Ein letzte Traube vor einem herbstlichen Weingarten

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Die Übergabeprofis - wie sieht es mit der Mutter aus? Sonntag 2017-08-13

Altwinzerin Angela war am Weingut fast nur im Hintergrund aktiv. Denn Herbert und sie haben die traditionelle Rollenverteilung gelebt: Der Mann hatte zuhause und am Weingut das Sagen. Sie hat sich um Haushalt und Kind gekümmert, die Buchhaltung am Weingut erledigt und bei der Lese geholfen.

Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

Auch der Ab-Hof-Verkauf lag großteils in ihren Händen. Ging es dort aber um Fachliches, hieß es rasch: »Da muss ich meinen Mann holen.« Dass das Weingut nun an Tochter und Schwiegersohn übergeben werden soll, ist ihr nur recht. Endlich Ruhe! Speziell in der Erntezeit war Angela eingespannt, neben der Arbeit im Weingarten musste sie auch zweimal täglich das Leseteam bekochen, weshalb sie bis spät abends in der Küche zu tun hatte. Das soll jetzt ruhig Johanna tun!

Was deren Mann Peter betrifft, ist Angela hin und her gerissen. Einerseits ist sie stolz darauf, dass es nun einen Rechtsanwalt in der Familie gibt, und insgeheim mag sie ihn auch ganz gut leiden. Was sie so vor Herbert nie zugeben würde, der am Schwiegersohn kein gutes Haar lässt. Andererseits traut sie dem G'studierten das Winzerhandwerk nicht wirklich zu und hat Angst, dass er diesbezüglich einen schlechten Einfluss auf Tochter Johanna ausübt oder sie hängenlässt. Angela befindet sich in einem Dilemma. Am liebsten hätte sie die leidige Übergabe längst hinter sich.

Sie ist die, die dem Weingut emotional am wenigsten verbunden ist. Wahrscheinlich bleibt ihr auch in dieser Phase des Übergangs die Rolle im Hintergrund vorbehalten. Wenn sie aber möchte, kann sie dort subtil die Fäden ziehen und die Familie leiten. Und dabei


* ihre Aufgaben ganz bewusst und innerhalb eines vereinbarten Zeitraums an die junge Genereration abtreten
* noch unterstützend da sein, wenn sie – rechtzeitig – darum gebeten wird, was ihr abundzu dann auch wieder Spaß macht
* ihrer Tochter Johanna vor allem auch als Mutter zur Verfügung stehen, wenn es zu Spannungen kommt
* gemeinsam mit ihrem Mann Herbert für das Danach Pläne schmiden, weil auch sie davon proftiert und ihm das Loslassen dadurch leichter fällt
* versuchen, ihren Schwiegersohn etwas näher kennenzulernen, damit – auch auf beruflicher Ebene – mehr gegenseitiges Vertrauen entsteht. Ihn dabei zu fragen, wo und wie er sich am Weingut sieht und ob er da und dort – von wem auch immer – Hilfe braucht
* und so zwischen Mann und Schwiegersohn die Mediatorenrolle einnehmen und vermitteln
* und vor allem endlich auf sich selber schauen und überlegen, was sie mit der neu gewonnenen Zeit anfangen möchte. Auch Angela könnte noch umsatteln, etwas lernen, die Schwester auf längere Zeit in Übersee besuchen, endlich den Traum vom eigenen Gemüsegarten realisieren und das Haus modernisieren, sich um ihre Fitness & Gesundheit kümmern, sich in der Gemeinde engagieren, …
* …

Angelas Rolle ist also nur scheinbar unwichtig. Sie hat sogar einen besonderen Stellenwert, weil Angela das vermittelnde und integrative Mitglied der Familie ist. Unsere Aufgabe ist es, ihr diese Wertigkeit bewusst zu machen.

