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Wer braucht'n des? Freitag 2010-10-01

Die vieldiskutierte österreichische Frauenquote. Rauf und runter und querdurch und von lechts und rinks. Und ohne Ergebnis.

Aber der Blick nach Norwegen beweist's. So blöd ist die gar nicht, die Frauenquote. Und hurra, sie leben noch!

Illustration einer Frau beim Schieben eines Mannes im Rollstuhl
Anteil der deutschen Absolventinnen in den Wirtschaftswissenschaften
 49,4 %
Anteil weiblicher Führungskräfte in Deutschland gesamt
27 %


Anteil weiblicher Vorstände in den Top-100-Unternehmen
unter 1 %
Anteil weiblicher Aufsichtsräte in Norwegen vor Einführung einer Frauenquote (2005)
17,8 %
Anteil weiblicher Aufsichtsräte in Norwegen heute
40 %

Übrigens: Gegenüber Männern arbeiten Österreichs Frauen statistisch betrachtet seit dem 29. September, dem sogenannten Equal Pay Day, gratis. Besonders früh könnten sich die Vorarlbergerinnen zurücklehnen: Dort ist nämlich schon am 2. September Schluss mit gleichwertiger Bezahlung.

Im EU-Vergleich bildet Österreich bei der Einkommensschere beinah das Schlusslicht: Nur Estland hat noch größere Differenzen bei den Gehältern.

Quellen: brandeins, heft 10/2010, S. 10
www.derstandard.at
syl

ENDLICH WIEDER EIN R Freitag 2010-10-01

Angeblich ist die Sache mit dem R im Monat längst überholt. Dass man dem Austern-Genuss also nur in der Zeit von September bis April huldigen soll.

Doch die Annahme hält sich eisern. Sie kommt angeblich nicht daher, dass die Hedonisten der früheren Jahrhunderte vor während des Transports nicht-gekühlten Meeresfrüchten Angst hatten.

Austern auf einem Teller

Nein, die Herren – und Damen – der Juristerei waren schuld. Die Gesetzgebung in Frankreich, England und USA untersagte bereits im 18. Jahrhundert den Austernfang in den Monaten ohne R. Schon damals kämpfte man mit rapide schwindenen Austernbeständen auf Grund der rücksichtslosen Überfischung. Die Hoffnung war, dass die Austernbestände sich in den warmen Laichmonaten wieder erholen würden.

Auch ein Grund, warum noch heute viele die Monate ohne R austernspezifisch meiden, ist das milchige Fleisch der laichenden Austern aus wärmeren Anbaugebieten. In vielen nördlich gelegenen Kultivierungsgebieten ist es der Pazifischen Auster im Sommer aber eh oft zu kalt zum Laichen. Diese Austern schmecken also sommers wie winters.

Wie auch immer, das soll hier keine wissenschaftliche Abhandlung werden sondern ein Plädoyer für den rohen Genuss. Und ich hab im ersten R-Monat schon zugeschlagen. Im Theatercafe. Drei Stück „fine de claire“, très köstlich, siehe Foto vor Ort.

Für alle, die es genauer wissen möchten: ein R-Monate-Beitrag auf www.austern.com

Ruth

Wir wollen Romance! Mittwoch 2010-09-29

Am Teller! Sonst auch, versteht sich. Wo auch immer und so oft wie immer. Aber hier geht's um die kulinarische Leibeslust. Laut des «European Food Trends Reports» des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI), Zürich, finden sich die Ernährungsmärkte nämlich in einem rasanten Umbruch.

Ein Paar in der Badewann von oben mit Kerzen

Und man geht der Frage nach, wie das verloren gegangene Vertrauen der Konsumenten zurückgewonnen werden kann. Denn immer neuen Angeboten steht wachsendes Misstrauen der Konsumenten gegenüber, die eine immer größere Sehnsuch nach Einfachheit und Echtheit entwickeln. Die Leute wollen mehr «Romance», die Industrie hingegen produziert «Science». Und die Leute wollen «korrektes» Essen, forden nicht nur von sich selbst sondern auch vom Produzenten Konsequenz. Nur wer die «schlechten» Produkte streicht, bleibt glaubwürdig.

Einzelhändler und Gastronomen sind gut beraten, gesundes, maßvolles, ethisches, nachhaltiges und lokales Essen zu fördern - sonst werden sich alternative Konzepte etablieren. Und wer kann, wird radikal.

Sicher ist: Der Konsument wird erst zufrieden sein, wenn er guten Gewissens «ja» sagen kann. So wie man jeden aus der Badewanne werfen sollte, zu dem man eben nicht reinen Gewissens «ja» sagen kann.

