
Bassena - Unser Weblog
| Pauvre chic im Zweiten |
Dienstag 2010-04-06 |
| Wir loben die mit Schwung und Geschmack wie auch dem Gefühl für Licht und Farben hin gemalte Atmosphäre im Skopik & Lohn.
Wir erwähnen gerne, dass es in Wien kaum ein zweites Lokal gibt, das die Wiener Morbidität mit einem Quäntchen Pariser Eleganz so lässig verbindet. Wir schätzen den Musikgeschmack des Patrons. |  |
Taten wir immer schon. Ein Bobo-Lokal? Kein Kompliment in dieser Stadt.
Aber uns soll es egal sein. Die Vergrößerung um einen Raum brachte eine
Verkleinerung der Speisenkarte. Kluger Schachzug. Das Lokal ist
gerammelt voll. Hier ohne Reservierung vorstellig zu werden, kann man an einem Freitag Abend vergessen.
Die Vorfreude ist so groß wie der gute Ruf, der dem neuen Küchenchef vorauskocht.
(Wobei: es gibt hier alle paar Wochen einen neuen Küchenchef. Warum eigentlich?)
Doch was auf den Teller kommt, das wäre in einem anderen Ambiente nicht der Erwähnung wert. Ein Salat mit Oktopus. Kühlschrankkühle Paradeiser ohne Geschmack. Der Oktopus zäh. Der Salat ohne Würze oder Idee. Doch da: eine Spur Pesto am Tellerboden. Wie originell. Als Vorspeise in der Vorstandskantine einer Versicherung ginge das locker durch. Der Standard hier: Entrecote mit Bearnaise und Fritten. Muss natürlich bestellt werden. Ein schönes Stück Fleisch, korrekt gebraten. Die Bearnaise ist ebenso triste und bar der Würze wie die Pommes, die in einem neckischen Papiertütchen in einem Bleckbehälter stecken und traurig die Köpfe hängen lassen. Pauvre chic. Das Geschmorte vom Rind. Auch hier wurde mit Aromen kräftig gespart. Man lässt bald gelangweilt das Besteck sinken. Die grob geschnittene Karotte liegt vorschriftsmäßig da. Hier essen wir mit den Augen. Die werden schön satt. Und dabei lassen wir es auch bewenden und gehen nebenan auf eine Pizza.
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Skopik & Lohn Leopoldsgasse 17, 1020 Wien, Tel.: 01-219 89 77
E-Mail: office@skopikundlohn.at www.skopikundlohn.at
Herr Rabl
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| WOHIN mit all den EIERN? |
Montag 2010-04-05 |
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"NIcht mehr als sechs", lautete die eindringliche Bitte als Antwort auf die Frage der Großmutter, wieviele Oster-Eier denn mit den Töchtern eingefärbt werden sollten. Geliefert wurden stolze 18 Stück. Und das in einen Haushalt, in dem Eier nur zum Alibi im Kühlschrank liegen und für den Fall, dass eine der Töchter der unwiderstehliche Drang nach Striezel-Backen überkommt.
Eiaufstrich, Vinaigrette mit Ei, Russisches Ei, Faschierter Braten mit Ei, Trzesniewski mit Ei und alle anderen Speisen, denen das harte Ei die Aromen zerstört, verursachen multiplen Fluchtreflex.
Was also tun mit all den Eiern? Zu denen sich gestern noch zwei gut gemeinte vom Bio-Oster-Standl auf der Freyung gesellten. Die wundersame Ei-Vermehrung.
Die Lösung liegt im Senf. Hartgekochte Eier sind ein wunderbarer Geschmackstträger für Ramsa-Estragon-Senf. Dick aufgetragen ordnen sich ihm Dotter und Eiweiß wunderbar unter. Die mühsame Konsistenz verliert an Gewicht. So schafft man Tag um Tag ein Ei und nach einer Woche liegt der Rest im Kübel.
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syl
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| PETITION GEGEN DAS MOSELMONSTER UNTERSCHREIBEN! |
Montag 2010-04-05 |
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Die internationalen Proteste gegen das Brückenungetüm durch die
Weinregion Mosel wurden bislang ignoriert, der Bau der
Autobahntrasse hatte begonnen. Trotz
Gegengutachtens zum angeblichen volkswirtschaftlichen Nutzen.
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Jetzt scheint eine Wende einzutreten, eine Petition gegen die Brücke im
Deutschen Bundestag macht's möglich. Hier können Sie aktiv werden! Ernsthafte Schäden für die
Landschaft, abrutschende Weinhänge
und eine entsprechend verschmutzte Luft in einer der schönsten und
renommiertesten Weinregionen Deutschlands sind zu erwarten, wenn die Brücke Realität wird.
Das Projekt
stammt übrigens aus den 1960er Jahren vom
damaligen Mainzer Verkehrsminister, der den Beinamen „Trassen-Heinrich“ trug. Die Brücke sollte Teil
einer Truppenaufmarschstraße werden. Die Erinnerung an Charly Chaplins
„Konzentrationslager-Heinrich“ drängt sich auf. Allerdings ist das, was
an der Mosel passiert, ganz und gar nicht zum Lachen. Der zuständige
Minister blieb bisher stur, die ersten Gräben sind gegraben. Wir können Sie gemeinsam wieder zuschütten. Unterzeichen Sie die Petition!
