weißer Spargelbund

Bassena - unser Blog

Aus der Tageszeitung "Der Standard" vom 2. Feb. 2011 Donnerstag 2011-02-03
Der folgende Text ist eine wortwörtliche Wiedergabe aus dem Einserkastel vom gestrigen Standard (2. Februar 2011). Im Normallfall tratschen wir hier mit unseren eigenen Worten. Eh klar. Der kleine Text von Gudrun Harrer verdient eine Ausnahme. Finde ich. Äußerst treffend, mir aus der Seele gesprochen und höchst unterhaltsam auf hohem Niveau.
Schnitzl mit Zitrone

Schnitz'l
01. Februar 2011

Unlängst stand ich tief erschüttert vor einem Restaurationsbetrieb

Bei der Besichtigung des halb wiederhergestellten Wiener Westbahnhofs stand ich unlängst tief erschüttert vor einem Restaurationsbetrieb, nicht nur wegen der kulinarischen Verfallserscheinungen, die uns allerorten umgeben, sondern wegen der grassierenden sprachlichen, in dem Fall orthografischen, wenn man das so nennen kann, Idiotie in diesem Land.

Also, dieses Lokal heißt "Schnitz'l-Land". Der hyperkorrekte Apostroph ist schon spaßig genug, aber so richtig schräg wird es erst, wenn man diese Schreibweise anhand der Speisekarte durchdekliniert. Auf der stehen nämlich auch der Apfelstrudel und die Preiselbeeren (kann mich jetzt nicht erinnern, ob die zum Schnitz'l gehören), für die ich die gleichen idiotografischen Rechte einfordere, wie fürs Schnitz'l: also Apf'lstrud'l und Preis'lbeeren (auch -beer'n wäre übrigens denkbar). Ein Ausreißer auf der Karte ist das Hendl, bei dem man den Weg des geringsten Widerstands zwischen Hendel und Hend'l wählte. Glückliches Vieh.

Gerne nimmt der mit der Bahn verreisende Mensch auch die angebotene Schnitz'lsemmel (mit der er dann im Zug die anderen Gäste anstinken kann). Abgesehen davon, dass es Schnitz'lsemm'l heißen müsste, ist nicht einzusehen, dass diese im Schnitz'l-Land und nicht im Schnitz'lland verkauft wird. Aber die Väter der 'lsemmel haben bei 'lland die Nerven weggehaut, was verständlich, aber auch irgendwie schade ist. (Gudrun Harrer, DER STANDARD Printausgabe, 2.2.2011)

Hier geht's zum Online-Original

Ruth

WENN DER PETZ ZUM WEIN KOCHT Mittwoch 2011-02-02

Auch das gehört zu unserer Arbeit. Hin und wieder einmal einen Abend opfern, um Weine, die man nicht kennt, zu trinken, und Speisen, von denen man vorher schon weiß, dass sie munden werden, begleitend zu sich zu nehmen.

So begab ich mich am Montag Abend wieder einmal aufs Badeschiff ins Restaurant Holy-Moly!. Chateau Montus und Schwesterbetrieb Chateau Bouscassé waren in Person von Önologe und Exportleiter Karl-Frédéric Reuter zu Gast.

 Chateau Montus 2007 Etikett

Alain Brumont, Besitzer beider Weingüter, sei Dank, die Rebsorten des Madiran in Südwestfrankreich, die da wären Tannat, Petit Courbu, Gros und Petit Mansen, sind mittlerweile auch außerhalb der Grande Nation ein Begriff.

Die beiden Weine, die mir von diesem Abend am deutlichsten in Erinnerung geblieben sind, ganz einfach deshalb, weil sie mir am besten geschmeckt haben, waren der Chateau Montus, Pacherenc sec 2007 und, selbes Chateau, der La Tyre 2002. Der weiße kraftvoll und elegant zugleich, die Holztöne gerade recht, leicht gereift, für mich in der Blüte seiner Jahre. Der rote ein Kraftlackel mit Komplexität, wenn's so was wie "wuchtig mit Finesse" gibt, dann passt das genau auf ihn.

Dass die gereichten Gerichte aus der Kombüse ein Gedicht waren, braucht nicht erwähnt werden, nichts anderes hab ich erwartet. Ein intensiver Arbeitsabend.

Hier geht's ins Madiran.

Und hier aufs Badeschiff.

Ruth

Irisch-österreichische Freundschaft Dienstag 2011-01-25

"Gastropub refers to a bar and restaurant that serves high-end beer and food." Frei nach Wikipedia. What a shame. Seit bald einem Jahr gibt's Charlie P's Dining Room und ich war bis heute 17 Uhr noch nicht dort. Das dazugehörige Pub gibt's schon viel länger, noch mehr shame. Ich seh's positiv, es gibt immer was zu entdecken.

