Ein letzte Traube vor einem herbstlichen Weingarten

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KIM JONG-IL kauft den Gesamtbestand von Les Forts de Latour 2009, Zweitwein von Latour - ein Aprilscherz? Donnerstag 2010-04-01

Wir gehen jetzt einmal davon aus, dass sich der seriöse Decanter heute einen Aprilscherz erlaubt. Aber, was weiß eine Fremde?

Also geht die Mär. Nordkoreas Diktator Kim Jong-Il, hardcore Kommunist, habe den Gesamt-bestand von Chateau Latours Zweitwein Les Forts de Latour 2009 aufgekauft.

Kim Jong-Il in Unterhose

Sein Team sei zuvor zur En-Primeur-Verkostung nach Bordeaux entsandt worden. Heute morgen sei angeblich von der staatlichen Korean Central News Agency (KCNA) die Meldung rausgegangen, dass der Präsident von den begeisterten Meinungen über die klare Frucht und Balance des Weines so angetan war, dass er ihn in Bausch und Bogen gekauft und zum offiziellen Wein seiner Staatsbankette gekürt habe.

Der genaue Betrag, der für den Wein bezahlt wurde, sei nicht kolportiert, soll aber mehr als 100 € ausmachen. Ungefähr soviel wie für das erste Gewächs des Hauses. In Summe werden auf Chateau Latour gemeinsam mit dem Drittwein unter dem einfachen Label Pauillac 360.000 Flaschen abgefüllt. Die Menge des Les Forts beträgt ungefähr 50 % des Latour. Der kleine Pauillac soll im Westen nun die Rolle des Les Fort übernehmen.

Laut Decanter sei schon seit langem bekannt, dass Latour auf den asiatischen Markt dränge, um dort dem Konkurrenten Lafite-Rotschild Paroli zu bieten. Dessen Zweitwein Carruades de Lafite erziele in China ebenfalls den Preis eines gestandenen Ersten Gewächses. Ein personalisiertes Etikett für den Les Forts soll von Kim übrigens auch schon in Auftrag gegeben worden sein.

Das alles kann doch nur ein Scherz sein!

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UND ES IST EIN SCHERZ, gerade kam die Meldung, hier nachzulesen. Selbstverständlich mit dem Hinweis, dass noch genügend Flaschen des Les Forts zum Verkauf stünden. Was diese Werbung das Chateau wohl gekostet hat? Aber immerhin ergab sich für uns die Gelegenheit, ein Nackerpatzl abzubilden.

www.decanter.com
syl

LEICHT, MITTEL ODER SEHR SCHARF - THAI-KÜCHE IN GUMPENDORF Dienstag 2010-03-30

Die Chilischoten sind zuständig für die Schärfe. No na. Im Essen nicht zu „überschmecken“, machen sie auf der Karte klar, in welcher Liga das jeweilige Gericht spielt. havel & petz haben sich bei zwei Stück eingependelt. „Gaeng Ped Pak Ruam“ heißt unsere Lieblingsspeise, roter Curry mit Gemüse. Und wir geben zu, viel Anderes haben wir bisher nicht probiert. Unser Grätzel-Tipp fußt also quasi „auf einem Bein“.

Zwei Curry mit Gemüse der Thai Isaan Kitchen©  Thai Isaan Kitchen

Gekocht wird in der Gumpendorfer Straße 91, im Thai Isaan Kitchen. Ein unauffälliges kleines Lokal, schlicht eingerichtet, keine Schnörkel. Die Köchinnen und Köche werken direkt hinter der Theke, und das äußerst rasch und äußerst gut. 

Alle Gerichte können selbstverständlich auch mitgenommen und wo auch immer verspeist werden. Wer kurz vorher anruft, muss dann nicht warten. Die Preise sind absolut moderat. 6,90 zum Beispiel für eine wirklich großzügige Portion von unserer Zwei-Chilischoten-Sache. Und, was auffällt und gefällt, wer lediglich ein großes Glas (vielleicht sogar heißes!) Leitungswasser möchte, bekommt dieses mit einem freundlichen Lächeln ganz selbstverständlich serviert.

