Bassena - Unser Weblog

SCHWEINEMEISE Sonntag 2009-10-25
 Ein bissl obergscheit halt präsentieren wir uns hier. Insbesondere was das Österreichische auf unseren Speisekarten betrifft. Aber es muss einfach gesagt sein!
 He never dies!
Es ist schon erstaunlich, wie gut sich Grauslichkeiten halten. Kindheitserinnerungen von der süßlich aufdringlichen Seite. Der alles aufweichende Ananassaft. Man liest's und weiß, wie's schmeckt. Auch im bourgeoisen Hietzing. Um wohlfeile € 5.50.

China, Sushi, Wok, Schnitzel, Asia & Pizza. Herz, was willst du mehr?! Wien Margareten. International.

Wo fangen wir an? Hacksteak, gehört nach Deutschland.

... mit Gegrilltem Zwibeln. Wie viele Fehler finden Sie?

Putenmedalion. Besser im Wörterbuch nachschauen.

Kräutersause. Klingt spannend, was sind wohl die Konsequenzen, wenn wir sie zu uns nehmen?

Gesehen am Wiener Naschmarkt.

Zweimal Oberlech.
- Einmal die Diskussion mit dem bundesdeutschen Kellner, dass Backhendlsalat mit Backhendl und eben nicht mit Putenstreifen sein soll. Weil das Hendl das Huhn und die Pute der Truthahn ist. "Ausnahmsweise" kam der Backhendlsalat mit Backhendl.
- Am selben Tag die Diskussion mit einem anderen bundesdeutschen Kellner um das "Obi gespritzt", das aus Soda und Apfelsaft und eben nicht mit Orangensaft sein sollte. Die Entgegnung, dass man schon verstünde, dass "Obi" eher im Osten gebräuchlich sei und man sich angesichts der vielen Wiener Gäste den Begriff vielleicht trotzdem merken sollte, wurde abgeblockt. Die Gäste sollten gefälligst "Apfelsaft gespritzt" bestellen, "Obi gespritzt" würde er sich ganz sicher nicht merken wollen. ...

ja nein Erklärung
Anmerkung
TRÜFFEL
TRÜFFELÖL
Trüffelöl bitte von allen Speisekarten ersatzlos streichen. Weil gerade wieder in einem Wiener Spitzenrestaurant erlebt. So grauslich und unverdaulich!
ESSIG
BALSAMICO
Weg mit dem picksüßen Zeug! Übertönt alle Aromen, ruiniert den Salat und ist soundso nur gepanscht. Traditionale gerne zum Würzen.
SAUMAISE SCHWEINEMEISE Eine Saumaise ist eine Waldviertler Spezialität: geselchtes Schweins-faschiertes im Schweinsnetz, wird kalt oder gekocht (mit Sauerkraut) serviert.
Schweinemeise. Gesehen beim Heurigen. Der Wirt meinte, die Leute wüßten mit "Saumaise" ; nichts anzufangen, er müsse das immer erklären. "Schweinemeise" übrigens auch ...





SCHWEINSBRATEN
SCHWEINSFILET
SCHWEINSGULASCH
RINDSBRATEN
RINDSFILET
RINDSGULASCH
KALBSVOGERL

SCHWEINEBRATEN
SCHWEINEFILET
SCHWEINEGULASCH
RINDERBRATEN
RINDERFILET
RINDERGULASCH
KÄLBERVÖGLEIN ...
Grundsätzlich enden viele Viecher, sobald sie einmal zu Speisen geworden sind, auf -s. Weil das -s ein Fugen-s ist. Und weil's in Österreich einfach so heißt.
Auf die Tomaten/Paradeiser-, Kartoffel/Erdäpfel-, Sahne/Rahm/Obers-Diskussion verzichten wir. Weil sie im Westen Österreichs nicht exisitiert und es dort nur die linksstehenden Ausdrücke gibt. Alemannisch halt. Und wir im Osten wissen ohnedies, wie es richtig heißt. Sagen wir einmal.
TONIS FREILANDHÜHNER
TONI'S FREILANDHÜHNER
Dieser Apostroph hat vor dem Genitiv-s nichts verloren.

Für den "Deppenapostrophen" herzlichen Dank an Michael Prónay!
Café au Lait um € 3,-
Caffe Latte um € 3,40
Gesehen in der Halle/MQ. Auf die Frage nach dem Unterschied der selbstironische Restaurantleiter: "Der Caffe Latte kommt in einer größeren Schale, eigentlich wie in Frankreich der Café au Lait. Der Café au Lait kommt in einem schmalen Glas wie in Italien der Caffe Latte."
HENDL
HÜHNCHEN
KARFIOL
BLUMENKOHL
KOHLRABI
KOHLRÜBE
MARILLE
APRIKOSE
MARMELADE
KONFITÜRE
GUT
LECKER
"Lecker" macht grantig!

SONDERN ...? Donnerstag 2009-10-22
Eines wissen wir meist sehr genau: Was wir NICHT wollen. Nicht mehr so viel arbeiten, nicht jedes Wochenende so viel Geld ausgeben, nicht ständig auf sinnlosen Events herumhängen. So weit, so gut.

Doch was dann? Was wollen wir stattdessen? Wie stellen wir uns ein Leben mit weniger Arbeit denn vor? Was tun wir statt Geld auszugeben oder Small-Talk zu führen? Hier verläuft die Grenze zwischen „Weg von“ und „Hin zu“, zwischen negativ und positiv formuliert. Hier liegt es an uns, statt genervt den aktuellen Zustand zu beklagen, offensiv nach vorne zu schauen und die Dinge zu ändern. Wir sind ja meist nicht unbeteiligt daran, wie wir leben und wie es uns dabei geht.

