
Bassena - Unser Weblog
| Nichts als Wein im Kopf |
Dienstag 2010-04-13 |
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Es war wegen der regenwassergetränkten Ledersohlen gewesen. Ich wußte, ich mußte sofort da hinein. In den Plachutta auf der Wollzeile, den mit dem gekochten Fleisch und den heißen Suppen, die so gut nach Umami schmecken. (Umami weiß ich seit einem intelligenten Geschmacksseminar bei havels & petzens, wo ich alle Selbstachtung als Feinschmecker verlor, aber dafür einiges an Erkenntnis gewann).
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Ich brauchte mit dem Auswählen aus der Karte nicht länger als „Luegertopf” zu sagen, ein Topf, dessen Inhalt viel sympathischer ist
als sein Namensgeber, ein Wiener Bürgermeister, der der
Judenfeindlichkeit nicht gänzlich abhold gewesen sein soll, wie man
liest und hört. Luegertopf also. Und beim Bissen in den labbrig-schlatzig-gallertigen Kalbskopf schoss mir der Gedanke in den Kopf: Welcher Wein wäre hier wirklich der passende? Wäre es ein deutscher Riesling von glasklarer, kräftig gebauter Statur, oder ein kräftiger Sancerre? Würde ich einen jungen, keinen jugendlichen Bordeaux, sagen wir einen 2007er Figeac, zum Kalbskopf, der noch in seiner Schnittlauchsauce zu baden hat, bevor er mit Andacht und etwas Erdäpfelschmarrn verspeist wird, schätzen? Nicht, dass der Horitschoner Blaufränker nicht gefallen hätte. Aber das Beinfleisch. Wäre hier auch ein kräftiger weißer Beaujolais oder Hermitage ein reizvoller Gefährte zum sehnigen Fleisch, das sich an den kleinen Knochen klammert wie ein Klammeraffe? Oder eine Chardonnaypfütze aus Nappa Valley? Ja, das sind Gedanken, die einen halt so umtreiben, wenn man sich dem Sein des Wieners widmet, dem Rindfleischessen. Nebenan nahm eine Dame reiferen Alters Platz. Mit deutlichem Fettranderl. Ihre Hose ließ hinten um einiges mehr Einblicke offen, als es dem Esser im Restaurant für seinen Appetit und sein Weltbild zuträglich ist. Zum Kalbfleisch mit Spargel bestellte sie Prosecco. Ein Glas. Und man dachte sich, dass es doch schön sei, Menschen zu sehen, die solche Fragen nach dem passenden Wein zum gekochten Kalbskopf und andere Fragen einfach nicht wirklich beschweren. |
Herr Rabl
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| Ausgekocht |
Dienstag 2010-04-13 |
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Australiens Weine des Jahrgangs 2009 spiegeln das extrem heiße Wetter dieses Jahres wider: gekochte, marmeladige Aromen, konzentriert, alkoholreich und üppig. Alleine die Vorstellung davon verursacht ein pickiges Gefühl am Gaumen und Alkoholhitze im Magen.
2010 ist Schluss mit gekocht.
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Ausreichend Regen und kühles Wetter ließen feine Weine entstehen.
Die Erträge sind bedingt durch eine Hitzewelle während der Blüte im November allerdings geringer
als 2008 und 2009, was insbesondere für Chardonnay (die Natur reguliert sich selbst ...)
und Grenache gilt und für alle Regionen von West-Australien bis in den Osten. Nach dieser Phase fasste sich das Wetter ein Herz und machte mit weinfreundlicheren kühleren Temperaturen weiter.
Vor allem im Barossa Valley seien bedeutend mehr Regenfälle als in den letzten
fünf Jahren zu verzeichnen gewesen, so Louise Rose, Head Winemaker von Yalumba.
Die Wasser-Depots in den Böden seien für die kommende Saison aufgefüllt, die Weinqualitäten 2010
durchwegs extrem hoh. Herausragend unter anderem Riesling aus dem Eden Valley und Shiraz aus Barossa.
Ähliches auch von Chester Osborn von Arenberg in McLaren Vale und Adelaide HIlls. Dicke, dunkle
Traubenhäute und ausreichend Tannine ließen die Rotweine dieser Regionen besonders balanciert werden. Auch bei den Schaumweinen zeigen sich leichtere, süffigere Qualitäten als sonst.
Mehr Säure ist hier ausschlaggebend. Regenfälle während der Lesezeit verursachten kaum
Schäden, da die Böden das Wasser wie Schwämme aufgesogen. Insgesamt lässt sich der Weinjahrgang
2010 mit dem von 2005 vergleichen.
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Quelle: www.decanter.com
syl
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| MOSELBRÜCKE DIE FÜNFTE |
Montag 2010-04-12 |
Die Partnerin hat bereits mehrmals darüber geschrieben, über das Moselmonster. Die Sache spitzt sich zu. Nun macht Hendrik Thoma, Master Sommelier aus Deutschland, Master Mind hinter tvino (www.tvino.de) und Master Social Networker gegen das monströse Projekt an der Mosel mobil. Er will sich, wie viele andere, die Brücke über eine der schönsten Weingegenden der Welt nicht gefallen lassen. | | Und ruft auf zum Protest. Wie, das erklärt er via YouToube und gemeinsam mit Katharina Prüm und Ernst Losen in einem kurzen Film auf tvino selbst.
Also,
alle die sich im Web 2.0 tummeln und denen was liegt an der Erhaltung
von Kulturlandschaft, in diesem Fall konkret an der Erhaltung einer
intakten Weinregion, bitte an möglichst viele Menschen weitergeben.
Nicht einfach zuschauen.
Und hier auch gleich der Link zur Petition im Deutschen
Bundestag. Die havel und die petz haben schon unterzeichnet.