=> Wie für Schwiegersohn Peter die Situation aussieht und welche neue Rolle(n) er zukünftig übernimmt, folgt im nächsten Beitrag.
=> Hier alle Übergabe-Beiträge gesammelt.

www.uebergabeprofis.at
Weinbau - mögliche Rettung vor Spätfrost in Sicht Freitag 2017-08-11
Die 2017 durch Spätfröste entstandenen Schäden in der österreichischen Landwirtschaft sollen laut zuständigem Ministerium über 200 Mio. Euro ausmachen. Die Weinwirtschaft zählt zu den Hauptbetroffenen der Branche, manche Weingüter werden davon in ihrer Existent bedroht.
Trauben am Rebstock, die sich von Grün in Blau verfärben

Echte Abhilfe gab es bislang keine. Neben dem massiv umweltbelastenden Räuchern der Weingärten versucht man teilweise, die Reben mit Sprühnebel zu »beregnen«, damit die dabei entstehende Eisschicht die frischen Triebe der Rebstöcke schützt. Sehr oft ist alles vergebens.

Nun gibt es möglicherweise doch ein probates Mittel. Die deutschen Winzer Georg und Sandro Merkle vom gleichnamigen Weingut in Ochsenbach haben ein Heizdrahtsystem für Weingärten entwickelt und patentieren lassen, berichtet das österreichische Fachmagazin Der Winzer.

»Was nach einer einfachen Lösung klingt, ist im Detail schwierig auszuführen. Schließlich sollte das Heizsystem dauerhaft im Weingarten verbleiben und damit gewissen mechanischen Belastungen standhalten. Zudem galt es die sicherheitstechnischen Herausforderungen zu lösen und für eine möglichst gleichmäßige Erwärmung der Drähte zu sorgen. Das Vater-Sohn-Gespann Merkle scheint die Herausforderungen gemeistert zu haben und präsentiert nun ein patentiertes Heizsystem«, steht dort geschrieben.

Die Investitionskosten sind allerdings nicht unerheblich und sollen bei rund 10.000 bis 15.000 Euro je Hektar liegen, aber nach und nach reduziert werden. »Je mehr ­Betriebe teilnehmen, umso günstiger wird es,« so die Merkles.

www.der-winzer.at
syl
Die Übergabeprofis: Johannas Danach Montag 2017-07-24

Für Johanna sind für die Zeit nach der Übergabe vor allem einmal zwei Faktoren wichtig, damit die neue Lebensphase gut gelingt:

1. Ein klares Bild von der eigenen Zukunft: Was werde ich alles zu tun haben? Welche Verantwortung muss ich übernehmen? Wie werde ich meine Rolle als Chefin anlegen?

Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

2. Ein klares Bild, wie das Danach für die Eltern ausschaut. Wir haben in Folge 9 die Zeit nach der Übergabe aus der Sicht des Vaters Herbert beleuchtet. Je konkreter auch über die Zukunft der Eltern gesprochen wird, desto leichter ist es für die Übernehmerin ihre eigene Zukunft zu gestalten und zu planen.

Hilfreiche Fragen betreffen zum einen ganz konkrete und pragmatische Themen:

* Wie schauen die konkreten Schritte aus, um von der aktuellen zur zukünftigen Situation zu gelangen?
* Was ist bis wann und vom wem zu erledigen? Hier empfiehlt es sich, alle Aufgaben zu sammeln und einzelnen Personen zuzuteilen.
* Welche Unterstützung von extern (Steuerberatung, juristische Beratung, ...) brauchen wir wann?
* Welches Budget veranschlagen wir dafür?
* Wie schaut die finanzielle Aufteilung nach der Übergabe aus? Wie die jeweilige Wohnsituation?
* Verfüge ich über alle notwendigen Kompetenzen für die Weingutsleitung?

