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Hundertwasser, Moët & Chandon und Sauvignon Blanc. Samstag 2014-05-24
Hundertwasser ist Teletubby-Optik, Sauvignon Blanc laut und Moët süßer Fusel. Mit einem Wort, diese drei waren nicht wohlgelitten und standen auf der persönlichen Index-Liste. Dann machte ich unabhängig voneinander nähere Bekanntschaft mit ihnen und musste mein Urteil etwas revidieren.

1. Den Anfang machte Friedensreich Hundertwasser. Auf ihn traf ich letzten Februar zufälligerweise südlich von Kopenhagen im wunderbaren Arken-Museum. Da fährt man in den Norden, ist offen für Kunst und was wird gezeigt? Hundertwasser. Weil ich aber immer für jeden Unsinn zu haben bin, ging ich brav mit von Exponat zu Exponat. Und seine Kunst gefällt mir immer noch nicht. Kindergartenästhetik.

Da ich aber die gesamte  Legende las, machte ich mich erstmals vertraut mit der Philosophie und dem Aktionismus des Künstlers. Und der Typ war wirklich bewundernswert! Ein weitsichtiger Spinner, von dessen Sorte die Welt viele bräuchte. Einer, der die Welt bewahren wollte, weil er sah, was wir mit ihr anstellen und wie wir sie kaputtmachen. Schon in den 1970er-Jahren. Thanks god, we had him!

Und wie's der Zufall wollte, machte ich im Rahmen meiner CSR-Ausbildung vor zwei Wochen Halt in der Hunderwasser-Therme in Bad Blumau. Teletubby. Aber: »Was man von der Erde wegnimmt, muss man ihr wieder zurückgeben«, weshalb das abgetragene Erdreich wieder auf die Häuser draufkam und begrünt wurde. So wandert man durch eine riesige grüne Landschaft mit ungemähten Wiesen, Bächen und Bäumen.

Und was Hoteldirektorin Melanie Franke dort macht, ist in Zeiten von Staubzuckeraffairen beispielgebend. Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht verstehen, wird erst umgesetzt, wenn sie's tun und mittragen. Und wenn es sein muss, dass zwei Hektar Land als Acker angelegt und gemeinsam bearbeitet werden, bis das Konzept von bio gegriffen hat. Dass, wenn die Zimmermädchen von der körperlichen Anstrengung Kreuzweh haben, ihnen vom Haus eine Massage spendiert wird. Und wenn ein Abwäscher fehlt, Melanie Franke selbst einspringt. Reich wird der Eigentümer Rogner so nicht, aber gut geht's ihm dabei.

2. Moët & Chandon ist breit und süß und maximal für die Aperol-Spritz-Trinker ein passender Champagner. Soweit meine Meinung, bis Elise kam. Elise Losfelt ist eine von zehn Winemakers bei Moët & Chandon. Sie kam nach Wien, um den aktuellen Jahrgangs-Champagner zu präsentieren, 2004.

Elise ist entzückend. Anfang 30 und so charmant, wie man nur charmant sein kann. Aber es lag nicht nur an ihr. Auch ohne ihr Zutun wurde klar, dass das Haus viel mehr zu bieten hat als besagte Grande Cuvée, die ja wirklich so ist, wie sie ist.

Selten werden bei Moët Jahrgangschampagner produziert, die Grundsekte kommen im Regelfall in die Grande Cuvée, zu deren Flaschenmenge Madame Elise keine Zahlen nennen durfte. Wohl aber die Hektaranzahl von 1.050 und die höchste Traubenmenge pro Hektar von 15.000. Was nach Adam Riese und Sylvia Petz rund 11 Millionen Flaschen von dem Champagner ergibt, von dem 11 Millionen Flaschen eben sind, wie sie sind. Außer es handelt sich um einen besonderen Jahrgang, dann werden ein paar Flaschen abgezweigt.

