Magnolienblüten

Bassena - unser Blog. Viel Spaß beim Lesen!

So ein Käse! Mittwoch 2011-10-05

Vor Jahren war das Zeug schon einmal in den Medien: Natamycin (E235), ein wie ein Antibiotikum wirkendes Konservierungmittel in Käsen und Dauerwürsten und sowohl in Lebensmittelindustrie als auch Medizin gegen Pilzinfektionen eingesetzt.

Offenbar hat die Kampagne damals nicht gefruchtet. Jetzt geistert Natamycin wieder durch die Medien, die deutsche Verbraucher- schutzorganisation Foodwatch hat sich draufgesetzt.

Ein Stück Hartkäse

Die Verwendung des Stoffes sei zwar nicht verboten, das deutsche Institut für Risikobewertung (BfR) sowie das staatliche Max-Rubner-Institut (MRI) rieten jedoch ausdrücklich vom Verzehr ab, heißt es von Seiten Foodwatch. Das BfR empfehle, natamycinhältige Käserinde bis zu fünf Millimeter Tiefe abzuschneiden.

Konkret wendet sich Foodwatch gegen Bongrain, den weltgrößten Käsehersteller, der seinen „Saint Albray Klosterkäse“ mit dem Hinweis auf „essbare Rinde“ vermarket, obwohl die Rinde Natamycin enthält und deshalb nicht verzehrt werden soll.

Tatsächlich findet sich Natamycin aber in vielen Käserinden. Hier hilft nur, den Käse in die Hand zu nehmen und die Inhaltsstoffe zu lesen. Und man wird sehen, dass es wirklich  viele Produzenten verwenden. Am besten fährt man klarerweise mit Käsen kleiner Produzenten oder biologischen Produkten.

Von der EU ist es für Käse und Hartwürste zugelassen, außerhalb der EU auch für andere Lebens- und Genussmittel. Zum Beispiel für Wein: Das Natamycin dient einerseits zum Unterbrechen der Gärung bei einem bestimmten Restzuckergehalt und andererseits als Schutz gegen unerwünschte mikrobielle Einflüsse nach der Gärung durch Schadorganismen. In die EU importierte Weine dürfen allerdings nicht damit behandelt sein. Warum man Käse und Wurst damit infiltrieren darf? Irgendwer wird sich schon was dabei gedacht haben oder davon haben.

Quelle: www.orf.at
syl

Think pink - Wein und Brustkrebs Donnerstag 2011-09-29

Zur Zeit steht alles im Zeichen des Pink Ribbon, der Weltbrustkrebstag ist heuer am 24. Oktober. Alleine in Österreich erkranken jährlich 5.000 Frauen an Brustkrebs. Durch Vorsorgeuntersuchung und frühes Erkennen geht die Sterblichkeitsrate merkbar zurück, zuviel des Guten vom weniger Gesunden fördert das Risiko. Logisch.

Rote Rosenblüten in Nahaufnahme

Dass zuviel Alkohol allgemein schädlich ist, muss hier nicht mehr erwähnt werden. Mit dem Wie und Warum, der relevanten Menge und Häufigkeit des Konsums ist die Wissenschaft nach wie vor konfrontiert.

Hier nur sehr kurz zusammengefasst das Ergebnis zweier letztjähriger Studien zu „Alkohol & Brustkrebs” aus dem WineSpectator: Die eine besagt, dass Weinkonsum das Risiko, an der häufigeren Brustkrebsart zu erkranken, vermindert und das an einer selteneren erhöht. Die andere zeigt auf, dass Wein das Risiko bei Frauen mit genetischer Veranlagung verringert.

Was uns jetzt gar nichts nützt. Was aber nützt, ist die Veranwortung für seine Gesundheit in die Hand zu nehmen und regelmäßig zur Mammographie zu gehen. Unangenehm, aber ein gutes Gefühl zu wissen, dass alles in Ordnung ist.

www.winespectator.com
syl

Pinot Noir for everyone! Donnerstag 2011-09-22

Zweiter Abend unserer »Österreichischen Weine im internationalen Vergleich« im unvergleichlichen Ambiente am WIFI Wien. Doch was das Ambiente nicht kann, machen die (meisten) Weine wett. Einer gestern ganz besonders.

Die Diva der Rotweine, Pinot Noir, kam in die Gläser. Und gleich im ersten Flight ein Wein, der die Runde einhellig erfreute. Und nicht nur, weil er optisch ein Lehrbeispiel der Sorte war.

 Pinot Noir Classic 2008 von Heinricht Hartl III
© Weingut HH3

Der erste Riecher eine spannende Kombination aus Eleganz und Verruchtheit, Morbidität im absolut positiven Sinn. Sehr vielschichtig, beim jedem Reinriechen kommt was Neues. Gekochte Maroni, kleine Walderdbeeren, Zwetschke, animierende Röstaromen. Am Gaumen kommen die Beeren wieder gepaart mit einer Vielschichtigkeit, die einfach Freude macht. Die feine Säure und die eleganten Tannine vervollständigen das Trinkvergnügen.

