
Bassena - Unser Weblog
| Sag einfach VOATSIPERIFERY – PFEFFER IM ABGANG |
Mittwoch 2009-11-25 |
Der Mann trat überraschend in mein Leben. Seine Schokolade auch. Ich hatte zuvor weder von ihm, Bertil Åkesson, noch von seiner edlen und edel konfektionierten „Single Plantation Chocolate“ gehört. Beeindruckend die Schokolade. Der Mann auch.
Bertil Åkessons Vater verliebte sich in den 1970ern in die Insel Madagaskar, kaufte Plantagen und ließ sich dort nieder. |  | Nichts also mit der aufregenden Geschichte vom bösen ausbeuterischen Großgrundbesitzer mit Stammbaum im 19. Jahrhundert. Der Sohn baut Straßen, damit die Kinder seiner Angestellten mit dem
Schulbus fahren können und schafft insgesamt lebenswerte
Alltagsbedingungen für seine Leute. Die Schokoladen stammen allesamt aus biologischem Abbau. Wobei dort eigentlich alles bio sei, meint er. Die Bauern hätten gar kein Geld für Dünger und Spritzmittel und ebensowenig für Bio-Lizenzen. So weit, so profan.
Åkessons Schokolade wird in Frankreich hergestellt, die Kakaobohnen stammen entweder aus Madagaskar, Brasilien oder Bali. Auf der eigenen 2.300 ha großen Plantage in Madagaskar (Für alle Interessentinnen: Bertil trägt Ring.) wachsen zwei Sorten: Trinitario und Criollo. 75 % Trinitario-Kakaoantail findet sich in den Pfefferschokoladen. Denn das ist neben der Schokolade Åkessons zweite Leidenschaft. Zehn Sorten Pfeffer kultiviert er, geben tut es weltweit um die 700. – Die Schoko mit dem schwarzen Pfeffer: fruchtigsüße Herbheit, Beerenaromen, Pinienkerne, komplexe intensivste Pfeffernoten und dann erst scharf – Die Schoko mit dem rosa Pfeffer: da sind die rosa Pfeffernoten gleich voll da, fruchtig, Erdbeeren, Kardamom, wow – Die Schoko mit dem Voatsiperifery oder wildem Pfeffer: Da kommt das „wow“ gleich vorne, Weihnachten, alle Gewürze dieser Welt, die Aromen werden mehr und mehr, erdig und fruchtig zugleich. Beim Wine Diploma wäre das ein glattes „Fail“: Was jetzt? Entweder erdig oder fruchtig! Geben tut es diese pfeffrigen Noten im obersten Schokoladenhimmel Xocolat: WIEN Freyung 2, in der Passage des Palais Ferstel, 1010 Wien, Tel. 01/535 43 63 LINZ Herrenstraße 5, 4020 Linz
Tel. 0732/770989 www.xocolat.at Voatsiperifery erhält man bei Babette's Mühlgasse 9/3b, 1040 Wien, www.babettes.at
www.akessons-organic.com | syl
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| VON SCHÖNEN STEINEN UND EDLEN WEINEN |
Dienstag 2009-11-24 |
Nomen est Omen - Chateau Ducru Beaucaillou. Die „schönen Steine“, die sich in den Weingärten an den Uferhängen der Gironde verteilen, verleihen den Weinen der Familie Borie, die das Weingut seit 1941 besitzt, ihre spezielle Note. Wer schnell genug war und sich rechtzeitig um die Anmeldung kümmerte, hatte kürzlich auf der Mondovino 2009 die Gelegenheit, an einer Vertikal-Verkostung des St. Julien-Chateaus teilzunehmen. |  | 2004, 2003, 2000, 1995 und 1982 warteten
darauf, von Kennerinnen und Kennern, Genießerinnen und Genießern in der
