Bunte Rüben und Kraut in einer Holzschale

Bassena - unser Blog

Grätzel-Upgrading mit Upcycling Freitag 2014-10-03
Wir sind von unserem Grätzel begeistert. Immer schon und sowieso. Diese Woche aber haben wir ein neues Geschäft entdeckt, dass uns noch ein bisschen begeisterter macht. Das Kellerwerk auf der Gumpendorfer Straße. Vom Gummiringerl-Armband über das Groschen-Ketterl, die Zeitungs- Schmuck aus Gummiringerln

papier-Lampen, den Ölfass-Couchtisch und die Reissack-Pölster ist die Auswahl wirklich groß. Und ein Stück ist schöner und origineller als das andere.

Unglaublich, was manche aus Dingen machen können, die bei anderen im Müll landen. Das regt schon zum Nachdenken an. Und führt einem vor

Augen, wie absurd unsere Shopping-Gesellschaft mittlerweile geworden ist. In der Kellerwerkstatt zu gustieren macht Spaß, ist lustvoll und die Betreuung mehr als herzlich. Unbedingt einen Abstecher wert!

Kellerwerk

Ruth

Ich glaub, der könnt mir schmecken. Dienstag 2014-09-30

Was man in einem Decanter-Newsletter so alles erfährt! »Roederer launches first new Champagne 'since 1974'.« Das an sich klingt schon einmal nicht so schlecht. Was mich aber richtig neugierig macht, ist die Tatsache, dass es sich beim neuen Edelgetränk aus dem Hause Roederer, dem »Brut Nature 2006«, um einen »zero dosage« handelt.

60.000 Flaschen gibt es vom Jahrgangs-Champagner, für den Jean-Baptiste Lecaillon im Keller und Philippe Starck in der Designwerkstatt verantwortlich waren.


Die Trauben aus 56 % Pinot Noir und 44 % verteilt auf Chardonnay und Pinot Meunier kommen alle aus den biodynamisch bewirtschafteten Weingärten in Cumieres. Sie wurden alle am selben Tag gelesen und gemeinsam gepresst. Kellermeister Lecaillon wollte weg von sortenspezifischen Aromen und stattdessen »das Terroir sprechen lassen.«

Philippe Starck hatte da offenbar auch seinen Anteil an der Entscheidung, gab er seine Zusage zum gemeinsamen Projekt doch nur unter der Bedingung, bei der Weinbereitung ein Wörtchen mitreden zu dürfen.

Händler, die den neuen Stoff führen, wurden offiziell noch keine genannt, für zweckdienliche Hinweise bin ich also dankbar. Ach ja, 2009 wird der nächste Brut- Nature-Jahrgang sein.

Hier die Original-Infos auf der Decanter-Website
Ruth

Roséfarben angehauchter Oktober Montag 2014-09-29
Dieser Rosenstrauß ist drei lieben Freundinnen gewidmet. Sie haben's alle geschafft, der Brustkrebs hat den kürzeren gezogen. Er ist aber auch all den Frauen gewidmet, die schlussendlich unterlagen. Weil die Forschung und Medizin möglicherweise noch nicht so weit fortgeschritten waren wie heute.
rosa Rosenblüten

Oder weil sie ihre Krankheit zu spät entdeckt haben. Er ist der zukünftigen Frau eines Freundes gewidmet, die den Kampf gerade aufnimmt, und all den anderen Frauen - und Männern - die mitten drin stehen. Und uns allen, die noch keine Ahnung davon haben, dass auch sie möglicherweise irgendwann betroffen sein werden.

Der Oktober steht seit vielen Jahren im Zeichen des Brustkrebses, um an die Vorsorgeuntersuchung zu erinnern. Je früher die Diagnose, umso besser die Heilungschancen. Also, meine Lieben!

syl
Lese 2014 - Lagebericht aus dem Weinviertel Freitag 2014-09-26
Dass die heurige Weinlese mit allen Wassern gewaschen ist, weiß man hinlänglich. Regional gibt es aber trotz allem große Unterschiede, die wir hier am Beispiel unserer Kunden und Freunde näher beleuchten möchten. Den Anfang macht Herbert Zillinger, stellvertretend für das südliche Weinviertel.
Lotti im Weingarten

Er schreibt: »Wenn wir Lotti, unseren Traubenhund, nicht hätten. Sie bewacht unsere raren gesunden und deshalb umso wertvolleren Trauben. Denn heuer macht uns die Lese ganz schön zu schaffen. Diese anstrengendste Lese aller Zeiten, der Fäulnisdruck ist nach wie vor enorm.

