Ein letzte Traube vor einem herbstlichen Weingarten

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DER NICHT-PRAKTIZIERTE GENUSS Samstag 2010-01-16

Sitzt die Autorin kürzlich in einer Arztpraxis im Wartezimmer. Wartend, was sonst. Und das dauert in diesen wörtlich zu nehmenden Räumen oft lange. In Ermangelung eines mitgebrachten Buches oder gar des nach Arbeit schreienden Laptops greift die Schreiberin zur November-Ausgabe der "WIENERIN". Und wird schier blass.

Laut einer Umfrage unter Leserinnen eben dieses Magazins geben lediglich drei (!!!!) Prozent an, ihr Essen regelmäßig zu genießen. Die restlichen 97 Prozent verteilen sich gleichermaßen zwischen ständigen Magenschmerzen, gehetzter Nahrungsaufnahme zwischendurch und - dem Tag des Herrn sei Dank - seltenen ruhigen Mahlzeiten am Wochenende.

Frau beim Beissen in eine Tafel Schokolade 

Und den Amerikanerinnen geht's offensichtlich und wie erwartet nicht anders. Laut einer Studie der University of North Carolina zeigen 65 Prozent der über 4.000 befragten Frauen ein gestörtes Essverhalten. Weitere zehn Prozent gelten bereits als "essgestört".

Gründe für diese - für die Autorin dieser Zeilen horrenden - Zahlen sind einerseits das Bombardement an Bildern perfekt geformter Frauen und andererseits schlicht und ergreifend zu wenig Zeit. Zu wenig Zeit um in Ruhe zu essen, vom chronologisch davor anzusiedelnden Kochen ganz zu schweigen.

Leider gibt's an dieser Stelle keine Lösung für den Weg aus diesem Schlamassel. Weil die Schreiberin den jetzt nicht in der Schublade hat. Lediglich ein kleiner Tipp: Öfter einmal den Job Job, den Haushalt Haushalt und die Familie Familie sein lassen. Und sich Zeit zum Genießen nehmen. Es lohnt sich.

Ruth

Weingut Josef Hofstätter ist WINERY OF THE YEAR des amerikanischen WINE & SPIRITS Magazins Donnerstag 2010-01-14

Besser spät als nie, denn es ist nie zu spät für eine gute Meldung. Zu lesen war es nämlich schon in der Wine & Sprits-August-Ausgabe 2009, dass Martin Foradori-Hofstätter mit seinem Weingut Josef Hofstätter zum bereits 2. Mal Winery of the Year wurde. Erstmals 2007 und zwei Jahre später wieder.

9.000 Weine verkostet das Team der US-amerikanischen Fachzeitschrift "WINE & SPIRITS" jährlich, bevor es die international besten Weingüter und Weinkellereien prämiert.

Martin Foradori-Hofstätter

"A hearty congratulation to you and your teams: at 'Wine & Spirits' we've selected Hofstätter as a Winery of the Year. Hofstätter performed in the top echelon a great ambassador for the wines of Alto Adige", lautet der Kommentar Josh Greens, Herausgebers des Magazins. Da schließen wir uns gerne an.

Topqualitäten zu erschwinglichen Preisen sind Martin Foradori-Hofstätter ein großes Anliegen. Dass er damit auf die richtige Karte setzt, hat er mit seinen Auszeichnungen nun bewiesen. Denn gleich zwei seiner fünf Weine, die mit mehr als 90 Punkten belohnt wurden, erhielten zusätzlich die Prädikate "BEST BUY" und "CHAMPIONS OF VALUE": Lagrein 2007 und Weißburgunder 2008 der Linie "hofstätter joseph"

www.hofstatter.com
www.wineandspiritsmagazine.com
syl
Es ist nicht alles gold, was glänzt – Flavescence Dorée wütet in Franreich Dienstag 2010-01-12

Eine gefährliche Rebkrankheit hält zur Zeit das Weinbaugebiet Bordeaux in Atem. Die Flavescence Dorée - Goldgelbe Vergilbungskrankheit - gilt als mindestens so zerstörerisch wie die Reblaus, die im 19. Jahrhundert weltweit die Weingärten  dahingerafft hat.

Der Name der Rebpest kommt von der gelbgoldenen Farbe, die die Blätter annehmen, bevor sie sich von ihrem Stock verabschieden.

Befallenes Weinblatt

Übertragen wird die Flavescence Dorée von der amerikanischen Reb-Zikade, einem Grashüpfer, der den Saft aus den Blättern saugt. Das sympathische Tier wurde in den 1950ern eingeschleppt und fühlt sich als echter Globetrotter in der Zwischenzeit auf der ganzen Welt wohl. Selbstverständlich auch in Österreich, seit 2004, insbesondere in weiten Teilen der Steiermark.