Hier geht es zu einem ZDF-Video zum Thema Und hier zum Captain mit einem Video von Stuart Pigott, der sich wie viele Weinfachleute gegen das Monster ausspricht
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syl
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| Alles andere als ein Aprilscherz: Griechenland verkauft Akropolis. |
Donnerstag 2010-04-01 |
Beginnen wir im Café Drechsler. Wobei eigentlich das Drechsler eher das
Ende von allem ist und
selten der Beginn von etwas. Denn hier pausiert der von seiner
nächtlichen Aktivität erschöpfte Wiener auf dem Weg nach Hause ins Bett.
Im Drechsler mache ich eine Entdeckung.Eine Sache, von der ich meine, dass es uns alle angeht und alle es wissen sollten.
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Griechenland, von der Krise gebeutelt, braucht offenbar dringend Geld
und verkauft alles, was es hat. Zum Beispiel liefert es die Akropolis
stückweise ins Café Drechsler, wo diese Akropolis als so genannte Semmel
weitergehandelt wird. Es muss so sein. Nur so lässt sich der Zustand
der so genannten Semmeln in diesem Kaffeehaus erklären, die, von einer
tausende Jahre alten Kruste umschlossen, bei der ersten Berührung ihr
steinerndes Inneres entblößen. Versteinert starren wir auf das
griechische Gebäck, das unseren frühmorgendlichen Schwächezustand, der
sich zusehends in Richtung schwerer Melancholie bewegt, ebenso wenig
mildern kann wie die lauwarmen Frankfurter, die so fotogen am weißen
Teller liegen, wie alles hier besser ausschaut als es schmecken tut. Ich
bitte Madame im Service (blond und freundlich) um ein weiteres heißes
Würstel. Denn lauwarme Würstel sind wir selber, denke ich, sage es ihr
aber nicht. Ich will niemanden mit Befindlichkeiten langweilen. Der
Bitte um heiße Würstel wird nicht stattgegeben. Haben sie Probleme mit
dem Gasherd? Kalte Frankfurter lassen uns rascher ermüden, als es sogar
der Tageszeit angemessen wäre. Beim Hinausgehen: Ein Blick in die
Tageszeitungen. Alles mögliche, was da drin steht. Aber kein Wort über
die stückweise Abtragung der Akropolis und ihren geheimen Transport in
Wiener Kaffeehäuser. Vielleicht, dass wir uns dafür mit dem Export von
lauwarmen Würsteln revanchieren. Herr Rabl |
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| KIM JONG-IL kauft den Gesamtbestand von Les Forts de Latour 2009, Zweitwein von Latour - ein Aprilscherz? |
Donnerstag 2010-04-01 |
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Wir gehen jetzt einmal davon aus, dass sich der seriöse Decanter heute einen Aprilscherz erlaubt. Aber, was weiß eine Fremde?
Also geht die Mär. Nordkoreas Diktator Kim Jong-Il, hardcore Kommunist, habe den Gesamt-bestand von Chateau Latours Zweitwein Les Forts de Latour 2009 aufgekauft.
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Sein Team sei zuvor zur En-Primeur-Verkostung nach Bordeaux entsandt worden. Heute morgen sei angeblich von der staatlichen Korean Central News Agency (KCNA) die Meldung rausgegangen, dass der Präsident von den begeisterten Meinungen über die klare Frucht und Balance des Weines so angetan war, dass er ihn in Bausch und Bogen gekauft und zum offiziellen Wein seiner Staatsbankette gekürt habe.
Der genaue Betrag, der für den Wein bezahlt wurde, sei nicht kolportiert, soll aber mehr als 100 € ausmachen. Ungefähr soviel wie für das erste Gewächs des Hauses. In Summe werden auf Chateau Latour gemeinsam mit dem Drittwein unter dem einfachen Label Pauillac 360.000 Flaschen abgefüllt. Die Menge des Les Forts beträgt ungefähr 50 % des Latour. Der kleine Pauillac soll im Westen nun die Rolle des Les Fort übernehmen.
Laut Decanter sei schon seit langem bekannt, dass Latour auf den asiatischen Markt dränge, um dort dem Konkurrenten Lafite-Rotschild Paroli zu bieten. Dessen Zweitwein Carruades de Lafite erziele in China ebenfalls den Preis eines gestandenen Ersten Gewächses. Ein personalisiertes Etikett für den Les Forts soll von Kim übrigens auch schon in Auftrag gegeben worden sein.
Das alles kann doch nur ein Scherz sein!
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UND ES IST EIN SCHERZ, gerade kam die Meldung, hier nachzulesen. Selbstverständlich mit dem Hinweis, dass noch genügend Flaschen des Les Forts zum Verkauf stünden. Was diese Werbung das Chateau wohl gekostet hat? Aber immerhin ergab sich für uns die Gelegenheit, ein Nackerpatzl abzubilden.
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www.decanter.com
syl
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HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!
Hier lässt sich's tratschen oder "havelundpetzen". Wie früher an der "Bassena", dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, in denen dort der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!
DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.
> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.
Bag-In-Box also. Wußten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?
> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.
> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.
> Purple Wine
Purple Wine und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.
Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.
> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!
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