Trauben am Rebstock mit beginnender Blaufärbung

Bassena - our weblog

Sorry, in German only

Hormonell wirkende Substanzen machen - auch - dick Friday 2014-03-14
Ungefähr 20 hormonell wirkende Substanzen befinden sich in unserem Kreislauf: als Weichmacher, Konservierungsmittel von Nahrung und Kosmetika, in Düngemitteln, Beschichtungen (Aludosen!), Farben usw. usf. Ihre Produzenten sind die Chemiekonzerne, Ausnahme ist das natürlich vorkommende Nikotin.
Zwei weiße Mäuse vor blauem 
Hintergrund, die linke dick, die rechte dünn.

Dass sie alle wie u.a. Östrogen wirken, weiß man schon lange. Sie können bei Männern zu Unfruchtbarkeit und bei Frauen zu erhöhtem Brustkrebsrisiko führen. Bei kleinen Tieren können sogar die männlichen Geschlechtsorgane verkümmern. Passiert auch. Alles eine Frage der Dosis und Kumulation.

Gestern Abend lief auf 3sat eine besonders spannenden Wissenschaftsdoku zu diesem Thema. Man vermutet nämlich seit geraumen Jahren, dass diese Substanzen Mitschuld an Stoffwechselerkankungen wie Diabetes und an Fettleibigkeit tragen. Sämtliche Forschungsergebnisse weisen darauf hin. In vier europäischen Ländern läuft unter anderem die Langzeit-Studie »Obelix«, in der die Auswirkungen an Kindern untersucht werden. Schaut nicht gut aus, für repräsentative Aussagen ist es aber noch zu früh.

Tatsache ist, dass Ratten und Mäuse bei Verabreichung dieser Substanzen fett und krank werden, sie aber nicht mehr Nahrung zu sich nehmen als die Vergleichsgruppen. Auch Nikotin hat diese Auswirkung. Kommen Babys rauchender Mütter eher mit Untergewicht zur Welt, neigen sie später eher zu Übergewicht als Kinder nichtrauchender Mütter. Es ist ein Drama. Das Rauchen kann man wohl vermeiden, aber all die anderen Stoffe sind einfach da. Biologische Ernährung, Vermeidung von Chemie in Kosmetika und Kleidung sind die richtigen Schritte, aber wirklich entgehen kann man diesen Substanzen nicht.

Und was macht die Chemie? Wird ein Mittel als riskant eingestuft, findet man ein anderes. Statt Bisphenol A verwendet man dann eben Bisphenol B, ganz easy. Und paradoxerweise muss bei all diesen Substanzen nicht ihre Harmlosigkeit bewiesen werden, sondern ihre Gefährlichkeit. Bis es soweit ist, sind sie über viele Jahre in unserer Umwelt aktiv. Danke, liebe Lobbys!

Die diversen Kunststoff-HinweiseUnter diesem Link mehr zur Kenn- zeichnung. 2, 4 und 5 sind soweit harmlos.

Quelle: 3sat
syl
Unsinnige Wasser-nach-Hause-Träger Saturday 2014-02-15

Endlich eine Bassena in der Bassena. Einst einzige Wasserstelle in den Stiegenhäusern der alten Wiener Bürgerhäuser. Treffpunkt für Hausfrauen zum Wasserholen und auf ein Tratscherl. Als das Wiener Wasser per se durch die Mühsal noch teuer und wertvoll war.

Wertvoll ist es noch immer. Im Grunde mehr denn je. Denn keine Hauptstadt auf diesem Erdball kann seine Bewohner mit derart hochwertigem Hochquellwasser versorgen wie Wien. Sieht man von der Blei- und Nickelbelastung durch alte Leitungen und Armaturen ab.

Eine Bassena mit Wasserhahn aus Messing

Die sich leicht umgehen lässt, wenn man das Wasser vor der Entnahme eine Weile rinnen lässt. Minimale Verschwendung im Vergleich zum ökologischen Fußabdruck, den ein Liter Mineralwasser in der Plastikflasche hinterlässt. Dass dem so ist, hat eine Forschergruppe an der Wiener Boku nachgewiesen, die Ergebnisse wurden letzte Woche unter anderem in der Tageszeitung Die Presse veröffentlicht.

Konkret wurde der CO2-Fußabdruck, also die Emission von Treibhausgasen, pro Liter konsumierten Wassers untersucht. Analysiert wurden die Wasser dreier typischer Versorger.

Das Ergebnis: Ein Liter Leitungswasser entspricht 0,1 bis 0,3 Gramm CO2-Äquivalenten. Am meisten ins Gewicht fallen dabei das Leitungsnetz und die dafür anfallenden Baumaßnahmen.

75 bis 140 g CO2 hingegen sind es pro Liter Wasser in der Plastikflasche (abhängig von Gebinde und Wiederbefüllbarkeit). Die Flaschenproduktion fällt hier trotz hoher Recyclingrate am meisten ins Gewicht.

Auf gut Deutsch heißt das, dass ein Liter Plastikwasser rund 100 Mal mehr Treibhausgase verursacht als ein Liter Leitungswasser. Weiters bedeutet das, dass es idiotisch ist, mit Plastik kontaminiertes Wasser teuer zu kaufen, nach Hause zu schleppen und damit die Umwelt zu belasten, anstatt einfach den Wasserhahn aufzudrehen und günstiges, sauberes und viel besseres Wasser zu entnehmen. Schön blöd, wer das so hält.

