
Bassena - Unser Weblog
| KEINE KRISE IN DER KISTE |
Dienstag 2010-01-19 |
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Dass die Krise nicht alle gleich trifft, eine Binsenwahrheit. Dass immer mehr Asiaten und Russen immer lieber und immer teurere Weine trinken, ebenso. Die Kombination oder wohl eher Kumulation von beidem resultiert in regelmäßigen Rekordergebnissen bei internationalen Weinversteigerungen.
Christie's und Sotheby's freut's. Die Wein-Departments konnten ihre Umsätze 2009 deutlich steigern. Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen. Wein zieht offensichtlich trotz der Krise, oder vielleicht gerade deshalb?
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Credits: Herbert Lehmann
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Der sogenannte En-Primeur-Markt, hier wird noch vor der Füllung der
Flaschen mit den Jahrgängen spekuliert, spürt die Auswirkungen der wie
auch immer gearteten Krise sehr wohl. Der Wein bleibt oft im Keller, in
dem des Winzers wohlgemerkt. Ganz anders wie gesagt bei den Auktionen. Die beiden oben genannten Platzhirschen schöpften aus dem Vollen. Bei Christie's mit 50 Millionen Dollar und 25 Auktionen. Sotheby's gab es bescheidener. 18 Versteigerungen und rund 42 Millionen Dollar.
Was die Zielgruppe so springen ließ? Zum Beispiel schlanke 26.372 Dollar für zwölf Flaschen Chateau Petrus aus dem Jahr 1978 oder läppische 93.077 Dollar für eine Sechs-Liter-Variante ebenfalls Chateau Pétrus, Jahrgang 1982.
Nur für den Fall, dass finanzkräftige Mäzene Interesse haben, die Partnerin und ich würden so gerne einmal mitsteigern...
Quelle: Der Standard, 16. Jänner 2010
Ruth
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| MAGERE ZEITEN MACHEN DICK |
Dienstag 2010-01-19 |
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Am Activity Monitor hier im Blog schlägt zur Zeit das Pendel zugunsten der Partnerin aus. Hier also ein Beitrag als Gegengewicht. Womit wir schon beim Thema wären.
Neben dem hier bereits zitierten "French Paradoxon" gibt es nämlich noch ein anderes, das man vielleicht das "Poor Food Paradoxon" nennen könnte. Denn: Je weniger Geld die Leute für Lebensmittel zur Verfügung haben, umso dicker werden sie. Schlechte Zeiten für das Gesundheitswesen!
Und tatsächlich:
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1. Geringere Einkommen haben eine Verringerung der körperlichen Aktivität in der Freizeit zur Folge. Couch potatoe.
2. Diesen Effekt hat auch die höhere Arbeitslosigkeit. Couch potatoe.
3. Deflation verbilligt die Lebensmittelpreise, was zur vermehrten Kalorienzufuhr führt. Couch ...
4. Weniger Kohle führt dazu, gesündere und teurere Lebensmittel durch billigeres Essen und Junkfood zu ersetzen. Da man zusätzlich immer weniger genießt, siehe Beitrag der Partnerin, knotzt man beim Essen vor der Kiste. C...
Noch ein Paradoxon aus dem Land der "corned beef people", wie meine britische Schwägerin ihre Landsleute zu nennen pflegt, weil deren blasse Oberschenkelhaut von einem Netzwerk durchscheinender Äderchen durchzogen ist: Stellten alle Briten ihre Ernährung zugunsten eines höheren Obst- und Gemüsekonsums um, führte das zu einer Preisexplosion (bedingt durch das große Importvolumen) und vergrößerte die Ungleichheit in Sachen gesunder Ernährung weiter. Da beißt sich die Ernährungskatze in den Schwanz!
Die Krux: Junkfood ist schlichtweg zu billig! Und des Pudels Kern ist ein Hund.
Wir von havel & petz fordern deshalb höhere Steuern auf Junkfood, Chips und Junkdrinks. Nein, geht doch nicht, sonst verhungern die Briten. Was also tun?