Ruth
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| Raviolo Austriaco im Landhaus |
Donnerstag 2010-04-08 |
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Ostern war. Und viele merkten es erst beim Stammtischgespräch und der
hitzigen Diskussion darüber, was der Papst alles nicht gesagt haben soll.
Ich war nicht in Rom und auch nicht vorm Fernseher, sondern in Mautern.
Schließlich war ja Ostern. Und da fährt der aufrechte Osterhase ins Landhaus
Bacher und isst dort sein gebackenes Kaviarei. Ein Retro-Klassiker aus der
Zeit, als noch alles gut war und die Gehälter jedes Jahr besser.
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Der Kaviareipreisindex liegt zur Zeit übrigens bei 57,- . Und trotzdem ist dieses Ei
eine viel lohnendere Investition als zum Beispiel Aktien österreichischer Banken, findet
zumindest der Osterhase. Das Ei schmeckt also wunderbar und wird vom Ruinart aus der
kugelrunden Flasche noch vorzüglicher begleitet als von einem, sagen wir, 2005er Kellerberg
des großartigen F.X. Den lassen die Osterhasen aber nicht im Keller, sondern trinken ihn ein
paar Gänge später zum Tafelspitzraviolo. Eine nunmehr bis zur Perfektion gedachte und
gekochte Heirat aus österreichischer Klassik und dem so genannten Mediterranen, nach
dem wir nördlich der Alpen, von Regen und Nordwind gebeutelt, das ganze Jahr lechzen.
Dieser Raviolo also ist gefüllt mit klein geschnittenem Tafelspitz. Er thront auf
seinem Kaiserstuhl aus Spinat, ist umgeben von einem weiß glänzenden Semmelkren (schlabber!) ,
gekrönt von winzigen Semmelcroutons und Würfelchen aus geliertem Apfelcidre. Und dann ist da
noch eine Spur Liebstöckel. Wenn Sie jetzt glauben, ich bin einer, der in Restaurants mitschreibt,
weil ich das so genau aufliste, muss ich Sie enttäuschen: es war so gut, dass ich mir's einfach
gemerkt habe. Nachher hatten wir dann übrigens noch herrliches Kitz in allen seinen Varianten.
(Ohh das Beuscherl, Ahh der gebackene Rücken!) Aber das mit dem Kitz braucht jetzt niemanden
zu interessieren. Denn Ostern ist vorbei. Und die Osterkitze sind aufgegessen, so wie die
Osterhasen ihre Ohren längst zum Frühlingsschlaf gebettet haben. Landhaus Bacher Restaurant - Geniesserhotel in der Wachau 3512 Mautern / Wachau, Südtirolerplatz 2 Tel. 02732 / 82 937, 85 429, Fax 02732 / 74 337 E-Mail: info@landhaus-bacher.at, www.landhaus-bacher.at
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Herr Rabl
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| WAS HAT DER MOND MIT MEINEM WEINGLAS ZU TUN? |
Donnerstag 2010-04-08 |
Dass der Mond unser aller Leben beeinflusst, weiß die Menschheit seit ewig. Über viele Jahre war das gar nicht hip, und auch heute hat ein Mondkalender für viele einen esoterischen Touch. In der Weinwelt wird das Thema über die Biodynamie mittlerweile wieder ernst genommen. Nicht von allen, schon klar. Aber immer mehr Winzer berücksichten auch die Mondphasen für ihre Arbeit in Weingarten und Keller. Und jetzt geht's weiter, für die Weintrinker. Die Deutsche Maria Thun, die sich seit über 55 Jahren mit Biodynamik und damit auch mit dem Mond beschäftigt, forscht, experimentiert, hat einen möglichen Grund gefunden, warum ein und derselbe Wein an manchen Tagen besser schmeckt als an anderen.
|  | Sie teilt die Tage je nach Mond- und Sonnenzyklen und unter
Berücksichtigung sämtlicher anderer Planetenstände in vier Typen ein:
Frucht-, Blüten-, Blatt- und Wurzeltage. Und ist der Meinung, dass Wein
vor allem an ersteren beiden getrunken gehört. Weil er da besser
schmeckt. Und mehr genossen wird. An Fruchtagen, den optimalen Weintagen, sind die Weine aromatischer, Tannine hingegen weicher. Blütentage versprechen viel Frucht. An Blatttagen sind die Weine laut Frau Thun verschlossener. Und an Wurzeltagen bleibt der Wein am besten in der Flasche. Große Handelshäuser wie Marks & Spencer oder Tesco setzen ihre
Verkostungstermine angeblich bereits in Abstimmung mit dem
biodynamischen Kalender.
Nun denn, auch wenn höchstwahrscheinlich noch viele, viele andere Faktoren mitspielen, wenn es darum geht, ob mir ein Wein mehr oder weniger liegt, ich die Tannine mehr oder weniger wahrnehme, die Frucht mehr oder weniger am Gaumen explodiert, haben Mond- und Sonnenphasen wohl auch ihren Anteil daran. Christelle Guibert vom Decanter, der übrigens die Quelle für diesen Blog-Eintrag ist, wird die nächsten Monate nützen, Weine ganz bewusst an Frucht- und im Vergleich dazu an Wurzeltagen zu verkosten. Und wird die Leserinnen und Leser an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. havel & petz als zwei dieser Leserinnen werden weiter berichten. Demnächst in diesem Blog.
Quelle: Decanter, May 2010, S. 74-75 Ruth
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HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!
Hier lässt sich's tratschen oder "havelundpetzen". Wie früher an der "Bassena", dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, in denen dort der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!
DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.
> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.
Bag-In-Box also. Wußten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?
> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.
> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.
> Purple Wine
Purple Wine und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.
Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.
> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!
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