Grüne halbierte Tomaten in Großaufnahme

Bassena - unser Blog

Die Champagnerwitwen Montag 2014-12-29

Gott sei Dank gab und gibt es sie allerortens, starke Frauen, die was weiterbringen. Unter den »veuves«, den Witwen, ist Madame Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin sicherlich die bekannteste. La Veuve Clicquot. Ihr sagt man nach, die Entdeckerin der Flaschendrehung bei der Champagner-Herstellung gewesen zu sein.

1805 übernahm sie als 27-Jährige das Unternehmen ihres verstorbenen Mannes, im damaligen Frankreich übrigens die einzige Möglichkeit für Frauen, unternehmerisch tätig


zu werden. Als Witwe. Jeder anderen weiblichen Bürgerin war das untersagt. Genauso wie ein eigenes Bankkonto zu haben. Die guten alten Zeiten?

Wie auch immer, Madame stürzte sich in ein ihr bislang unbekanntes Metier, führte elegantere Flaschen ein, schuf die ersten Flaschen-Etiketten, erfand den Rosé-Champagner und schaffte es 1814 als erste, eine Schiffsladung Champagner an den Zarenhof in Petersburg zu schicken. Und legte damit den Grundstein für den ganz großen Erfolg.

La »grande Dame de la Champagne« war die erste in einer Reihe von erfolgreichen Witwen im französischen Schaumweinbusiness. Louise Pommery übernahm 1860 in Reims das Erbe ihres Mannes, Mathilde Emilie Perrier kam 1887 ans Ruder des Hauses, nachdem ihr Mann verstorben war. Allen drei Frauen gelang es, ihre Häuser groß zu machen.

Dass auch heute noch erfolgreiche Frauen in Reims, Epernay & Co das Sagen haben, versteht sich von selbst. Und nicht nur in den großen Häusern, sondern auch in kleinen und feinen. Und es sind nicht nur Witwen. Das hat sich über die Jahrhunderte Gott sei Dank geändert.

Quelle: Der Standard, 27./28. Dezember 2014, Seite 3

Ruth

»Dancing in Jaffa« - eine wunderbare Filmdoku Sonntag 2014-12-28

Der vierfache Tanz-Weltmeister Pierre Dulaine »Mr Pierre« kehrt in seine Geburtstadt Jaffa bei Tel Aviv zurück. Er möchte dort lebende israelisch-palästinensische und israelisch-jüdische Kinder gemeinsam in Tanz unterrichten. Das ist das, was er für den Frieden in seiner alten Heimat tun kann.

Zwei tanzende Kinder, im Hintergrund Mr Pierre

Seine Zeit mit den Kindern wird filmisch dokumentiert. Zehn Wochen reichen für die Elfjährigen aus, um über Barrieren hinwegzusteigen und Vertrauen zu finden. Zwei Stunden Filmvergnügen voller Schmunzeln, Mitfreuen, Hoffnung und Verständnis für die beiden Lager, die es so schwer haben miteinander.

Das Projekt lebt weiter, es war keine Eintagsfliege. In der Zwischenzeit haben über 1.000 jüdische und arabische Kinder miteinander tanzen gelernt.

Hier geht es zur Website der 2013 erschienenen vielfach ausgezeichneten Doku mit einem kurzen Trailer: Dancing in Jaffa. Danke an die Mr Pierres dieser Welt!

Dancing in Jaffa
syl
Auster gut, alles gut Freitag 2014-12-26
Die Auster und ich haben eine Weile gebraucht, bis wir einander mochten. Ans Herz gewachsen ist sie mir erst nach so manch ekel- überwindenmüssendem Anlauf. Das ist einige Jahre her, unsere Freundschaft hält. Und nun muss ich mir plötzlich Sorgen machen um sie. Denn es steht nicht gut um die Auster.
eine geöffnete Auster auf grauem Untergrund

Die N.Y. Times und andere Medien wie Bloomberg haben dieser Tage berichtet, auf orf.at wurde zusammengefasst: 2008 starb in Europa und Noramerika ein großer Prozentsatz der Austernlarven in den Zuchten. Seither ist die Branche am Kämpfen. Es sind Viren und Bakterien, die die Ernten bis zu 90 % vernichten, für Experten liegt die wahre Ursache aber im Klimawandel. Das Kohlendioxid ist wahrscheinlich der Hauptverursacher des Austernsterbens, die Weltmeere sind zu sauer. Die Austern können dadurch weniger schützenden Kalk ausbilden, was sie anfälliger für Krankheiten macht. Die gleichzeitige Erwärmung der Meere kommt der Vermehrung von tödlichen Viren und Bakterien entgegen und wirkt sich gleichzeitig auf die Hauptnahrung der Austern, das Plankton, negativ aus.

Nun kann man natürlich gut ohne Austern auskommen, wenn man nicht gerade von der Zucht leben muss. Aber die Austern und andere Muschelarten sind sensible Vorboten für die Auswirkungen des Klimawandels. Auch Fische leiden unter den sich veränderten Bedingungen der Meere. Und das mag man sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn es zu einem vergleichbaren Fischsterben kommen sollte.

