Vier weisse Eier in kleinen Blumentöpfen als Eierbecher

Bassena - unser Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Die Papierweinflasche Mittwoch 2013-11-06

Green, greener, am greensten. Bei der Weinerzeugung gibt es ja inzwischen schon verschiedene Formen der umweltschonenden Produktion - von biologisch zu biodynamisch. Bei der Verpackung lässt sich noch am Etikett feilen und an Gewicht und Form der Glasflasche. Bis jetzt! Denn in den USA wird gerade die weltweit erste Papierweinflasche eingeführt - die "GreenBottle". Hergestellt aus Recyclingpapier und mit natürlicher Tinte bedruckt, und mit 65g ein echtes Leichtgewicht. Der CO2-Fußabdruck soll ca. 1/3 einer herkömmlichen Glasflasche ausmachen.

Paper Boy Flasche von Truett-Hurst und GreenBottle

Auch zu bedenken dabei: die großen Einsparungen im Transport. Klingt in Theorie schon fast revolutionär, aber wie es wohl in der Praxis funktioniert - und schmeckt? Das Innere der Verpackung ist mit einer recyclebaren Hülle ausgekleidet, ähnlich den Tetrapack-Verpackungen. Außerdem soll die Verpackung etwa drei Stunden in Eis standhalten können.

Bisher ist der Papierflaschenwein "Paper Boy" der Marke Truett-Hurst, ein roter 2012 Paso Robles Cuvée und ein 2012 Mendocino Chardonnay, nur bei der Supermarktkette Safeway erhältlich. Welch Glück, dass ich in genau einer Woche unterwegs nach Californien bin! Ein Testbericht wird also hoffentlich folgen.

GreenBottle
Truett-Hurst
anna
Wir haben ein Buch Dienstag 2013-11-05

Wir haben ein Buch, ein Rotweinbuch. Genau genommen haben wir 20 Bücher, unsere Exemplare. Nämlich »Rotwein | Eine Genussreise durch Europa«, herausgegeben vom Brandstätter-Verlag und mit viel Inhalt von Paula Bosch und weniger von Markus Metka, Dr. Markus Metka. Er bringt den gesundheitlichen Aspekt ein. Was im Wein warum gut tut und seit wann man das alles weiß.

Das meiste aber bringt Paula Bosch ein, berühmte Sommelière Deutschlands.

Das Rotweinbuch von Paula Bosch

Sie entführt in Europas Rotweinregionen und gibt 30 Wein- und viele Genusstipps. Auf ihre ganz spezielle Art und Weise und sehr persönlich. Selbstverständlich hat sie alle Weingüter im Laufe der Zeit selbst besucht und Freundschaft mit den Winzern geschlossen. Ihre Weintipps kommen von Herzen.

Und auch wir haben eine ganze Menge eingebracht. Unsere freie Mitarbeiterin Christina Fieber zum Beispiel zeichnet für den Part » Für Connaisseure« verantwortlich, Unterkapitel zu jedem Weinkapitel, um dort tiefer in die jeweilige Weinregion oder die besprochene Rebsorte einzutauchen.

Anna Deutsch wiederum hat sich um die Fotos zu den Weinen und Weingütern gekümmert. Und glauben Sie uns, das war alles andere als einfach! Erreichen Sie einmal einen Winzer im Burgund. Und dann soll er noch die richtigen Fotos liefern. Per Mail und groß genug und in Druckauflöung. Die Rechte sollte es geben und rechtzeitig sollte es sie geben. Und wenn es keine gab, was dann? Und wenn die Weinbauern, weil im tiefsten Sardinien daheim, keine Mails lesen und es sie einen feuchten Tau interessiert, was »Druckauflösung« bedeutet? Was dann?

Irgendwie waren aber irgendwann alle Bilder relativ zeitgerecht geliefert. Relativ, weil der Druckauftrag dreimal verschoben werden musste. Was selbstverständlich vollkommen andere Gründe und nichts, aber auch gar nichts mit uns zu tun hatte.

Aber auch havel & petz selbst blieben nicht verschont. Das Projektmanagement war unser, inklusive bislang unbekannter Dinge wie die »Umfangberechnung«. Gehört, geschluckt, getan. Jetzt wissen wir's. Unser Part war auch die Koordination mit der großen Sommelière und die Interaktion mit dem Verlag. Die, wie es sich für ein umfangreiches Projekt mit vielen Akteuren gehört, selbstverständlich gepflastert waren mit Missverständnissen, hitzigen Diskussionen und heißen Telefonaten. Mit aufblitzenden »ich mag nicht mehr« und manch kühlenden Gläsern Weins. Und jetzt ist es einfach da, das Buch. Mit einer Selbstverständlichkeit, als ob nichts gewesen wäre.

