Ausschnitt einer dunkelroten Rose auf grünblauem Hintergrund

Bassena - unser Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Weihnachtsfrieden Dienstag 2013-12-24
Stressfrei soll es sein, Ihr und unser Weihnachten. Entspannt mit gutem Essen und guten Weinen im Kreise derer, mit denen Sie und wir gerne sind. Mit vollem Bewusstsein dafür, dass viele Menschen ohne Zuhause sind und Millionen von ihnen in Syrien frieren. Weihnachtsfrieden hat für sie eine andere Bedeutung.
rote Kerzen auf einer Holzplatte
Streitbare Top-Köche gegen eine vertrottelte EU-Verordnung Freitag 2013-12-20
In Brüssel werden wieder einmal kluge Köpfe zusammengesteckt. Die EU-Richtlinien für die Vermarktung von Saat- und Pflanzgut werden überarbeitet. Aber nicht, wie man meinen sollten, zum Besseren, zur Förderung kleinstrukturierter Betriebe, zur Bewahrung alter Kultur- und Nutzpflanzen.

Heinz Reitbauer

Nein. Wie so oft, wenn dort die Köpfe zusammengesteckt werden, stützt man die Industrien, verschiebt Grenzwerte nach oben und geht mit den Lobbyisten einen heben. Auf der Website der Arche Noah, die für die Bewahrung alten Saatguts steht, kann man nachlesen, was auf uns und unsere Kinder zukommt:

»Die neuen Regelungen bedrohen seltene und bäuerliche Sorten. Alte Sorten sind besonders gefährdet, da der freie Tausch von Saatgut, Knollen und Edelreisern durch die neue Gesetzeslage unter Strafe gestellt werden könnte. Das schadet Kleinbauern, regionalen Erzeugern, KonsumentInnen und der Vielfalt.

Labor-Saatgut statt nachbaufähige Sorten?
Der Saatgut- und Pflanzguttausch hat Tradition. Doch damit könnte es bald vorbei sein. Um weitergegeben werden zu dürfen, müssen alle Pflanzen erst als Sorte zugelassen werden und dafür teure und aufwändige amtliche Tests bestehen. Diese Test orientieren sich an Industriesorten und sind für weniger hochgezüchtete Sorten nicht zu schaffen. Die Ausnahmeregelungen für alte Sorten im Entwurf der neuen Verordnung bleiben restriktiv und zum Schutz der Sortenvielfalt unzureichend. Durch die neue Verordnung wären somit die bäuerlichen Abhängigkeiten von der Saatgutindustrie weiter zementiert. Die biologische Vielfalt unserer Natur und der Markt für biologische Lebensmittel wären nachhaltig beschädigt.«
ES IST SO UNGLAUBLICH KRANK! So krank, dass sich Österreichs Spitzenköche im Rahmen des ersten Koch-Campus zusammengetan haben und gegen diesen Wahnsinn auftreten. Federführend ist Steirereck-Chef Heinz Reitbauer, er hat einen offenen Brief an die Kollegenschaft in Europa verfasst.

Der Brief im Wortlaut:

»Lieber …….

Ich schreibe Dir diese Zeilen, um Dir eine Herzensangelegenheit meinerseits und von vielen österreichischen Kollegen zu übermitteln.

Wie Du wahrscheinlich schon weisst, wird im nächsten Jahr im EU-Parlament über die neue EU-Saatgutverordnung abgestimmt. Sie stellt – unserer Meinung nach – eine große Gefahr für die regionalen Identitäten der europäischen Küchen dar!

Denn diese Verordnung wird künftig massiv beeinflussen, welche Nutzpflanzen angebaut werden können. In ihrer aktuellen Form bedroht die Verordnung besonders die Zucht und den Vertrieb des Saatguts von seltenen und alten Nutzpflanzen (Gemüse, Obst, Beeren, Getreide, etc.). In Österreich werden diese meist von kleinen Bauern und spezialisierten Gärtnereien angebaut. Auch aus diesem Grund stellen sie einen wichtigen Teil der kulinarischen Kultur und Vielfalt dar.

Die neue Saatgutverordnung sieht eine verpflichtende Registrierung jeder einzelnen Sorte vor. Das verursacht vor allem für kleine Produzenten einen hohen administrativen und finanziellen Aufwand. Die geplanten Ausnahmen in der Verordnung sind leider bei weitem nicht ausreichend, um die Gefahr für die Biodiversität Europas abzuwenden.

