Ein Marienkäfer auf strohfarbenen Gräsern

Bassena - unser Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Cooking means life skills for children - Jamie Olivers großartiger TED-Speech Dienstag 2014-11-11
Jamie Oliver steht hier auf der Bühne und spricht in gewohnt furioser Weise zu einem Saal voller Amerikaner. In Amerika leiden rund 30 % aller Leute an Adipositas, krankhafter Fettleibigkeit. Aber auch in Österreich wächst die Zahl der krankhaft dicken Kinder.
Jamie Oliver auf der Bühne vor einer Scheibtruhe voller Zucker

Diese Zahlen des Österreichischen Ernährungsberichts 2012 sprechen für sich: »Bei den 7-14 jährigen Schulkindern sind 24 Prozent übergewichtig oder adipös (fettleibig). Übergewicht ist im Vergleich zu 2008 von 11 auf 17 Prozent gestiegen. Beim schweren Übergewicht (Fettleibigkeit) ist die Häufigkeit bei Buben gleich geblieben, bei Mädchen gesunken. Knapp 4 Prozent sind untergewichtig, Mädchen doppelt so häufig wie Buben.

40 Prozent der 18-64 Jährigen sind übergewichtig, zwölf Prozent davon sind adipös. Übergewicht und Adipositas steigen mit zunehmendem Alter bei beiden Geschlechtern an, wobei beides bei Männern deutlich häufiger auftritt (Männer: 52 Prozent; Frauen: 28 Prozent). Untergewicht tritt selten auf (zwei Prozent).«

Jamie Olivers Vortrag gilt also auch für uns. Er ist kurzweilig und gut! Er fordert, »that every (american) single child that leaves school is knowing how to cook 10 meals that will save its life.«

Der Link zum Film: www.ted-com
syl
Ein ganz besonderer Ort. Das Boutiquehotel Stadthalle. Sonntag 2014-10-05
»Climate change is not something you believe in or not. Climate change is a fact. You look at it, you react.« So der brilliante Redner Peter Bakker, Präsident & CEO des World Business Council for Sustainable Development, am CSR-Tag 2014. »Sustainibility will soon be part of the companie's risk management.« Der Garten im Innenhof des Hotels
Michaela Reitterer, Eigentümerin des phantastischen Boutiquehotels Stadthalle beim Wiener Westbahnhof, hat schon früh reagiert. Der Ärger auf WienEnergie mit seinen überzogenen Preisen hatte in ihr das dringende Bedürfnis geweckt, sich mit einem energieautarken Haus unabhängig zu machen. Der Boardroom
2009 war es soweit, sie eröffnete das erste Null-Energie-Bilanz-Hotel weltweit. Letzte Woche lud sie in ihr vielfach ausgezeichnetes Haus, um ihren neuen Veranstaltungsraum, den »Boardroom« zu präsentieren. Er bietet 16 Personen Platz für Besprechungen und Präsentationen und ist so wie das gesamte Hotel mit Die Terrasse des Boardroom
einer besonders angenehmen Atmosphäre gesegnet und lichtdurchflutet. Besprechen im Wohnzimmer. Die zum Boardroom gehörende l-förmige und begrünte Terrasse ist ein zusätzliches echtes Asset. Und da wir schon einmal da waren, zeigte uns Michaela Reitterer auch gleich die drei neuen Upcycling- Klopapierrollen-Halter aus einem Fahrradpackelträger
Gästezimmer, Details am Rande hier rechts. Tolle Ideen aus altem Dingsbums, das sonst auf dem Müll gelandet wäre. Überhaupt ist das Stadthalle mit seinem Urwald im Innenhof, dem Lavendeldach und Gesamtkonzept ein echter Lichtblick, Ärger in positive Energie transformiert. Danke, Michaela Reitterer! Ein Hocker aus alten Zeitungen

www.hotelstadthalle.at
syl

Ich glaub, der könnt mir schmecken. Dienstag 2014-09-30

Was man in einem Decanter-Newsletter so alles erfährt! »Roederer launches first new Champagne 'since 1974'.« Das an sich klingt schon einmal nicht so schlecht. Was mich aber richtig neugierig macht, ist die Tatsache, dass es sich beim neuen Edelgetränk aus dem Hause Roederer, dem »Brut Nature 2006«, um einen »zero dosage« handelt.

