Eine halbe Wassermelone auf einer türkis durchscheinenden Luftmatratze am Wasser

Bassena - unser Blog

Fluch oder Segen? Donnerstag 2014-01-02
Wer von Allergien oder Unverträglichkeiten geplagt wird, weiß, wie unangenehm und mühsam es sein kann, die passenden Speisen im Restaurant zu wählen. Nämlich ohne dem Wirten/der Wirtin, respektive dem Kellner/der Kellnerin, respektive dem Koch/der Köchin auf die Nerven zu gehen und trotzdem ohne Reue genießen zu können. Ich spreche aus Erfahrung. Das Jahr 2014 bringt Erleichterung. Den einen.

Die anderen, die Gastronomen, haben in Zukunft einigen Mehraufwand.

Am 13. Dezember 2014 tritt eine neue EU-Verordnung in Kraft, die EU-Lebensmittel-Informationsverordnung. Ab diesem Zeitpunkt muss in Restaurants streng nach Rezept gekocht werden und 14 konkrete Lebensmittel, die bekanntermaßen gerne Allergien und Uverträglichkeiten auslösen können, müssen, so sie verwendet werden, in den Speisekarten angeführt werden. Darunter sämtliche glutenhaltige Getreideprodukte, Milchprodukte, Eier, Nüsse, Sellerie und Krebstiere. Und das gilt ausnahmslos für alle, für den Würstelstand genauso wie fürs Haubenlokal.

Vetreter/innen des Gesundheitsministeriums, der Patientenverbände und der Gastronomie tüfteln gerade daran, wie die Regelung genau gehandhabt werden muss. Müssen also alle Speisekarten neu gedruckt werden oder genügt es, wenn der Kellner auf Nachfrage Auskunft geben kann? Wird das Lesen von Menüs künftig ähnlich aufwändig wie jenes von medizinischen Beipackzetteln?

Wie auch immer die Verordnung in der Kommunikation zum Gast umgesetzt wird, so richtig spontan und aus dem Kochärmel geschüttelt kann dann nicht mehr gekocht werden. Man hört schon Befürchtungen, dass so manche Köche nun noch öfter zu Fertiggerichten greifen werden, denn das vereinfacht die Sache natürlich. Und das kann wohl nicht im SInne der Verordnungs-Erfinder/innen sein.

Bei allem Verständnis für jene, die auch beim Essen auf ihre Gesundheit achten möchten (und dazu zähle ich auch mich), wenn alles überreglementiert wird und der Koch vor lauter Administration nicht mehr kochen kann, wird wohl übers Ziel hinausgeschossen. Es bleibt zu hoffen, dass die »tausendste« Regel für Restaurantküchen nicht extrem viel Ungemach bringt. Weder den einen, noch den anderen.

Quelle: Die Presse

Ruth

Großartig! Sir Ken Robinson zu unseren Bildungssystemen Montag 2013-12-30
Ich wünschte, all unsere »Bildungsexperten« und all jene, die in den Bildungssystemen die Fäden ziehen und Entscheidungen treffen, sähen diesen Film. Ein wunderbarer humorvoller Vortrag zu - nicht nur unserem - Bildungssystem, was darin falsch läuft und worauf es tatsächlich ankommt.

Nehmen Sie sich diese knappen 20 Minuten Zeit, freuen Sie sich auf großartige Sager und auf Sir Ken Robinson. Einen Menschen, von dem man nach diesem Vortrag mehr lesen möchte. Britischer Autor und international geachteter Berater in der Gesellschaftsentwicklung. Ob ihn auch unsere Bildungsminister kennen? Klicken Sie für den Film auf das Bild oder diesen Link.

Ken Robinsons TED-Profil.
syl
Weihnachtsfrieden Dienstag 2013-12-24
Stressfrei soll es sein, Ihr und unser Weihnachten. Entspannt mit gutem Essen und guten Weinen im Kreise derer, mit denen Sie und wir gerne sind. Mit vollem Bewusstsein dafür, dass viele Menschen ohne Zuhause sind und Millionen von ihnen in Syrien frieren. Weihnachtsfrieden hat für sie eine andere Bedeutung.
rote Kerzen auf einer Holzplatte
Bitterstoffe Samstag 2013-12-21

Sie sollten neben diesem Posting auch das vorangegangene in der »Bassena« lesen. Denn in beiden wird in dieselbe Kerbe, die Sortenvielfalt, geschlagen. Thema ist die Rettung alter Obst- und Gemüsesorten. Die man aus vielerlei Gründen bewahren und neu kultivieren muss.

drei innen dunkelrote Maiskolben

Geschmack ist dabei nur ein Aspekt. Food-Lieblingsautor Christian Seiler ist noch einem anderen Aspekt nachgegangen, dem gesundheitlichen. Denn ursprüngliches, unverfälschtes Obst und Gemüse ist nachweislich besser für das Wohlbefinden.

