Eine halbe Wassermelone auf einer türkis durchscheinenden Luftmatratze am Wasser

Bassena - unser Blog

WIE KRANK IST DAS? ESSEN OHNE SCHMECKEN. Donnerstag 2010-05-06
Aus gegebenem Anlass (schlechtes Wetter, ansteckende Krankheiten) widmen wir uns der Krankenkost. Die Krankheit ist, wie wir ja wissen, der schlimmste Feind der Gesundheit. Für den essenden und trinkenden, also schmeckenden Menschen ist schon eine kräftige Erkältung mit ihren Wirkungen auf Rachen, Gaumen und Nase ein Armageddon.
zerknülltes Taschentuch

Er liegt im Bett und fieberträumt davon, dass das Fieber runtergeht. Ist das Fieber unten, träumt er von einem Essen, das schmeckt. Das ihm schmeckt. Denn der erkältete Mensch ist auf die primitiven Geschmackspapillen seines Gaumens angewiesen. Nix ist mit den Geruchszellen der Nase, die ihn erst zwischen Wein und Wasser entscheiden lassen. Er ist kein Feinschmecker mehr, er ist ein Keinschmecker.

Aber irgendwas muss ja rein in den Magen, wenn der Hunger hat. Was empfiehlt sich in der Krise? Zum Beispiel, wenn fast nichts mehr geht, Toast mit Butter. Der Toast gibt Geruchsblinden ein beruhigend warmes Gefühl im Mund. Knusprig ist er auch. Und wenn man ihn lange beißt, wird er süß. Die Butter braucht es wegen des Umamis. (Ich bevorzuge Bauernbutter, unpasteurisiert, falls gerade nicht vorhanden: bretonische mit oder ohne Salz. Und Sie?). Ein Ei dazu wäre schon Verschwendung.

Hatschi, sagt der Kranke und nicht Prost. Und nimmt ein heißes Gemisch aus Zitrone, scharfem Ingwer, Honig und Wasser zu sich. Es hilft über diese und andere Schwächen des Tages. Beim Honig, so hörte ich beim Gemüsehändler, sagt man, es sei wichtig, einen aus der Region zu nehmen (Radiusgrenze 80 Kilometer). Krank und bedürftig ersteht der Kranke im anhaltenden Fieberwahn den besten und teuersten Arkazienhonig, den der Gemüsemann im Angebots führt. Ein Catering wäre schön.

Eine der köstlichen Suppen vom Ramien in der Gumpendorferstraße wahrscheinlich lebensverlängernd. Aber das Ramien ist weit weg. Und dann denkt er an die vielen Geschichten von Leuten, die durch eine harmlose Erkältung ihre Riechzellen einbüßten. Diese Leute müssen nur noch mit den Geruchs- und Geschmackseindrücken der Vergangenheit leben. Kein gutes Leben. Kehrt dann (aus Erfahrung weiß man, dass es so ist) der Geruch des Kranken zurück, kommt die Ernüchterung. So gut, wie man es sich die letzten Tage erträumt hat, schmeckt Essen ja eigentlich gar nicht. Vor allem, wenn man mit dem, was an Vorräten im Kühlschrank gerade ist, selber kocht.

Herr Rabl

vetternwirtschaft

Aufstoss  10.05.2010 10:07

herr rabl,
so lasset uns gesunden in dieser kranken essenswelt.
madame reich,
schade nur, dass man sich die verwandtschaft nicht aussuchen kann.

Geschmacksnerven

Madam Reich  08.05.2010 14:10

Sehr verehrter Herr Rabl, ein Gentleman genießt und schweigt, und falls es nichts zu genießen und schmecken gibt: eben doch schweigend auf den Sandwich-Inseln verhungern ;-)

Verehrte Madame Reich, vielen vielen Dank für die Tipps. Aber ...

Herr Rabl  06.05.2010 13:32

... was passiert, wenn ich jetzt beim Namensvettern bestelle und in dem Moment, wo das Essen kommt, die eingefrorenen Riechzellen wieder auftauen?

Für den Notfall, nur für den Notfall

Madam Reich  06.05.2010 12:00

Da sich die Geschmacksnerven eh absentiert haben, hab ich mir erlaubt, in Ihrer Umgebung was zu suchen. Z.B. "Kalt, warm, süß" - das Catering von Krötzl, Walter & Sohn und gleich um die Ecke in Perchtoldsdorf den Namensvetter "Alexander, das Restaurant". Nur für den Notfall, falls eben im Kühlschrank gar nichts mehr sein sollte. Ihnen gute Besserung wünschend, Herr Rabl!

KULT-ZWEIGELT VOM VULKAN Mittwoch 2010-04-28

Nein, hier ist nicht die Rede vom Asche speienden Vulkan, der den Flugverkehr lahm legte. Sondern um einen Kult-Wein, der auf Vulkanböden gedeiht. Und das seit 22 Jahren. Vom Olivin.

Zwischen dem Zeitpunkt, an dem Georg Winkler-Hermaden nach Lehr- und Wanderjahren aufs elterliche Weingut zurückkehrte, und der ersten „Olivin-Ernte“ 1988 vergingen elf Jahre. Die Trauben stammen seit damals von den besten Lagen des Weinguts, und die Eichen für die Holzfässer (traditionell in der Gegend 300 Liter) wachsen auf den gleichen Böden, im gleichen Klima. Konsequent.