60.000 Flaschen gibt es vom Jahrgangs-Champagner, für den Jean-Baptiste Lecaillon im Keller und Philippe Starck in der Designwerkstatt verantwortlich waren.

Die Trauben aus 56 % Pinot Noir und 44 % verteilt auf Chardonnay und Pinot Meunier kommen alle aus den biodynamisch bewirtschafteten Weingärten in Cumieres. Sie wurden alle am selben Tag gelesen und gemeinsam gepresst. Kellermeister Lecaillon wollte weg von sortenspezifischen Aromen und stattdessen »das Terroir sprechen lassen.«

Philippe Starck hatte da offenbar auch seinen Anteil an der Entscheidung, gab er seine Zusage zum gemeinsamen Projekt doch nur unter der Bedingung, bei der Weinbereitung ein Wörtchen mitreden zu dürfen.

Händler, die den neuen Stoff führen, wurden offiziell noch keine genannt, für zweckdienliche Hinweise bin ich also dankbar. Ach ja, 2009 wird der nächste Brut- Nature-Jahrgang sein.

Hier die Original-Infos auf der Decanter-Website
Ruth

Handels-Servicewüste Wien Freitag 2014-09-26

Als würden sie sich vor uns fürchten. Als wären wir unerwünscht. Als würden sie uns gar nicht wahrnehmen. Oder nicht wahrnehmen wollen. So kamen meine beiden Kinder und ich uns vor, als wir uns gestern am Nachmittag zum obligaten Herbst-Shoppen aufmachten. Also ein paar

Mariahilfer Straße, Wien

Dinge besorgen wollten, die Jugendliche für den Herbst halt so brauchen.

Wer »sie« sind? Die Verkäuferinnen und Verkäufer in diversen Geschäften auf der Mariahilfer Straße. Gleich vorweg: Ich zähle mich zu den Menschenfreundinnen, bin meist gut gelaunt und freundlich und sehe in meinen Mitmenschen, also auch in Verkäuferinnen und Verkäufern, prinzipiell einmal mir wohlgesonnene Personen. Gestern wurde ich am laufenden Band enttäuscht.

Egal ob in diversen (großen) Schuh-, Mode-, oder Sportgeschäften, wirklich willkommen waren wir nirgends. Ein paar Szenarien gefällig? Ein Riesen-Schuhgeschäft, in dem im Untergeschoß viel Verkaufspersonal und kaum Kunden unterwegs waren. Wir duchsuchten (sichtlich!) stapelweise Schuhkartons nach der passenden Größe. Zwei Meter neben uns unterhielten sich zwei Verkäufer/innen (sichtlich!) gelangweilt und rührten kein Ohrwaschel. Wollten sie vielleicht gar keine Ware loswerden?

Nächstes Schuhgeschäft, diesmal im ersten Stock. Keine Kunden, ein Verkäufer. Wir (sichtlich!) auf der Suche nach etwas Bestimmten, er begrüßt uns (gezwungenermaßen, er kam gerade um die Ecke und lief uns quasi in die Arme) und verzog sich dann. Wahrscheinlich wartete er geduckt hinter dem Ladentisch, bis wir wieder weg waren. Ähnliche Szenarien in diversen Outlets der bekannten Modeketten. Dazu kam, dass ein klassisches Kleidungsstück wie der Dufflecoat zwar nicht ausgedient hat (wir wurden schlussendlich fündig), er Verkäufer/innen jedoch kein Begriff mehr ist. »Bitte was suchen Sie?«

Ich möchte unseren Blog nicht zur Jammerbühne umfunktionieren und vor allem keine oberflächlichen Schuldzuweisungen machen. Ich finde es nur erschreckend, wie unprofessionell die »Menschen am Kunden« sind, wie schlecht sie offenbar geschult und wahrscheinlich auch geführt werden und wie sehr sich die Unternehmen damit schaden. Weil 1.) definitiv Umsatz verloren geht und 2.) Kunden so kaum zu Stammkunden werden.

