Bunte Rüben und Kraut in einer Holzschale

Bassena - unser Blog

Chapeau! Total entspannt im Steirereck Sonntag 2016-10-09
Es ist lange her, dass ich im Steirereck essen war. Einerseits. weil es sich einfach nicht ergeben hat, und andererseits, weil Essen auf diesem Niveau auch für eine genusstüchtige Frau wie mich etwas ganz Besonderes ist und das auch bleiben soll. Es war das erste Mal seit dem Umbau des Restaurants 2014.
René Antrag von hinten beim Austrinken eines Glas Weins
Dies soll auch keine Restaurantkritik sein, bei der jedes Gericht in seine Einzelteile zerlegt und analysiert wird. Das machen andere, und dass das Essen im neuntbesten Restaurant der Welt auf absolutem Top-Niveau und sehr sehr gut ist, muss ich hier ebenfalls nicht weiter betonen. Ist es.

Das hier soll einfach ein »Chapeau« und »Danke« sein für ein neuntbestes Restaurant der Welt, in dem eine vollkommen entspannte Stimmung herrscht. In dem man nicht flüstern muss, sondern mit normaler Lautstärke reden und auch lachen kann. Miteinander und mit dem Service-Personal und mit der Chefin, die sich Zeit nehmen können für ein Plauscherl.

Für ein Restaurant, in dem man zu keiner Minute merkt, dass an jedem Abend für über 100 Gäste gekocht wird, weil durch die neue Architektur entkoppelte Räume entstanden sind, in denen fast Privatsphäre herrscht. In dem jedes Gericht in entspannter Perfektion auf den Tisch kommt. Was für eine Leistung bei der Menge an Couvers!

Für einen Sommelier, René Antrag, der so unglaublich gut ist, und der eine derart bewundernswerte Weinauswahl trifft (speziell außerhalb der Standard-Weinmenü-Begleitung wie an diesem Abend), dass ich jedes Glas zur Gänze ausgetrunken und sogar nach mehr verlangt habe. Was ich bei einem großen Menü mit Weinbegleitung sonst niemals schaffe, weil's schnell zuviel wird. Ein Sommelier, der sympathisch und gewitzt ist, und dem man ansieht, dass ihm die Arbeit wirklich Freude macht.

Danke für diesen schönen Abend. Angeblich hab ich noch zwei Steirereck-Magazine (schön!) und Frühstückstee gekauft. Oder mitgenommen? Und gekauft hat sie ein anderer? Ich werd nochmals nachfragen ...

www.steirereck.at
Foto: Achim Schneyder/Steirereck-Magazin
syl
47°! Eine feine Köche-Kooperation in der Steiermark Sonntag 2016-10-09
Spät, aber doch berichte ich nun über diesen wunderbaren Zusammenschluss der besten Köche der Steiermark. Spät, weil in letzter Zeit die Zeit etwas knapp war. Doch, weil es sich um eine wirklich berichtenswerte Sache handelt, der viel Erfolg zu wünschen ist. Der ich viel Erfolg wünsche.
Die 47-Grad-Köche
Es sind sechs Köche, die es sich zum Ziel gesetzt haben, gemeinsam und voneinander zu lernen. Um ihre Erfahrungen und Lieferanten zu teilen und so das Profil der steirischen Küche zu schärfen. Es sind dies Gerhard Fuchs, Tom Riederer, Harald Irka, Norbert Thaller, Luis Thaller und Manuel Liepert. Drei-Hauben und andere Hauben-Köche, Wandervögel und Heimkehrer und vor allen Dingen Freunde. Alle leben und arbeiten sie südlich – ich für mich würde ja sagen »unterhalb«, aber meine geographischen Angaben führen zumeist zu hochgezogenen Augenbrauen – des 47. Breitengrades, daher der Name: 47° rare styrian cuisine.


Gemeinsam will die Truppe der steirischen Küche den Tribut zollen, den sie verdient und etwas von dem zurückgeben, was sie ihnen ermöglicht hat. »Es geht darum, das Profil steirischer Küche zu prägen, weiterzuentwickeln und die Leistungen unserer herausragenden Produzentinnen und Produzenten über die eigenen Grenzen hinaus sichtbar zu machen. Denn es ist auch ihre Arbeit und Leidenschaft, die uns inspiriert und immer wieder vor neue, willkommene Herausforderungen stellt«, so das 47°-Credo

47° versteht sich außerdem als Qualitätssiegel und ist eine geschützte Marke. Um das entsprechend zu manifestieren, organisiert die Gruppe über das Jahr hinweg Veranstaltungen in der Region und anderswo. Darüber hinaus wird jährlich eine Veranstaltung in einer internationalen Metropole Europas ausgerichtet und ein eigenes Magazin veröffentlicht.

Auftakt war übrigens Anfang September beim Thaller in St. Veit. Ein super stimmiger und stimmungsvoller Abend unter Bäumen im riesigen Garten neben den Gemüsebeeten der Thallers. Bedroht von wilden Gewitterwolken »hält's aus oder hält's nicht aus??« und bekocht von allen sechs Köchen, ebenfalls unter freiem Himmel. Es war schön zu sehen, wie die Herren einander unter die Arme griffen und trotz Überzahl an Gästen bei guter Laune blieben. Dass die Weinbegleitung ebenfalls exzellent war, versteht sich. Unter anderem von den Brüdern Schauer, Gault-&-Millau-Entdeckung des Jahres, und Katharina (Lackner)Tinnacher.