Quelle: Die Presse am Sonntag, 9. Februar 2014, S. 24
syl
Der kleine und der große Krug Friday 2014-01-31
Ein bisschen erinnert die Geschichte an die des Goldhasen. Der mächtige Schweizer Lindt-&-Sprüngli-Konzern gegen den kleinen österreichischen Schoko-produzenten Hauswirth. Den Streit konnte Lindt 2012 für sich in entscheiden, Hauswirth darf seinen Osterhasen in der ursprünglichen Form nicht mehr produzieren.
Je eine Flasche Krug Champagner und Krug Wein

Das österreichische Magazin Format weiß nun von einem anderem Fall zu berichten. Vor einigen Jahren habe sich ein international Mächtiger auf einen kleinen österreichischen Produzenten eingeschossen, das noble Champagnerhaus Krug auf das gleichnamige Gumpoldskirchner Winzerhaus. Champagne Krug gehört zu LVMH, dem größten Luxuskonzern der Welt. Dessen Tochter Moët Hennessy Champagne Service (MHCS) hat seinerzeit die Wortbildmarke »Krug« für Weine, Champagner, Schaumweine und alkoholische Getränke schützen lassen und klagt das Winzerhaus auf Unterlassung und Namensänderung.

Dessen Wein wird aber nachweislich – durch eine von Maria Theresia unterzeichnete Urkunde – seit 1746 unter der Bezeichnung »Krug«, dem Namen der Winzerfamilie, produziert. Die Weinmarke ist also fast 100 Jahre älter als die Champagnermarke. LVMH wolle indes sogar die Domaine www.krug.at einfordern.

»Da setzt es bei mir aus«, so Winzer Gustav Krug, »Es kann mir niemand verbieten, meinen eigenen Namen zu verwenden. Außerdem haben wir die Domaine in Österreich geschützt, nach dem heimischen Prinzip: first come, first serve.«

Wir drücken Gustav Krug die Daumen, dass sein Streit besser ausgehe als der um den Goldhasen.

Quelle: format.at
syl

Trinken Sie! Moderater Weinkosum für unsere Seele. Wednesday 2014-01-22
Wein hält Leib und Seele zusammen, jetzt liegt es auf dem Tisch. In einer breit angelegten spanischen Studie - 5.505 ältere Teilnehmer/innen, die bis zu sieben Jahre lang bebachtet wurden - kam man dahinter, dass die Leute mit moderatem Alkoholkonsum weniger häufig Gefahr liefen, depressiv zu werden, als Abstinenzler. Zwei bis sieben Gläser Wein pro Woche machen's aus. Aber bitte nicht mehr, sonst geht der Schuss nach hinten los. Da der Schreibenden gerade der Mund wässrig wird, wird hier für einen Hupfer in den Weinkeller kurz unterbrochen. Danke für Ihre Geduld!
Illustration: All you need is a glass of wine.

Das Glas moderat gefüllt mit BattenfeldSpaniers Hohen-Sülzen Riesling 2011 melde ich mich zurück und drücke in Zahlen aus:

5 bis 15 g Alkohol täglich und Ihr Risiko, an einer Depression zu erkranken, liegt um 28 Prozent niedriger, als wenn Sie genuss- und weinlos dahinwelken. Das ist ja schon einmal was. Untersucht wurde in dieser epidemiologischen Studie eigentlich der Einfluss mediterraner Ernährung auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit der erwähnten Gruppe Spanierinnen und Spanier, die alle ein hohes Erkrankungsrisiko in sich trugen. Ihre Ess- und Trinkgewohnheiten wurden jährlich neu abgefragt und aktualisiert. Da in Spanien Wein das hauptsächliche alkoholische Getränk ist, war die Auswertung seines Einflussen für die Wissenschaft geradezu ein Leichtes.

Und bitte: Wer über die gesamte Studiendauer die empfohlene Menge bis maximal 15 g Alkohol täglich (rund 200 ml Wein) oder in Summe eben zwei bis sieben Gläser Wein pro Woche zu sich genommen hatte, wies sogar ein um 43 Prozent geringeres Depressionsrisiko auf. Eine klare Verstärkung des Effekts durch entspannten Weingenuss über die Jahre.

Also, liebe Leserinnen und Leser. Trinken Sie Wein! Aber trinken Sie moderat, damit Ihnen das Herz noch über viele viele Jahre lang im Leibe lacht!

Quelle: Gonder, Ulrike. Hrg. Deutsche Weinakademie. Moderater Weingenuss - weniger Depressionen. In: vinomed. Magazin für Wein, Genuss & Gesundheit. Verlag systemd GmbH, Lünen. 1/2014. S. 6
syl
Hörsaal-Slam - Prädikat wertvoll! Sunday 2014-01-12

»Eines Tages, Baby, werden wir alt sein«. Julia Engelmann, Studentin an der Hochschule in Bielefeld, bei ihrem Poetry Slam. Über verpasste Chancen und ungelebte Träume.

Großartig vorgetragen und zu Recht beinahe 1.000.000 Klicks auf Youtube. Wenn Sie das lesen, sind es schon wieder mehr.

Julia Engelmann bei ihrem Slam
Tun Sie einfach, was Julia Ihnen sagt. Damit Sie nicht dann, wenn Sie alt sind, sagen müssen: »Beinahe hätten wir uns einmal gesagt, wieviel wir uns wert sind.«

Zum Film: hier oder auf das Bild klicken.
syl

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ruth havel & sylvia petz
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Aids-Schleife HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!

 

Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!