Bunte Rüben und Kraut in einer Holzschale

Bassena - unser Blog

Ein Hoch auf das, was kommt Samstag 2014-05-31

Samstag Nachmittag, Ende Mai. Das Wetter entspricht Anfang April, die eigene Müdigkeit MItternacht. Texte verfassen, einen Workshop planen, Rechnungen schreiben, zwischendurch ein bisschen im

Textteil "Ein Hoch auf das, was kommt"
© YouTube
Internet surfen. Und auf dieses Video von Andreas Bourani stoßen. Ob die Musik gefällt oder nicht, der Text ist cool! Daran sollten wir öfter denken. »Ein Hoch auf das was kommt, ein Hoch auf uns.«

Musik und Text auf YouTube

Ruth
Wenn windige Wanderer Weinblätter wegnehmen, weinen wertige Wiener Winzer Freitag 2014-05-30
Herrschaften, das geht gar nicht! Säckeweise werden aus Wiener Weingärten die Weinblätter weggeschleppt. Sie werden in der orientalischen und griechischen Küche mit Reis oder Faschiertem gefüllt und gelten als Delikatesse. Wissen wir. Mögen wir ja auch selbst sehr gerne. Sogar die aus der Dose.

Und bislang dürfte ein abgezupftes Blatt da und dort und für den privaten Haushalt auch kein großes Problem dargestellt haben. Nun aber sind professionelle Weinblätter-Zupfer zugange und richten richtigen Schaden an. Die Rebstöck brauchen die Weinblätter wie wir unsere Lunge, speziell jetzt zur Blütezeit sind sie die Basis für alles Weitere. Die Natur hat sich ja was dabei gedacht. Und was machen diese Idioten? Sie räumen die Rebstöcke leer!

»Am Montag war ich im Weingarten. Da haben Diebe sieben große 150-Liter-Müllsäcke schon gebrockt gehabt. Das ist ein enormer Schaden«, wird Winzer Martin Frauneder in einem Bericht auf www.orf.at zitiert. Bis zu zwölf Euro pro Kilo Weinblätter werden offenbar am Markt bezahlt, das läppert sich.

Selbst Patrouillen von Polizei und Winzern helfen wenig, denn sind die Hüter der Weinblätter weg, kommen die Diebe zurück. »Es war in den letzten Jahren ein großes Problem. Die Diebe schleppen die Weinblätter säckeweise davon«, so auch Mathias Kierlinger vom Weinbauverein Nussdorf. Man könne nichts dagegen tun. »Der Nussberg ist Naturschutzgebiet. Da dürfen wir nicht einmal Zäune aufstellen. Wir wollen das auch nicht.«

FINGER WEG!!!!!!

www.orf.at
syl

weinblätter-zupfen

syl  03.06.2014 16:14

keine schlechte idee. ausdünnen lassen von diesen leuten. aber gewusst wie, wäre nicht schlecht.

Weinblätter

Weingärtnerei Helm  02.06.2014 19:09

... :)
vielleicht sollte ich in Zukunft Weinblättner statt Winzer sein. Sollte ja ein einträgliches G'schäfterl sein :)
Ob Bio oder konventionell: der Konsument bzw. Dieb hat keine Ahnung wie das Blatt einen Tag vorm Grapschen behandelt wurde.
Fragen kostet nix, und zu gegebenem Zeitpunkt ist der Weinbautreibende froh, wenn Blätter abgezupft werden :)
lg gh

Hundertwasser, Moët & Chandon und Sauvignon Blanc. Samstag 2014-05-24
Hundertwasser ist Teletubby-Optik, Sauvignon Blanc laut und Moët süßer Fusel. Mit einem Wort, diese drei waren nicht wohlgelitten und standen auf der persönlichen Index-Liste. Dann machte ich unabhängig voneinander nähere Bekanntschaft mit ihnen und musste mein Urteil etwas revidieren.

1. Den Anfang machte Friedensreich Hundertwasser. Auf ihn traf ich letzten Februar zufälligerweise südlich von Kopenhagen im wunderbaren Arken-Museum. Da fährt man in den Norden, ist offen für Kunst und was wird gezeigt? Hundertwasser. Weil ich aber immer für jeden Unsinn zu haben bin, ging ich brav mit von Exponat zu Exponat. Und seine Kunst gefällt mir immer noch nicht. Kindergartenästhetik.