Es soll den Produzenten dann sogar verboten werden, den Samen von nicht registrierten Sorten ohne bürokratische Auflagen an andere Produzenten weiterzugeben. Die daraus resultierenden Konsequenzen für die Zukunft der Lebensmittelproduktion in Europa wie auch für die regionale Gastronomie sind noch gar nicht abschätzbar.

Die österreichische Umweltorganisation „Global 2000“ und die Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt „Arche Noah“ haben gemeinsam die Petition „Freiheit für die Vielfalt“ gestartet, welche in Österreich bereits fast 300.000 Menschen unterzeichnet haben. Auch auf Grund dieser Bewegung wurde dem österreichischen Landwirtschaftsminister der Auftrag durch den Nationalrat erteilt, sich in Brüssel für die Vielfalt einzusetzen.

Die österreichischen Köche haben bei einem „Koch.Campus“ (www.kochcampus.at) gemeinsam beschlossen, sich auch für die Raritäten der Natur und deren Verwendung einzusetzen. In einem Manifesto für die Vielfalt werden die Köche und Gastronomen die eigene mediale Präsenz nutzen, um dieses so wichtige Thema in der Öffentlichkeit immer wieder auf den „Tisch“ zu bringen.

Wir protestieren gegen diesen Verordnungsentwurf und fordern unsere Politiker auf, zusammen mit den Bürgern – ob Bauer, Gärtner, Wissenschaftler, Unternehmer, Sortenerhalter, Saatgutvermehrer oder Köche – den Umgang mit der Grundlage von Ernährung, Geschmack und Gesundheit, zum Vorteil unserer und der nächsten Generationen vielfaltsorientiert und unabhängig von der Saatgut-Lobby in Brüssel zu gestalten.

Als Köche mit medialem Zugang haben wir eine gemeinsame Verantwortung uns für die Erhaltung dieser Vielfalt aktiv einzusetzen und mit einem gemeinsamen Schulterschluss ein öffentliches Licht auf diesen Angriff unserer Menschenrechte zu lenken.

Wir Köche wissen, wie abhängig wir von einzigartigen Produkten und Geschmäckern sind und es drängt die Zeit. Im April 2014 soll dieser Verordnungsentwurf im Europäischen Parlament zur Abstimmung gebracht werden. Aus den momentan bestehenden 12 EU-Richtlinien wird nun eine EU-Verordnung. Dies bedeutet auch, dass es bei der Umsetzung keine nationalen Spielräume mehr geben wird.

Mit der Bitte um Nachsicht für die polarisierenden Worte und in der Hoffnung, eine länderübergreifende europäische „Pro Vielfalt Bewegung“ gemeinsam zu starten, verbleibe ich mit liebsten Grüssen für Dich und Deine Familie

Heinz Reitbauer & das Team des Steirereck im Stadtpark«

Auch wir können aufstehen und uns wehren. Hier der Link zur PETITION von Global 2000 und hier zur Website von Arche Noah, wo noch andere Möglichkeiten aufgezeigt werden, um aktiv zu werden.

Danke, dass Sie auch unterzeichnen!

Foto: Wolfgang Schedelberger/Madrid Fusion 2013
syl 

Obsthändler Didi Donnerstag 2013-12-19

Leidenschaft, Kernkompetenz, Synergieeffekte, und natürlich alles immer zeitgemäß, lösungsorientiert und ganzheitlich - wer kennt sie nicht, die Werbe-Worthülsen aus dem Business-Vokabular.

Obsthändler Didi im Interview

Ergänzt man sie mit ansprechenden Bilder gefilmt von Kameradrohnen und -kränen und unterlegt das Ganze mit angenehmer Musik, hat man am Ende einen Imagefilm.
Normalerweise bedarf es für solche Produktionen ein Budget um die 50.000 Euro - Didi musste diese aber wohl eher nicht auf den Tisch legen. Bananen-Didi, eigentlich Dieter Schweiger, steht täglich an seinem Obststand bei der Münchner Universität. CEO eines traditionsreichen Familienunternehmens, quasi. Um die Austauschbarkeit der Inhalte von Imagefilmen für Weltkonzerne zu demonstrieren, hat Dieter Schels von al Dente Entertainment nun einen solchen für den Obsthändler produziert. Und dessen Firma verdient übrigens eigentlich ihr Geld mit - genau - Imagefilmen für Weltkonzerne.