Teller mit Fleisch im Charlie P's
© Charlie P's

Was in London seit Jahren funktioniert, hat also auch in Wien seine Entsprechung gefunden. Und wir dürfen uns freuen. Gastropub auf höchstem Niveau. Brian Patton erzählt enthusiastisch von London, The Eagle Pub in Clerkenwell war 1991 das erste dieser Art. Feines, qualitativ hochwertiges Essen, ausgewählte Biere, erlesene Weine. Und das alles im Pub. 

Die Karte im Charlie P's Dining Room macht mir jedenfalls trotz ausgiebigstem Mittagessen um 14 Uhr schon drei Stunden später Lust aufs Abendessen. Calamari in Crispy Sesame Breadcrumbs with a Winter Salad and an Asian Style Aioli. Irish Style Pigs Head Terrine with Crispy Ears, Fried Sage Leaves and a Caper Mayonnaise. Slow Roasted Wild Boar with Crispy Crackling, Mustard Mash, Turnip and Carrots, Apple Sauce and Pork Gravy. Ein kleiner Auszug aus der Karte. Zum Abschluss Käse. Zweimal irisch, Cashel blue, exzellenter Blauschimmel, und Coolaea, quasi ein gereifter Gouda. Dann ein englischer Vertreter, ein Montgomery Cheddar. (Sollte die Schreibweise nicht korrekt sein, man möge mir verzeihen).

Hab ich schon erwähnt, dass Brian ein echter Freak ist? Zum Wohle seiner Gäste. Alles von ausgewählten Lieferanten, alles frisch, das Brot wird selber gebacken, der Käse selber importiert.

Ach ja, die „einfache“ Pub-Karte spielt selbstredend auch alle Stückeln.

Zum Gustieren.

 

Ruth

Nie ohne Grund Freitag 2011-01-21

So ähnlich wie am Bild muss man sich den Abend vorstellen. Bloß die Tracht war eine andere. Weniger opulent und ausladend. Weniger einladend. Wozu auch, waren wir ja unter uns. Ohne Testosteron und voller Histamin. Letzteres kam nicht von ungefähr.

Als Aperitif die Hausmarke, der Champagner für alle Fälle, Pol Roger Brut Réserve. Gefolgt vom Lieblingsfranciacorta von der einen: An-Maria Clementi DOCG 2003, Ca'del Bosco. Den würde man nicht von der Tischkante stoßen!

Charles Ellner Cuvée de Réserve Brut

Chardonnay, Pinot Bianco und Pinot Nero haben ihn zu dem gemacht, was er ist. Seine leichten Reifetöne lassen an die ergrauten Schläfen gewisser Männer denken. Weiblicher zumindest am Etikett der Champagne-Eigenimport der anderen, Charles Ellner Cuvée de Réserve Brut aus Epernay. Und er hat alles, was man braucht. Frischer kräftiger Körper, zarte rauchige Aromen, Finesse und Stil, zum alleine Genießen oder als Begleiter.

Doch man lebt nicht nur von Champagner alleine. Als Zwischengang ein Riesling, Alte Reben Heiligenstein 1995 vom Bründlmayer. Hier an diesem Abend hatte er es ein wenig schwer. Zwei Tage später genossen und nur mit mir allein, hatte er bessere Karten. Feines Petrol, aber auch viel reife Marille, noch recht kräftiger Körper und lang. Ein knackiger Alter!

Und warum das Ganze? Die Feier galt uns ganz alleine. Grund genug für beste Tropfen, feine Speisen. Letztere waren gecatert. Aber das ist eine andere Geschichte.

syl

BÖSE, BÖSE Montag 2011-01-17

Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder. So ähnliche Ansichten herrschen auch weitgehend in der Weinwelt. Wer mit dem edlen Tropfen zu tun hat, muss doch ein Guter sein. Doch leider, in Kombination mit viel Kohle dann schon wieder nicht.

Person in Anzug mit Handschellen 

Wie der Decanter vermeldet, muss Benedict Moruthoane, ehemaliger Direktor einer Wein-Investment-Firma, wegen Betrugs 7,5 Jahre hinter Gitter.

Als Direktor von International Wine Commodities Ltd. sowie Gründer von Templar Vintners Ltd. nahm er einige Hunderttausend Pfund von willigen Weininvestoren entgegen, erwarb dafür aber angeblich keine einzige Flasche Wein.

Wer also wirklich viel Kohle für Wein hat, sollte in einen guten Keller investieren und persönlich dafür sorgen, dass der Stoff geliefert wird.

Der Link zum Decanter

Ruth   
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