Da ich aber die gesamte  Legende las, machte ich mich erstmals vertraut mit der Philosophie und dem Aktionismus des Künstlers. Und der Typ war wirklich bewundernswert! Ein weitsichtiger Spinner, von dessen Sorte die Welt viele bräuchte. Einer, der die Welt bewahren wollte, weil er sah, was wir mit ihr anstellen und wie wir sie kaputtmachen. Schon in den 1970er-Jahren. Thanks god, we had him!

Und wie's der Zufall wollte, machte ich im Rahmen meiner CSR-Ausbildung vor zwei Wochen Halt in der Hunderwasser-Therme in Bad Blumau. Teletubby. Aber: »Was man von der Erde wegnimmt, muss man ihr wieder zurückgeben«, weshalb das abgetragene Erdreich wieder auf die Häuser draufkam und begrünt wurde. So wandert man durch eine riesige grüne Landschaft mit ungemähten Wiesen, Bächen und Bäumen.

Und was Hoteldirektorin Melanie Franke dort macht, ist in Zeiten von Staubzuckeraffairen beispielgebend. Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht verstehen, wird erst umgesetzt, wenn sie's tun und mittragen. Und wenn es sein muss, dass zwei Hektar Land als Acker angelegt und gemeinsam bearbeitet werden, bis das Konzept von bio gegriffen hat. Dass, wenn die Zimmermädchen von der körperlichen Anstrengung Kreuzweh haben, ihnen vom Haus eine Massage spendiert wird. Und wenn ein Abwäscher fehlt, Melanie Franke selbst einspringt. Reich wird der Eigentümer Rogner so nicht, aber gut geht's ihm dabei.

2. Moët & Chandon ist breit und süß und maximal für die Aperol-Spritz-Trinker ein passender Champagner. Soweit meine Meinung, bis Elise kam. Elise Losfelt ist eine von zehn Winemakers bei Moët & Chandon. Sie kam nach Wien, um den aktuellen Jahrgangs-Champagner zu präsentieren, 2004.

Elise ist entzückend. Anfang 30 und so charmant, wie man nur charmant sein kann. Aber es lag nicht nur an ihr. Auch ohne ihr Zutun wurde klar, dass das Haus viel mehr zu bieten hat als besagte Grande Cuvée, die ja wirklich so ist, wie sie ist.

Selten werden bei Moët Jahrgangschampagner produziert, die Grundsekte kommen im Regelfall in die Grande Cuvée, zu deren Flaschenmenge Madame Elise keine Zahlen nennen durfte. Wohl aber die Hektaranzahl von 1.050 und die höchste Traubenmenge pro Hektar von 15.000. Was nach Adam Riese und Sylvia Petz rund 11 Millionen Flaschen von dem Champagner ergibt, von dem 11 Millionen Flaschen eben sind, wie sie sind. Außer es handelt sich um einen besonderen Jahrgang, dann werden ein paar Flaschen abgezweigt.

Wie beim 2004er. Der 2004er Grand Vintage und seine roséfarbene Schwester lagen sieben Jahre auf der Hefe, er ist feingliedrig, elegant, komplex und zeigt feine Reifetöne und feine Säure. Nix Süßes aber leichte Salzigkeit. Zum Eintrinken und Weitertrinken.

Aber verliebt habe ich mich in den 1985er. Alleine in die Aromenvielfalt beim Reinriechen, frischer Toast, Rauchigkeit und Würze. Den behielt ich lange im Glas. Ja, ich mag Moët!

3. Mein letztes Stiefkind. Es ist sicherlich Jahre her, dass ich aus freiem Willen ein Glas Sauvignon Blanc bestellt hätte. Er und grundsätzlich Weine mit »SB-Tönen« standen auf meiner No-go-Liste. Paprika, Katzenpisse, Lychee, Holler. Aromen, die ich nicht mag. Auch nicht ohne Wein.

Bis Gerhard in mein Leben trat. Gerhard Wohlmuth mit seinen Sauvignons vom Sausal. Die all diese ungeliebten Aromen nicht haben, sondern klar sind, elegant, finessenreich, super mineralisch und wunderschön. Kein Hauch von Paprika, Katzenpisse, Lychee und Holler, sondern Aromen nach Zitrus, Pfirsich und insgesamt weißer Frucht.

Die Böden im Sausal bestehen aus Schiefer, grauem, rotem und blauschwarzem. Und das schmeckt man. Jede Lage ist besonders, jede Lage ist steil, bis zu einer Neigung von 90 %, wo nichts mehr geht mit Maschinen. Bis zu 1.000 Arbeitsstunden fließen in die steilsten Lagen der Wohlmuths, bis der Wein endlich in der Flasche ist.

