Eine halbe Wassermelone auf einer türkis durchscheinenden Luftmatratze am Wasser

Bassena - unser Blog

Mit uns kein Wein-Notstand! - VieVinum in der Hofburg Mittwoch 2014-06-11

Warum das so ist, können Sie ganz bequem hier nachlesen. Da steht, welche Winzer Sie unbedingt besuchen müssen, weil ihre Weine die allerbesten sind. Alles easy.

Und wenn Ihnen nach einer Veranstaltung ist, wird Ihnen auch geholfen. Wie wär's mit Chateau Angélus? Da geht's zu allen Infos.

Wir sehen einander auf der VieVinum. Von 14. bis 16. Juni in der Hofburg!
Ruth Havel & Sylvia Petz
»Die Fischräuber« - aus »Die Zeit« Montag 2014-06-09

Hier eins zu eins der »Zwischenruf« von Claas Tatje aus der aktuellen Wochenzeitung »Die Zeit«, weil er gehört werden muss. Denn wieder einmal zerstört die EU die Lebensgrundlage von Menschen. Ein Blick in den Senegal, mit dem die EU ein alles andere als nachhaltiges Fischereiabkommen geschlossen hat.

zwei Fische mit Zitronenscheiben

»Die Fischräuber
Europa will die Meere schützen? Ein neues Abkommen mit dem Senegal zeugt vom Gegenteil.

Im Schatten der Euro-Krise ging eine der größten Reformen Europas fast unter. Die Griechin Maria Damanaki sorgte als EU-Fischereikommissarin dafür, dass in Europas Gewässern nicht mehr Fische gefangen werden, als Wissenschaftler empfehlen. Die Überfischung von Nord- und Ostsee ist also bald Geschichte, und die strengen Regeln gelten künftig auch für Abkommen mit Drittstaaten.

Doch schon beim ersten Praxistest versagt die Union. Sie hat ein Abkommen mit Senegal geschlossen, und von Nachhaltigkeit ist darin nur im vorderen Teil die Rede. Im Anhang aber, da tauchen Fanggenehmigungen für 2000 Tonnen Seehecht auf. Lokale Fischer, dazu Greenpeace und Brot für die Welt sind entsetzt. Zu Recht. Zwei Tramler, die diese Fanggenehmigung klammheimlich bekommen haben, werden tonnenweise begehrte Tintenfische und Tiefseegarnelen mitfangen. Davon jedoch leben auch die Kleinfischer.

Den Europäern wird der Beifang mehr wert sein als der Seehecht. Und selbst den dürften die Tawler nicht fangen, wenn sich die EU an ihre eigenen Auflagen halten würde. Es liegt  noch kein fundiertes wissenschaftliches Gutachten vor, das den Fang für rechtens erklärt. Das aber ist die Voraussetzung für derlei Genehmigungen.

Tausende lokale Fischer werden unter dieser Politik leiden und einige ihre Existenzgrundlage verlieren. Schon heute sind viele Flüchtlinge, die sich auf den lebensgefährlichen Weg nach Lampedusa machen, von Beruf Fischer.

Es ist peinlich genug, wie der größte Wirtschaftsraum der Welt vom Ziel abgerückt ist, bis zum nächsten Jahr 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für Entwicklungshilfe auszugeben (Deutschland schafft gerade einmal halb so viel). Unverantwortlich ist, wenn auch konkrete Abkommen systematisch unterwandert werden, um der europäischen Fischereilobby in die Hände zu spielen.«

Ohne Worte.

Quelle: Tatje, Claas. Die Fischräuber. In: Die Zeit, 5. Juni 2014, S. 25
syl
Ein Hoch auf das, was kommt Samstag 2014-05-31

Samstag Nachmittag, Ende Mai. Das Wetter entspricht Anfang April, die eigene Müdigkeit MItternacht. Texte verfassen, einen Workshop planen, Rechnungen schreiben, zwischendurch ein bisschen im

Textteil "Ein Hoch auf das, was kommt"
© YouTube
Internet surfen. Und auf dieses Video von Andreas Bourani stoßen. Ob die Musik gefällt oder nicht, der Text ist cool! Daran sollten wir öfter denken. »Ein Hoch auf das was kommt, ein Hoch auf uns.«

Musik und Text auf YouTube

Ruth
Wenn windige Wanderer Weinblätter wegnehmen, weinen wertige Wiener Winzer Freitag 2014-05-30
Herrschaften, das geht gar nicht! Säckeweise werden aus Wiener Weingärten die Weinblätter weggeschleppt. Sie werden in der orientalischen und griechischen Küche mit Reis oder Faschiertem gefüllt und gelten als Delikatesse. Wissen wir. Mögen wir ja auch selbst sehr gerne. Sogar die aus der Dose.

