Grüne halbierte Tomaten in Großaufnahme

Bassena - unser Blog

Leichtgewichte Donnerstag 2015-01-22

Sie ist in aller Munde, die Nachhaltigkeit. Auch wenn man zur Abgedroschenheit des Begriffes stehen kann, wie man will, das ist schon gut so. Sich überlegen, was man wo kauft, wie man von A nach B kommt (und ob das überhaupt immer notwendig ist) und was man ganz generell tun kann, um den eigenen ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten. Schwierig genug in der Zivilisation, in der wir leben und mit dem Lebensstandard, den viele haben. Doch es geht, in vielen Bereichen sogar. Man muss sich dazu halt A) ein bissel informieren und B) aufraffen, was zu tun.

eine gezeichnete Sektflasche

Natürlich sind nicht nur wir Konsument/innen, sondern auch die Produzent/innen gefordert, was zu tun. Ein Bereich, an dem in der Weinbranche mittlerweile niemand mehr vorbeikommen sollte, ist das Flaschengewicht. Je schwerer die (leere) Flasche, desto größer der Aufwand für Produktion und Transport und somit desto höher der Anteil an besagtem Fußabdruck.

Glaubt man den Granden der Branche, dürfen wir allerdings gar nicht beim Glas aufhören nachzudenken. Leichtere Glasflaschen sind das eine, der Einsatz völlig anderer Materialien das andere. Was den meinsten Weinliebhabern und -liebhaberinnen wohl missfallen dürfte: Dabei geht's um Tetrapak und PET-Flaschen. So schreibt Jancis Robinson, sie halte nichts von »ridiculous bodybuilder bottles« und PET-Flaschen hätten sowieso die ökologischere Bilanz. Und – in selbigem Artikel – berichtet Michael Schmelzer vom Weingut Monte Bernardi im Chianti Classico von einem biologischen Rotwein, der in den USA im Tetrapak vermarktet wird. Wird Wein dort doch zu 90 % innerhalb von 24 Stunden nach dem Kauf getrunken. Oft schneller als ein Packerl Milch. Damit sinken auch die Kosten und damit der Preis beim Kunden.

Die Studie »Ökobilanz. Vorsprung für Mehrweg« aus dem Jahr 2008 (die allerdings den Mineralwassermarkt zum Inhalt hatte), zieht folgende Bilanz: »Das Ergebnis der Ökobilanz lautet, dass PET-Mehrwegflaschen die umweltfreundlichste Verpackung für alkoholfreie Getränke sind, dicht gefolgt von der Glas-Mehrwegflasche. Einwegflaschen schneiden ökobilanziell erheblich schlechter ab. Sehr deutlich wird der Unterschied zwischen Einweg- und Mehrwegsystemen bezogen auf den spezifischen Beitrag zum Klimawandel. PET-Mehrweg halbiert den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) im Vergleich zu Einweg.« Und Weinexpertin Lidwina Weh schreibt in der neuesten Ausgabe des Magazins vinum: »Keine Weinflasche der Welt wurde schon so viele Male wiederverwendet, dass sie eine ähnlich vorteilhafte Ökobilanz besitzt wie eine PET-Flasche.« Wobei es halt immer auch drauf ankommt, wo die Systemgrenzen der Betrachtung sind und inwiefern man wirklich den gesamten Lebenszyklus messen kann. Aber es muss wohl was dran sein.

Ich gestehe, die Vorstellung, in Zukunft Weine »aus Plastik« zu trinken, fällt schwer. Sehr schwer. Und der Glaube, dass das dann auch wirklich die besser Alternative wäre, auch. In diesem Sinne wär's mir recht, wenn die Winzerinnen und Winzer in Zukunft zumindest auf möglichst leichte Glasflaschen setzten.

© Illustration: bikablo

Ruth
Die Sektsteuerstory Mittwoch 2015-01-14
Einen Staat zu managen, ist sicher keine leichte Sache. Zu schauen, dass sich Einnahmen und Ausgaben die Waage halten, dass die Ausgaben sinnvolle sind (wer auch immer das definiert) und die Einnahmen so lukriert werden, dass sie möglichst wenig Schaden anrichten. Auch hier ist es sicherlich sehr komplex und extrem schwierig, Auswirkungen zu berechnen und darzustellen. Schon klar. Und ich bin weitest möglich davon entfernt zu glauben, das Einnahmen-Ausgaben-System Österreichs auf neue Beine stellen zu können.

Hie und da beschleicht mich allerdings das Gefühl, dass ein bisschen Hausverstand im einen oder anderen Fall manch (scheinbare) Fehlentscheidung verhindern hätte können.