Thai Isaan Kitchen
Gumpendorfer Straße 91
1060 Wien
Tel. +43 (0)1 595 28 00

Ruth

Strahlende Weingärten Freitag 2010-03-26

Australiens und Frankreichs Wissenschafter analysieren radioaktive Weine und ziehen Rückschlüsse auf den Jahrgang.

Betrügereien können mittels des Radiokohlenstoffs C-14 aufgedeckt werden, fanden die australischen Kollegen heraus. Dr. Graham Jones von der Universtity of Adelaide bewies, dass der C-14-Gehalt im Wein Aufschluss darüber gibt, ob dieser tatsächlich aus dem angegebenen Jahrgang stammt.

Illustration eines Schweins mit leuchtender Glühbirne in der Hand

Denn zwischen den 1940er- und 1960er-Jahren wurde durch die damals abgehaltenen Atombombentests C-14 in die Atmosphäre abgegeben. Weitere C-14-Emissionen wurden durch Umweltkatatstrophen wie Tschernobyl verursacht. Weinreben haben das jeweilige C-14 absorbiert. Der aus ihnen produzierte Wein weist dieselben „Fingerprints" auf.

Radioaktivität wird langsam aber doch durch von fossilen Brennstoffen produziertes CO2 abgebaut. Ich hoffe, mein ehemaliger Chemie-Lehrer liest nicht mit ... Mittels eines Accelerators - keine Sorge, ich weiß auch nicht, was da wie und warum beschleunigt wird - kann das Verhältnis von C-14 zu dem häufiger vorkommenden C-12 gemessen werden. Wenn das Ergebnis dem Fingerprint des angeblichen Jahrgangs nicht entspricht, sitzt zack der Übeltäter in der Falle. Zwanzig australische Weine der Jahrgänge zwischen 1958 und 1997 wurden auf diese Weise ananlysiert, die Abweichungen waren auf ein Jahr reduziert.

Eine ähnliche Methode wurde unabhängig davon in Bordeaux entwickelt. Sie orientiert sich an Cäsium 137. Ein nicht unwesentlicher Unterschied zur australischen Methode ist, dass die Weinflasche nicht geöffnet werden muss. Vielen Weine von angeblich älteren Jahrgängen als 1950 von Pétrus, Mouton, Romanée Conti, Yquem and Lafite wurden nach dieser - möglicherweise etwas weniger präzisen - Cs-137-Methode bereits untersucht. Enthielten sie Cs-137, waren sie gefälscht. Und manche waren es. Die französische Methode wird in der Zwischenzeit bereits von Händlern alter Weine angewandt, kombiniert mit einer speziellen Röntgenanalyse.

Jetzt wird's enge für die Weintrickser. Und mich tröstet es ein wenig, wenn ich an diese unerschwinglichen Weine denke, dass es eh nicht gesund wäre, das alte Zeug zu trinken.

Quelle: www.decanter.com
syl
SCHUMMEL-SCHAMPUS Donnerstag 2010-03-25

Eigentlich würde ich so gerne glauben, dass die handelnden Personen in der Weinwelt alle einfach nett sind. Und gut. So ähnlich wie in der Musik: „Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ Nun denn, ist natürlich nicht so.

Ein aktuelles Beispiel: Der Decanter informiert, dass in London „Fake Bollinger“ verkauft wurde. Hunderte Flaschen wurden bei Händlern und in Bars in West London aufgespürt.

Fake Bollinger 1829

Quelle: Decanter

Gefahr für die Kunden bestehe laut Auskunft von Bollinger-Managing Director Andrew Hawes nicht wirklich. Die Etiketten sind billige Kopien, die Flaschen kleiner als die Originale, die Mengen im Umlauf gering. Und die Ware ist lediglich bei kleinen Outlets aufgetaucht, nicht jedoch bei großen namhaften Händlern oder in ebensolchen Geschäften. Trotzdem blöd, verunsichert irgendwie.

Jedenfalls ist es äußerst dumm, £30 für billigen Ramsch zu bezahlen statt beispielsweise £36 für eine Flasche Bollinger Cuvée NV. Also: zuerst schauen, dann kaufen.