Die eigentlichen Übeltäter sind Phytoblasmen, zellwandlose Bakterien, die zu Vergilbungen und Wachsstumstörungen führen. Es herrscht bei Befall sofortige Meldepflicht, der Weingarten wird unter Quarantäne gestellt. Grundsätzlich müssen alle befallenen Stocke gerodet werden, alle umliegenden  Weingärten müssen behandelt werden. Mit Insektiziden kein wirkliches Problem. Wenn man rechtzeitig drauf schaut, ...

Was in Frankreich nicht wirklich der Fall gewesen sein dürfte. Denn das Problem wurde bisher ignoriert. Größere Flächen mussten in Graves allerdings nun vollkommen gerodet werden. Wieviel des Rebbestands tatsächlich befallen ist, ließe sich nicht sagen, großflächige Untersuchungen seien zudem zu teuer, heißt es aus dem französischen Agrarministerium.

Was mich jetzt noch interessieren würde: Was unternehmen die Bio-Winzer und Biodynamiker gegen das Vieh? Ein Wirkstoff namens „Rotenone” soll angeblich freigegeben sein. Er steht aber offenbar in Verdacht, Parkinson auszulösen. Daran muss also irgendetwas faul sein.

 Quellen: www.decanter.com, www.ages.at
syl

Irgendwie wie eine EIGENURIN-KUR - so heilsam und umweltschonend sind die neuen Traktoren Dienstag 2010-01-12
Die hohen Treibstoffpreise schaffen Platz für Kreativität. Eine neue Technologie hält Einzug im Weingarten. Ein Traktor, der mit den Abfällen des Rebschnitts gespeist wird, wurde erstmals in Malborough, Neuseeland, eingesetzt. Die Winzervereinigung Grove Mills investierte läppische NZ$15,000 (£6,900) in die Transformation eines konventionellen Traktors in einen Reb-Esser.

Blick auf Weingärten

© ÖWM

Was alles möglich ist, wenn man nur will! Mittels eines Gasifikation genannten Prozesses werden die holzigen Teile das Abschnitts in ein Gas umgewandelt, das als Treibstoff fungiert. Der Dieselverbrauch kann dadurch um 75 % gesenkt werden. Dieses neue Wunderding soll den durchschnittlichen CO²-Ausstoß eines Weinguts um mindestens 0,35 Tonnen pro Hektar reduzieren. Grove Mills ist weltweit der erste Weinbaubetrieb zertifiziert mit „Carbon Zero”.
www.grovemill.co.nz

Quelle: www.decanter.com
syl

WIR SIND GUT Freitag 2010-01-08

Die Österreich Wein Marketing GmbH veröffentlicht, was wir schon immer gewusst haben: Wir sind gut. Österreichs Wein gewinnt auch in Krisenzeiten. Möge der Rest der Welt auf seinen Weinen sitzen bleiben, heimische Tropfen werden im In- und Ausland gerne getrunken.

Ein paar Fakten:

Willi Klinger im Palais Coburg ©Palais Coburg/Herbert Lehmann

Vor allem im Lebensmitteleinzelhandel konnte der österreichische Wein 2009 seine Marktanteile ausbauen. In den Supermärkten zum Beispiel besonders erfreulich quantitativ um 5,3%. Dort halten unsere Roten und Weißen jetzt bei 65,2%.

Der Ab-Hof-Verkauf, jahrelang rückläufig, ist mit rund 30% Anteil seit einigen Jahren erneut konstant. Der persönliche Kontakt zu den Winzern gewinnt offensichtlich wieder an Bedeutung.

Dass Österreich im Inland bei den Weißweinen die Nase vorn hat, ist klar. Neu ist, dass 2009 in den Supermärkten erstmals mehr heimischer Rotwein als ausländische Tropfen verkauft wurde. Und das trotz wirklich starker Konkurrenz. Alte und Neue Welt.

Very pleasant: Der Weinexport ins Nachbarland Deutschland hat 2009 um 8,4% zugelegt. Damit haben wir bei „unserem großen Bruder“ bereits 3,4% Marktanteil ergattert, bei Weißwein hinter Deutschland und Italien sogar 6,4%.

Weinexporte in die Schweiz, ebenfalls Nachbar und ebenfalls wichtiger Handelspartner, haben im letzten Jahr an der Menge gemessen sogar um 17,3% zugelegt. Chapeau!

Wermutstropfen: Der Verkauf in die USA ist im ersten Halbjahr 2009 ziemlich eingebrochen, nach dem Sommer war's aber schon wieder besser. Und 2010 soll wieder aufgeholt werden.

Hier geht's zur Original-Info der ÖWM

Ruth
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