Wie beim 2004er. Der 2004er Grand Vintage und seine roséfarbene Schwester lagen sieben Jahre auf der Hefe, er ist feingliedrig, elegant, komplex und zeigt feine Reifetöne und feine Säure. Nix Süßes aber leichte Salzigkeit. Zum Eintrinken und Weitertrinken.

Aber verliebt habe ich mich in den 1985er. Alleine in die Aromenvielfalt beim Reinriechen, frischer Toast, Rauchigkeit und Würze. Den behielt ich lange im Glas. Ja, ich mag Moët!

3. Mein letztes Stiefkind. Es ist sicherlich Jahre her, dass ich aus freiem Willen ein Glas Sauvignon Blanc bestellt hätte. Er und grundsätzlich Weine mit »SB-Tönen« standen auf meiner No-go-Liste. Paprika, Katzenpisse, Lychee, Holler. Aromen, die ich nicht mag. Auch nicht ohne Wein.

Bis Gerhard in mein Leben trat. Gerhard Wohlmuth mit seinen Sauvignons vom Sausal. Die all diese ungeliebten Aromen nicht haben, sondern klar sind, elegant, finessenreich, super mineralisch und wunderschön. Kein Hauch von Paprika, Katzenpisse, Lychee und Holler, sondern Aromen nach Zitrus, Pfirsich und insgesamt weißer Frucht.

Die Böden im Sausal bestehen aus Schiefer, grauem, rotem und blauschwarzem. Und das schmeckt man. Jede Lage ist besonders, jede Lage ist steil, bis zu einer Neigung von 90 %, wo nichts mehr geht mit Maschinen. Bis zu 1.000 Arbeitsstunden fließen in die steilsten Lagen der Wohlmuths, bis der Wein endlich in der Flasche ist.

Mein Lieblingswein ist der Sauvignon Blanc vom Steinriegl. Und dann auch noch der großartige Riesling von der Ried Edelschuh und der Pinot Gris der Lage Gola. Und die anderen auch.

Habe ich schon gesagt, dass ich Sauvignon Blanc mag? Dreimal bekehrt. Sag niemals nie.

www.blumau.com
de.moet.com
www.wohlmuth.at

Fotos: privat, Moët
syl

verneigung

syl  27.05.2014 18:58

mein lieber michael, vielen dank. da haben mich wohlmuths schon einmal korrigiert. ich krieg's einfach nicht hin :) so, wie in england. wenn ich endlich glaube zu wissen, aus welcher richtung die autos kommen, liege ich sicher wieder falsch. so ähnlich hab ich's mit der hangneigung. nur ist die nicht lebensgefährlich.
ich korrgiere also.
alles liebe,
syl

Mag.rer.soc.oec., Dr. iur.

Michael Pronay  27.05.2014 16:59

Servus Syl,

in Sachen Sauvignon: die Lage hat keine Neigung von 90° — dann wäre sie nämlich senkrecht wie eine Mauer —, sondern von 90%, also knappen 45 Grad. Ansonsten: Glückwunsch zum Wohmuth'schen Sauvignon-Aufbruch!

Michael

The joy of summer wine Samstag 2014-05-24

»Give me the taste, give me the joy of summer wine. These are the days that bring you meaning. I feel the stillness of the sun. And I feel fine.«

Dem ist nichts hinzuzufügen. Schönes Wochenende!

Jamie Cullum »These are the days».
syl

Jamie Cullum
Wenn arbeiten einfach traumhaft ist Donnerstag 2014-05-22

Gelesen wird viel bei havel & petz. Wir sind quasi die geborenen Leserinnen. Und lesen Tageszeitungen, Fachzeitschriften, Magazine, in der Freizeit Belletristik, und quasi immer parallel ausgewählte Fachliteratur. Über alles Mögliche. Wie zum Beispiel über die »Traumfirma«.

