Bassena - Unser Weblog

MIT DEM MASTER SOMMELIER IN SÜDTIROL Mittwoch 2010-03-24

Was gibt's Schöneres als eine ausgedehnte Weinreise? Eintauchen in eine spannende Region mit spannenden Weinen. Verkosten und vergleichen, Neues probieren, Bekanntes wiederentdecken. Nun, so richtig ausgedehnt war es zwar nicht, spannend aber auf jeden Fall, und unterhaltsam. Die Prowein macht's möglich.


Montag, 22. März 2010, 11.00 Uhr, Halle 3, Stand 30. Master Sommelier Hendrik Thoma, mit seinen tvino-Filmen am Puls der Wein-Zeit, umtriebig auf Facebook und auch "real" ständig unterwegs, nimmt uns mit nach Südtirol, es heißt die Rebsorte Lagrein zu ergründen. Sechs Weine stehen auf dem Programm. Davor ein paar kurzweilige Informationen von H.T.

In etwa 5.000 Hektar umfasst das Weinbaugebiet Südtirol, weniger als ein Prozent gemessen an Gesamt-Italien. Und lediglich 412 Hektar sind mit der autochthonen Rebsorte Lagrein bepflanzt. Hinter Vernatsch die wichtigste Rotweinsorte. Was die Weine auszeichnet? Laut Thoma Kraft, Würze und - alpine Frische. Die kommt von der geografischen Lage und vor allem den großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Die Rebstöcke gedeihen am besten in eher flachen Lagen und bevorzugen lockere, kieselige Böden. Wo die Sorte wirklich herkommt, ist nicht eindeutig bewiesen. Möglicherweise aus dem Lagarina-Tal. Das liegt aber in Trento, was die Südtiroler ein bisschen wurmt.

Wurden in den 60-er- und 70-er-Jahren des vorigen Jahrhunderts vor allem kräftige Rosé-Weine gekeltert oder gar "Sprit" zum "Aufbessern" von Vernatsch, waren es in den 1990-ern vor allem die "Bomben", die Furore machen, setzen die Qualitätswinzer heute - oh Wunder - auf elegante, frische und trotzdem anspruchsvolle Weine. Trinkspaß und Trinkigkeit, zwei Begriffe, die in diesem Zusammenhang gerne genannt werden.

Genug theoretisiert, wir schreiten ans Werk, beginnen zu verkosten. Wein 1, 2007 Segen Lagrein Riserva, Meraner Weinkellerei. Laut Thoma ein ganz typischer Vertreter. Dunkle Pflaume, Gewürze, Bitterschokolade. In der Nase und am Gaumen. Angenehme Tannine, ein Wein mit Eleganz und Frucht.

Zwei weitere Weine sollen hier beschrieben werden. Der eine, weil er laut Master Sommelier himself einer der großartigsten Lagrein-Vertreter ist. 2007 Taber Lagrein Riserva der Kellerei Bozen. Wir orten Pfeffer, orientalische Gewürze, dunkle Früchte. Die Tanninstruktur ist perfekt, der Wein äußerst komplex und vielschichtig, hält "ewig" an. Hendrik Thoma: "Ein Grand-Cru-Lagrein".

Der dritte und an dieser Stelle letzte Wein deshalb, weil er der Autorin und Verkosterin besonders in Erinnerung geblieben ist. Anders als die anderen. 2006 Steinraffler Lagrein, Weingut J. Hofstätter. Martin Foradori drückt dem Wein einen "burgundischen Stempel" auf. Tomate, Paprika und Unterholz dominieren in der Nase. Am Gaumen elegant, Walderdbeeren, tabakige Noten. Stoff, der auf Langlebigkeit ausgerichtet ist, ein "Philosophie-Wein", der Aufmerksamkeit verlangt.

Der Ausflug zu unseren nächsten südlichen Nachbarn war nach etwa einer halben Stunde vorbei. Die Erkenntnisse sickern noch. Lagrein, eine Rebsorte, die wir im Auge behalten sollten.

Hier geht's zur Hendrik Thomas tvino-Website.

Ruth
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DAS GEHT DOCH NICHT - Das Restaurant MEINL AM GRABEN schließt Mittwoch 2010-03-24

Es schmerzt! Eine Wiener Institution wird geschlossen. Wir trauern schon jetzt um das Meinl am Graben. Zufluchtstätte, Zuhausefühlen bei lieben Freunden. HERMANN BOTOLEN, den genialsten Sommelier des Landes vermissen, JOACHIM GRADWOHL, einen der sensibelsten und besten Köche des Landes entbehren. NEIN!!!

Gestern stand's online im Standard, heute kam die offizielle Meldung. Und wir können's nicht glauben, wollen auch nicht. Bis Ende April kann man noch hin, allerdings schon ohne den Koch. Der wirft am Montag das Küchentuch.

Es ist vorbei mit dem sympathischten Top-Restaurant der Stadt. Aus dem Lokal wird tagsüber ein Kaffeehaus, abends eine Champagnerbar. Eh nett. Aber wer braucht das?

