleich gar nicht soweit hergeholt. Auch die Weinwelt ist in Bewegung. Der Weinweg führt weg von den schweren Weinen, der Nikolaihof-Riesling ist mit seinen 12.5 % Alkohol geradezu leicht und süffig. Und der Weinweg führt immer weiter hin zu Weinen aus naturnahem Anbau, der Nikolaihof-Riesling stammt aus biodynamischem Weinbau nach Demeter. David Schildknechts Bewertung ist zukunftsweisend. Cool!

www.nikolaihof.at
www.conchitawurst.com
www.erobertparker.com

Fotos: AP, Anna Marie Lun/Nikolaihof
syl

Der Optimist in mir Samstag 2014-04-19
Woran liegt es, dass manchen das sonnige Gemüt offenbar in die Wiege gelegt wurde, andere jedoch ständig zweifeln, hadern und sich sorgen? Was jetzt kommt ist kein unreflektierter »Denk doch einfach positiv«-Aufruf, sondern ein interessanter Ansatz aus der Gehirnforschung.

Schwarzer Schriftzug "Happy" auf gelbem Untergrund

Der Song zur Einstimmung aufs Thema. Einfach klicken!

Elaine Fox, Professorin für Psychologie und Neurologie, Leiterin des Oxford Centre for Emotions und Affective Neuroscience an der Universität Oxford, hat ein Buch dazu geschrieben: »In jedem steckt ein Optimist«. Und sie meint, obwohl die genetische Grundausstattung zweifellos Einfluss auf unser Verhalten hat, lässt sich das »Schicksal« überlisten.

Unser Gehirn ist laut aktuellen Forschungen einfach sehr formbar und einmal eingeschlagene Pfade in unseren Gehirnwindungen können verlassen und neue Wege gegangen werden.

Prinzipiell logisch: Je schlechter wir drauf sind, desto mühsamer ist auch die Interaktion mit unseren Mitmenschen und desto negativer fallen deren Reaktionen auf uns aus. Was uns wiederum bestätigt, dass ja doch alles schlecht ist. Das dahinterliegende Problem: Je öfter und stärker das passiert, desto mehr verfestigt sich die entsprechende »neuronale Verdrahtung« im Gehirn. Und die somit programmierten Synapsen spielen ein unlustiges Spiel mit uns. Wir können gar nicht mehr anders. Die Einstellung zum Leben hängt also stark mit den Vorgängen tief in unserem Gehirn zusammen. Und je nachdem baut sich über die Jahre quasi ein positives oder negatives Netzwerk neuronaler Verbindungen auf. Ein optimistisches und ein pessimistisches. Aber - das ist die gute Nachricht - dieses Netzwerk lässt sich beeinflussen und verändern. Natürlich nicht von heute auf morgen.

Elaine Fox: »Indem wir die Art und Weise verändern, in der unser Gehirn auf Probleme und Freuden reagiert, können wir unsere Persönlichkeit verändern.« An sich zu arbeiten, scheint also durchaus überlegenswert, wenn man zu den notorischen Schwarzsehern gehört. Vor allem, wenn das keine esoterischen Flausen sind, sondern, wie es scheint, wissenschaftlich bewiesen ist, dass das erfolgsversprechend ist.

Quelle: Der Standard, 19. April 2014, Seite K1 und K2.

Ruth

Wieninger ist Hajszan-Neumann ist Wieninger Freitag 2014-04-04
Der Lieblings-Ex-Chef ist jetzt noch größer. Wobei er eh schon recht imposant aussieht im Vergleich zu seiner Lieblings-Ex-Mitarbeiterin da auf dem Foto. Aber raten Sie einmal, wem bei der Rangelei die Magnumflasche Chardonnay zugefallen ist. Eben. Auf die Größe kommt es zumeist einfach nicht an.
Sylvia Petz und Fritz Wieninger rangeln um eine Flasche Chardonnay, Foto Lalo Jodlbauer

Die Freude war damals groß über den vinophilen Zugewinn. Jetzt darf sich der Winzer über einen noch viel größeren freuen: Er hat das Weingut Hajszan-Neumann in Grinzing übernommen. Nicht gekauft, wie fälschlicherweise kolportiert wurde, nur übernommen. Stefan Hajszan, Gastronom und Vater von Zwillingen, ist die Mehrfachbelastung zuviel geworden. Und g'scheit wie er ist, hat er rechtzeitig die Reißleine gezogen und den Betrieb samt Restaurant und Buschenschank seinem Freund Fritz Wieninger übertragen.

Der freut sich wie ein Schneekönig über die perfekt gepflegen und biodynamisch bewirtschafteten 20 Hektar Weingärten am Nußberg. Ein wahres »Geschenk«, von dem er nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Die Marke »Hajszan-Neumann« wird übrigens bestehen bleiben. Mit Vereinfachung und Bündelung von Strukturen da und dort.

