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Wenn Wein und Monsun zusammentreffen Tuesday 2011-05-10

Was macht eine Deutsche, die im Rheingau Weinbau studiert hat, in Thailand? Yep, Wein. Kathrin Puff ist für die Siam Winery, 1986 vom thailändischen Milliardär Chalerm Yoovidhya gegründet (Mehrheitseigentümer von Red Bull!), als Weinmacherin umtriebig. Und sie hat sich an »alles anders« gewöhnt.

© Dirk Jochmann

Liegen die meisten Weinreben auf unserem Globus zwischen dem 30. und 50. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators, sprechen wir hier vom 13. Breitengrad. Kein Weingut der Welt liegt näher am Äquator. 60 Kilometer südwestlich von Bangkok befinden sich die »schwimmenden Weingärten« im Chao-Phraya-Delta. Schwimmend deshalb, weil die einzelnen Reihen durch breite Wasserkanäle getrennt sind. Flache Boote ersetzen den Traktor.

Der Monsun bestimmt statt der Jahreszeiten die Vegetation, aufgrund des Klimas wären zwei Ernten pro Jahr möglich. Die Trauben für die sogenannten Estate-Weine werden aber nur einmal pro Jahr gelesen. Ende Oktober, zu Beginn der Trockenzeit, erfolgt der Rebschnitt, im Februar beginnt die Lese. Nach durchschnittlich 15 Jahren hat ein Rebstock im fernen Osten ausgedient.

Einer der Estate-Weine ist der Monsoon Valley, der aus der weißen Colombard-Traube gekeltert wird. Ein Wein, der laut Effilee-Autor Andreas Honester auch zurück in der Heimat vorzüglich mundet. Und mit seiner delikaten Säure und den exotischen Fruchtnoten bestens zu asiatischen Gerichten passt.

So, wieder eine Weinregion, in die man fahren sollte.

Quelle: Effilee # 16, Mai/Juni 2011
www.siamwinery.com

Ruth

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Durst Monday 2011-05-09
Es wird Zeit für Wasser. Die Landwirtschaft in Europa braucht dringend Regen. Noch ist in den Böden genügend Feuchtigkeit aus dem Winter, wenn es aber in diesen Wochen nicht zu ergiebigen Regenfällen kommt, wird es eng. Denn jetzt ist die intensivste Wachstumsphase der Pflanzen.

Erst der Frost und jetzt der mangelnde Regen. Die Landwirte kommen nicht zur Ruhe. Egal, um welche Nutzpflanzen es sich handelt, sie sind zu durstig. Sei's der Wein, das Getreide oder der Mais. Viele Pflanzen seien weit gediehen, aber zu trocken, heißt es auch von Seiten der österreichischen Landwirtschaftskammer. Wenn das Wetter so bleibt, sei mit Ernteausfällen und weiter steigenden Preisen inbesondere bei Weizen zu rechnen. Vielerorts werde bereits bewässert, so früh wie noch nie. In manchen Teilen Europas herrscht bereits Waldbrandgefahr, dafür drohen in Amerika am Mississippi dramatische Überschwemmungen. Ein heilloses und beängstigendes Durcheinander.

Vielleicht hilft uns dieser Regentanz ...

Quelle: orf.at
syl

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Kalt war es auch in Österreichs Weingärten Saturday 2011-05-07
Eine Nacht nach ihrem Beutezug in Deutschland kam die Kälte auch nach Österreich. Hier rechts das Bild eines Weingartens der Domäne Wachau. Quer durch alle Weinbaugebiete zieht sich der Schaden. Wie in Deutschland sind die tiefergelegenen Rebflächen schlimmer betroffen als die höheren. Kalte Luft fließt ab.
Minus 2° C reichten aus, um schwere Frostschäden an den jungen Trieben und Blättern anzurichten. In der Wachau sind fast alle Orte betroffen, die Ausfälle sind enorm und ruinös. Ebenso in der Thermenregion, die Junganlagen sind vollkommen kaputt. Rechts ein Bild von Wagentristl, Großhöflein/Bgld.
Wir drücken allen Winzern die Daumen für ein reibungsloses restliches Weinjahr und hoffen sehr, dass sie auch diese Misere meistern!