Ich freu mich auf mehr und vor allen Dingen freu ich mich aufs Magazin! Und vielen Dank, liebe Barbara Klein, für die Einladung!

www.rarestyriancuisine.at
syl
Ein schönes Buchprojekt: autochthone Küche & Rebsorten Italiens retten Sonntag 2016-10-02
Es sind zwei wahre Liebhaber guter Weine und guten Essens, die sich dieses schönen Projekts angenommen haben. Helmut Knall und Leo Quarda, zwei Wein- Haudegen, die sich das hehre Ziel gesteckt haben, die regionalen Originalrezepte und Weine Italiens aus der Versenkung zu holen und zu bewahren.
Ein Teller mit Spaghetti und Vongole
Auf dass die Cucina della Nonna, die Oma-Küche, überlebe! Auf dass die Rebsorten überleben, die nicht in den Supermärkten zu finden sind, weil sie zu besonders, zu fordernd, zu wenig bekannt sind. Weil das genau die Dinge sind, die wir suchen, wenn wir eine Reise tun.


Zur Zeit geht es darum, das Projekt zu finanzieren. Knalli bereist Italien und forscht und isst und trinkt und schreibt. Leo ist zuhausegeblieben, forscht und isst und trinkt und schreibt auch hier und versucht, uns für sein Projekt zu gewinnen.

Denn: »Retten Sie mit uns diesen Schatz! Helfen Sie uns, diese regionalen Spezialitäten in ein Buch zu fassen. Sichern wir die Original-Rezepte. Verkosten und beschreiben wir die regionalen Tropfen, damit sie auch bei uns bekannt und gefragt werden, dann werden sie auch überleben. Wir schreiben das Standardwerk dazu.«

Eine wirklich schöne Sache! 15.000 Euro müssen die beiden Herren für ihr Projekt aufbringen, damit sie loslegen können, fast die Hälfte ist geschafft. 29 Tage haben sie noch Zeit, und Zeit ist Geld. Danke auch für Ihre Unterstützung! Ein bissl Philantrophie kann nie schaden, denn immerhin geht es um unser aller Genuss.

Hier geht's zum Crowdfunding: startnext.com/genussallitalia
syl
Wunderschöne Flower Power Samstag 2016-09-03

Die Blumengeschäfte meiner Kindheit und Jugend habe ich allesamt nicht sonderlich beeindruckend oder ausnehmend schön in Erinnerung. Die Blumen waren in unscheinbaren um nicht zu sagen hässlichen Kübeln verteilt, ihre Schönheit kam gar nicht richtig zur Geltung. Zumindest hab ich das so abgespeichert.

Eingang Donati

In den letzen Jahren hat sich das komplett geändert und in fast jedem Wiener Bezirk gibt es mittlerweile wunderschöne Blumenläden. Geschäfte, in denen mein Herz so richtig aufgeht und ich vor lauter Bewunderung ob der Blumenpracht und vor allem ob der geschmack–vollen Präsentation nur so staune.

Blumen Donati

Meine neueste Entdeckung ist das »Donati« in der Silbergasse im 19. Bezirk. Noch nicht einmal aus dem Auto ausgestiegen war mir klar, dass ich mich im Blumenparadies befand. Doch nicht nur optisch ist das »Donati« ein besonderer Ort. Die Mitarbeiter/innen sind alle irrsinnig freundlich, aufmerksam,

noch mehr Blumen Donati

professionell und vermitteln ihre Begeisterung für die Floristik. Das völlig unerwartete Wiedersehen mit einer Bekannten, die nun ihre Liebe zu den Blumen lebt, hat den Einkauf noch um ein Eitzerl netter gemacht. Wer also in Döbling wohnt oder öfter in der Gegend ist und  schöne Dinge liebt, sollte sich das Donati auf jeden Fall merken.

noch mehr Blumen Donati
www.donati.at


Ruth

Krimis für Nicht-Krimi-Fans Dienstag 2016-08-23
Das Genre Kriminalroman interessiert mich im Normalfall ungefähr so sehr wie Weltraumforschungsliteratur oder Bücher über technische Physik. Das entsprechende Regal lass ich im Buchgeschäft regelmäßig geflissentlich links liegen.

Kürzlich kam Frau Petz mit zwei solcher Romane von Rainer Nikowitz, seines Zeichens Kolumnist des Wochenmagazins »profil«. Und hat damit zu meiner Teil-Bekehrung beigetragen. Die Kombination aus verbrecherischem Plot, wahnwitzigen Dialogen, schrägen Potagonisten
Buchcover "Nachtmahl"
und grotesken Situationen macht wahrlich Lesefreude. In seinem zweiten Krimi »Nachtmahl« urlaubt Hauptperson Suchanek mehr oder weniger freiwillig in Feuchtkirchen und gerät in eine völlig absurde Folge von fürchterlichen und äußerst eigenartigen Verbrechen.

Als Held von Wulzendorf, in dessen Rolle er im ersten Nikowitz-Buch offenbar ebenfalls die eine oder andere Leichen-Geschichte aufklären konnte, trägt er maßgeblich dazu bei, dass auch Feuchtkirchen seinen Mörder stellt. Und das trotz Lieblingshobby Dauerkiffen. Oder vielleicht gerade deshalb. Freundin Susi kommt ihm zwischendurch abhanden, dafür taucht Freund Grasl auf, der zum Kriminalassistenten mutiert und mit Suchanek ein kongeniales Duo bildet.

Mehr sei nicht verraten, sonst macht das Lesen ja keinen Spaß mehr. Ich hab jedenfalls selten so viel gelacht. Und das trotz einiger wirklich grauslicher Gegebenheiten.

Ruth

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