Zum Film auf Youtube geht's hier oder übers Bild
anna
Au Backe! Sonntag 2013-12-08
Irgendwie nicht zu fassen und irgendwie eh klar. Zahnpasta, die Crème, die wir täglich mindestens zweimal in den Mund nehmen, beinhaltet Substanzen, die man seinen Feinden nicht zwischen die Zähne wünschen würde. Und der Gipfel: Kinderzahnpasten sind am öftesten und schwersten betroffen. Kann denn das wahr sein?

Offenbar. »Endokrine Disruptoren« heißen Chemikalien, die im Körper wie Hormone wirken können. Und sie sind, eben nur in Zahnpasta, sondern in vielen Körperpflegeprodukten enthalten.

Global 2000 hat im Rahmen einer Untersuchung die Inhaltstoffe gängiger Zahnpasten überprüft und bei 27 von 134 Produkten verdächtige Stoffe gefunden. Allen voran die beiden Parabene Methylparaben und Propylparaben, die seit Jahrzehnten als Konservierungsstoffe in Kosmetikartikeln verwendet werden. Seit einigen Jahren wird deren Einsatz vermehrt diskutiert. Als dritte endokrine Chemikalie hat das Team von Global 2000 Triclosan ausgemacht, das beigemischt wird, um Bakterien abzutöten und das Entstehen von Zahnbelag zu verhindern. Neben einer möglichen hormonellen Wirkung besteht hier der Verdacht, dass die Chemikalie zu Antibiotika-Resistenz führen könnte.

Niemand scheint genau zu wissen, wie schädlich welche dieser Chemikalien in welcher Dosis wirklich ist. Jedoch werden alle drei in Brüssel diskutiert, in Dänemark etwa ist Propylparaben in Kosmetikartikeln für Kinder unter drei Jahren verboten. Und ein »Cocktail« aus verschiedenen Inhaltsstoffen könne laut Experten sehr wohl toxische Wirkung haben. Nix Genaues weiß man also nicht. Wenn man aber bedenkt, dass in den 1980er-Jahren bis zu 25 % Paraben in Kosmetikartikeln als sicher gegolten haben und dieser Wert heute bei 0,19 bis
0,8 % liegt, wird klar, dass Grenzwerte eben nur relativ sind.

Quelle: News, 5. Dezember 2013

Ruth

Sprache ist nicht gleich Sprache ist nicht gleich Sprache Sonntag 2013-11-17
Sprache Teil 1. Der zwangsbeglückenden WKO mag man viele böse Dinge nachsagen, aber eines muss man ihr lassen: Sie offeriert gute Seminare zu ununterbietbaren Preisen. Dieses Mal ging es ums »Abenteuer Sprache«, ums richtig artikulierte und geatmete Reden. Was ursprünglich jeder kann.
Kleinkind mit Mikro und Kopfhörern

Und dann beim Erwachsenwerden Zug um Zug verliert, was schade ist. Denn kommt's auf der einen Seite gescheit gesprochen raus, kommt's auf der anderen Seite auch inhaltlich - weil mit weniger Zuhör-Aufwand verbunden - besser an. Und der Zuhörer bleibt dran. Seminarleiter und Schauspieler Peter Strauß zeigte uns einen Tag lang, wie Atem, Stimme und Artikulation ideal zusammenspielen und wie man an den einzelnen Komponenten feilt.

Wie man beim Reden nicht in Atemnot gerät - mit Gummiringerl oder Tennisball und hopp, hopp, hopp - und man seine »Kopfresonanz« - unter anderem durch Nase zuhalten - verbessert. Er lehrte uns, dass »ei« in korrekter Hochlautung als »ae« gesprochen wird und »eu« und »äu« als »oö« (mit Post-o) gesprochen werden. Neuer Stoff!

Jeder/jede bekam eine spezielle Feil-Aufgabe. Ich, die ich zum leisen Zweig meiner Familie zähle (zum laesen Zwaeg), durfte durch lautes Gähnen an meiner »Brustresonanz« faelen. Und siehe da, des laesen Zwaeges Stimme schallte plötzlich durch den Raum wie nix. Das eigene Erstaunen war groß, der Tag sehr rasch vorbei.

Er war wunderbar gefüllt, super lehrreich und dank Peter Strauß' guten Humors höchst kurzweilig. Prädikat wertvoll!

Sprache Teil 2 folgt demnächst. Dann geht es um den bundesdeutschen Einfluss auf die österreichische Zeitungssprache.

www.pstrauss.tv
syl
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ruth havel & sylvia petz
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Aids-Schleife HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!

 

Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!