Pinot Noir Classic 2008, Weingut Heinrich Hartl III aus Oberwaltersdorf! havel & petz haben sich sehr gefreut, als der Wein gelüftet wurde. Gehört der smarte Winzer aus der Thermenregion doch zu unseren Kunden.

PS: Unbedingt auch die Reserve-Variante und den PN Graf Weingartl probieren. Letzterer trug übrigens den Salon-Sieg 2011 nachhause.

Ruth

Ein weiteres rauschendes Winzer-Fest Dienstag 2011-09-20
Wir haben's im Mai schon angekündigt, dass gefeiert werden wird. Da hat Erwin Tinhof nämlich seine Sachen gepackt, vornehmlich Weingläser, Weinflasche, Weinfässer und Weincomputer, und ist – partiell – nach Trausdorf übersiedelt. Verkostet, verkauft, gekeltert und »im Backoffice gearbeitet« wird seit Mai also in Eisenstadts Nachbargemeinde.
Gedeckte Tische bei Tinhof
Damit das ganze sozusagen auch offiziell rechtens ist und der Winzer außerdem sowieso gerne feiert, hat er am Samstag, 17. September, rund 350 Gäste empfangen. Und gefeiert. Ein paar der Gäste durften (mussten?) etwas sagen, alle anderen nur essen und natürlich trinken. Und sich mit dem Winzer über einen gelungenen Abend freuen.
Das Gebäude von aussen in der Nacht

Inoffiziellen Angaben zufolge wurde es für manche eine gelungene Nacht. Der Winzer selbst soll das Festgelände erst um vier Uhr in der Früh verlassen haben.

Fotos oben vor dem Fest und währenddessen.

Ruth

A Complex Red With an Austrian Accent - Blaufränkisch in der New York Times Montag 2011-09-19
»Nothing scares wine consumers so much as an umlaut.« schreibt Eric Asimov, Weinfachmann der New York Times, in seinem Artikel über österreichische Blaufränkische vom 13. September. Wenn man diese Furcht vor dem bösen Umlaut aber einmal überwunden habe und sich an den tatsächlichen Wein wage, tuen sich Welten auf.
Screenshot des Artikels auf der Website der New York Times

Er selbst stand speziell dem Blaufränkischen bis vor rund fünf Jahren noch sehr skeptisch gegenüber. Damals in den Staaten kaum zu finden, waren die wenigen Sortenvertreter fett, schwerfällig, bar jeder Finesse und holzlastig. Die Zeiten haben sich allerdings geändert, findet er. Knackpunkt für ihn war ein Tasting vor einigen Jahren mit Weinen, die mit großer Sorgfalt und viel Know how vinifiziert worden waren und aus kühleren Lagen kamen.

Für die aktuell besprochene Verkostung in den US waren 20 gute Blaufränkische rasch beisammen. Leo Schneeman, Sommelier bei Österreicher Kurt Gutenbrunner in New York, hatte Asimov, NYT-Kollegin Florence Fabricant und Aviram Turgeman, Beverage-Manager der Tour-de-France-Restaurants, zu sich gebeten. Und alle waren höchst angetan von den dargebotenen Weinen.

Die besten unter ihnen zeigten sich wunderbar balanciert mit rauchig würzigen Fruchtaromen, kräftiger Struktur und einer knackiger Säure, die die Weine saftig und frisch wirken ließ. Insbesondere die Weine mit leichterem Körper glänzten als Speisenbegleiter und erinnerten an zart pfeffrige Pinots, während die kräftigeren Weine in ihrer Struktur eher an Syrahs gemahnten. Und die weniger erfolgreichen Mitbewerber zeigten hauptsächlich Kraft und Holz. Offensichtlich waren Leichtigkeit und Kraft an die Böden und Regionen gekoppelt. Die Leichtgewichte waren zumeist aus Carnuntum, die Schwergewichte aus dem Burgenland.

Der Wein am Stockerl als »Best value« war für die Verkoster Weningers 2008er Hochäcker. Feingliedrig, harmonisch mit hellen, komplexen Aromen nach Früchten, Blumen und Gewürzen. Der 2009er von Markowitsch lag knapp dahinter, gefolgt vom 2008er Blaufränkisch von Wenzel.

Fein, wieder einmal mehr: Der Blaufränkisch ist der Grüne Veltliner unter den Roten und Österreich ist international nun auch ein Rotweinland.

Die zehn erstgereihten Weine mit Kostnotiz im anhängenden Pdf.
Hier geht's zum Artikel der NYT

syl
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ruth havel & sylvia petz
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HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!


Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!