Meine Sicht der Dinge: Die Katze beißt sich im Handel in den Schwanz. Der Kostendruck ist enorm, ja, auch weil wir alle zu wenig für die Produkte bezahlen. Da wird dann auch beim Personal gespart. Und zu wenig Bezahlung und Wertschätzung schlagen sich halt schlussendlich beim letzten Glied in der Kette nieder. Blöd nur, dass es das Glied ist, das am unmittelbarsten an den (potenziellen) Kunden dran ist.

Ruth
Eingetrübt Freitag 2014-09-12
An ein derartiges Jahr wie dieses kann sich kein Winzer erinnern. Denn schon im Frühjahr kam es in manchen Gegenden zu massiven Hagelschäden in den Weingärten, mit Ausfällen bis zu 50 %. Und dann der verregnete warme Frühsommer, der die Weingärten zum perfekten Nährboden für Pilze machte.

Schlussendlich kam zur Nässe noch die Kälte, die Trauben konnten mangels Sonne und Wärme keinen Zucker ausbilden und Fäulnisgefahr drohte. Mit Fäulnis, Pilzkrankheiten und mangelnder Reife haben die Winzer nun auch zur Zeit der Lese der früheren Traubensorten wie Müller Thurgau und Zweigelt zu kämpfen. Viele sprechen von »Notlese«, manche von Totalausfall. Die Beeren sind vom Regen zum Platzen voll, die Häute weich. Viele Trauben platzen auch durch Pilzkrankheiten auf, und in Deutschland lehrt die Winzer ein frisch importierter Schädling das Fürchten, die Kirschessigfliege. Kein gutes Jahr!

In den wärmeren Regionen wie im Burgenland steht es um die Weinlese besonders schlimm. Im kühleren Weinviertel geht's noch so halbwegs, so auch im Kamp- und Kremstal. Aber die Chance auf ausgereifte gesunde Trauen ist auch dort gering, für die späteren Traubensorten darf man noch hoffen. Und wenn es nach dem Regen doch wieder warm werden sollte, steigt erneut der Pilzdruck. Pilze mögen es feucht und warm.

Schlimm ist es auch für alle Getreide- und Gemüsebauern. Den Feldfrüchten fehlt es wie dem Wein an Reife, Fäulnis droht auch hier. In den nördlichen Gebieten um Zwettl, Gmünd und Horn sind bereits ganze Roggen- und Weizenernten zerstört. Eine rasche rettende Maschinenernte ist wegen der nassen aufgeweichten Böden nicht möglich. Schlimm für alle Bauern, wenig angenehm wird es auch für uns. Die Preise werden steigen und die Fülle, aus der wir es gewohnt sind zu schöpfen, wird in der Form nicht mehr vorhanden sein. Schlimm für alle Wenigverdiener.

Wir wünschen allen Landwirten, Winzerinnen und Winzern, dass sich die Schäden in Grenzen halten und drücken die Daumen für eine halbwegs gute Hauptlese und -ernte! Für sie und auch für uns.

Nachtrag: Der Chef der ÖWM Willi Klinger verkündete im Ö1-Morgenjournal am Samstag, dass die gesetzlichen Bestimmungen für die heurige Weinlese bereits gelockert seien. Zucker- und Mostkonzentrat-Zugaben seien, um die Weinqualitäten zu retten, in höherem Maße möglich als in anderen Jahren. Wahrscheinlich wird man auch mehr entsäuern dürfen als üblich.

syl
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HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!


Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
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> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

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Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!