Nase und am Gaumen erforscht und erfahren zu werden. Doch der Reihe nach. 2004: 77% Cabernet Sauvignon, 23% Merlot. Intensives Granatrot. In der Nase betören Brombeere und Weichsel, florale Noten, feine rauchige Aromen. Am Gaumen ebenfalls dunkle Beeren, elegant, geschmeidig, weiche Tannine, sehr komplex. Peter Moser, der die Verkostung leitet: „Ein klassischer Ducru“. 2003: 80% Cabernet Sauvignon, 20% Merlot. Ein Wetterjahr der Extreme. Extreme Hitze im Sommer, ungewöhnlich starke Regenfälle ab Ende August. Einer der kraftvollsten Jahrgänge des Chateaus. Dichte, Fülle, Eleganz, Finesse. 2000: 70% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot. Ein großer Jahrgang, der - das ist die Ausnahme - fast ausschließlich in neuem Holz war. Eine Harmonie aus schwarzer Johannisbeere, roten Früchten, rauchigem Vanille und blumigen Aromen. Extrem langer Abgang. Der Favorit der Autorin an diesem Abend. 1995: 65% Cabernet Sauvignon, 26% Merlot, 4% Cabernet Franc, 5% Petit Verdot. Ein Jahrgang, in dem der Senior noch aktiv war. Ausgeprägte Johannisbeere, Selch- und Röstaromen, Bitterschokolade. Am Gaumen Dörrfrüchte, vielschichtig, extrem balanciert. 1982: Dunkles üppiges Rot, Brombeeren, dunkle Kirschen in der Nase, elegante Tertiäraromen, Tabaknoten. Am Gaumen stoffig, samtig, elegante Beeren- und Dörrobstaromen. Vielschichtig, komplex. Ein großer Jahrgang. 22 Jahre „schöne Steine“, fünf große Weine. Mehr zur Mondovino 2009
Ruth
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| VORWEIHNACHTLICHES SAHNEHÄUBCHEN |
Montag 2009-11-23 |
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Die Körpersprache. Ein gleichermaßen überschätztes wie unterschätztes Thema, wie ich finde. Überschätzt deshalb, weil in aller Munde. Und weil so viel geschrieben und verbreitet wurde, was aus meiner Sicht Nonsens ist. Siehe zahlreiche Gestiken und Körperhaltungen, die angeblich immer und überall und bei jedem und jeder dasselbe bedeuten.
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Vor dem Oberkörper verschränkte Arme? Abwehr! Mitnichten, mir ist einfach oft kalt.
Unterschätzt deshalb, weil wir im Alltag trotzdem oft darauf vergessen, dass unser Körper mitspricht. Das Gesagte entweder unterstreicht oder konterkariert. Und gewisse Gestiken oder Körperhaltungen zu kennen, die bei unseren Gesprächspartnern eventuell Irritation auslösen, kann durchaus hilfreich sein.
„REVOLVERHALTUNG”: Die Hände wie zum Gebet verschränkt, nur die Zeigefinger stehen wie eine Pistole vor - wirkt bedrohlich (no na).
BEIDE HÄNDE IN DIE HOSENTASCHEN stecken, demonstriert eine klare Einstellung: Das sind die Fakten, handeln müsst ihr. Ich muss es nicht!
STACHELSCHWEIN: Die Hände sind verschränkt, die Finger stehen wie Stacheln nach vorne ab. Könnte Angst oder auch Abwehr signalisieren.
NESTELN an Kleidung, Tüchern, Krawatten, Schmuck oder Uhren: Da möchte vielleicht jemand etwas Lästiges loswerden.
Soweit ein Mini-Ausschnitt. Wen's interessiert, die Koryphäe hierzulande ist Samy Molcho. Seine Bibel ist „alles über körpersprache”, erschienen im Mosaik Verlag.
Eines scheint mir an dieser Stelle auf jeden Fall wichtig: So sehr wir an unserer Körpersprache arbeiten, verstellen bringt nix, authentisch bleiben.
Ruth
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| NEUE PROTESTWELLE - DER FEINSCHMECKER WIRD AKTIV |
Sonntag 2009-11-22 |
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Offenbar ist noch nicht aller Tage Abend. J. J. Prühm und nun endlich auch Der Feinschmecker werfen sich in die Bresche. Bis 1. Dezember kann man sich noch engagieren.
Unterstützt auch ihr die Protestaktion!