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syl
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| EIN SINNLICHER ABEND DER ANDEREN ART |
Samstag 2010-01-16 |
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Der retronasale Effekt ist der Hammer, der Eisprung beeinflusst den Geruchssinn der Frauen ungemein positiv, und die Zuordnung von Geschmacksqualitäten wie süß, salzig, bitter oder sauer zu bestimmten Zungenarealen ist der absolute Humbug.
Doch der Reihe nach. havel & petz luden diese Woche zu einem ganz speziellen "Abend der Sinne". Romana Fertl und Thomas Irmler, gemeinsam OpenSense, führten eine Fotografin, einen Koch, eine Journalistin nebst männlichem Pendant, den Chef eines Alkoholfreien-Wein-Unternehmens und die beiden Agentur-Frauen in die Welt der Sensorik ein. Anhand von Geschmacksproben musste die Runde gleich einmal die fünf Grund-geschmacksarten süß, sauer, salzig, bitter und umami erkennen. Keine leichte Aufgaben, die Fotografin trumpfte als einzige auf. Sechs von sechs Punkten.
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Umami? Das Wort kommt aus dem Japanischen, bedeutet in etwa würzig, wohlschmeckend. Alle eiweißhältigen Lebensmittel enthalten Glutamat, und das ist verantwortlich für diese fünfte Geschmacksrichtung. Algen, Seetang, Thunfisch, getrocknete Pilze, Hartkäse (Parmesan!), reife Paradeiser, Fleisch, alles Dinge, die umami schmecken. Und das schmeckt offenbar den meisten. Kein Wunder, schmeckt doch schon die Muttermilch so richtig umami.
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Das mit der Zunge muss ich auch noch erklären. Die gustatorische Wahrnehmung erfolgt durch die Geschmackspapillen. Diese befinden sich auf der Zunge, am weichen Gaumen, an der hinteren Rachenwand und am Kehldeckel. Jede dieser Papillen ist für mehrere, meist sogar für alle Geschmacksqualitäten empfindlich. Süß schmeckt also nicht nur vorne süß, und auch sauer, salzig oder bitter können wir egal wo auf der Zunge erkennen. Mit der nach wie vor gelehrten Zungenkarte verhält es sich offenbar so wie mit dem jahrelang kolportierten hohen Eisengehalt im Spinat, sie ist einfach falsch. Also: vergessen!
Beim Verkosten spielt - jawohl - auch der Tastsinn eine Rolle. Dabei geht es um das sogenannte Mundgefühl. Macht ja einen Unterschied, ob wir etwas Weiches, Hartes, Glattes, Klebriges oder Glitschiges in den Mund nehmen. Ob es kalt, warm oder heiß ist. Ob Chili oder Pfeffer, Menthol oder Pfefferminz, "scharfer" Alkohol (nie probiert!) oder Kohlensäure, das alles bewerten wir mit dem Mundgefühl.
Und nun zur Königsklasse. Zum Geruchssinn. Alles was wir riechen, landet flugs im limbischen System, unserer "Gefühlswerkstatt". Sämtliches jemals Gerochenes wird hier gespeichert, positiv oder negativ. Soll heißen, unsere Erinnerungen sind schuld daran, ob wir etwas riechen können oder nicht.
Gerochen wird erstens orthonasal, also direkt, so wie sich das jeder vorstellt. ABER - wirklich umwerfend wird's retronasal. Haben wir mit Vanille ausprobiert. Zuerst mit "Nase zu" geschleckt, fühlt sich süß an, sonst nix. Dann, Finger loslassen und ... eine Explosion der Sinne. Selber ausprobieren!
Speziell interessant und in unserer Runde stante pede bewiesen: Der Geruchssinn der Frauen ist zur Zeit des Eisprungs am besten. Deshalb hat die Partnerin auch so brilliert an dem Abend und war darob ganz eiphorisch.
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Herzlichen Dank an Romana F. und Thomas für den spannenden, interessanten, lehrreichen und so amüsanten Abend.
Hier gibt's mehr über die beiden und OpenSense
Ebenfalls vielen Dank an Romana K. für die Fotos.
