Eine gelbe Krokus im Schnee

Bassena - unser Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Die Sektsteuerstory Mittwoch 2015-01-14
Einen Staat zu managen, ist sicher keine leichte Sache. Zu schauen, dass sich Einnahmen und Ausgaben die Waage halten, dass die Ausgaben sinnvolle sind (wer auch immer das definiert) und die Einnahmen so lukriert werden, dass sie möglichst wenig Schaden anrichten. Auch hier ist es sicherlich sehr komplex und extrem schwierig, Auswirkungen zu berechnen und darzustellen. Schon klar. Und ich bin weitest möglich davon entfernt zu glauben, das Einnahmen-Ausgaben-System Österreichs auf neue Beine stellen zu können.eine Euro-Münze

Hie und da beschleicht mich allerdings das Gefühl, dass ein bisschen Hausverstand im einen oder anderen Fall manch (scheinbare) Fehlentscheidung verhindern hätte können.

Thema Sektsteuer. Sie wurde am 1. März 2014 wiederbelebt, nachdem sie 2005 unter Wolfgang Schüssel »auf null gestellt« wurde. Sie blieb also bestehen, brachte aber keine Einnahmen mehr. Daher war es offenbar ein Leichtes, sie letztes Jahr zu reaktivieren. Sicher viel einfacher, als hätte man sie neu einführen müssen. Ein Euro pro Liter wird eingehoben, gar nicht wenig.

Wie auch immer. Die Einnahmen sind offenbar so gering (drei Millionen Euro bis September, hochgerechnet 12 bis 15 Mio. im Jahr, Kosten für die Steuereintreibung nicht eingerechnet!), dass die ÖVP-Experten in der Reformkommission die Abschaffung der Schaumweinsteuer als »vordringliche Maßnahme« sehen. Und das nach nicht einmal einem Jahr!

Der Schaden aufgrund von Wettbewerbsnachteilen gegenüber ausländischen meist nicht besteuerten Prosecco- und Frizzante-Produzenten und Umsatzeinbußen von bis zu 30 % und den damit verbundenen Konsequenzen wir Arbeitsplätzeschwund in der Branche ist da überhaupt noch nicht berücksichtigt.

So wie jede Geschichte hat sicherlich auch die Sektsteuerstory zumindest zwei Seiten und muss von mehreren Perspektiven beleuchtet werden. Und als wehrhafte Ablehnerin von Schwarz-Weiß- oder Richtig-Falsch-Denken möchte ich auch hier kein Urteil fällen (kann ich aufgrund fehlender Fachkompetenz auch gar nicht). Irgendwie hab ich aber das Gefühl, da wurde im Überschwang potenzieller zukünftiger Einnahme-Gefühle wie so oft unüberlegt, unstrategisch und völlig willkürlich (damit halt irgendwas passiert) gehandelt. Die Kollateralschäden baden eh andere aus.

Quelle: Die Presse

Ruth

Imagine no religion. Freitag 2015-01-09

Irgendwie fällt es grad schwer, positiv zu denken, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen, an das Gute im Menschen und auf der Welt zu glauben. Ich möchte es trotzdem tun. Und zumindest im Kleinen dafür sorgen, dass Liebe und Frieden möglich sind. Und mir vorstellen, was alles möglich wäre. So wie er.

Imagine

Ruth

Da gehen sie hin Montag 2015-01-05
Ich seh sie beide tanzend vor mir. Thierry Manoncourt, Eigentümer von Chateau Figeac in Bordeaux, wie er über 80jährig mit seiner Frau Marie-France übers Parkett gleitet. Serge Hochar, Eigentümer von Chateau Musar im Libanon, wie er mit seiner lieben Freundin Márta Wille-Baumkauff tanzt und mit mir,
Thierry Manoncourt & Serge Hochar mit Champagnergläsern
wann immer wir einander begegnet sind. Getanzt haben diese großen Männer auch mit ihren Weinen und wohl auch mit dem Leben. Jetzt sind sie beide nicht mehr. Thierry hat sich bereits 2010 auf den Weg gemacht, jetzt ist ihm Serge nachgefolgt. Wehmut und Trauer. Wehmut auch angesichts dessen, dass die Zeit der ganz großen Feste vorbei ist. Aber auch Dankbarkeit, dass ich diese Feste erleben und diese wunderbaren Männer kennenlernen durfte. Ich bin sicher, sie lächeln und tanzen.
Foto: Herbert Lehmann
syl
Im Hochstatus Sonntag 2015-01-04

Wir kommunizieren nicht nur auch, sondern sogar vor allem mit unserer Körpersprache. Und der Körper lügt nicht, er straft unsere Worte wenn's blöd läuft Lügen. Weil wir ihn einfach nicht so gut unter Kontrolle haben wie unsere Worte (auch die nicht immer).

Ted Conference von Amy Cuddy
Quelle: YouTube
Außerdem wirken sich unsere Gefühle und Gedanken auf unsere Körperhaltung aus. Logisch. Was aber finde ich wirklich spannend ist, dass der Einfluss zwischen Gefühlen und Körpersprache auch umgekehrt läuft. Sprich, wenn wir bewusst eine Haltung im »Hochstatus« annehmen, können wir damit unser Gefühl, unsere Laune und natürlich damit unsere Ausstrahlung auf andere positiv beeinflussen.

 
Wem das jetzt zu trocken und zu theoretisch klingt, den kann ich erstens gut verstehen und der möge sich zweitens anhören, was Amy Cuddy dazu zu sagen hat: Your body language shapes who you are. Großartig. Und sehr interessant!

Ruth
Die Champagnerwitwen Montag 2014-12-29

Gott sei Dank gab und gibt es sie allerortens, starke Frauen, die was weiterbringen. Unter den »veuves«, den Witwen, ist Madame Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin sicherlich die bekannteste. La Veuve Clicquot. Ihr sagt man nach, die Entdeckerin der Flaschendrehung bei der Champagner-Herstellung gewesen zu sein.

1805 übernahm sie als 27-Jährige das Unternehmen ihres verstorbenen Mannes, im damaligen Frankreich übrigens die einzige Möglichkeit für Frauen, unternehmerisch tätig

zu werden. Als Witwe. Jeder anderen weiblichen Bürgerin war das untersagt. Genauso wie ein eigenes Bankkonto zu haben. Die guten alten Zeiten?

Wie auch immer, Madame stürzte sich in ein ihr bislang unbekanntes Metier, führte elegantere Flaschen ein, schuf die ersten Flaschen-Etiketten, erfand den Rosé-Champagner und schaffte es 1814 als erste, eine Schiffsladung Champagner an den Zarenhof in Petersburg zu schicken. Und legte damit den Grundstein für den ganz großen Erfolg.

La »grande Dame de la Champagne« war die erste in einer Reihe von erfolgreichen Witwen im französischen Schaumweinbusiness. Louise Pommery übernahm 1860 in Reims das Erbe ihres Mannes, Mathilde Emilie Perrier kam 1887 ans Ruder des Hauses, nachdem ihr Mann verstorben war. Allen drei Frauen gelang es, ihre Häuser groß zu machen.

Dass auch heute noch erfolgreiche Frauen in Reims, Epernay & Co das Sagen haben, versteht sich von selbst. Und nicht nur in den großen Häusern, sondern auch in kleinen und feinen. Und es sind nicht nur Witwen. Das hat sich über die Jahrhunderte Gott sei Dank geändert.

Quelle: Der Standard, 27./28. Dezember 2014, Seite 3

Ruth

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