Mein Lieblingswein ist der Sauvignon Blanc vom Steinriegl. Und dann auch noch der großartige Riesling von der Ried Edelschuh und der Pinot Gris der Lage Gola. Und die anderen auch.

Habe ich schon gesagt, dass ich Sauvignon Blanc mag? Dreimal bekehrt. Sag niemals nie.

www.blumau.com
de.moet.com
www.wohlmuth.at

Fotos: privat, Moët
syl

verneigung

syl  27.05.2014 18:58

mein lieber michael, vielen dank. da haben mich wohlmuths schon einmal korrigiert. ich krieg's einfach nicht hin :) so, wie in england. wenn ich endlich glaube zu wissen, aus welcher richtung die autos kommen, liege ich sicher wieder falsch. so ähnlich hab ich's mit der hangneigung. nur ist die nicht lebensgefährlich.
ich korrgiere also.
alles liebe,
syl

Mag.rer.soc.oec., Dr. iur.

Michael Pronay  27.05.2014 16:59

Servus Syl,

in Sachen Sauvignon: die Lage hat keine Neigung von 90° — dann wäre sie nämlich senkrecht wie eine Mauer —, sondern von 90%, also knappen 45 Grad. Ansonsten: Glückwunsch zum Wohmuth'schen Sauvignon-Aufbruch!

Michael

The joy of summer wine Samstag 2014-05-24

»Give me the taste, give me the joy of summer wine. These are the days that bring you meaning. I feel the stillness of the sun. And I feel fine.«

Dem ist nichts hinzuzufügen. Schönes Wochenende!

Jamie Cullum »These are the days».
syl

Jamie Cullum
Wenn arbeiten einfach traumhaft ist Donnerstag 2014-05-22

Gelesen wird viel bei havel & petz. Wir sind quasi die geborenen Leserinnen. Und lesen Tageszeitungen, Fachzeitschriften, Magazine, in der Freizeit Belletristik, und quasi immer parallel ausgewählte Fachliteratur. Über alles Mögliche. Wie zum Beispiel über die »Traumfirma«.

Der Autor, Georg Paulus, gehört laut Autorenportrait zu den ganz Erfolgreichen, baute mit 26 Jahren sein erstes wahnsinnig erfolgreiches Unternehmen auf und begann 1988 schon, Seminare zu halten. 2011 schrieb

er die »Traumfirma«, seit 2004 gibt's das dazugehörige Unternehmen, das »Firmen und Menschen auf ihrem Weg zur Traumfirma, zu Traumchefs und zu Traummitarbeitern begleitet.« Meine klassische Grundskepsis war da. »Naja, mal sehen.«  

Also. Das Buch. Einfach geschrieben, der Stil nicht wirklich anspruchsvoll. Vieles wird oft wiederholt. Etwas befremdlich am Anfang, mit der Zeit wird aber klar, wie wirkungsvoll das ist. Aber das weiß man ja eh.

Dazwischen durchaus humorige Stellen, die mich immer wieder zum Lachen bringen. Und viele Aha-ja genau-Erlebnisse und Selbsterkenntnisse. Und viele mehr oder weniger schlüssige und glaubhafte Glaubenssätze. Von denen pick ich mir halt jene heraus, die mir zusagen.

Sukkus in aller Kürze: Jeder hat die Mitarbeiter/innen, die er verdient, jeder arbeitet in dem Unternehmen, das er verdient. Jeder hat seinen Anteil daran, ob ein Job der Traumjob, eine Firma die Traumfirma ist.

Wenn auch sehr plakativ geschrieben und mit einigen mutigen Simplifizierungen, stecken viele »Wahrheiten« (so es solche überhaupt gibt) in dieser Lektüre. Zumindest für mich. Also love it, change it or leave it.

Traumfirma, Georg Paulus, DANKE-Verlag. ISBN 978-3-9808635-1-3

Ruth

Feedback zum Buch TRAUMFIRMA

Werner Siedl  26.05.2014 13:15

Liebe Ruth,
du hast es sehr gut zusammen gefasst.
Anhand von 9, bzw. 14 Traumfirma-Prinzipien kann es jeder schaffen ein Traumchef, bzw. Mitarbeiter zu werden. Wie immer liegt es dann an der Umsetzung in wie weit es einen voran bringt.

Meine Lieblingsprinzipien sind "Jeder erntet heute dass, was er zuvor gesät hat" und "Jeder hat aus seiner Sicht Recht".

Herzliche Grüße

Werner Siedl - Gemeinsam Erfolgreich
(Lizenzpartner von TRAUMFIRMA)

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