Thema Sektsteuer. Sie wurde am 1. März 2014 wiederbelebt, nachdem sie 2005 unter Wolfgang Schüssel »auf null gestellt« wurde. Sie blieb also bestehen, brachte aber keine Einnahmen mehr. Daher war es offenbar ein Leichtes, sie letztes Jahr zu reaktivieren. Sicher viel einfacher, als hätte man sie neu einführen müssen. Ein Euro pro Liter wird eingehoben, gar nicht wenig.

Wie auch immer. Die Einnahmen sind offenbar so gering (drei Millionen Euro bis September, hochgerechnet 12 bis 15 Mio. im Jahr, Kosten für die Steuereintreibung nicht eingerechnet!), dass die ÖVP-Experten in der Reformkommission die Abschaffung der Schaumweinsteuer als »vordringliche Maßnahme« sehen. Und das nach nicht einmal einem Jahr!

Der Schaden aufgrund von Wettbewerbsnachteilen gegenüber ausländischen meist nicht besteuerten Prosecco- und Frizzante-Produzenten und Umsatzeinbußen von bis zu 30 % und den damit verbundenen Konsequenzen wir Arbeitsplätzeschwund in der Branche ist da überhaupt noch nicht berücksichtigt.

So wie jede Geschichte hat sicherlich auch die Sektsteuerstory zumindest zwei Seiten und muss von mehreren Perspektiven beleuchtet werden. Und als wehrhafte Ablehnerin von Schwarz-Weiß- oder Richtig-Falsch-Denken möchte ich auch hier kein Urteil fällen (kann ich aufgrund fehlender Fachkompetenz auch gar nicht). Irgendwie hab ich aber das Gefühl, da wurde im Überschwang potenzieller zukünftiger Einnahme-Gefühle wie so oft unüberlegt, unstrategisch und völlig willkürlich (damit halt irgendwas passiert) gehandelt. Die Kollateralschäden baden eh andere aus.

Quelle: Die Presse

Ruth

Imagine no religion. Freitag 2015-01-09

Irgendwie fällt es grad schwer, positiv zu denken, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen, an das Gute im Menschen und auf der Welt zu glauben. Ich möchte es trotzdem tun. Und zumindest im Kleinen dafür sorgen, dass Liebe und Frieden möglich sind. Und mir vorstellen, was alles möglich wäre. So wie er.

Imagine

© YouTube

Ruth

Da gehen sie hin Montag 2015-01-05
Ich seh sie beide tanzend vor mir. Thierry Manoncourt, Eigentümer von Chateau Figeac in Bordeaux, wie er über 80jährig mit seiner Frau Marie-France übers Parkett gleitet. Serge Hochar, Eigentümer von Chateau Musar im Libanon, wie er mit seiner lieben Freundin Márta Wille-Baumkauff tanzt und mit mir,
Thierry Manoncourt & Serge Hochar mit Champagnergläsern
wann immer wir einander begegnet sind. Getanzt haben diese großen Männer auch mit ihren Weinen und wohl auch mit dem Leben. Jetzt sind sie beide nicht mehr. Thierry hat sich bereits 2010 auf den Weg gemacht, jetzt ist ihm Serge nachgefolgt. Wehmut und Trauer. Wehmut auch angesichts dessen, dass die Zeit der ganz großen Feste vorbei ist. Aber auch Dankbarkeit, dass ich diese Feste erleben und diese wunderbaren Männer kennenlernen durfte. Ich bin sicher, sie lächeln und tanzen.
Foto: Herbert Lehmann
syl
Im Hochstatus Sonntag 2015-01-04

Wir kommunizieren nicht nur auch, sondern sogar vor allem mit unserer Körpersprache. Und der Körper lügt nicht, er straft unsere Worte wenn's blöd läuft Lügen. Weil wir ihn einfach nicht so gut unter Kontrolle haben wie unsere Worte (auch die nicht immer).

Ted Conference von Amy Cuddy
Quelle: YouTube
Außerdem wirken sich unsere Gefühle und Gedanken auf unsere Körperhaltung aus. Logisch. Was aber finde ich wirklich spannend ist, dass der Einfluss zwischen Gefühlen und Körpersprache auch umgekehrt läuft. Sprich, wenn wir bewusst eine Haltung im »Hochstatus« annehmen, können wir damit unser Gefühl, unsere Laune und natürlich damit unsere Ausstrahlung auf andere positiv beeinflussen.

 
Wem das jetzt zu trocken und zu theoretisch klingt, den kann ich erstens gut verstehen und der möge sich zweitens anhören, was Amy Cuddy dazu zu sagen hat: Your body language shapes who you are. Großartig. Und sehr interessant!

Ruth
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