Bassena - unser Blog

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Zu stille Zeit Mittwoch 2015-12-02

So kann das nicht weitergehen. Stillste Zeit im Jahr, schön und gut. So still war's in unserem Blog allerdings schon lange nicht.
Zu unserer Entschuldigung sei erwähnt, dass wir – wenn auch offenbar zu wenig öffentlich – ganz schön fleißig sind. Neue Themen, neue Projekte, neue Kunden. Alles im Fluss.
Darüberhinaus frönen Frau Petz und ich – das allerdings sollte bekannt sein – in unserer spärlichen Freizeit wieder dem Studentenleben. Ach ja, da wären auch noch diverse Kinder, Küchen, Keller und sonstige private Vergnügen.

Buch "Reinventing Organizations"
Eines davon ist übrigens das Lesen, weshalb ich an dieser Stelle, damit sich inhaltlich auch ein bissel was tut, ein Buch vorstelle. Eines, das ich wahrlich verschlungen habe. Frédéric Laloux beschreibt darin, wie Organisationen mit ihren Prozessen, Strukturen und Führungsstilen alles einfach anders machen. Und das im besten Sinne. Die »Neuerfindung von Organisationen« ist also keine Floskel am Buchumschlag, sondern die passende Beschreibung seiner Inhalte. Für sinnvolle, sinnerfüllte und damit nachhaltig erfolgreiche Arbeitswelten!
Interessiert, aber (noch) zu bequem, um selbst zum Buch zu greifen? In diesem Video erzählt der Autor ein bissel was über sich und sein Werk. Sehenswert!


Ruth

Adam and his family Montag 2015-09-21

Das ist der kleine Adam. Er, seine sechsjährige Schwester Melak und seine Eltern sind vorgestern am Wiener Westbahnhof im kids corner gelandet. Einer Einrichtung für Flüchtlingsfamilien mit Kleinkindern, die von einer Schar Freiwilliger rund um Roland Reisinger betreut wird und von Spenden lebt.

Der kleine schlafene Adam in einer rosa Decke

Adam hat es nach 20 Tagen Reise aus dem Irak hierher geschafft, die letzten Tage ist er krank gewesen. Seine Mutter, eine unglaublich hübsche Frau, die es trotz aller Strapazen irgendwie schafft, gepflegt auszusehen, hat beim Füttern geweint. Dann hat sie ihre Kinder im kids corner zurückgelassen, um mit ihrem Mann eine Schlafmöglichkeit zu suchen und die Weiterreise nach Zürich zu ihren Verwandten zu klären. Der unruhige Adam wurde in der Zwischenzeit mit einer sanften Bauchmassage in den Schlaf gelullt. Melak war mit ihrer Banane und Apfelsaft glücklich, die Eltern haben nichts genommen.

Adam und Melak stehen sinnbildlich für eine Unzahl von Kindern auf der Flucht. Gestern etwa war Ruha da, ein syrisches Mädchen mit ihren Geschwistern. Adam, Melak und Ruha waren »meine« Kinder, sie habe ich besonders ins Herz geschlossen, neben der wilden Elfmonatigen, deren Namen ich nicht kenne und die alle auf Trab hält.

Die Stunden, die diese Familien hier verbringen, sind ungewiss. Keiner weiß, ob Züge nach Deutschland gehen und falls ja, wann. Und wenn doch, dann ist der überfüllte und teilweise chaotische kids corner plötzlich auf einen Schlag wieder leer. Dann sind Adam, Melak und Ruha wieder weg, mit einem kleinen Stück meines Herzens. Nur die Kleine ist da, sie gehört zu einer der zahlreichen arabischsprachigen Übersetzerinnen, die in Wien leben und ihre Hilfe anbieten. All diese Kinder, unter ihnen viele Babies, kommen aus dem Chaos und ziehen in eine ungewisse Zukunft. Aber zumindest in eine friedliche. Hoffentlich.

Hut ab vor all den Leuten, die im kids corner und im riesigen Kinderfreunde-Parkdeck für die Familien mit größeren Kindern fast rund um die Uhr ehrenamtlich arbeiten. Hut ab vor den Leuten von der Caritas und der unglaublichen Logistik, die sie dort aus dem Boden gestampft haben, Projektmanagement par excellence. Hut ab auch vor der ÖBB, die ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und mit ihren Zügen flexibel ist. Hut ab allen und danke!

Und falls jemand im kids corner mithelfen oder Spenden vorbeibringen möchte, am besten über die Facebookgruppe informieren.

syl
Gegen die Unmenschlichkeit Freitag 2015-08-28
In Zeiten wie diesen fällt es mir schwer, Genüssliches in unserem Blog zu veröffentlichen, von schönen Momenten, großen Weinen oder kulinarischen Erlebnissen zu erzählen. Immer öfter stellt sich mir die Frage, welches Recht wir eigentlich haben, im Luxus Österreichs zu leben. Mensch sein in Österreich

Daher folgt jetzt auch kein praktizierter Genuss, sondern die Bitte, im Kleinen und Großen - je nach Möglichkeit - Unterstützung zu leisten und schlicht und ergreifend Nächstenliebe und Menschlichkeit zu praktizieren.
Ein Zeichen setzen können wir alle am Montag, dem 31. August, bei der »Demo für Mensch sein in Österreich« ab 18 Uhr am Christian-Broda-Platz.

Hier gibt es die wichtigsten Infos, bitte in weiß gekleidet oder mit weißen Fahnen kommen. Auch wenn's nur ein Zeichen ist, je mehr wir sind, desto mehr können wir hoffentlich bewirken.

