weißer Spargelbund

Bassena - unser Blog

Nicht nur mein Bier Donnerstag 2013-11-21

Die Chefredakteurin des Genussmagazins, Angelika Kraft, lud wieder einmal zu einer ihrer »Supermarktverkostungen«. Bei denen gilt es, Produkte, die ausschließlich ebendort erstanden werden können, zu verkosten. Von Gulaschsuppen über Marmorkuchen

Bierglas 

und Multivitaminsäften waren da auch schon durchaus gustatorische Überwindungen notwendig. Heute war ich erstmals als Bierverkosterin aktiv. 15 Märzenbiere, allesamt »Industrieware«, durfte ich mit weiteren fünf Frauen und einem Mann (!) probieren. Bier ist ja so feminin. Dieser Mann war übrigens der einzig wirklich kundige Bierexperte unter uns. Bernhard Bugelmüller, Geschäftsführer und Braumeister der Korneuburger Biermanufaktur, führte uns freundlicherweise auch gleich ins Thema Märzenbier ein. Ich hoffe, ich gebe alles korrekt wieder.

Der Begriff Märzenbier stammt aus der Zeit, bevor Kühlmaschinen den Bierbrauern das Leben erleichterten. Untergärige Biere können nur hergestellt werden, wenn's genügend kalt ist. So schleppten Brauereimitarbeiter früher ganze Eisblöcke in die Bierkeller, um die Temperaturen niedrig zu halten. (Das ist übrigens der Grund, warum Brauereien oft an Seen errichtet wurden. Dort gab's im Winter das Eis!)

Also, immer im März wurde die Sache mit den Eisblöcken heikel. Daher braute man schnell noch ein »Märzen«bier, das die Biertrinker und -innen über den Sommer rettete. Traditionell hatte Märzenbier höhere Alkoholwerte und Hopfenanteile, weil beides dazu beiträgt, Bier haltbarer zu machen. Bis Ende September/Anfang Oktober war also vorgesorgt. Exkurs: Das Oktoberfest ist übrigens ein Restl-Trinken, das alte Bier musste einfach weg, denn sobald es draußen wieder kälter wurde, konnte ja neues Bier gebraut werden.

Wir erfuhren vom Braumeister in unserer Runde übrigens auch, dass die Verkostung von Märzenbieren eigentlich die Königsklasse sei, weil besonders schwierig. Weil die Biere ja »Alltagsbiere« seien, die sich nicht sooo wahnsinnig voneinander unterscheiden. Da mussten wir durch.

Das Tasting war eine Herausforderung, weil die Bitterstoffe sich ab einem gewissen Zeitpunkt auf meinem Gaumen kumulierten und es für mich zunehmend schwierig wurde, die Geschmackskomponenten der einzelnen Biere zu erschmecken. Tipp vom Experten: Zwischendurch immer wieder einen Schluck Wasser trinken, das hilft. Gar nicht gut: Brot, das beeinflusst die Geschmacksnerven zu sehr. Und: Beim Bier wird nicht gespuckt. Punkt.

Die Ergebnisse darf ich noch nicht verraten, die sind im nächsten Genussmagazin nachzulesen.

Biermanufaktur Korneuburg

Ruth

Sprache ist nicht gleich Sprache ist nicht gleich Sprache Sonntag 2013-11-17
Sprache Teil 1. Der zwangsbeglückenden WKO mag man viele böse Dinge nachsagen, aber eines muss man ihr lassen: Sie offeriert gute Seminare zu ununterbietbaren Preisen. Dieses Mal ging es ums »Abenteuer Sprache«, ums richtig artikulierte und geatmete Reden. Was ursprünglich jeder kann.
Kleinkind mit Mikro und Kopfhörern

Und dann beim Erwachsenwerden Zug um Zug verliert, was schade ist. Denn kommt's auf der einen Seite gescheit gesprochen raus, kommt's auf der anderen Seite auch inhaltlich - weil mit weniger Zuhör-Aufwand verbunden - besser an. Und der Zuhörer bleibt dran. Seminarleiter und Schauspieler Peter Strauß zeigte uns einen Tag lang, wie Atem, Stimme und Artikulation ideal zusammenspielen und wie man an den einzelnen Komponenten feilt.

Wie man beim Reden nicht in Atemnot gerät - mit Gummiringerl oder Tennisball und hopp, hopp, hopp - und man seine »Kopfresonanz« - unter anderem durch Nase zuhalten - verbessert. Er lehrte uns, dass »ei« in korrekter Hochlautung als »ae« gesprochen wird und »eu« und »äu« als »oö« (mit Post-o) gesprochen werden. Neuer Stoff!

Jeder/jede bekam eine spezielle Feil-Aufgabe. Ich, die ich zum leisen Zweig meiner Familie zähle (zum laesen Zwaeg), durfte durch lautes Gähnen an meiner »Brustresonanz« faelen. Und siehe da, des laesen Zwaeges Stimme schallte plötzlich durch den Raum wie nix. Das eigene Erstaunen war groß, der Tag sehr rasch vorbei.

Er war wunderbar gefüllt, super lehrreich und dank Peter Strauß' guten Humors höchst kurzweilig. Prädikat wertvoll!