Der Autor, Georg Paulus, gehört laut Autorenportrait zu den ganz Erfolgreichen, baute mit 26 Jahren sein erstes wahnsinnig erfolgreiches Unternehmen auf und begann 1988 schon, Seminare zu halten. 2011 schrieb

er die »Traumfirma«, seit 2004 gibt's das dazugehörige Unternehmen, das »Firmen und Menschen auf ihrem Weg zur Traumfirma, zu Traumchefs und zu Traummitarbeitern begleitet.« Meine klassische Grundskepsis war da. »Naja, mal sehen.«  

Also. Das Buch. Einfach geschrieben, der Stil nicht wirklich anspruchsvoll. Vieles wird oft wiederholt. Etwas befremdlich am Anfang, mit der Zeit wird aber klar, wie wirkungsvoll das ist. Aber das weiß man ja eh.

Dazwischen durchaus humorige Stellen, die mich immer wieder zum Lachen bringen. Und viele Aha-ja genau-Erlebnisse und Selbsterkenntnisse. Und viele mehr oder weniger schlüssige und glaubhafte Glaubenssätze. Von denen pick ich mir halt jene heraus, die mir zusagen.

Sukkus in aller Kürze: Jeder hat die Mitarbeiter/innen, die er verdient, jeder arbeitet in dem Unternehmen, das er verdient. Jeder hat seinen Anteil daran, ob ein Job der Traumjob, eine Firma die Traumfirma ist.

Wenn auch sehr plakativ geschrieben und mit einigen mutigen Simplifizierungen, stecken viele »Wahrheiten« (so es solche überhaupt gibt) in dieser Lektüre. Zumindest für mich. Also love it, change it or leave it.

Traumfirma, Georg Paulus, DANKE-Verlag. ISBN 978-3-9808635-1-3

Ruth

Feedback zum Buch TRAUMFIRMA

Werner Siedl  26.05.2014 13:15

Liebe Ruth,
du hast es sehr gut zusammen gefasst.
Anhand von 9, bzw. 14 Traumfirma-Prinzipien kann es jeder schaffen ein Traumchef, bzw. Mitarbeiter zu werden. Wie immer liegt es dann an der Umsetzung in wie weit es einen voran bringt.

Meine Lieblingsprinzipien sind "Jeder erntet heute dass, was er zuvor gesät hat" und "Jeder hat aus seiner Sicht Recht".

Herzliche Grüße

Werner Siedl - Gemeinsam Erfolgreich
(Lizenzpartner von TRAUMFIRMA)

Was für eine Wiederentdeckung Dienstag 2014-05-13

Ein absolut a-typischer Dienstag mit einer überraschenden wie erfreulichen Erinnerungs-Erkenntnis: Die Toskana liegt kulinarisch eh vor unserer Haustür. Ganz konkret in der Jasomirgott–straße.

havel & petz beschlossen – aus rein geschäftlichen – Gründen, an einem 

stinknormalen Dienstag in die Cantinetta Antinori mittagessen zu gehen. Aus diesem »Business-Termin« wurde ein höchst genussvolles Erlebnis.

Der Empfang: herzlich, italienisch, echt. Man kommt bei der Tür rein, ist willkommen, ist in Italien, ist da.

Individuelle Wünsche bei der Bestellung werden naturalmente und con grande passione erfüllt. Mehr noch, manch beiläufig gestellte Frage, beiläufig fallengelassene Bemerkung wird flugs in eine Wunscherfüllung verwandelt. Sehr unalltäglich und damit umso positiver. Und alles ohne Brimborium und Übertriebenheit.

Das Essen? Ein Genuss und molto italiano. Specialmente erwähnenswert und definitiv ein Highlight für Freunde des Fleisches: die Costata. Eine Herausforderung für das Fassungsvermögen unserer eh ziemlich trainierten Mägen (nach zwei kleinen vorab verspeisten Gängen, einer davon sogar geteilt, also nur eine halbe Portion). Doch das (je halbe) Glas Guado al Tasso 2010 ließ es flutschen. Ganz ausgegangen ist sich das Prachtstück nicht, weshalb es dann auch in zwei Teilen in den edlen Tragtaschen des ehrwürdigen Antinori-Clans nach Hause transportiert wurde. So hatten auch unsere Kinder noch etwas von unserem Ausflug nach Italien.