Er bezieht sich in seinem Artikel in der Süddeutschen auf »Eating on the Wild Side«, ein Buch der Amerikanerin Jo Robinson. Robinson beschreibt, wie und warum von der Industrie das Gesunde aus Obst und Gemüse weggezüchtet wurde: Weil die Sorten monopolisiert und dabei immer heller, schöner, größer und süßer wurden, wurden sie gleichzeitig verwässert und eben immer weniger gesund.

Denn vor allem süßer bedeutet mehr Zucker und weniger Bitterstoffe. Bitterstoffe wie etwa Phytonährstoffe entfernen metabolische Ausscheidungsprodukte und Gifte aus dem Körper, regen die Durchblutung an und unterstützen Leber und Nieren. Was mehr Zucker bedeutet, weiß inzwischen wohl jeder/jede Interessierte. Heller bedeutet weniger Anthocyane. Farbstoffe, denen krebshemmende Wirkung zugeschrieben wird und die in dunkel gefärbten Gemüsen und Obstsorten um ein Vielfaches konzentrierter vorkommen als in lichten.

Also mehr vom Gesunden in violetten Erdäpfeln als in hellgelben, in Löwenzahl als in Spinat, in alten Apfelsorten als im faden Golden Delicious. Das alte Sprichwort »An apple a day keeps the doctor away« trifft nur noch bedingt zu.

Speziell beim Mais hat dies weitreichende gesellschaftliche Bedeutung. Die ursprünglichen bunten Sorten - rot, gelb, blau, olivgrün bis hin zu schwarz - sind vom Markt verschwunden. Es dominieren weißliche süße Sorten mit einem Zucker-Anteil von bis zu 40 %, und in den USA, wo Mais in nahezu allen Lebensmitteln enthalten ist (nachzulesen auch in Michael Pollans »Das Omnivoren-Dilemma«), hat das einen massiven Impakt auf die Volksgesundheit.

Aber was red ich, lesen Sie einfach Christians Artikel und unterzeichnen Sie vor allem die ONLINE-PETITION gegen die geplante EU-Saatgutverordnung.

z-magazin.sueddeutsche.de
syl
Streitbare Top-Köche gegen eine vertrottelte EU-Verordnung Freitag 2013-12-20
In Brüssel werden wieder einmal kluge Köpfe zusammengesteckt. Die EU-Richtlinien für die Vermarktung von Saat- und Pflanzgut werden überarbeitet. Aber nicht, wie man meinen sollten, zum Besseren, zur Förderung kleinstrukturierter Betriebe, zur Bewahrung alter Kultur- und Nutzpflanzen.

Heinz Reitbauer

Nein. Wie so oft, wenn dort die Köpfe zusammengesteckt werden, stützt man die Industrien, verschiebt Grenzwerte nach oben und geht mit den Lobbyisten einen heben. Auf der Website der Arche Noah, die für die Bewahrung alten Saatguts steht, kann man nachlesen, was auf uns und unsere Kinder zukommt:

»Die neuen Regelungen bedrohen seltene und bäuerliche Sorten. Alte Sorten sind besonders gefährdet, da der freie Tausch von Saatgut, Knollen und Edelreisern durch die neue Gesetzeslage unter Strafe gestellt werden könnte. Das schadet Kleinbauern, regionalen Erzeugern, KonsumentInnen und der Vielfalt.

Labor-Saatgut statt nachbaufähige Sorten?
Der Saatgut- und Pflanzguttausch hat Tradition. Doch damit könnte es bald vorbei sein. Um weitergegeben werden zu dürfen, müssen alle Pflanzen erst als Sorte zugelassen werden und dafür teure und aufwändige amtliche Tests bestehen. Diese Test orientieren sich an Industriesorten und sind für weniger hochgezüchtete Sorten nicht zu schaffen. Die Ausnahmeregelungen für alte Sorten im Entwurf der neuen Verordnung bleiben restriktiv und zum Schutz der Sortenvielfalt unzureichend. Durch die neue Verordnung wären somit die bäuerlichen Abhängigkeiten von der Saatgutindustrie weiter zementiert. Die biologische Vielfalt unserer Natur und der Markt für biologische Lebensmittel wären nachhaltig beschädigt.«
ES IST SO UNGLAUBLICH KRANK! So krank, dass sich Österreichs Spitzenköche im Rahmen des ersten Koch-Campus zusammengetan haben und gegen diesen Wahnsinn auftreten. Federführend ist Steirereck-Chef Heinz Reitbauer, er hat einen offenen Brief an die Kollegenschaft in Europa verfasst.