„Schön“, könnten Sie jetzt einwenden, „schön, wenn ich das ab nun so halte“. Aber was ist mit den anderen um mich herum? Wie bringe ich die dazu, einmal eine andere, pro-aktive Perspektive auf die Dinge zu bekommen, mitten im hingebungsvollsten Jammern?

Wenn Sie es also mit Menschen zu tun haben, die immer nur erzählen, was sie gerade nicht wollen, versuchen Sie es einmal mit dem Wörtchen „SONDERN ...?“. Da muss sich Ihr Gegenüber nämlich was überlegen, um nicht wortlos w.o. zu geben.

Ruth

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EIN FEINER NACHMITTAG BEI FEILER-ARTINGER Donnerstag 2009-10-22

Einmal im Jahr schlagen wir uns ein Wochenende heraus, meine fünf „Damen“ und ich. Von Freitag Nachmittag bis Sonntag Mittag lassen wir Männer Männer und Kinder Kinder sein. Und lassen es uns gutgehen. Diesmal zwischen Schilf und Wein, in Rust.

Und weil er halt so nahe liegt, muss er auch verkostet werden, der Wein. Umsichtig wie ich bin, habe ich vorgesorgt. Mit einem angekündigten Besuch bei einem Winzer, bei dem es sich wirklich auszahlt: Kurt Feiler, Weingut Feiler-Artinger.

Und es hat sich ausgezahlt! Geschlagene drei Stunden führt uns Kurt durch sämtliche Feiler'schen Keller, offeriert uns seine edlen Tropfen, erzählt Geschichten und beantwortet hunderte Fragen.

Derweil kosten wir uns durch. Angetan hat es uns beispielsweise der 2008 Pinot Blanc, feine Nase, frisch, elegant, mineralisch. Ganz anders, trotzdem ebenso spannend der 2007 Gustav, eine Cuvée aus Chardonnay und Neuburger, vergoren und gereift im Barrique. Fruchtig, komplex, dicht.

Bei den Roten machen der 2005 Cabernet Sauvignon und der 2007 Pinot Noir Gertberg das Rennen. Dunkle Beeren, Waldboden und Würze der eine, elegante Frucht, feingliedrig der andere. Bei den Süßen spielen wir unsere Heterogenität voll aus, Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Am Ende wandert der eine oder andere Karton ins Auto, Weißes, Rotes und Süßes. Das Wellness-Programm wurde an dem Nachmittag aus Zeitgründen auf nächstes Jahr verschoben. Es gibt Wichtigeres.

Weingut Feiler-Artinger
www.feiler-artinger.at

ruth


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LASER-ARBEITER AM SORTIERTISCH Donnerstag 2009-10-22

Manuelles Aussortieren nicht entsprechender Trauben am Sortiertisch dürfte in manch liquiden Weingütern bald der Geschichte angehören. Neue Sortiermaschinen, die auf Laseroptik basieren, schicken alsbald die guten ins Töpfchen. Für 100.000 € ist man mit dabei. Erstmals gesehen auf Chateau Pavie und Chateau Grand Corbin Despagne.


Auf Chateau Margaux hingegen findet ein vollkommen neues System Anwendung, um die Trauben im Keller automatisiert willkommen zu heißen.

Hier reagiert die Schwerkraft, die Trauben kommen erst in schmale Kisten und dann über ein Flaschenzugsystem in die Bottiche. Weil ich mir das Prozedere in meiner Übersetzung gar nicht vorstellen kann, hier alles nochmals im Original: "Chateau Margaux has an entirely new gravity-led reception system for the grapes, taking them first in small trays and then by a pulley system into the vats."
Quelle: www.decanter.com

syl
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WARUM BERAUSCHT ALKOHOL? Samstag 2009-10-17

Manch eine(r) meiner Freunde und Freundinnen war tatsächlich schon einmal betrunken. Ich selbst habe Alkohol ja noch nie geschluckt, immer nur daran gerochen.

Was geschieht im Inneren dieser Frauen und Männer, die nicht so standhaft sind wie ich?

Alkohol setzt in der Hirnrinde erregungs-
hemmende Steuerungsmechanismen außer Kraft.


Bestimmte Nervenzellen des Gehirns, die Interneuronen, empfangen und verarbeiten Informationen, um dann andere spezifische Neuronen zu hemmen oder zu aktivieren. Zu diesem Zweck setzen sie "Neurotransmitter" frei, die an den Rezeptormolekülen der Zielneuronen andocken.

Geht's noch? Also weiter: Alkohol beeinflusst einen wichtigen Neurotransmitter namens Gamma-Aminobuttersäure oder kurz GABA, die im zentralen Nervensystem eine wichtige hemmende Rolle spielt. Sie verbindet sich mit dem Rezeptor des Zielneutrons und verändert ihn so, dass Chloridionen in das Neutron eindringen können und es weniger erregbar wird.

Ausgerechnet auf die GABA hat es der Alkohol abgesehen: Wegen der Affinität zu diesem Neurotransmitter lockern sich die bestehenden Bindungen, neue werden erschwert, und die Neuronen werden weniger gehemmt.

FINGER WEG VON MEINER GABA!!!

Macbeth: "It provokes the desire but it takes away the performance!"

Quelle: This-Benckhard, Hervé. Rätsel der Kochkunst. 1998. S. 202

syl


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ruth havel & sylvia petz
fillgradergasse 15/11
1060 wien

t/f +43 (0)1 9134274
office@havel-petz.at
www.havel-petz.at

 HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!

Hier lässt sich's tratschen oder "havelundpetzen". Wie früher an der "Bassena", dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, in denen dort der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wußten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!