OTS-Aussendung vom 29. September 2010. Der «European Food Trends Report - Science versus Romance» ist zu beziehen auf der Website des Gottlieb Duttweiler Instituts unter http://gdi.ch/eftr2
syl

Mondsee mon amour Montag 2010-09-27
Gustav und Andrea Lugerbauer betreiben eine der schönsten Vinotheken des Landes. In der Herzog Odilostraße in Mondsee. Ein schmucker Ort an sich. Eine der wenigen Plätze im Salzkammergut, wo die regionstypische Tristesse aus Immobiliengier und Restaurant- schließungen noch Eintrittsverbot hat. Lugerbauers Laden erzählt eine Geschichte.  Bild des Mondes, der in den See eintunkt

Reisen, Weinverkostungen da und dort, vergangener und vergänglicher Ruhm als einer der besten Küchenchefs des Landes. Schade. Man bekommt hier nicht nur Weine aus aller Welt und das ziemlich preiswert, Grappas, Gewürze auch, verschiedene nützliche Utensilien zum Kochen und Trinken. Es gibt auch eine kleine Vitrine, in der kenntnisreich ausgewählte Produkte von den Almen Österreichs und Frankreichs und aus den Tiefen des nahen Sees feil geboten werden. Reinanken, Saiblinge - Saiblinge! Der Mondseesaibling war schon Eckart Witzigmann der Feinste.

Lugerbauer erzählt, dass er einmal im Jahr nach Mondsee pilgerte und den in Butter gebratenen Saibling wie ein Chirurg voller Andacht ratzeputz verspeiste. Mache ich auch gerne. Andrea Lugerbauer ist jetzt die Chefin in einer kombüsenkleinen Küche. Der Saibling, den sie brät, kommt in meiner Erinnerung dem Saibling im Weißen Kreuz absolut gleich. Den Paradeisersalat würzt sie nur mit Schnittlauch. Keine Zwiebel und deshalb delikat. Als kleines Zwischengericht schiebt Andrea Lugerbauer einen Schweinsbraten mit Fleischknödel ein. Wir stehen vor dem Wahnsinn am einzigen Tisch des Restaurants, der mit Spitzen gedeckt ist, so gut ist das Krustel, das irgendwie vollkommen aufgeblasen ist, gleichzeitig staubtrocken und wie eine Mehlspeise in sich einstürzt, wenn man draufbeisst. Bratenkrustel, Saibling in Butter und danach der endgültige Pfirsichschmarrn, Karamell und Kaiseraromen pur.

Was es vorher gab, verschweige ich, ich will nämlich nicht, dass Sie wieder einmal der Neid frisst, Sie armer Leser, Sie bedauernswerte Leserin dieses Blogs. Wobei: der Lugerbauer und die Lugerbauerin haben auch für Sie geöffnet. Samstag mittags zum Beispiel, wenn es köstlichen warmen Leberkäse gibt und Tout Mondsee sich hier ein Stelldichein gibt.

Wein & Mehr
Herzog-Odilo-Straße 12, 5310 Mondsee, Tel. +43 (664) 4057142

Herr Rabl
Mehr von ihm auf www.fooodie.net

Keine Weinkarte.

Alexander Rabl  01.10.2010 14:37

Ist ja eigentlich eine Vinothek, in der kleine Gerichte serviert werden. Die Weinauswahl ist recht gekonnt, die Preise sind fair. Ich war gestern wieder dort und hatte einen Alzinger Riesling Smaragd 2007 und das war nicht der einzige Wein, der gut war.

Weinkarte

Ruth  30.09.2010 09:01

Da werd ich doch einmal beim Herrn Rabl anfragen.

Mondsee ist nicht weit

Julia Sevenich  29.09.2010 17:57

Das ist sicher ein Ausflug wert! Was erwartet mich bei die Weinkarte?

Olles für die Fisch an der Adria Wien Freitag 2010-09-24

„Olles für die Fisch oder Gib Butter bei die Fische!?” nennt sich eigenwillig das etwas andere Volxfest an der Adria Wien.

Das alternative Oktoberfest, das mit dem Münchner Original ungefähr soviel zu tun hat wie

Die Adria Wien von der Seite

Kardinal Ratzinger (a.k.a. Papst Benedict XVI.) mit der sizilianischen Mafia bietet von 1. bis 10. Oktober ein Potpourri an Programmpunkten:

Lesungen von Dirk Stermann, eine Schlingensief-Doku, 20 Jahre deutsche Einheit und das Schwelgen in Erinnerungen vor und nach der Wende. Weiters prägt die größte Migrantengruppe des Landes, die Piefke Connection Austria, die Veranstaltungsreihe, die sich selbstverständlich nebst Fußball EM Quali Public Viewing auch der Wien-Wahl am 10. Oktober widmet.

Im PDF-Anhang das genaue Programm von 1. bis 10. Oktober 2010.
Adria Wien
am Donaukanal bei der Salztorbrücke. www.adriawien.at

syl

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