dunkelrote und gelbe Weinblätter an herbstlichen Rebstöcken

Bassena - unser Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Unser bester Rudi Donnerstag 2011-07-07

Wir hören gar nicht mehr auf, stolz zu sein. Was unsere Kunden uns – und natürlich der gesamten Weinliebhaber/innenwelt und sich selbst – an Freude bescheren, ist schier unglaublich. Right now freuen wir uns für und mit und über Rudi Pichler. Der kommt nämlich im aktuellen Falstaff Weinguide 2011 ziemlich gut weg. Gleich zweimal.

Ruth, Rudi Pichler und Sylvia

Der beste österreichische Weißwein kommt aus Wösendorf. Rudis Riesling Smaragd Weißkirchner Achleiten 2010 räumt 98 Punkte und damit die Höchstbewertung ab. Wir gratulieren! Aber halt, es kommt noch was. In der Kategorie »Die besten leichteren Weißweine« ist der Winzer bis dato überhaupt ungeschlagen. Die Kategorie gibt es seit 2009, und seit damals steht Rudi Pichler am Stockerl. Auf der obersten Stufe, versteht sich. Im ersten Jahr überzeugte der Riesling Federspiel Achleiten 2008, im Vorjahr der Riesling Smaragd Steinriegl 2009 und heuer sein Nachfolger Jahrgang 2010. Der Vollständigkeit halber und weil wir uns natürlich auch für Nicht-Kunden freuen, sei erwähnt, dass sich heuer ein zweiter freuen darf. Ex aequo mit Rudi Pichler erhält der Riesling Kapuzinerberg Erste ÖTW Lage 2010 vom Weingut Karl Fritsch aus Kirchberg am Wagram 94 Punkte.

Doch zurück zu Rudi. Er freut sich ganz besonders über die wiederholte Anerkennung, und wir uns mit ihm, denn sein erklärtes Ziel ist es, den Alkoholgehalt seiner Weine nicht unbedingt in schwindlige Höhen klettern zu lassen. Sein Credo: Nicht der Alkohol sondern die Güte des Bodens definiert die Qualität des Weines. Und es zeigt sich, mit dieser Meinung ist der Wösendorfer Winzer nicht alleine. Angenehmer Nebeneffekt, es kann mehr getrunken werden!

Auf dein Wohl, lieber Rudi!

Ruth

He's got the look – Heinrich Hartls Relaunch Dienstag 2011-06-28

Wie heißt es so schön bei Germany's Top Model? Umstyling! Ob die Mädels wollen oder nicht, Haare ab, Haare an, Farbe drauf, Farbe raus. Oft mit zweifelhaftem Ergebnis.

Dieses «Umstyling» hier war freiwillig. Gewollt sogar!

Screenshot der Startseite von Heinricht Hartl 3

Das Modell: Weingut Heinrich Hartl 3 in Oberwaltersdorf, Thermenregion. Der Stylist: h&p-Rundumpartner The Lounge. Die Vorgabe: Direttissimo an den Solarplexus wollte man. Ran an den Ursprung, ohne Allgemeinplätze zu bemühen. Anders sollte es sein, warm und exklusiv.

Auf der Schatzsuche in Oberwaltersdorf wurde man fündig und hat alte Karten ausgegraben. Auf ihnen basiert der neue Auftritt. Logo, Etiketten, Website, alles. Schöne warme Farbgebung, Tiefenwirkung, Eleganz und Stil. Des Heinrichs neue Kleider.

Heinrich Hartl - HH3 - ist der Dritte dieses Namens, der am Weingut in Oberwaltersdorf das Sagen hat. Pinot Noir, St. Laurent und Rotgipfler sind seine Liebkinder, Fokussierierung ist sein Motto. Steine sind ihm lieb, weil im Weingarten, und Sterne sein Ziel. Seine Partnerin Marie-Sophie Lodron, angehende Weinakademikerin und Masterstudentin der Fachhochschule für Internationales Weinmarketing in Eisenstadt, ist auch beruflich Partnerin und die Marketingfrau bei Heinrich Hartl 3.