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Hier geht's zur Feinschmecker-Protestseite Die internationalen Proteste gegen das Brückenungetüm durch die Weinregion Mosel wurden ignoriert, der Bau der Autobahntrasse hat begonnen. Trotz Gegengutachtens zum angeblichen volkswirtschaftlichen Nutzen. Tatsächlich sind ernsthafte Schäden für die Landschaft, abrutschende Weinhänge und eine entsprechend verschmutzte Luft in einer der schönsten und renommiertesten Weinregionen Deutschlands zu erwarten. Das Projekt stammt übrigens aus den 1960er Jahren vom damaligen Mainzer Verkehrsminister, der den Beinamen „Trassen-Heinrich“
trug. Die Brücke sollte Teil einer Truppenaufmarschstraße werden. Die
Erinnerung an Charly Chaplins „Konzentrationslager-Heinrich“ drängt
sich auf. Allerdings ist das, was an der Mosel passiert, ganz und gar
nicht zum Lachen. Der zuständige Minister bleibt stur, die ersten
Gräben sind gegraben. Aber wie gesagt, vielleicht lässt sich das Ding doch noch stoppen. Auszug aus Dr. Katharina Prühms Appell: „Nun hat auch der Feinschmecker eine Protestaktion gestartet: www.der-feinschmecker.de/go/moselprotest. Es wäre nun wichtig, dass sich nicht nur internationaler, sondern schnell gerade auch großer nationaler Protest gegen das Projekt entwickelt. Rechtlich ist offensichtlich nichts mehr zu machen, sämtliche Klagen etc wurden abgewiesen, somit besteht nur noch die Möglichkeit, politisch etwas zu bewegen. In französischen Weinbauregionen etwa gab es auch ähnliche Geschichten und da haben nationale und internationale Proteste auch in der Planung weit gediehene Straßenbauprojekte noch stoppen können. Darauf hoffen und dafür kämpfen auch wir. Aktuell bitten wir insbesondere um eine Unterstützung der Protestaktion des FEINSCHMECKERs, die bis zum 1. Dezember läuft. Das Mitmachen ist ganz einfach und schnell erledigt, indem man die o.g. Seite aufruft, Namen und Adresse eingibt, das Kästchen „Ja, ich protestiere…“ anklickt, den Sicherheitscode eingibt und dann den Protest losschickt. Es würde uns sehr freuen wenn Sie und Ihre Kollegen unterzeichnen könnten und Sie alle möglichst viele weitere Menschen motivieren könnten, ebenfalls mitzumachen: Familienmitglieder, Geschäftspartner, Freunde… jede Stimme macht den Protest stärker und den Druck auf die Politik größer. ...“
Hier geht es zu einem ZDF-Video zum Thema
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syl
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| JOSÉPHINE - hinter jedem großen Wein steht eine Frau |
Freitag 2009-11-20 |
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Was wäre die Champagne ohne die Veuve Clicquot? Ohne sie dächte die Welt wohl noch immer, das köstliche Wein-Prickeln im Champagner wäre ein Hinweis auf verdorbene Ware.
Und was wäre Bordeaux ohne Joséphine de Beauharnais, die Geliebte Napoleons und spätere Kaiserin? Man würde nie und nimmer von Bordeaux gehört haben. Denn wie der Daily Telegraph kürzlich berichtete, fand man nach Joséphines Tod ihr Kellerbuch mit über 13.000 aufgelisteten und fast ausschließlich aus dem Bordelais stammenden Flaschen.
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Ein Hohn auf die damalige Burgunder-Mode in Frankreich. Und revolutionär. Denn Napoleons Vorgänger hatten keine einzige Flasche Bordeaux im Keller.
Und ein Zeichen für den wunderbaren Geschmack und Weitblick dieser Frau. Es lässt sich also etwas mutig aber doch mit Fug und Recht behaupten, dass es Joséphine war, der Bordeaux seinen heutigen Ruf verdankt. Und eine weitere Erklärung, warum ihr der kleine Kaiser so ergeben war. Und auch dafür, warum die Kaiserin auf diesem Bild so malerisch dahingestreckt liegt ...
Hier geht's zur wunderschönen Schnulze "Joséphine"
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syl
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HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!
Hier lässt sich's tratschen oder "havelundpetzen". Wie früher an der "Bassena", dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, in denen dort der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!
DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.
> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.
Bag-In-Box also. Wußten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?
> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.
> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.
> Purple Wine
Purple Wine und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.
Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.
> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!
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