Ein letzte Traube vor einem herbstlichen Weingarten

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EIN ABSTECHER INS FRIAUL Mittwoch 2010-12-01

Für uns Ostösterreicher ist die Weinregion Friaul-Julisch Venetien ja relativ kommod zu erreichen. Ein paar Autostunden und schon sind wir da. Zumindest verglichen mit der Toskana oder dem Piemont quasi ein Katzensprung.

Gestern war's noch ein bisschen einfacher. Da kamen über 40 Winzer und Winzerinnen mit ihren Weinen von dort nach Wien. Ins Palais Coburg. Hier nun zwei spezielle Eindrücke aus einem Tasting, das ausschließlich zwei Rebsorten am Programm hatte: Friulano und Sauvignon Blanc. Herzenswein der Friulaner (neben dem Ribolla gialla), ein klassisches regionales Produkt der eine. Internationale Berühmtheit der andere.

Nummer eins, Friulano 2009, Tenute Tomasella. Ein Betrieb mit 30 Hekter Weingärten, 23 davon im Veneto, sieben im Friaul, in der Region DOC Friuli Grave.

Friulano 2009 von Tenute Tomasella
2009 Sauvignon Ronco delle Melle von Venica & Venica

Elegant und duftig auf den ersten Riecher. Hier ist kein aufdringlicher Bursche sondern ein eleganter Ritter im Glas. Feine Mandelnoten (typisch für die Rebsorte!), kleine gelbe Birne, schön mineralisch. Sehr fein auch am Gaumen, dezente Marzipanaromen, die Säure gerade recht. Ein edler Begleiter für einen angenehmen Abend.

Ganz anders dann der 2009 Sauvignon "Ronco delle Mele" von Venica & Venica. Ein Kult-Sauvignon, sehr begehrt. Elegant auch er, doch höher im Alkohol, neben würzigen Aromen kräftige exotische Noten. Der Wein vereint Frische, Mineralität, Frucht, ist ausdrucksstark und mit langem Finish. Hoch die Gläser!

Ein Schlaglicht auf eine tolle Weinregion. Frau Petz, sollten wir da einmal hin?

Ruth

Klasse und Masse - BACK TO RED bei Hofer Samstag 2010-11-27
Hans Schwarz macht Weine abseits vom Mainstream. Das ist allseits bekannt. Sei es Schwarz-Rot, Schwarz- Weiß oder seien es die Weine seiner Velich-Kooperation Pantha rhei.
Hans Schwarz vor seinen Weinen
©Falstaff/Schindlmaißer

Der Mann mit den großen Händen und dem großen Herzen schafft aus seinen Trauben Weine mit großer Finesse und Vielschichtigkeit. Nun ging er mit seinem Angebot in die Breite. «BACK TO RED» nennt sich der Blaufränker 2009, der seit Oktober in allen Hofer-Filialen steht und einer Kooperation mit mehreren Winzerfamilien aus dem Wulatal in der Region Neusiedlersee-Hügelland entspringt. Jede Flasche des Weines ist bis zu ihrem Ursprung im Weingarten zurückverfolgbar, die beteiligten Weinbauern bearbeiten ihre Weingärten naturnah und seit Generationen. Masse mit Klasse also!

Peter Moser, Falstaff, vergibt 89 Punkte an den BACK TO TED und beschreibt ihn so: «Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarter Wasserrand. In der Nase verhalten, dunkle Fruchtnuancen, Brombeeren, Zwetschken, zarte Kräuterwürze, kandierte Orangenzesten. Am Gaumen stoffig, reife Kirschenfrucht, frische Säurestruktur, reife Zwetschken im Abgang, ausgewogen, ein facettenreicher Speisenbegleiter.»
€ 4,99

Der Hofer war's!

Quelle: Falstaff, 08/2010, S. 61
syl
GENUSS-HERZ, WAS WILLST DU MEHR? Montag 2010-11-22

Mit Gmunden und der Gastronomie ist das so eine Sache. Da gibt es die Abteilung edel und dementsprechend teuer. Wie zum Beispiel das Restaurant im Schlosshotel Freisitz-Roith. Dann gibt es die Abteilung bodenständig und rustikal. Qualitäten sehr unterschiedlich. Dann das eine oder andere Kaffeehaus, zum Teil auch sehr erfreulich.

Tamara und Ricki Staudinger in ihrem LokalOÖ Nachrichten,  © Gary Sperrer

Und dann jede Menge – man möge mir verzeihen – Pseudo-Gaststätten. Sowohl Restaurants als auch Bars. Und das in einer absolut lebenswerten Stadt mit Alpenkulisse direkt am See.

Wonach sich viele sehnten: ein Lokal, authentisch, puristisch, herzlich, gemütlich, mit einer wohlüberlegten Auswahl zum Essen und Trinken. Und das gibt es nun seit September. Das „Brot & Wein". Dank Tamara (Tochter) und Ricki (Mutter) Staudinger. Ich hatte am Freitag das Vergnügen, einen Abend zu genießen wie er für mich sein soll.