Der Brief im Wortlaut:

»Lieber …….

Ich schreibe Dir diese Zeilen, um Dir eine Herzensangelegenheit meinerseits und von vielen österreichischen Kollegen zu übermitteln.

Wie Du wahrscheinlich schon weisst, wird im nächsten Jahr im EU-Parlament über die neue EU-Saatgutverordnung abgestimmt. Sie stellt – unserer Meinung nach – eine große Gefahr für die regionalen Identitäten der europäischen Küchen dar!

Denn diese Verordnung wird künftig massiv beeinflussen, welche Nutzpflanzen angebaut werden können. In ihrer aktuellen Form bedroht die Verordnung besonders die Zucht und den Vertrieb des Saatguts von seltenen und alten Nutzpflanzen (Gemüse, Obst, Beeren, Getreide, etc.). In Österreich werden diese meist von kleinen Bauern und spezialisierten Gärtnereien angebaut. Auch aus diesem Grund stellen sie einen wichtigen Teil der kulinarischen Kultur und Vielfalt dar.

Die neue Saatgutverordnung sieht eine verpflichtende Registrierung jeder einzelnen Sorte vor. Das verursacht vor allem für kleine Produzenten einen hohen administrativen und finanziellen Aufwand. Die geplanten Ausnahmen in der Verordnung sind leider bei weitem nicht ausreichend, um die Gefahr für die Biodiversität Europas abzuwenden.

Es soll den Produzenten dann sogar verboten werden, den Samen von nicht registrierten Sorten ohne bürokratische Auflagen an andere Produzenten weiterzugeben. Die daraus resultierenden Konsequenzen für die Zukunft der Lebensmittelproduktion in Europa wie auch für die regionale Gastronomie sind noch gar nicht abschätzbar.

Die österreichische Umweltorganisation „Global 2000“ und die Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt „Arche Noah“ haben gemeinsam die Petition „Freiheit für die Vielfalt“ gestartet, welche in Österreich bereits fast 300.000 Menschen unterzeichnet haben. Auch auf Grund dieser Bewegung wurde dem österreichischen Landwirtschaftsminister der Auftrag durch den Nationalrat erteilt, sich in Brüssel für die Vielfalt einzusetzen.

Die österreichischen Köche haben bei einem „Koch.Campus“ (www.kochcampus.at) gemeinsam beschlossen, sich auch für die Raritäten der Natur und deren Verwendung einzusetzen. In einem Manifesto für die Vielfalt werden die Köche und Gastronomen die eigene mediale Präsenz nutzen, um dieses so wichtige Thema in der Öffentlichkeit immer wieder auf den „Tisch“ zu bringen.

Wir protestieren gegen diesen Verordnungsentwurf und fordern unsere Politiker auf, zusammen mit den Bürgern – ob Bauer, Gärtner, Wissenschaftler, Unternehmer, Sortenerhalter, Saatgutvermehrer oder Köche – den Umgang mit der Grundlage von Ernährung, Geschmack und Gesundheit, zum Vorteil unserer und der nächsten Generationen vielfaltsorientiert und unabhängig von der Saatgut-Lobby in Brüssel zu gestalten.

Als Köche mit medialem Zugang haben wir eine gemeinsame Verantwortung uns für die Erhaltung dieser Vielfalt aktiv einzusetzen und mit einem gemeinsamen Schulterschluss ein öffentliches Licht auf diesen Angriff unserer Menschenrechte zu lenken.

Wir Köche wissen, wie abhängig wir von einzigartigen Produkten und Geschmäckern sind und es drängt die Zeit. Im April 2014 soll dieser Verordnungsentwurf im Europäischen Parlament zur Abstimmung gebracht werden. Aus den momentan bestehenden 12 EU-Richtlinien wird nun eine EU-Verordnung. Dies bedeutet auch, dass es bei der Umsetzung keine nationalen Spielräume mehr geben wird.

Mit der Bitte um Nachsicht für die polarisierenden Worte und in der Hoffnung, eine länderübergreifende europäische „Pro Vielfalt Bewegung“ gemeinsam zu starten, verbleibe ich mit liebsten Grüssen für Dich und Deine Familie

Heinz Reitbauer & das Team des Steirereck im Stadtpark«

Auch wir können aufstehen und uns wehren. Hier der Link zur PETITION von Global 2000 und hier zur Website von Arche Noah, wo noch andere Möglichkeiten aufgezeigt werden, um aktiv zu werden.

Danke, dass Sie auch unterzeichnen!

Foto: Wolfgang Schedelberger/Madrid Fusion 2013
syl 

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