Und bislang dürfte ein abgezupftes Blatt da und dort und für den privaten Haushalt auch kein großes Problem dargestellt haben. Nun aber sind professionelle Weinblätter-Zupfer zugange und richten richtigen Schaden an. Die Rebstöck brauchen die Weinblätter wie wir unsere Lunge, speziell jetzt zur Blütezeit sind sie die Basis für alles Weitere. Die Natur hat sich ja was dabei gedacht. Und was machen diese Idioten? Sie räumen die Rebstöcke leer!

»Am Montag war ich im Weingarten. Da haben Diebe sieben große 150-Liter-Müllsäcke schon gebrockt gehabt. Das ist ein enormer Schaden«, wird Winzer Martin Frauneder in einem Bericht auf www.orf.at zitiert. Bis zu zwölf Euro pro Kilo Weinblätter werden offenbar am Markt bezahlt, das läppert sich.

Selbst Patrouillen von Polizei und Winzern helfen wenig, denn sind die Hüter der Weinblätter weg, kommen die Diebe zurück. »Es war in den letzten Jahren ein großes Problem. Die Diebe schleppen die Weinblätter säckeweise davon«, so auch Mathias Kierlinger vom Weinbauverein Nussdorf. Man könne nichts dagegen tun. »Der Nussberg ist Naturschutzgebiet. Da dürfen wir nicht einmal Zäune aufstellen. Wir wollen das auch nicht.«

FINGER WEG!!!!!!

www.orf.at
syl

weinblätter-zupfen

syl  03.06.2014 16:14

keine schlechte idee. ausdünnen lassen von diesen leuten. aber gewusst wie, wäre nicht schlecht.

Weinblätter

Weingärtnerei Helm  02.06.2014 19:09

... :)
vielleicht sollte ich in Zukunft Weinblättner statt Winzer sein. Sollte ja ein einträgliches G'schäfterl sein :)
Ob Bio oder konventionell: der Konsument bzw. Dieb hat keine Ahnung wie das Blatt einen Tag vorm Grapschen behandelt wurde.
Fragen kostet nix, und zu gegebenem Zeitpunkt ist der Weinbautreibende froh, wenn Blätter abgezupft werden :)
lg gh

Hundertwasser, Moët & Chandon und Sauvignon Blanc. Samstag 2014-05-24
Hundertwasser ist Teletubby-Optik, Sauvignon Blanc laut und Moët süßer Fusel. Mit einem Wort, diese drei waren nicht wohlgelitten und standen auf der persönlichen Index-Liste. Dann machte ich unabhängig voneinander nähere Bekanntschaft mit ihnen und musste mein Urteil etwas revidieren.

1. Den Anfang machte Friedensreich Hundertwasser. Auf ihn traf ich letzten Februar zufälligerweise südlich von Kopenhagen im wunderbaren Arken-Museum. Da fährt man in den Norden, ist offen für Kunst und was wird gezeigt? Hundertwasser. Weil ich aber immer für jeden Unsinn zu haben bin, ging ich brav mit von Exponat zu Exponat. Und seine Kunst gefällt mir immer noch nicht. Kindergartenästhetik.

Da ich aber die gesamte  Legende las, machte ich mich erstmals vertraut mit der Philosophie und dem Aktionismus des Künstlers. Und der Typ war wirklich bewundernswert! Ein weitsichtiger Spinner, von dessen Sorte die Welt viele bräuchte. Einer, der die Welt bewahren wollte, weil er sah, was wir mit ihr anstellen und wie wir sie kaputtmachen. Schon in den 1970er-Jahren. Thanks god, we had him!

Und wie's der Zufall wollte, machte ich im Rahmen meiner CSR-Ausbildung vor zwei Wochen Halt in der Hunderwasser-Therme in Bad Blumau. Teletubby. Aber: »Was man von der Erde wegnimmt, muss man ihr wieder zurückgeben«, weshalb das abgetragene Erdreich wieder auf die Häuser draufkam und begrünt wurde. So wandert man durch eine riesige grüne Landschaft mit ungemähten Wiesen, Bächen und Bäumen.

Und was Hoteldirektorin Melanie Franke dort macht, ist in Zeiten von Staubzuckeraffairen beispielgebend. Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht verstehen, wird erst umgesetzt, wenn sie's tun und mittragen. Und wenn es sein muss, dass zwei Hektar Land als Acker angelegt und gemeinsam bearbeitet werden, bis das Konzept von bio gegriffen hat. Dass, wenn die Zimmermädchen von der körperlichen Anstrengung Kreuzweh haben, ihnen vom Haus eine Massage spendiert wird. Und wenn ein Abwäscher fehlt, Melanie Franke selbst einspringt. Reich wird der Eigentümer Rogner so nicht, aber gut geht's ihm dabei.