15 Jahrgänge hieß es auf Einladung vom Wiener Sommelierverein am Montag im Palais Coburg zu verkosten. Ein spannendes, lehrreiches und selbstredend genussvolles Vergnügen. Gestartet wird mit dem Original, dem 1988er. Laut Winzer ein mittelmäßiger Jahrgang. Aber ein Anfang. Über 1989, 1991 und 1993 geht's zum Jahrgang 1995. Einer der Favoriten der Autorin. Elegant in der Nase, Kirschtöne, aber auch Kräuter und Schokolade. Am Gaumen vielschichtig, auch hier elegant und fein, trotzdem mit Druck, schöner langer Abgang. Trinkfreude nach 15 Jahren.

Flasche Olivin von Winkler Hermaden 

Erwähnenswert, wie ich finde, auch 1998. Aufgrund des Jahrganges kein großer Wein, aber einer, der wunderbar angenehm zu trinken ist, Lust auf den nächsten Schluck und richtig Spaß macht.

Dann 2000, ein Spitzen-Jahrgang, der Eleganz, Harmonie, Komplexität auf der einen und Kraft und Straffheit auf der anderen Seite vereint. Hut ab.

Schließlich noch ein Jüngling, der, so meine ich, besonders hervorgehoben werden sollte. Olivin 2007. In der Nase Weichsel und Vanille, das Bouquet schmeichelt. Und trotz seiner Jugend ist der Wein auch am Gaumen schon weich und rund, mit ausgeprägter Frucht, der Alkohol gut eingebunden. Schöne Aussichten.

Zum Weingut der Familie Winkler-Hermaden
Der Wiener Sommelierverein

Ruth

PS: Angeblich war Margot Winkler-Hermaden zu einem großen Teil „schuld“, dass es den Olivin gibt. Vielen Dank!

havel-&-petz-Lieblingsrestaurant NOMA bestes Restaurant der Welt Mittwoch 2010-04-28

Das hätten wir ihnen gleich sagen können, dass René Redzepis Restaurant NOMA besser ist als alle anderen. Aber sie wollten es nicht anders und mussten sich erst langwierig zusammensetzen und beratschlagen, die Leute von San Pellegrinos „The World's 50 Best Restaurants Academy”.

Der fesche Koch hat El Bulli und Fat Duck auf die Plätze verwiesen. Was uns sehr freut für den sympathischen kompromisslosen Herrn.

Das Restaurent Noma liegt direkt am Wasser, wunderschön in einem alten Speicher am Kopenhagener Kai.

René Redzepis

Servieren tun die Köche, und was sie so servieren, kann man hier nachlesen: unsere Eindrücke aus dem Sommer. So wie es aussieht, werden diese demnächst aufgefrischt. Die Freude darob ist groß.

Noch etwas: Das Restaurant Steirereck im Stadtpark hat erneut aufgeholt und rangiert in der Liste der weltbesten Restaurants nun auf Platz 21. Großartig, wir sind stolz auf die Reitbauers! Und Österreich erhebt das Restaurant zu UNSEREM Steirereck!

noma

Strandgade 93, 1401 Copenhagen, Dänemark
Tel: +45 3296 3297
E-Mail: noma@noma.dk
www.noma.dk

syl

FEINE STANGEN Dienstag 2010-04-27

Ja, ich gehöre auch zu den Konsumentinnen, die am liebsten regional einkaufen. Und saisonal. Und bio. Alles in Kombination, ideal. Heute haben bio und „so gut wie-saisonal“ mich übermannt. Beim ersten selbst erstandenen Spargel der Saison. Aus Ungarn. Also nicht ganz regional.

Derart appetitlich und attraktiv angeboten, direkt in der Einfallsschneise beim Eingang. Unübersehbar. Und ich hab reagiert, wie sich das die Filialleitung so gewünscht hat. Ich habe gekauft.

weisser Spargel 

Die Entscheidung war nicht einfach, fiel aber dann auf weiß, ganz klassisch. Schon das Vorbereiten war eine Freude. Endlich wieder Spargel, endlich wieder der typische Geruch, endlich wieder die feine Haptik. So empfinde ich das.

Die Zubereitung dann puristisch. Mit Olivenöl, frischem Pfeffer und Parmesan, Erdäpfel. Magen, was willst du mehr?

Grün kommt morgen.

Ruth

Es kann nur einen geben - San Pellegrino ehrt Witzigmann fürs Lebenswerk Sonntag 2010-04-25

Eckart Witzigmann, Koch des Jahrhunderts, war für seine Schüler Wegbereiter und Mentor. Letzteres ist er noch immer. Und wenn er ruft, kommen alle.

Bunt herausgegriffen Hans Haas, Jörg Wörther, Joachim Gradwohl, Bobby Bräuer, Christian Petz, Roland Trettl, Wolfgang Pade, ...

Eckart Witzigmann mit Kollegen

Sein Restaurant Aubergine zählte zu den besten Häusern Europas und war eines der ersten außerhalb Frankreichs, an das drei Michelin-Sterne vergeben wurden. Aus diesen Gründen und wegen seines soziales Engagements wurde Kochlegende Eckart Witzigmann von San Pellegrino und „The World's 50 Best Restaurants Academy” für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Köche, die bislang diesen Preis in Empfang nehmen durften, waren unter anderem Paul Bocuse, Joël Robuchon, Gualtiero Marchesi, Albert und Michel Roux sowie Alice Waters. Mit seinem sozialen Engagement im Rahmen der Gruppe „Spitzenköche für Afrika” sammelte Eckart Witzigmann in den vergangenen beiden Jahren mehr als eine halbe Million Euro. Nicht zuletzt auch deshalb habe er diese Auszeichnung mehr als verdient, hieß es in der San-Pellegrino-Aussendung.

syl

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