Quelle: Decanter

Ruth 
 
MIT DEM MASTER SOMMELIER IN SÜDTIROL Mittwoch 2010-03-24

Was gibt's Schöneres als eine ausgedehnte Weinreise? Eintauchen in eine spannende Region mit spannenden Weinen. Verkosten und vergleichen, Neues probieren, Bekanntes wiederentdecken. Nun, so richtig ausgedehnt war es zwar nicht, spannend aber auf jeden Fall, und unterhaltsam. Die Prowein macht's möglich.

Landschaft in Südtirol

Montag, 22. März 2010, 11.00 Uhr, Halle 3, Stand 30. Master Sommelier Hendrik Thoma, mit seinen tvino-Filmen am Puls der Wein-Zeit, umtriebig auf Facebook und auch "real" ständig unterwegs, nimmt uns mit nach Südtirol, es heißt die Rebsorte Lagrein zu ergründen. Sechs Weine stehen auf dem Programm. Davor ein paar kurzweilige Informationen von H.T.

In etwa 5.000 Hektar umfasst das Weinbaugebiet Südtirol, weniger als ein Prozent gemessen an Gesamt-Italien. Und lediglich 412 Hektar sind mit der autochthonen Rebsorte Lagrein bepflanzt. Hinter Vernatsch die wichtigste Rotweinsorte. Was die Weine auszeichnet? Laut Thoma Kraft, Würze und - alpine Frische. Die kommt von der geografischen Lage und vor allem den großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Die Rebstöcke gedeihen am besten in eher flachen Lagen und bevorzugen lockere, kieselige Böden. Wo die Sorte wirklich herkommt, ist nicht eindeutig bewiesen. Möglicherweise aus dem Lagarina-Tal. Das liegt aber in Trento, was die Südtiroler ein bisschen wurmt.

Wurden in den 60-er- und 70-er-Jahren des vorigen Jahrhunderts vor allem kräftige Rosé-Weine gekeltert oder gar "Sprit" zum "Aufbessern" von Vernatsch, waren es in den 1990-ern vor allem die "Bomben", die Furore machen, setzen die Qualitätswinzer heute - oh Wunder - auf elegante, frische und trotzdem anspruchsvolle Weine. Trinkspaß und Trinkigkeit, zwei Begriffe, die in diesem Zusammenhang gerne genannt werden.

Genug theoretisiert, wir schreiten ans Werk, beginnen zu verkosten. Wein 1, 2007 Segen Lagrein Riserva, Meraner Weinkellerei. Laut Thoma ein ganz typischer Vertreter. Dunkle Pflaume, Gewürze, Bitterschokolade. In der Nase und am Gaumen. Angenehme Tannine, ein Wein mit Eleganz und Frucht.

Zwei weitere Weine sollen hier beschrieben werden. Der eine, weil er laut Master Sommelier himself einer der großartigsten Lagrein-Vertreter ist. 2007 Taber Lagrein Riserva der Kellerei Bozen. Wir orten Pfeffer, orientalische Gewürze, dunkle Früchte. Die Tanninstruktur ist perfekt, der Wein äußerst komplex und vielschichtig, hält "ewig" an. Hendrik Thoma: "Ein Grand-Cru-Lagrein".

Der dritte und an dieser Stelle letzte Wein deshalb, weil er der Autorin und Verkosterin besonders in Erinnerung geblieben ist. Anders als die anderen. 2006 Steinraffler Lagrein, Weingut J. Hofstätter. Martin Foradori drückt dem Wein einen "burgundischen Stempel" auf. Tomate, Paprika und Unterholz dominieren in der Nase. Am Gaumen elegant, Walderdbeeren, tabakige Noten. Stoff, der auf Langlebigkeit ausgerichtet ist, ein "Philosophie-Wein", der Aufmerksamkeit verlangt.

Der Ausflug zu unseren nächsten südlichen Nachbarn war nach etwa einer halben Stunde vorbei. Die Erkenntnisse sickern noch. Lagrein, eine Rebsorte, die wir im Auge behalten sollten.

Hier geht's zur Hendrik Thomas tvino-Website.

Ruth
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