Und sonst einfach helfen, wo es geht und das Leben trotzdem genießen, die schönen Momente bewusst erleben. Wie schon im letzten Blog: Carpe diem.

Ruth
Letztens beim Biobauern Dienstag 2015-07-14

»Ich möchte als Biobauer zumindest so viel produzieren, wie die billig arbeitenden konventionellen Bauern. Meine Böden sind gesund und vital, ohne synthetische Dünger, die alles versalzen. Es muss also einfach so sein, dass ich zumindest genauso viel ernte, wie die von ihren kaputten ausgelaugten Böden.«

Ein Bio-Zwiebelfeld vor der Stockerauer Landschaft

Der Biobauer Christian Anzböck ist Pragmatiker. Biologische Vielfalt sucht man bei ihm vergebens, siehe das Zwiebelfeld hier oben rechts. Christian produziert für eine Supermarktkette Zwiebel und Erdäpfel und für die Fruchtfolge Weizen. Erst Zwiebel, dann Erdäpfel und danach zweimal Weizen.

Frisch geerntete Zwiebeln

Genau in dieser Reihenfolge, das ist wichtig. Speziell für die Zwiebeln. Kennengelernt haben wir einander im Seminar für Nachhaltigkeits-Management. Er war der, der oft Unruhe in die Vortragenden gebracht hat: »Das hat jetzt aber wirklich nichts mit der Realität zu tun.« Dafür mochten wir ihn. Mögen wir ihn.

Die Lagerhalle für die Zwiebel mit Palettenreihen

Würden alle Bauern sich um ihre Böden so sorgen wie er, könnte die Welt gerettet werden. Sagt er. Daran glauben tut er nicht. Wissen tut er aber: Dass nach zwei Jahren Kompostdüngung seine Pflanzen viel gesünder und vitaler sind als zuvor. Jetzt wartet er auf die Genehmigung für die eigene Kompost-Produktion.

Margariten

Sie kommt hoffentlich bald, er möchte loslegen. Die Kamillen hier stehen neben dem Zwiebelfeld, das er so wie alle anderen Felder bewässert. Der Klimawandel macht's nötig. Ohne zusätzliches Wasser wäre es für heuer schon vorbei mit den Erdäpfeln und Zwiebeln.

Sein Erdäpfel-Tipp für zuhause: Erdäpfel gehören nicht in den Kühlschrank, weil sie dort »verzuckern« und schwarz werden. Aber feucht brauchen sie's. Und die Zwiebel braucht's trocken und kühl.

Christian Anzböck hat keine Website und betreibt keine Werbung. »Zahlt sich nicht aus«, meint er. »Ich hab ja nur einen Kunden.«

syl

Oh ja

Ina Pfneiszl  15.07.2015 15:43

Ich habe diesen Realismus von Christian bei dem Lehrgang ebenfalls sehr genossen und niemals werde ich seine Präsentation vom Ökosystem im Glas vergessen. Danke für den tollen BLOG liebe Sylvia

Genussvolle Distanz, entspannte Nähe Sonntag 2015-06-07

havel & petz sind Ausbildungs-junkies. Das mag etwas hart klingen, bringt es aber auf den Punkt. Denn waren wir grad noch in Linz bei diesem grenzgenialen Mathematiker und Querdenker Bruno Buchberger, vielfachem internationalen Ehrendoktor und

Eine grüne und eine helle Schnur um zwei Papierfüße, die das Distanzbedürfnis zweier Kursteilnehmer anzeigen

Österreicher des Jahres 2010 der Presse, um mehr über Ideenfindung und Innovation zu erfahren, ging es wenige Tage schon weiter ins nächste Seminar. Nebst unseren eigentlichen Masterstudien - Ruth: Organisationsentwicklung und Supervision & ich: CSR und Ethical Management - vertiefe ich mich an der Wifi-Trainerakademie in die spannenden Dinge der menschlichen Kommunikation.

Wie etwas im Rahmen des gerade stattgefundenen Moduls »Körpersprache« in das Nähe- und Distanzbedürfnis von Menschen, das immer auch im kulturellen Kontext zu sehen ist. Leute aus südlichen Ländern haben weniger Distanzbedürfnis und berühren einander viel häufiger als Menschen aus nördlichen. Das ist nichts Neues. Dass es aber innerhalb ein- und desselben Kulturkreises so große Unterschiede gibt, sehr wohl. Siehe Bild.

Die beiden hellen Flecken bezeichnen den Platz, auf dem wir standen (der helle Streifen ist ein Sonnenstrahl, also ohne Bedeutung). Die Schnüre – die helle war meine –  bezeichnen die Stellen vor und hinter einem und links rechts von einem, bis wohin wir die vier Kollegen und Kolleginnen gehen ließen, damit wir uns noch wohl fühlten. Sie kennzeichnen unsere persönliche Distanzzone, unseren Schutzraum. Die grüne Schnur zeigt die Zone eines Kollegen an, der rund 30 Kilometer entfernt von mir geboren wurde. Er lässt die Leute seitlich viel näher an sich herankommen, braucht aber nach vorne mehr Platz.

Diese Erkenntnis ließ einen im Seminar etwas toleranter miteinander umgehen. Besagter Peter »klebte« nämlich geradezu an meiner Seite, als wir nebeneinander vor einer Bilderwand standen. Hatte aber nix zu bedeuten, er wollte überhaupt nichts von mir. Er braucht einfach weniger Platz um sich als ich. Eine gute Erkenntnis auch für den Alltag.

syl
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