Ein Weingut, das sich nun neu präsentiert, Trouvaille aus der Region südlich von Wien. Topaktuell zum 3. Mal SALON Sieger mit dem Pinot Noir Graf Weingartl 2008, hier bei der Salon-Gala mit ÖWM-Chef Willi Klinger und Minister Berlakovich auf der Bühne, 28. Mai 2011.
Heinrich Hartl bei der Übergabe der Salon-Urkunde

Preise bei der »International Wine Challenge« und beim »Decanter World Wine Awards« such as »Best Austrian White over 10 GBP« sind seine ersten internationalen Sterne. Es werden nicht die letzten sein. Denn Giles MacDonough/Decanter says: »Hartl's (Rotgipfler) version displayes his mastery of the idiom. As clean as a whistle.«

www.weingut-hartl.at
syl


Der Captain ist von Bord Samstag 2011-06-11
Zwei Jahre lang war Aufruhr auf hoher See. Manfred Klimeks Online-Weinzeitung CaptainCork.com hat polarisiert und Wellen geschlagen. Von »ist er jetzt vollkommen angrennt« bis »grandios« war alles drin. CaptainCork war auf jeden Fall eine Bereicherung und Diskussion. Und offenbar auch wirtschaftlich erfolgreich.
Screenshot der Captain Cork Website

Jetzt ist der Captain wegen »fehlender Kommunikation mit der Geschäftsführung« von Bord. Warum das so sein muss, erklärt Manfred Klimek bei Dirk Würz. Sehr schade auf jeden Fall. Die Weinkommunikation bleibt um ein Eck farbloser zurück.

»Dann stürzte alles in sich zusammen, und das weite Leichentuch des Meeres wallte fort wie seit fünftausend Jahren.«

wuertz-wein.de
captaincork.com
syl
Wir sind Mais Freitag 2011-06-10
Wahrscheinlich ist es ganz gut, dass wir nicht alles wissen. Auch wenn man stinksauer wird, wenn man's dann doch erfährt. Unter anderem weil wir's ja insgeheim immer gewusst haben. Männer sind Schweine! Eigentlich sind wir alle ein wenig Schweine, gemästet mit Mais. Sagt der Amerikaner Pollan in seinem Buch "The Ominvore's Dilemma".Maisernte von Oben

Aber zum eigentlichen Thema. Monsanto steht für Mais. Monokulturmais. Maissch... Monsanto ist der weltgrößte Saatgutproduzent und wegen seines gentechnisch veränderten Saatguts umstritten. Bauern sowie Umwelt- und Verbraucherschützer beklagen, dass sich das veränderte Genmaterial mit dem konventioneller Pflanzen vermischt. Nun kam ans Tageslicht, dass man seit Jahren wusste, dass Roundup, weltweit meistverkauftes Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto, zu Geburtsfehlern führen kann.

Mehrere Studien belegten schon davor die gefährlichen Auswirkungen von Glyphosat auf Mensch und Umwelt, heißt es auf orf.at. Erst 2010 etwa wurde von Wissenschaftern nachgewiesen, dass das Mittel selbst in extrem geringen Dosen Missbildungen bei Fröschen und Hühnerembryos auslösen kann. Die EU-Kommission jedoch ignoriere diese Ergebnisse offenbar und stütze sich auf deutsche Untersuchungsergebnisse, die die Auswirkungen herunterspielten.

Nicht nur Missbildungen sondern auch Hormonstörungen, DNA-Schäden und Krebs könnten durch Roundup verursacht werden. All diese Risiken seien überprüfbar. Allerdings habe die Kommission kurz nach Bekanntwerden der schädlichen Wirkung von Glyphosat eine Untersuchung des Mittels und weiterer Pestizide auf 2015 verschoben. Die Autoren des Berichts befürchten nun, dass tatsächliche Ergebnisse erst 2030 vorliegen würden.

Warum wird mir gerade wieder einmal schlecht?

Quelle: www.orf.at
Mehr zum Thema: Pollan, Michael. The Ominvore's Dilemma. A Natural History of Four Meals. Penguin Books.
syl

gifte

syl  11.06.2011 15:24

und dann noch all die hormonell wirkenden konservierungsmittel in der kosmetika, die erst dann verboten werden, wenn nachgewiesen wird, dass sie schädlich sind. super cocktail. wie gesagt zum schlecht werden.