Ambiente. Wie auch im Stammlokal Tanglberg in Vorchdorf ist hier alles stimmig. Das alte Gewölbe, die – gekonnt – zusammengewürfelten Möbel, die offene Küchenzeile, angenehmes Licht.

Karte. Eine kleine feine Auswahl an Broten, ein paar Käse, selbstgemachte Aufstriche, Lardo. Sehr minimalistisch, sehr konsequent, sehr delikat.

Weine. Zwei Seiten, nicht mehr und nicht weniger. Schwerpunkt Österreich, ein paar ausgewählte internationale Flaschen. Das Preise überaus kulant. So kulant, dass man auch bei der zweiten oder dritten Flasche nicht überlegen muss.

Service. Extrem herzlich und freundlich, persönlich im wahrsten Sinne des Wortes, umsichtig, unaufdringlich. Einfach zum Sitzenbleiben.

Brot & Wein
Marktplatz
4810 Gmunden

Ruth

Wein rockt in København Montag 2010-11-22

Übers Noma hätten wir ja alle schon geschrieben. Und klar, Kopenhagen bietet noch eine ganze Menge anderer großartiger Restaurants, viele von ihnen beeinflusst von René Redzepi. Aber Kopenhagen bietet auch Restaurants vom Typus Brasserie wie das Victor. Wenn man sich nicht aufs Essen konzentrieren aber trotzdem fein speisen möchte, ist man hier bestens bedient. Meeresfrüchte, Austern und Moules et frites zum Beispiel, zu denen die Kellner eine Show abziehen, dass es eine Freude ist. Vom Wein kriegt man ganz selbstverständlich Kostproben, bis man zufrieden ist. Nicht nur hier, das ist im Land so Sitte.

Die Bar im Panzón

Kellner im Panzón

 

Weiterziehen kann man zum Beispiel ins PANZÓN, wo man mit gutem Rock empfangen wird. Die Typen an der Bar dekantieren im Motörhead-T-Shirt. Wine fucking down to earth! Das Angebot ist ein leistbarer Abstecher in alle wichtigen Weinländer der Welt, zu denen ganz selbstverständlich auch Österreich gehört. Ein größerer Fokus liegt auf Spanien, die abgebotenen Speisen deshalb Tapas und kleine dänische Tagesgerichte. Auch die Weinbeschreibungen lesen sich vollkommen unabgehoben in eigenem Slang und vollkommen unübersetzbar. Auf allen Tischen halbvolle Weinflaschen, und die leeren bleiben stehen, damit man zufrieden auf sein Werk blicken kann. Glasweise geht auch, Bier ebenfalls und auch hier zeigt man sich aufgeschlossen gegenüber Importen aus Spanien, Belgien, Holland und den USA.

Das Panzón ist Teil einer kleinen Kette, alle Lokale tragen unterschiedliche Namen und hier finden sie sich: www.loveoffoodnwine.dk Für alle, die Spaß an Wein haben und diesen unter ihresgleichen genießen möchten.

Auffällig: Überall, aber wirklich überall in Kopenhagen gibt's Wein aus Österreich und Deutschland. Sei's in den Weinbars, sei's in Restaurants oder eben im Panzón. Die Saat ist aufgegangen.

www.cafevictor.dk
www.panzon.dk
syl

Welcome Fleischhaker-Hotels! Freitag 2010-11-19

Wenn die Chemie stimmt, ist das eine feine Sache. Insbesondere dann, wenn sie es zwischen beruflich verbundenen Menschen tut. Wie in diesem besonderen Fall. Petra & Klaus Fleischhaker, Hoteldirektorin Stefanie Fleischhaker und Direktor Conrad Schröpel sind Genussmenschen, lassen ihre Freude am Guten und Schönen ihren Gästen zuteil werden und freuen sich, wenn diese rundum glücklich und zufrieden sind. Für sie aktiv zu werden, ist deshalb besonders schön. So wie für ihre beiden Viersterne-Häuser: das Hotel Rathaus Wein & Design in Wien Josefstadt und die Rosenvilla in Salzburg.

Petra und Klaus Fleischhaker

Wer jemals dort genächtigt hat, weiß es. Es sind beides kleine Hotels mit individuell und wirklich gutem Geschmack ausgestatteten Zimmern. Tepppichböden und gemusterte Vorhänge haben hier nichts verloren. Persönliche Führung ist das Um- und Auf der Häuser, die in bester Erinnerung bleiben, weil sie mehr bieten als die übrigen Standards.

Das umfassende Weinangebot auf den Zimmern mit den entsprechenden Accessoires im Rathaus Wein & Design etwa und das breite Sortiment an österreichischen Weinen in dessen Bar, die allen Weinliebhabern offensteht. Beide Häuse bieten zudem ein Frühstück mit einem derart vielfältigen Angebot, dass man die Frühstücksköche mancher Fünfsternehäuser hier in die Schule schicken möchte. Frühstücksmuffel haben hier keine Chance, wie man aus eigener Erfahrung berichten kann.

www.hotel-rathaus-wien.at
www.rosenvilla.com
syl

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