Wir müssen also schleunigst dafür sorgen, dass es den Austern gut geht. Wenn es ihnen gut geht, darf es auch uns gut gehen. Damit wir uns auch weiterhin auf sie auf unserem Teller freuen können.

www.orf.at
syl

Keksebacken hält warm Sonntag 2014-12-21
Wie jedes Jahr waren wir auch heuer ziemlich spät dran mit dem Keksebacken. Aber besser spät dran als zu spät dran. Und weil heuer - klassisch am Samstag Morgen - die Therme ausfiel und der Notdienst übers Wochenende natürlich keine Ersatzteile parat hatte, kam die Küchenumtriebigkeit gerade recht.
Orangendukaten mit und ohne Schokolade

Sie hielt uns vom Frieren ab, Unterstützung kam von Backrohr und Geschirrspüler, die - nicht sehr umweltfreundlich, aber da mussten sie durch - in Dauerbetrieb waren.

Traditionellerweise werden bei uns nur diese drei Sorten Kekse gebacken:

1. Die Orangendukanten aus dem Plachutta, sie sind einfach köstlich. Die ohne Schoko am Bild sind meine, das wissen die Töchter und lassen sie sein. Hier geht's zum REZEPT.

2. Die Eiklar-Reste der Dukaten wandern in die Nusszungen von Eckart Witzigmann. In unserer abgewandelten Form um ein Eck köstlicher als vom Chef, hier das Original im REZEPT. Wir lassen rund ein Drittel vom Zucker weg, die Masse fließt ident. Diese - wir haben keine Schablonen - je nach Ambition einfach aufs Blech streichen und nach dem Backen in Vierecke schneiden oder, so wie wir das machen, den Spritzsack füllen, Zungen aufs Blech dressieren und ab ins schön warme Rohr. Man möcht sich ja fast dazusetzen ...

Dort die Zungen nur ein paar und nicht 15 Minuten nachtrocknen lassen, dann picken sie zwar, sind aber weich und wunderbar. Und jetzt unbedingt: nicht die Schoko! Wir nehmen Preiselbeermarmelade. Das macht die Nusszungen erst wirklich deliziös, sodass man fast nimmer aufhören könnt. Und wenn man dann, so wie wir, statt der Mandeln ausschließlich Haselnüsse nimmt, dann hängt der Kekse-Himmel überhaupt voller Geigen. Sie sehen also, vom Original-Rezept ist nicht mehr viel übrig. Aber wir sind hier die Chefin.

3. Ausstech-Kekse. Weil nur Ausstech-Kekse echte Keckse sind. Die variieren von Jahr zu Jahr, heuer sind wieder Lebkuchen dran. Weil jedoch die Zutaten in Bio-Qualität nicht mehr alle verfügbar waren - das Ammonium und die Gewürze - haben wir nix ausgestochen und nehmen morgen einen neuen Anlauf. Mit selbstgemachtem Teig oder wenn alle Stricke reißen, eben mit gekauftem. Und selbstverständlich mit den Osterhasen-Ausstechern, weil wir wissen, dass sich das mit der Weichwerdung heuer nicht mehr ausgeht.

Aber egal, es geht ja ums Backen und nicht ums Essen. Wobei morgen die Heizung hoffentlich wieder läuft und es dann wirklich ausschließlich ums Backen geht. Drücken Sie uns die Daumen!

syl
Keine Weihnachtsmusik Samstag 2014-12-20
Obwohl ich mich anders als die meisten nicht zu den Weihnachts–musikgeschädigten zähle und als Schnulzenliebhaberin durchaus an Liedern der stillsten Zeit im Jahr Gefallen finde, die anderen die Grausbirnen aufsteigen lassen, höre ich das vorweihnachtliche Gedudel nicht aktiv und absichtlich. Sprich, ich leg weder irgendwelche Weihnachts-CDs ein, die ich übrigens gar nicht besitze, noch höre ich  diesbezüglich spezialisierte Radiosendungen.
Zaz, französische Sängerin © ZAZ

Mein musikalisches Herz schlägt zur Zeit für Zaz. Schon vor einigen Jahren bekam ich eine CD der Franzosin mit dieser wunderbar eigenen, zwischen Leidenschaft, Verzweiflung und Lässigkeit changierenden Stimme geschenkt und ließ sie unverständlicherweise lange links liegen. Weiß Gott, warum. Vor kurzem fiel sie mir auf iTunes wieder in die Hände, überspielt hatte ich sie damals offenbar immerhin.

Tja, und so höre ich seit ein paar Wochen ziemlich viel Zaz. Und kann allen, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen, eine Zaz-CD wärmstens empfehlen. Hier eines meiner Zaz-Lieblingslieder: Ebloui par la nuit.

Dieses hier ist übrigens auch wunderschön: Port Coton. (Die Schnulzentante kommt durch ...)

Ich hoffe sehr, das Zaz in absehbarer Zeit einmal für ein Konzert nach Wien kommt. Ich werde da sein.

Ruth

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