Wir sind seit 10 Tagen mit einem kleinen feinen und hochmotivierten 4-köpfigen Team im Weingarten unterwegs, und mit Lotti. Anfangs haben wir die Traubenzonen freigestellt (entblättert), damit die Beeren schnell abtrocknen können. Jetzt sind wir ständig am Ausselektionieren von faulem Traubengut. Es bleibt leider nicht viel brauchbare Ware übrig; aber das, was bleibt, ist sehr vielversprechend.

Qualitativ ist wirklich noch alles möglich, quantitativ ist es ein Desaster. Gut, dass Lotti aufpasst wie ein Haftlmacher. Gute Vorarbeit, Nervenstärke und rigorose Selektion werden einen Top-Jahrgang im Weißweinbereich möglich machen. Gestern haben wir den Grünen Veltliner Vogelsang geernet. Die wenigen verbliebenen Trauben könnten nicht schöner und aromatischer sein! Jetzt hoffen wir auf einen ordentlichen Altweibersommer für all die anderen Trauben, die noch draußen sind.«

Das hoffen wir auch und wünschen Herbert, Carmen, Lotti und all ihren Kolleginnen & Kollegen alles Gute für die kommenden Wochen.

www.zillingerwein.at
syl

Handels-Servicewüste Wien Freitag 2014-09-26

Als würden sie sich vor uns fürchten. Als wären wir unerwünscht. Als würden sie uns gar nicht wahrnehmen. Oder nicht wahrnehmen wollen. So kamen meine beiden Kinder und ich uns vor, als wir uns gestern am Nachmittag zum obligaten Herbst-Shoppen aufmachten. Also ein paar

Mariahilfer Straße, Wien

Dinge besorgen wollten, die Jugendliche für den Herbst halt so brauchen.

Wer »sie« sind? Die Verkäuferinnen und Verkäufer in diversen Geschäften auf der Mariahilfer Straße. Gleich vorweg: Ich zähle mich zu den Menschenfreundinnen, bin meist gut gelaunt und freundlich und sehe in meinen Mitmenschen, also auch in Verkäuferinnen und Verkäufern, prinzipiell einmal mir wohlgesonnene Personen. Gestern wurde ich am laufenden Band enttäuscht.

Egal ob in diversen (großen) Schuh-, Mode-, oder Sportgeschäften, wirklich willkommen waren wir nirgends. Ein paar Szenarien gefällig? Ein Riesen-Schuhgeschäft, in dem im Untergeschoß viel Verkaufspersonal und kaum Kunden unterwegs waren. Wir duchsuchten (sichtlich!) stapelweise Schuhkartons nach der passenden Größe. Zwei Meter neben uns unterhielten sich zwei Verkäufer/innen (sichtlich!) gelangweilt und rührten kein Ohrwaschel. Wollten sie vielleicht gar keine Ware loswerden?

Nächstes Schuhgeschäft, diesmal im ersten Stock. Keine Kunden, ein Verkäufer. Wir (sichtlich!) auf der Suche nach etwas Bestimmten, er begrüßt uns (gezwungenermaßen, er kam gerade um die Ecke und lief uns quasi in die Arme) und verzog sich dann. Wahrscheinlich wartete er geduckt hinter dem Ladentisch, bis wir wieder weg waren. Ähnliche Szenarien in diversen Outlets der bekannten Modeketten. Dazu kam, dass ein klassisches Kleidungsstück wie der Dufflecoat zwar nicht ausgedient hat (wir wurden schlussendlich fündig), er Verkäufer/innen jedoch kein Begriff mehr ist. »Bitte was suchen Sie?«

Ich möchte unseren Blog nicht zur Jammerbühne umfunktionieren und vor allem keine oberflächlichen Schuldzuweisungen machen. Ich finde es nur erschreckend, wie unprofessionell die »Menschen am Kunden« sind, wie schlecht sie offenbar geschult und wahrscheinlich auch geführt werden und wie sehr sich die Unternehmen damit schaden. Weil 1.) definitiv Umsatz verloren geht und 2.) Kunden so kaum zu Stammkunden werden.

Meine Sicht der Dinge: Die Katze beißt sich im Handel in den Schwanz. Der Kostendruck ist enorm, ja, auch weil wir alle zu wenig für die Produkte bezahlen. Da wird dann auch beim Personal gespart. Und zu wenig Bezahlung und Wertschätzung schlagen sich halt schlussendlich beim letzten Glied in der Kette nieder. Blöd nur, dass es das Glied ist, das am unmittelbarsten an den (potenziellen) Kunden dran ist.

Ruth
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