Gepresst etwa wird die gesamte Lese in Stammersdorf im Stammhaus werden, wonach der Grinzinger Most wieder retour nach Grinzing gefahren wird. So kann eine der sündteuren Pressen eingespart werden, und der Chef muss nicht zwischen den Presshäuern hinundher-radeln. Dafür stehen bei Hajszan-Neumann ab sofort ein perfekter Fuhrpark und eine professionelle Mannschaft auch für die Wieninger-Weingärten am Nußberg parat. Perfetto!

Wie das mit der Buschenschank am Eichelhofweg sein wird, wird sich bald weisen. Fix ist sie auf jeden Fall, mitten im Weingarten mit Blick auf Wien. Die Freude ist groß! Nur der in den letzten Jahren etwas überdimensioniert gewesene Bauch vom Lieblings-Ex-Chef ist plötzlich wieder ganz klein. Er und das neue Weingut stehen ihm hervorragend zu Gesicht.

www.wieninger.at
www.hajszanneumann.com
Foto: Lalo Jodlbauer
syl
Österreichs Reifeprüfung – bestanden! Mittwoch 2014-03-26
Die beiden Tage waren ganz schön intensiv. Am Sonntag um 6.25 Uhr in den Flieger nach Düsseldorf gestiegen, nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel sogleich in den Messetrubel mit vielen Terminen und Gesprächen eingetaucht, nach einem geselligen Abendessen spät ins Bett gekommen, am nächsten Tag beim Öffnen der Messehalletore

wieder auf der Dacke gestanden, nach einem erfolgreichen Tag um 17.10 Uhr in den Flieger retour nach Wien gestiegen (um volée noch eine Veranstaltung in der Innenstadt mitzubetreuen). ProWein war!

Und Österreichs Reifeprüfung war! Von langer Hand geplant, akribisch vorbereitet und mit Enthusiasmus

Weinflaschen 

angekündigt haben wir uns wirklich sehr auf dieses Tasting mit Master Sommelier Hendrik Thoma am zweiten Messetag gefreut. Artur Toifl/Weingut Thiery-Weber, Erwin Tinhof, Herbert Zillinger, Marion Ebner-Ebenauer und Thomas Kopfensteiner waren angetreten, um einen ihrer Herzensweine in zwei Reifestufen zu präsentieren.

Hendrik Thoma 

Artur Toifl tat dies mit seinem Riesling Gebling 2011 & 2006, Erwin Tinhof mit seinem Leithaberg weiß 2012 & 2004, Herbert Zillinger mit seinem Grünen Veltliner Radikal 2012 & 2007, Marion Ebner-Ebenauer mit ihrem Grünen Veltliner Black Edition 2011 & 2007 und Thomas Kopfensteiner mit seinem Blaufränkisch Saybritz 2011 & 2008.

Hendrik Thoma führte sozusagen in fünf aufeinanderfolgenden Doppelconferencen mit den Winzern und der Winzerin durch die Verkostung, die – zu unserer großen Freude – sehr gut besucht war. Die – auch zu unserer großen Freude – Hendrik Thoma ein »Highlight« der Messe nannte und mit der die teilnehmenden Winzer sehr zufrieden waren. Auch das trug bei uns zu großer Freude bei.

Somit meinen wir: Österreichs Reifeprüfung wurde bestanden! Und hat sicherlich dazu beigetragen, dass die Gäste der Verkostung die Weine aus unseren Landen generell und jene unserer Winzer/innen speziell wieder ein Stück weit mehr auf dem Radarschirm haben.

Ruth

Jawoll, verdammt noch einmal! Sonntag 2014-03-16

Na endlich einer, der uns das Fluchen offiziell erlaubt. Dennis Scholze, Doktorand am Institut für Germanistik der Technischen Universität Braunschweig, ist überzeugt, dass Fluchen gesund ist. »Das Spontane macht den Wert des Fluchens aus. Wer flucht, der entlastet sich.« 

Und das anscheinend seit über 5000 Jahren. Diese Art der psychischen Entlastung ist ein 

Urtrieb, der in den neuronalen Strukturen des Menschens tief verwurzelt ist. Und sogar Menschenaffen fluchen, wenn auch mit Gesten. Auch wenn Fluchen mit Verfluchen oder Beleidigen verwandt ist und höchstwahrscheinlich ähnliche Wurzeln hat, unterscheidet es sich doch grundsätzlich. Adressat ist nämlich eindeutig der Fluchenden selbst. Somit ist fluchen ein Ventil, um kurzfristig Ärger und Unmut loszuwerden, ohne jemanden anderen in Mitleidenschaft zu ziehen. Abgesehen von akustischen Beleidigungen fürs Ohr. So gesehen sollten wir es im Sinne unserer Mitmenschen also trotzdem nicht übertreiben mit dem Fluchen.

Quelle: Der Standard, 15./16. März 2014, K1

Ruth

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Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

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Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
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Purple Wine
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