Und der ganzen Runde ein Dankeschön fürs Dabeisein und die eine oder andere Wortspende :-).
Ruth
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| DER NICHT-PRAKTIZIERTE GENUSS |
Samstag 2010-01-16 |
Sitzt die Autorin kürzlich in einer Arztpraxis im Wartezimmer. Wartend, was sonst. Und das dauert in diesen wörtlich zu nehmenden Räumen oft lange. In Ermangelung eines mitgebrachten Buches oder gar des nach Arbeit schreienden Laptops greift die Schreiberin zur November-Ausgabe der "WIENERIN". Und wird schier blass. Laut einer Umfrage unter Leserinnen eben dieses Magazins geben lediglich drei (!!!!) Prozent an, ihr Essen regelmäßig zu genießen. Die restlichen 97 Prozent verteilen sich gleichermaßen zwischen ständigen Magenschmerzen, gehetzter Nahrungsaufnahme zwischendurch und - dem Tag des Herrn sei Dank - seltenen ruhigen Mahlzeiten am Wochenende. | | Und den Amerikanerinnen geht's offensichtlich und wie erwartet nicht anders. Laut einer Studie der University of North Carolina zeigen 65 Prozent der über 4.000 befragten Frauen ein gestörtes Essverhalten. Weitere zehn Prozent gelten bereits als "essgestört". Gründe für diese - für die Autorin dieser Zeilen horrenden - Zahlen sind einerseits das Bombardement an Bildern perfekt geformter Frauen und andererseits schlicht und ergreifend zu wenig Zeit. Zu wenig Zeit um in Ruhe zu essen, vom chronologisch davor anzusiedelnden Kochen ganz zu schweigen. Leider gibt's an dieser Stelle keine Lösung für den Weg aus diesem Schlamassel. Weil die Schreiberin den jetzt nicht in der Schublade hat. Lediglich ein kleiner Tipp: Öfter einmal den Job Job, den Haushalt Haushalt und die Familie Familie sein lassen. Und sich Zeit zum Genießen nehmen. Es lohnt sich. Ruth
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| Weingut Josef Hofstätter ist WINERY OF THE YEAR des amerikanischen WINE & SPIRITS Magazins |
Donnerstag 2010-01-14 |
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Besser spät als nie, denn es ist nie zu spät für eine gute Meldung. Zu lesen war es nämlich schon in der Wine & Sprits-August-Ausgabe 2009, dass Martin Foradori-Hofstätter mit seinem Weingut Josef Hofstätter zum bereits 2. Mal Winery of the Year wurde. Erstmals 2007 und zwei Jahre später wieder.
9.000 Weine verkostet das Team der US-amerikanischen Fachzeitschrift "WINE & SPIRITS" jährlich, bevor es die international besten Weingüter und Weinkellereien prämiert.
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"A hearty congratulation to you and your teams: at 'Wine & Spirits' we've selected Hofstätter as a Winery of the Year. Hofstätter performed in the top echelon a great ambassador for the wines of Alto Adige", lautet der Kommentar Josh Greens, Herausgebers des Magazins. Da schließen wir uns gerne an.
Topqualitäten zu erschwinglichen Preisen sind Martin Foradori-Hofstätter ein großes Anliegen. Dass er damit auf die richtige Karte setzt, hat er mit seinen Auszeichnungen nun bewiesen. Denn gleich zwei seiner fünf Weine, die mit mehr als 90 Punkten belohnt wurden, erhielten zusätzlich die Prädikate "BEST BUY" und "CHAMPIONS OF VALUE": Lagrein 2007 und Weißburgunder 2008 der Linie "hofstätter joseph"
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www.hofstatter.com
www.wineandspiritsmagazine.com
syl
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HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!
Hier lässt sich's tratschen oder "havelundpetzen". Wie früher an der "Bassena", dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, in denen dort der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!
DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.
> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.
Bag-In-Box also. Wußten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?
> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.
> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.
> Purple Wine
Purple Wine und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.
Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.
> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!
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