Darüber hinaus sollte Johanna vor allem diese Fragen für sich selbst beantworten:

* Wie werde ich meine neue Rolle als Weingutsleiterin anlegen? Wie möchte ich mich also als Chefin positionieren?
* Hilft mir dazu eventuell eine konkrete Aus- oder Weiterbildung oder ein Coaching?
* Wie werde ich mit den »vertauschten Rollen« zwischen meinen Eltern und mir umgehen? Was kann ich dazu beitragen, dass die neue Situation für alle passt?
* Wie berücksichtige ich die Rolle meines Mannes? Was nehme ich mir vor, um Privat- und Betriebszeit auch in Zukunft gut in Balance zu halten?
* …

Diese Fragen sind natürlich nur ein Ausschnitt aus möglichen Fragestellungen und können, oder besser gesagt sollen, für die jeweils eigene Situation ergänzt werden. Jedoch unabhängig davon, wie solche Fragen im Detail aussehen, sie spielen als hilfreiches Werkzeug für beide Seiten (Übergeber/innen & Übernehmer/innen) eine wichtige Rolle.

=> Welche Rolle Mutter Angela im Übergabeprozess einnehmen kann und wie wichtig es ist, dass sie sich aktiv einbringt, lesen Sie im nächsten Beitrag.
=> Hier alle Übergabe-Beiträge gesammelt.

www.uebergabeprofis.at
Süchtig nach Hering … Montag 2017-07-17

Dank der dänischen Freundin aus gemeinsamen Au-pair-Zeiten in Paris verschlägt es mich fast jedes Jahr für ein paar Tage nach Kopenhagen, in diese wunderbare Stadt. Und wissend, dass ich wiederkomme, muss ich nicht möglichst viel an Kunst, Kultur und Stadt auf einmal konsumieren. Easy.

Drei Sorten Hering, gehackte Zwiebel und Kapern auf einem weißen Teller.

Auch treibt mich nie ausschließlich die Kulinarik um, so wie dort sonst alle Foodies auf der Suche nach der Nordic Cuisine. Der Besuch steht im Vordergrund, die Stadt folgt. Mette holt nach meiner Ankunft immer gleich ihr altes Zweit-Fahrrad aus dem Keller und wir radeln los. Ein paar Programmpunkte wiederholen sich, unter anderem der Besuch bei Filippa K, einer schwedischen Modemarke mit großem Geschäft im Zentrum. Nur schauen …

Ganz oben auf der Liste steht immer Smørrebrød, ich liebe dieses Zeug! Vor allem mit Hering in der dort immer hervorragenden Qualität und vielen Varianten. Andere Dinge schmecken auch, aber Hering muss sein! Also machten wir nach unserem Besuch im grandiosen Museum Moderner Kunst Lousiana mit der recht fordernden Ausstellung von Tal R Halt im Trekosten. Einem einfachen direkt am Meer gelegenen Restaurant.

Dort bestellten wir »3 slags sild, hakkede rødløg, capers, hjemmebagt rugbrød«, drei Sorten Hering (Senf, Rote Rüben, Kräuter) mit gehackten Zwiebeln, Ei und Kapern. Originalgetreu legt man den Fisch aufs dazu servierte Roggenbrot und isst das Ganze mit Messer und Gabel. Noch Bier dazu und die Sonne geht auf! Die stand brav am Himmel, wir saßen wegen der ungewöhnlich frischen Temperaturen in Decken gewickelt auf der Terrasse überm Wasser. Und ließen uns von ihr Nase und Stirn verbrennen; das kriegt die dänische Sonne locker hin.

Zurück zum Sild. Die Heringe sind im Trekosten hausgemacht und kommen, wenn ich mich richtig erinnere, ein halbes Jahr zur Reifung ins Holzfass. Sie schmecken köstlich und frisch, die Konsistenz ist kräftig und fleischig, die Marinaden sind leicht, würzig und bekömmlich. Ein Gedicht! Und wäre ich nicht satt gewesen, das ist der Nachteil vom fettigen Fisch auf Roggenbrot, hätte ich das Ganze nochmals bestellt.