Joachim Gradwohl hat sich offenbar schon umgetan. Wo es ihn wohl hinzieht? Jetzt sei ihm einmal Ruhe und Erholung gegönnt, aber eins ist schon klar: Wir kommen!

Und Hermann Botolen? Ihn werden wir heimlich ausspionieren und sobald er irgendwo die Sommelierschürze umgebunden hat, sind wir da!

Wir werden euch in dieser genialen Kombination sehr vermissen!

syl
Wein allein macht nicht glücklich Montag 2010-03-22

Oder die JUBELMELDUNG zum Tag: Das fortschrittlichste Land der Welt holt auf. Die Gesundheitsreform ist beschlossen, jeder Amerikaner darf zum Arzt und muss nicht mehr auf die gesundheitsfördernde Wirkung von Wein allein hoffen. HALLELUJA!

syl

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Reduce it to the minimum - die Wein-TARA Sonntag 2010-03-21

Schwere dunkle Weinflaschen sind seit vielen Jahren in. Es gilt, je gewichtiger die Flasche umso gewichtiger der Wein. Bis zu 1,5 kg wiegen die zum Teil wunder-schönen exklusiven Behältnisse. Das Doppelte ihres Inhalts!

Absurd, wenn man bedenkt, was hier an sinnlosem Gewicht durch die Welt gekarrt wird.


Schwierig auch für den Sommelier. Bedingt durch Schwere und Undurchsichtigkeit der Flasche hat er beim Nachschenken keine Ahnung, wieviel Wein sich noch in ihr befindet. Da hilft es nur, die Flasche gegen eine Lichtquelle zu halten oder auf gut Glück einzuschenken.

Jetzt kommt es schön langsam zu einem Umdenken. Jancis Robinson steht wieder einmal federführend da. Sie tritt seit 2006 gegen "bodybuilder bottles" auf und führt die Liste "Name and shame heavy bottles". Exorbitanter CO2-Ausstoß und Glasverschwendung werde durch die Schwergewichtler verursacht. Auch der N.Y.Times waren die Bodybuilder bereits ein Thema. "Making Wine Bottles Lighter … and Greener" schreibt Kate Galbraigth. Bier- und selbst Coco-Cola-Flaschen seien über die Jahre nach und nach leichter geworden, nur die Weinindustrie hinke wieder einmal hinterher. Mit wenigen Ausnahmen: Fetzer hat die Zeichen der Zeit erkannt und steigt auf gewichtsreduzierte Flaschen um.

Glücklicherweise sind diese nicht mehr automatisch bruchanfälliger. Und sie können es auch optisch mit den Kapazundern aufnehmen. Auf 330 g kann das Gewicht für transportfähige Weinflaschen reduziert werden. Auch leichtere Champagnerflaschen, die höherem Druck standhalten müssen, sind bereits in Serie.

Laut Decanter werden diese nun großflächig in der Champagne eingesetzt. Wie das Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne (CIVC) verlautbaren ließ, werden die meisten Champagnerhäuser innerhalb der nächsten zwei Jahre auf leichtere Flaschen umstellen. Die neue 0,75-l-Flasche wiegt 835 g, um 7,2 % weniger als die 900-g-Standardflasche. Sie hält genauso starkem Druck stand, kostet gleich viel wie das traditionelle Modell und soll 95 % aller herkömmlichen Champagnerflaschen ersetzen. Die Umstellung erfolge nicht zuletzt auf Bestreben der Produzenten und sei freiwillig.

Winzerinnen und Winzer, hört die Signale!

syl
KEIN AUFRUF ZUM ALKOHOLGENUSS Freitag 2010-03-19

Mit Studien ist das so eine Sache. Sie tauchen irgendwo auf, werden zitiert, im Idealfall mit einer seriösen Angabe der Quelle. Irgendwann geht die Quelle verloren und die Ergebnisse der Studie bekommen ein „Eigenleben“. Jeder verwendet sie halt so, wie es gerade am besten passt.

Die Meldung des Brigham and Women's Hospital in Boston, dass Frauen, die regelmäßig Alkohol konsumieren, weniger häufig zunehmen als ihre abstinenten Geschlechtsgenossinnen, gehört genau in die Kategorie.

Alkohol schützt vor Übergewicht? Juhuu! Haben wir das nicht immer schon geahnt? Also, kein schlechtes Gewissen haben, schon gar nicht beim Wein. Denn laut der Studie, an der 20.000 Frauen teilgenommen haben, die über 13 Jahre beobachtet wurden, zeigt Rotwein die beste Wirkung. Je mehr Rotwein, desto geringer das Risiko zuzunehmen.

Kommt uns entgegen. Wir rufen an dieser Stelle trotzdem nicht zum regelmäßigen Alkoholkonsum auf. Sondern möchten daran erinnern,  Studien, so wie übrigens auch Statistiken, kritisch zu bewerten. Auch wenn es manchmal so angenehm wäre, einfach zu glauben.

Ruth

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ruth havel & sylvia petz
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1060 wien

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 HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!

Hier lässt sich's tratschen oder "havelundpetzen". Wie früher an der "Bassena", dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, in denen dort der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wußten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!