Deshalb unser Dank an Stefanie Neuhart vom Brandstätter Verlag für ihre oft kalmierenden Worte, Paula Bosch für ihren Stursinn :) und ihren Humor, unserem Team und uns für unsere Geduld und guten Nerven. Und in erster Linie an Werner Meisinger für das Buch, das er uns überantwortet hat. Samt Konzept, Kalkulation (ohne die wir uns nicht drübergetraut hätten) und sein Vertrauen in uns. Hurra, wir haben ein Buch!

www.paula-bosch.de
syl
Kleiner Schnitt mit großer Wirkung Sonntag 2013-11-03

Manchmal liest man Zeitung und denkt bei jedem 2. Artikel: »Das wäre was für die Bassena«. So auch heute. Da aber Zeit und Lust eingeschränkt sind, gibt es für Sie nur dieses eine Weinthema, kurz zusammengefasst aus der Sonntagspresse. Den Rest können Sie ja selber lesen.

Noch grüne Weintrauben am Rebstock - im Frühling

Es geht um ein Forschungsprojekt an der Wiener Universität für Bodenkultur, durchgeführt von Dissertanten Michael Griezler zum Thema »Trauben ausdünnen«, einer speziellen Arbeit im Weingarten. Hierbei werden die kleinen Trauben nach der Blüte oder die schon größeren aber noch nicht reifen Trauben von den Rebstöcken geschnitten. Ziel ist es, die Qualität der am Stock verbleibenden Trauben zu erhöhen (die Inhaltsstoffe aus dem Rebstock werden so auf weniger Trauben aufgeteilt) und/oder die Weinmenge zu reduzieren.

Manche Winzer schneiden auch von den Trauben das untere Stück weg. Diese »Traubenteilung« hat den zusätzlichen Effekt, dass die Beeren lockerer sitzen, besser durchlüftet werden und dadurch eine geringere Gefahr durch Fäulnis und Pilzbefall besteht.

Griezler testete drei Methoden an zwei aufeinanderfolgenden Jahren an Zweigeltstöcken im Neusiedlersee-Hügelland: Traubenteilung und Ausdünnung zwei Wochen nach der Blüte und Einzeltrauben-Ausdünnung, bei der nur eine Traube pro Trieb am Stock verbleibt. Er verglich diese mit Trauben von nicht ausgedünnten Stöcken mit jeweils zwei Trauben pro Trieb. Die Jahrgänge boten zusätzlichen Variantenreichtum, 2010 war feucht und kühl, 2011 warm und trocken.

Der Doktorand maß wöchentlich eine ganze Reihe an Parametern wie Fotosynthese-Leistung, Wasserhaushalt, Traubengröße und -gewicht, Inhaltsstoffe in Beeren und Blättern. Es stellte sich heraus, dass Ausdünnung generell den Rebstock schont, die Blätter enthalten durch ihn mehr Wasser, was speziell in trockenen Jahren immens wichtig ist. Offenbar kann dieser Effekt über die Jahre noch gesteigert werden, denn so Michael Grieszler: »Man stelle sich das über Jahrzehnte vor, wenn es in zwei Jahren schon so augenscheinlich ist.« So augenscheinlich nämlich, dass der Unterschied mit freiem Auge erkennbar ist.

Winzer, die ausdünnen, wussten es ja schon lange. Nun liegt auch der wissenschaftliche Beweis für die positive Auswirkung ihrer Mehrarbeit im Weingarten vor: Bei Traubenausdünnung wachsen dickere Beeren (speziell bei der Einzeltrauben-Ausdünnung), ihre Qualität ist höher und der Jahresertrag ist trotz unterschiedlichen Wetters stabiler als bei nicht ausgedünnten Trauben.

Allerdings gibt es auch eine nicht ganz so positive Nebenwirkung, der Stickstoffgehalt ist im Ausdünnungsfall in den Traubenhäuten und -kernen erhöht. Und der macht die Trauben anfälliger für Pilzbefall und andere Krankheiten. Grieszler empfiehlt also, Jahr für Jahr genau abzuwägen, wofür man sich entscheidet. Was den Ratschlag für späteres Ausdünnen impliziert, da niemand das Wetter über Monate voraussagen kann, auch nicht die hundertjährigen Bauern.

Quelle: Die Presse am Sonntag, S. 24
Diss.Abstracts mit Link zum Volltext
syl

Wachau 2013 Sonntag 2013-10-27

Kein einfacher Jahrgang, aber ein spektakulärer. Darüber sind sich Winzerinnen wie Winzer in allen Weinbauregionen des Landes einig, wenn's um 2013 geht. Wiewohl die Herausforderungen des Jahres natürlich überall anders ausschauen. Rudi Pichler lieferte uns ganz aktuell den Status aus »seiner« Region.