Pflanzenschutz

Gottfried  11.06.2011 15:05

Von vielen im Weinbau zugelassenen Pflanzenschutzmitteln weiß man dass sie entweder krebserregend oder genauso den Embryo im Mutterleib verändern können. Trotzdem dürfen sie angewendet werden...
Es ist nicht angenehm nach einer Herbizidanwendung am Feld oder Weingarten hinterher im Gras nachzustapfen. Deswegen mache ich sowas nicht mehr.

Meine Herren! Donnerstag 2011-06-09

Der Herr auf dem Bild macht ziemlich wenig Wein. Der ist dafür zum Niederknien. havel & petz haben drei Weine aus dem Mini-Sortiment verkostet. Der Herr ist übrigens Gottfried Lamprecht vom Herrenhof Lamprecht, verkostet wurde im Hotel Herrenhof. Sehr passend. Aber das nur nebenbei.

Des Jungwinzers älteste Rebstöcke sind fünf Jahre alt, da hat er begonnen mit dem Wein. Weinmachen zu sagen wäre unpassend, Gottfried Lamprecht meint, er macht gar nichts mit dem Wein. Der macht sich von selbst.

Gottfried Lamprecht bei der Verkostung

Der Herrenhof, einer der Gutshöfe vom Stift Vorau, war schon immer ein Landwirtschaftsbetrieb, um die zehn Hektar Weingärten gehören dazu. Die lagen lange brach. Seit wie gesagt fünf Jahren sorgt der experimentierfreudige Winzer dafür, dass wieder was wächst. Aus dem sich was keltern lässt. Vier Hektar werden zur Zeit bearbeitet, noch einmal vier bis fünf sind möglich. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine große Lage direkt beim Gutshof. Lockere Sand- und Sandsteinverwitterungsböden, ein laut Winzer perfektes Kleinklima und die Beschäftigung mit Altem und Neuem sind die Basis. Ausgewählte Rebsorten, viel Zeit im Weingarten, gebrauchtes großes und kleines Holz, ausschließlich Spontanvergärung (»es fängt irgendwann an und hört irgendwann auf«), Gelassenheit und Entspanntheit im Keller. Was dabei herauskommt ist jedenfalls superbe.

Wein eins vom Herrenhof im Herrenhof war der Weißburgunder 2010, der Gutswein, wenn man so will. Auf den ersten Riecher ist das Holz noch ein bisschen dominant, dann kommt Steinobst, Birne, eine Reife, die nie auf einen 2010er schließen ließe. Und das Ganze bei wirklich (selbst erfahrenen) trinkanimierenden 11,5 % Alkohol! Geht also wunderbar auch schon am frühen Nachmittag (selbst erfahren).

Wein zwei dann ein steirischen Gemischter Satz. Jawoll. Gottfried Lamprecht will mit diesem Wein, dem Buchertberg Weiß, weg von der Sorte und hin zur Lage. Was auch immer wir im Glas haben, es mundet fantastisch. Südliche Macchia, mediterrane Kräuter, extrem burgundisch. Jawoll!

Und dann ein Roter, der uns fast umhaut. Weil er so fein und elegant ist, so wunderbar entspannt und »bei sich«. Der Winzer hat Blaufränkisch-Trauben vom Eisenberg gekauft, aus einem Weingarten, den er aber selbst bearbeitet hat. Ein bisschen anders als der Eigentümer das je gemacht hätte. Und man kann mit Fug und Recht behaupten, das Experiment (O-Ton G. L.) ist gelungen. Der Wein ist leider ausverkauft, ein weiterer Jahrgang kommt im Herbst noch auf den Markt, das war's dann mit dem Eisenberg, dann kommt was Neues.

Zu erzählen gäb's jetzt noch so viel. Von der Biozertifizierung, davon, dass Gottfried Lamprecht alles selbst macht (bis hin zu den Etiketten!), dass er gerne immer wieder was Neues probiert, dass er einen Glasballon mit Weißwein im Weingarten vergraben hat und ihn irgendwann wieder ausgraben und kosten wird. Ich lass es jetzt trotzdem, und fiebere der Lieferung der bestellten Weine entgegen.

Ruth

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ruth havel & sylvia petz
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Brustkrebs-Schleife HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!

 

Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!