2. Moët & Chandon ist breit und süß und maximal für die Aperol-Spritz-Trinker ein passender Champagner. Soweit meine Meinung, bis Elise kam. Elise Losfelt ist eine von zehn Winemakers bei Moët & Chandon. Sie kam nach Wien, um den aktuellen Jahrgangs-Champagner zu präsentieren, 2004.

Elise ist entzückend. Anfang 30 und so charmant, wie man nur charmant sein kann. Aber es lag nicht nur an ihr. Auch ohne ihr Zutun wurde klar, dass das Haus viel mehr zu bieten hat als besagte Grande Cuvée, die ja wirklich so ist, wie sie ist.

Selten werden bei Moët Jahrgangschampagner produziert, die Grundsekte kommen im Regelfall in die Grande Cuvée, zu deren Flaschenmenge Madame Elise keine Zahlen nennen durfte. Wohl aber die Hektaranzahl von 1.050 und die höchste Traubenmenge pro Hektar von 15.000. Was nach Adam Riese und Sylvia Petz rund 11 Millionen Flaschen von dem Champagner ergibt, von dem 11 Millionen Flaschen eben sind, wie sie sind. Außer es handelt sich um einen besonderen Jahrgang, dann werden ein paar Flaschen abgezweigt.

Wie beim 2004er. Der 2004er Grand Vintage und seine roséfarbene Schwester lagen sieben Jahre auf der Hefe, er ist feingliedrig, elegant, komplex und zeigt feine Reifetöne und feine Säure. Nix Süßes aber leichte Salzigkeit. Zum Eintrinken und Weitertrinken.

Aber verliebt habe ich mich in den 1985er. Alleine in die Aromenvielfalt beim Reinriechen, frischer Toast, Rauchigkeit und Würze. Den behielt ich lange im Glas. Ja, ich mag Moët!

3. Mein letztes Stiefkind. Es ist sicherlich Jahre her, dass ich aus freiem Willen ein Glas Sauvignon Blanc bestellt hätte. Er und grundsätzlich Weine mit »SB-Tönen« standen auf meiner No-go-Liste. Paprika, Katzenpisse, Lychee, Holler. Aromen, die ich nicht mag. Auch nicht ohne Wein.

Bis Gerhard in mein Leben trat. Gerhard Wohlmuth mit seinen Sauvignons vom Sausal. Die all diese ungeliebten Aromen nicht haben, sondern klar sind, elegant, finessenreich, super mineralisch und wunderschön. Kein Hauch von Paprika, Katzenpisse, Lychee und Holler, sondern Aromen nach Zitrus, Pfirsich und insgesamt weißer Frucht.

Die Böden im Sausal bestehen aus Schiefer, grauem, rotem und blauschwarzem. Und das schmeckt man. Jede Lage ist besonders, jede Lage ist steil, bis zu einer Neigung von 90 %, wo nichts mehr geht mit Maschinen. Bis zu 1.000 Arbeitsstunden fließen in die steilsten Lagen der Wohlmuths, bis der Wein endlich in der Flasche ist.

Mein Lieblingswein ist der Sauvignon Blanc vom Steinriegl. Und dann auch noch der großartige Riesling von der Ried Edelschuh und der Pinot Gris der Lage Gola. Und die anderen auch.

Habe ich schon gesagt, dass ich Sauvignon Blanc mag? Dreimal bekehrt. Sag niemals nie.

www.blumau.com
de.moet.com
www.wohlmuth.at

Fotos: privat, Moët
syl

verneigung

syl  27.05.2014 18:58

mein lieber michael, vielen dank. da haben mich wohlmuths schon einmal korrigiert. ich krieg's einfach nicht hin :) so, wie in england. wenn ich endlich glaube zu wissen, aus welcher richtung die autos kommen, liege ich sicher wieder falsch. so ähnlich hab ich's mit der hangneigung. nur ist die nicht lebensgefährlich.
ich korrgiere also.
alles liebe,
syl

Mag.rer.soc.oec., Dr. iur.

Michael Pronay  27.05.2014 16:59

Servus Syl,

in Sachen Sauvignon: die Lage hat keine Neigung von 90° — dann wäre sie nämlich senkrecht wie eine Mauer —, sondern von 90%, also knappen 45 Grad. Ansonsten: Glückwunsch zum Wohmuth'schen Sauvignon-Aufbruch!

Michael

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