Und das ist auch das Resümée dieses wirklich angenehmen, genussvollen, schönen Mittagessens: Die Cantinetta Antinori bietet Italanità der Sonderklasse mitten in Wien, und wir sind froh, uns dieses Ristorante, das nächstes Jahr übrigens 20-jähriges Bestehen feiert, wieder in Erinnerung gerufen haben. Der nächste »kulinarische Kurzurlaub« in der Wiener Innenstadt folgt sicher bald.

www.cantinetta-antinori.com

Ruth

Was Conchita Wurst und der Nikolaihof gemeinsam haben Dienstag 2014-05-06

Conchita Wurst und der Nikolaihof haben das scheinbar Unmögliche möglich gemacht. Den Gewinn des European Song Contests die eine, 100 Parker-Punkte für einen österreichischen Wein der andere.

Zwei große Siege. Beide sind Revolution, beide bewegen.

Conchita Wurst

Ob einem dabei der Stil von Conchita Wurst gefällt oder nicht, tut hier nichts zur Sache. Ob einem der ESC liegt oder nicht, genausowenig. Es ist ein großes gesellschaftliches Statement. Eine europäische Mehrheit gibt einem selbstdeklarierten Zwitterwesen die Stimme. Es ist ein »Ja« für das Anderssein, ein »Ja« für einen selbstbestimmten und selbstbewussten Menschen mit unglaublich viel Mut. Und eine Absage an Intoleranz und das ewig Gestrige. Es ist ein Hinweis darauf, dass die Dinge ins Rollen kommen. Es ist ein guter Tag.

Was Conchita für die Gesellschaft, ist der Nikolaihof für den österreichischen Wein. Der Vergleich mag ein bissl hinken, aber wurscht. Auf jeden Fall erzielte der Riesling Vinothek 1995 vom Weingut Nikolaihof 100 Punkte in Robert Parkers »The Wine Advocate«. Eine Sensation.

Ein Ausschnitt der Nikolaihof-Weinflasche mit Glas

Noch nie zuvor hat ein heimischer Wein 100 Parker-Punkte erhalten. Der Nikolaihof mit seinem 17 Jahre im Eichenfass gereiften und 2012 abgefüllten Wachauer Riesling steht nun in einer Reihe mit Mouton, Margaux, Beaucastel, Chapoutier, Romanée Conti, Vega Sicilia und vielen anderen großen Häusern der Welt. Chapeau!

Offenbar sind Österreichs Parker-Mann David Schildknecht ob der große Gütes dieses Weines fast die Worte weggeblieben, schreibt Luzia Schrampf im Standard. Schildknecht »schwärmt er von den blütenhaften Aromen, von Vogelbeere und Mandeln, von subtiler steiniger Mineralität und einer endlosen Leichtfüßigkeit, sodass er sich fragt, ob man überhaupt noch von Finish reden könne, wenn der Geschmack einfach nicht enden will.«

Und insoferne ist der Vergleich gar nicht soweit hergeholt. Auch die Weinwelt ist in Bewegung. Der Weinweg führt weg von den schweren Weinen, der Nikolaihof-Riesling ist mit seinen 12.5 % Alkohol geradezu leicht und süffig. Und der Weinweg führt immer weiter hin zu Weinen aus naturnahem Anbau, der Nikolaihof-Riesling stammt aus biodynamischem Weinbau nach Demeter. David Schildknechts Bewertung ist zukunftsweisend. Cool!

www.nikolaihof.at
www.conchitawurst.com
www.erobertparker.com

Fotos: AP, Anna Marie Lun/Nikolaihof
syl

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