Sprache Teil 2 folgt demnächst. Dann geht es um den bundesdeutschen Einfluss auf die österreichische Zeitungssprache.

www.pstrauss.tv
syl
Prickelnd Donnerstag 2013-11-14

Österreich hat ein Sektkomitee! Das finden wir gut. Sehr gut. Schaumweine vor den Vorhang! Das neu geschaffene Komitee ist dem nationalen Weinkomitee direkt unterstellt, und das Thema Sekt bekommt ab 2014 damit auch einen höheren Stellenwert in den Marketing–aktivitäten der ÖWM (Österreich Wein Marketing).

Benedikt Zacherl, der für sämtliche Marketingagenden der Marke Schlumberger zuständig und seit Jahren rund um den »Tag des österreichischen Sekts« aktiv ist, übernimmt die Geschäftsführung.

Sektkork 

Herbert Jagersberger, Vorstandsmitglied im selben Haus, führt die nächsten fünf Jahre lang den Vorsitz des neuen Komitees aus zwölf Mitgliedern.

Ziel der prickelnden Vereinigung ist es unter anderem, den österreichischen Sekt prominent auf die Bühne zu holen, das Bewusstsein für die Qualität des heimischen Schaumweins bei den Konsumenten/innen zu stärken. So wie das beim (Still-)Wein schon längst gelungen ist. Und die Vielfalt ist ja auch wirklich großartig, wissen müssen es die Leute halt. Also, wir wünschen viel Erfolg, unseren Segen hat das Sektkomitee!

Zur Presseaussendung

Ruth

Pop-Up Dinner mit Beton Mittwoch 2013-11-13

Hin wollte ich ja schon lange mal. Zeit war aber bisher nie dafür. Gestern war es aber endlich so weit: Von 19 bis 24 Uhr war ich Mitglied der Initiative zur Wiederbelebung brachliegender Stadtflächen. Heißt: Ich war Gast der Betonküche VI.

Dinnertafel der Betonküche 

Dieses Mal wurde das Pop-Up Dinner in einer ehemaligen Diaprojektorfirma veranstaltet.

Den technischen Fortschritt verschlafen, musste das Unternehmen schon vor Jahren den Personalstand minimieren und Räumlichkeiten aufgeben.

Koch der Betonküche

Auf mobilen Induktionskochfeldern bereitete dort nun Emanuel Weyringer vom Wallersee die 5 Gänge vor.

Entenzunge mit Feige, saurer Gurke und Topinambur-Creme, Wan Tan mit Iberico Schwein und steirischem Kürbis, "Acqua Pazza" (verrücktes Wasser) - Forelle in Suppe mit Kartoffeln - aus Süditalien, Rehrücken mit Kohlsprossen, Quitte und Topfenknödel, und zum Abschluss Erdnusseis mit Kaki-Apfel. Dazu ein paar Gläser von Trapl und Judith Beck, abgerundet mit Kaffee und Nussschnaps.

Ein paar Kombinationen waren meiner Zunge zugegeben etwas zu fremd, wie der Topfenknödel zum Reh oder die Sojasprossen zum Eis. Und über einige meiner Schatten musste ich auch springen (Entenzunge! Rehrücken!). Auf jeden Fall aber war die Verbindung von Kreativität und Atmosphäre eines meiner kulinarischen Highlights des Jahres. Und nächstes Jahr kommt dann auch endlich die Feldküche dran.

Betonküche

anna
Sparkling Day Dienstag 2013-11-12
Sir Winston Churchill wusste schon seinerzeit, was auch wir wissen: »Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.« Gutes Essen und Trinken gehört dazu, no na. Am Freitag letzter Woche erweiterten wir den Begriff vom Guten auf unsere Leiber im wahrsten Sinne des Wortes und machten uns auf ins Loisium nach Langenlois. 
Kamptaler Weingärten 
Das hatten wir uns auch wirklich verdient, darin waren wir uns einig. Dank gebührt an dieser Stelle Regina Petz, unserer Mitarbeiterin, die von uns zum Geburtstag einen »Sparkling-Day-Spa-Gutschein« im Wein- und Spa-Hotel zwischen den Reben geschenkt bekommen hatte. Den konnten wir sie als besorgte Chefinnen doch nicht alleine einlösen lassen.  
 

Wir quälten uns ergo zu dritt durch diesen Tag. Nahmen ein ausgedehntes Frühstück mit einem Glas Winzersekt zu uns, spazierten kurzärmelig durch die Langenloiser Weingärten, lagen (am 8. November!) stundenlang im Bademantel in der Sonne, ließen uns Rücken und Augen verwöhnen, nahmen einen nachmittäglichen Imbiss am Pool ein (im Freien, immer noch im Bademantel in der Sonne) und tranken Bründelmayer Brut Rosé und »Spiegel« vom selbigen Weingut (Weißburgunder, Grauburgunder). Eine Qual, wie gesagt.

Die zwölf Stunden Ausstieg aus dem Alltag bekamen uns nach vielen mit Arbeit verbrachten Wochenenden und Abenden derart gut, dass wir beschlossen, solche Tage quartalsmäßig zur Pflichtübung von havel & petz zu machen. Auch für unsere Kunden. Die so von entspannten und vor Kreativität sprühenden Genießerinnen profitieren.

Das Loisium in Langenlois

Ruth
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