Fotos: FB-Einträge Domäne Wachau & Weingut Wagentristl
syl

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Der Wein bedeutete ihm alles – Franz Mayer, Leitfigur des Wiener Weines, 1928 bis 2011 Friday 2011-05-06

Wir durften ihn letztes Jahr noch einmal besuchen und ihn zu seinem »Leben mit dem Wein« befragen. Es waren sehr berührende Stunden bei diesem großen Mann, der so bescheiden geblieben war und dankbar. Der so viel bewegt hat für den Wiener Wein und die Wiener Winzer, die ihm auch heute noch vieles verdanken, wofür er sich eingesetzt hat und wofür er Wegbereiter war.

Heuer wurde Franz Mayer von der Vineus-Fachjury für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Wir waren und sind sehr stolz darauf, dass er diese Auszeichnung angenommen hat.

Sohn Franz Michael Mayer hat auf der Vineus-Gala am 21. März an seiner Vater statt die Trophäe entgegengenommen. Fritz Wieninger, für den Franz Mayer nach wie vor ein großes Vorbild ist, hat während der Verleihung eine berührende Laudatio gehalten. Hier die gefilmten Dankesworte von Franz Mayer.

ÖKR Ing. Franz Mayer. Im Zeichen der Qualität seiner Weine war ihm keine Reise zu weit, kein Literatur-Studium und keine Schulung zu mühselig. Kooperationen mit Forschungsinstituten schon in den 1950er-Jahren führten zu bahnbrechenden Ergebnissen. Franz Mayer war seiner Zeit weit voraus und Impulsgeber, auch weit über die Grenzen seines eigenen Hauses hinaus: durch schon frühen Einsatz der Lenz-Moser-Drahtrahmenerziehung und seine Beispiel gebende Kellertechnik, die reduktive gekühlte Vergärung.

Die Güte seiner Weine hat ihm immer Recht gegeben. Modernität im Keller, Bewahrung der Rebflächen und der Wiener Wein, hier insbesondere der Gemischte Satz als Qualitätsmarke, sind seine Meilensteine, für die ihm die Wiener Winzer und Liebhaber ihrer Weine heute noch dankbar sind. Auszüge unseres Interviews mit ihm.

Als wir von ihm wegfuhren, waren wir sehr still. Voll von seinen Erzählungen und seinem Wesen. Sein reiches Leben muss festgehalten werden. Er selbst hat viele Seiten darüber geschrieben. Oliver Gruen hat ihn kurze Zeit später für sein Buch »G‘MISCHTER SATZ. Weltkarriere in Wien« interviewt und gefilmt. Datenmaterial gibt es also genug. Wir hoffen sehr, dass sich jemand findet, der dem Leben Franz Mayers ein eigenes Buch widmet. Seiner Familie und seinem Sohn unser aufrichtiges Beileid.

syl
Verflixte Kälte Thursday 2011-05-05
Österreichs Winzer sind mit einem Schrecken davongekommen. Anders die deutschen Weinbauern. Wie Blogger Dirk Würz berichtet, sind in der Nacht auf den 4. Mai große Teil der deutschen Rebflächen erfroren: »Die Nacht, in der der Frost kam«. 60 bis 70 % Ausfall in Rheinhessen, Franken, Würtemberg, an der Pfalz und Mosel und im Rheingau.

Manche Winzer müssen mit einem Totalschaden leben, Junganlagen sind zur Gänze erfroren. Man hofft auf einen zweiten Austrieb, der wahrscheinlich ohne Fruchtansätze sein wird, aber die Reben für das nächste Jahr rettet. Und das nach einem Jahr, in dem die Ernteerträge bei 50 % des Durchschnitts lagen. Für viele Winzer geht es nun tatsächlich um die Existenz. Kein guter Start ins Weinjahr 2011.

Quelle & Foto: würtz-wein.de
syl

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DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!