Weinflasche und Gläser

Bevor wir dazu kommen, sei ein kleiner Exkurs erlaubt. Der Winzer, der zu unseren absoluten Lieblingen in der Wachau gehört, der großartige Weine keltert, wurde im aktuelle Gault&Millau über den Klee gelobt. Exkurs Gault&Millau-Führer 2014, das muss jetzt einfach sein:

 

»Rudi Pichler hat heuer eine der besten Serien der Wachau hingelegt. Das enorm stringente Sortiment mit Spielraum für Individualität überzeugt mit hoch mineralischen, je nach Lage mehr oder weniger wuchtigen Weinen. Ganz groß: der Veltliner Hochrain; absolut überraschend aber der Rote Veltliner Smaragd aus einer alten Mauterner Anlage. Ein archaisches Monument.« Exkurs Ende.

Ach ja, noch was: Rudi Pichlers Riesling Kirchweg Smaragd 2012 ist mit 97 Punkten bester Weißwein des Landes im neuen A-la-Carte-Guide. So, jetzt hör ich auf. Hier jedenfalls der Status aus der schönen Wachau:

Die Grünen Veltliner waren beziehungsweise sind heuer durch die Bank eher früh dran, ihre physiologische Reife ist perfekt. Die Mengen sind bedingt durch Verrieselung der Beeren bei der Blüte je nach Lage bis zu einem Drittel geringer. Die Federspiele sind so gut wie überall gelesen, jetzt sind die Smaragde dran. Die Rieslinge hängen zum Großteil noch, je nach Lage werden gerade Federspiele und Smaragde parallel gelesen.

Am Pichler'schen Weingut war gestern Grüner Veltliner vom Kollmütz dran, heute stehen Grüner Veltliner und Riesing Smaragd Achleithen und am Mittwoch  Weißburgunder vom Kollmütz – sofern das Wetter mitspielt - am Programm. Und dann zum Schluss, irgendwann kurz vor dem ersten Schnee, dann der Rote Veltliner.

Und jetzt kommt's: Die Säurewerte sind trotz des heißen Jahres durch die Bank traumhaft. Soll heißen, man darf sich auf elegante, fein ziselierte Weine mit Struktur und Persönlichkeit freuen. Rudi Pichler ist ehrlich: »So wirklich kann ich mir das nicht erklären. Es dürften die sehr extremen und wechselhafte Verhältnisse übers Jahr gewesen sein: Viel Niederschlag und Kälte im Winter und Frühjahr, ein später Austrieb, dann eine Aufholjagd, dann wieder eine Beruhigungsphase, dann Hitzeperioden und wieder Niederschlag und Kältephasen. Phasen, die einander offenbar perfekt ergänzt haben. Die Natur ist halt unergründlich.« Genau. Mehr müssen wir auch gar nicht wissen.

Ruth
Guter Wein Dienstag 2013-10-08
Der Wirkstoff mit all seinen positiven Auswirkungen auf den menschlichen Körper geistert immer wieder durch die Medien. Er scheint Herz- und Gefäßkrankheiten vorzubeugen, das Gehirn fit zu halten, ganz generell die Lebenserwartung zu steigern und sogar prophylaktisch gegen Krebserkrankungen zu wirken. Und, das freut ganz besonders, es sind keine bitteren Tees oder Säfte, die
Querschnitt einer Weinbeere

getrunken werden müssen, um von ihm zu profitieren, sondern wohlschmeckender Wein. Allerdings mindestens 200 Gläser, um ein Gramm davon aufzunehmen. Die Rede ist von Resveratrol. 

Resveratrol gehört zu den natürlichen Phenolen und kommt zum Beispiel in den Traubenschalen vor, vor allem jener roter Rebsorten und schützt das Pflanzengewebe vor Pilzen und Bakterien. Wie und wie stark die Effekte für den menschlichen Körper sind, daran wird noch fleißig geforscht. Vor allem die richtige Dosis, die Umwandlung im Körper und wie lange der Wirkstoff dort dann wirken kann, sind ein Thema.

Auf einer heißen Spur sind Karen Brown von der University of Leicester und ihr Team. Ihre Untersuchungen zeigen, dass der pflanzliche Kampfstoff die Vermehrung von krankhaften Zellen hemmt und das Wachstum von Tumoren somit stoppen könnte. Vor allem für Darmkrebs dürfte das wirkungsvoll funktionieren.

Hoffentlich wird noch viel geforscht und hoffentlich kommen noch viele gute Dinge dabei raus.

Quelle: Der Standard, 7. Oktober 2013

Ruth

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> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
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Purple Wine
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