Wieder daheim wollte ich diese Gaumensensation unbedingt wiederholen. Und wissend, wirklich wissend, dass es keine gute Idee ist, hier im Supermarkt Hering zu kaufen, konnte ich doch nicht anders. Mit denkbar schlechtem Gefühl erstand ich eine Sorte, die in der Senfsauce. Und ich sag's Ihnen, es war ein Grauen: von irgendwelchen Hilfsmitteln mürbe gemachtes aromenbefreites Fischfleisch in einer pappigen gelben Mehlsauce. Noch schlimmer als in Erinnerung und wirklich unerträglich geworden durch die erst kürzlich genossenen so guten Varianten. Der Gatsch musste den Weg gehen, für den er schon ursprünglich bestimmt gewesen sein muss: in den Mistkübel. Ich hab's überlebt.

Es gibt ein paar wenige bessere Quellen hier in Wien, aber auf die Schnelle fallen mir keine ein. Suchtbeflissen danke ich für zweckdienliche Hinweise. Und ich werde wohl bald meinen nächsten Flug buchen …

www.trekosten.dk
syl
Wirksensorik - ein Seminar von respekt-BIODYN Mittwoch 2017-07-12

Mit und für die respekt-Gruppe zu arbeiten, ist mir gleichermaßen Ehre und Freude. 22 großartige Winzerinnen und Winzer, die je nach Dauer ihrer Mitgliedschaft seit zehn Jahren mit dem erweiterten Blick der Biodynamie Weinbau betreiben. Die hohe Qualität ihrer Weine bestätigt sie und ihren arbeitsintensiven Weg.

Bunte Obststückchen vor Löffeln mit Öl auf einem weißen Teller

Im Sinne von lebenslangem Lernen – und unter anderem mehr und mehr in die Lehren Rudolf Steiners einzutauchen – hält die Gruppe regelmäßig Seminare ab und ist dabei auch offen für Gäste von außen. Offenheit ist einer der wichtigsten Werte von respekt, denn je mehr Leute sich für natürliche Landwirtschaft interessieren, umso besser für die Welt.

Letzte Woche war es wieder soweit, zwei ganze Seminartage am Weingut Gernot & Heike Heinrich standen am Programm. Tag eins stand im Zeichen der Wirksensorik, Tag zwei im Zeichen von Steiner und dem Seelenwesen Tier. Hier ein kurzer Rückblick auf das WIRKSENSORIK-Seminar, gehalten von Dr. Uwe Geier aus Darmstadt, Deutschland.

Es ging dabei darum, wie ich Wasser, Lebensmittel und Wein ganzheitlich wahrnehmen kann: durch das Ausschalten des Kopfes, des Gaumens und der Zunge. Nur dadurch wird das in den Körper Hineinspüren, wo sich was wie bemerkbar macht, möglich. Eine eindrucksvolle Erfahrung!

Start war mit zwei Wasserproben, die eine wurde frischer, lebendiger und mit mehr Energie »nach oben« als die andere wahrgenommen, diese eher still, erdig und schwer. Es handelte sich in beiden Fällen um dasselbe Leitungswasser, im frischer wirkenden war drei Minuten lang ein Bergkristall. Scheiß Esoterik oder? Aber nein, die Wahrnehmung war ja bei allen 30 Teilnehmern so gut wie ident. Ähnliche Erfahrungen gab es bei Karotten und rohen! Erdäpfeln, Obst und Beeren und schlussendlich auch beim Wein. Immer konventionell und biologisch/biodynamisch blind gegenüber gestellt.

Geier forscht zu dieser Thematik mit ungeschulten und geschulten Versuchsgruppen. Die Ergebnisse sind immer aussagekräftig. Weiters bietet er entsprechenden Dienstleistungen an, so können Lebensmittelproduzenten die Wirkung ihrer Produkte abtesten lassen.

Danke nochmals an Uwe Geier für diese andere Wahrnehmung von Essen & Trinken, Naturkoch Johann Reisinger für die allerfeinste Verköstigung - zum Teil ganz ohne Salz - und den fabulösen Gastgebern Heike & Gernot Heinrich, dass wir uns in ihrem wunderbaren Haus breitmachen durften.

www.wirksensorik.de
Foto: Alexander Stock
syl
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