Ein letzte Traube vor einem herbstlichen Weingarten

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Wachau 2013 Sonntag 2013-10-27

Kein einfacher Jahrgang, aber ein spektakulärer. Darüber sind sich Winzerinnen wie Winzer in allen Weinbauregionen des Landes einig, wenn's um 2013 geht. Wiewohl die Herausforderungen des Jahres natürlich überall anders ausschauen. Rudi Pichler lieferte uns ganz aktuell den Status aus »seiner« Region.

Weinflasche und Gläser

Bevor wir dazu kommen, sei ein kleiner Exkurs erlaubt. Der Winzer, der zu unseren absoluten Lieblingen in der Wachau gehört, der großartige Weine keltert, wurde im aktuelle Gault&Millau über den Klee gelobt. Exkurs Gault&Millau-Führer 2014, das muss jetzt einfach sein:

 

»Rudi Pichler hat heuer eine der besten Serien der Wachau hingelegt. Das enorm stringente Sortiment mit Spielraum für Individualität überzeugt mit hoch mineralischen, je nach Lage mehr oder weniger wuchtigen Weinen. Ganz groß: der Veltliner Hochrain; absolut überraschend aber der Rote Veltliner Smaragd aus einer alten Mauterner Anlage. Ein archaisches Monument.« Exkurs Ende.

Ach ja, noch was: Rudi Pichlers Riesling Kirchweg Smaragd 2012 ist mit 97 Punkten bester Weißwein des Landes im neuen A-la-Carte-Guide. So, jetzt hör ich auf. Hier jedenfalls der Status aus der schönen Wachau:

Die Grünen Veltliner waren beziehungsweise sind heuer durch die Bank eher früh dran, ihre physiologische Reife ist perfekt. Die Mengen sind bedingt durch Verrieselung der Beeren bei der Blüte je nach Lage bis zu einem Drittel geringer. Die Federspiele sind so gut wie überall gelesen, jetzt sind die Smaragde dran. Die Rieslinge hängen zum Großteil noch, je nach Lage werden gerade Federspiele und Smaragde parallel gelesen.

Am Pichler'schen Weingut war gestern Grüner Veltliner vom Kollmütz dran, heute stehen Grüner Veltliner und Riesing Smaragd Achleithen und am Mittwoch  Weißburgunder vom Kollmütz – sofern das Wetter mitspielt - am Programm. Und dann zum Schluss, irgendwann kurz vor dem ersten Schnee, dann der Rote Veltliner.

Und jetzt kommt's: Die Säurewerte sind trotz des heißen Jahres durch die Bank traumhaft. Soll heißen, man darf sich auf elegante, fein ziselierte Weine mit Struktur und Persönlichkeit freuen. Rudi Pichler ist ehrlich: »So wirklich kann ich mir das nicht erklären. Es dürften die sehr extremen und wechselhafte Verhältnisse übers Jahr gewesen sein: Viel Niederschlag und Kälte im Winter und Frühjahr, ein später Austrieb, dann eine Aufholjagd, dann wieder eine Beruhigungsphase, dann Hitzeperioden und wieder Niederschlag und Kältephasen. Phasen, die einander offenbar perfekt ergänzt haben. Die Natur ist halt unergründlich.« Genau. Mehr müssen wir auch gar nicht wissen.

Ruth
Typisch amerikanisch? Dienstag 2013-10-22
Wer unseren Blog schon länger verfolgt, weiß, dass uns Themen wie dieses am Herzen liegen. Geht es uns doch in dem Luxussegment, in dem wir uns bewegen, um respektvollen, bewussten, verantwortlichen Genuss. Um den Genuss von Lebensmitteln, die uns selbst aber auch allen anderen
Maiskolben und Spritze

Menschen in der Produktionskette gut tun. Das sehen leider viele Player anders. Und leider sind das meist die großen, mächtigen, finanziell extrem gut aufgestellten. Wie Monsanto.

Das Thema ist komplex und wird nicht einfacher durch die Tatsache, dass in Amerika Lobbyismus at its best (oder worst, wie man's nimmt) betrieben wird. Ergo massig viel Geld im Spiel ist.

Der US-Bundesstaat Washington plant ein Gesetz, wonach gentechnisch veränderte Lebensmittel und Samen in Zukunft gekennzeichnet werden sollen. Um es einmal ganz parteiisch zu sagen, wir sind dafür. Monsanto erwartungsgemäß nicht. Angeblich hat der Konzern bis dato 4,2 Millionen Dollar investiert, um Meinung gegen das neue Gesetz zu machen. In die gleiche Kerbe schlagen die »Grocery Manufacturers Association« (Vertretung der Nahrungsmittelindustrie), und die Biochemie-Konzerne Bayer Cropscience, Dow Agrosciences und DuPont Pioneer, denen die Gegenkampagne die geschmeidige Summe von 13 Millionen Dollar wert war. Dafür warnen dann »besorgte« Mütter mit Kleinkindern am Arm und umsichtige Ärzte im Fernsehen vor der geplanten Kennzeichnung.

Die Verordnung mit dem Namen I-522 sieht vor, dass bei verpackten Produkten der entsprechende Gentechnik-Hinweis auf der Vorderseite augedruckt sein muss, bei unverpackten Lebensmitteln soll die Info am Regal angebracht werden. Fleisch und Milchprodukte allerdings, die von Tieren stammen, die mit genetisch verändertem Futter gefüttert wurden, wären ausgenommen, Restaurants müssten keine Infos in der Speisekarte bringen. Jedoch, wenn das stimmt, beinhalten 70 bis 80 % aller in den USA im Supermarkt gekauften Lebensmittel gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe. Nicht gerade wenig. Schon klar, dass da ein paar CEOs sich Sorgen machen. Es kann aber nicht angehen, dass einige wenige Große über Dinge entscheiden um nicht zu sagen Dinge steuern, die ganz viele Menschen betreffen und von deren Auswirkungen einfach noch viel zu wenig bekannt ist. Und die Gentechnik ist beileibe nicht das einzige schwer verdauliche Thema, wenn's um globale Nahrungsmittelherstellung, -exporte, -anbaumethoden, -transporte und vieles mehr geht.

Wir sollten uns nicht den Appetit verderben lassen und dafür sorgen, dass Genuss auch wirklich genießbar bleibt.

Der gesamte umfangreiche Bericht auf format.at

Ruth

Krachers Jahrgangspräsentation Donnerstag 2013-10-17
Wie jedes Jahr im Oktober hatte Gerhard Kracher auch heuer wieder aufs Weingut nach Illmitz geladen, um seinen neuen Jahrgang zu präsentieren. 2013 kommt 2011 auf den Markt, zwei Jahre brauchen die süßen Preziosen, bis sie gezeigt werden. Wie jedes Jahr war die Präsentation ein wunderbares Fest.
Süssweinflaschen von Gerhard Kracher

Es war letztes Wochenende und ein Get together der Freunde und Partner - inzwischen allesamt ebenfalls Freunde - des Hauses. Zu verkosten und trinken gab es nicht nur die eigenen Süßweine, sondern auch viele andere »befreundete« Weine. So gab's natürlich auch den Wein, den Gerhard gemeinsam mit Aldo Sohm macht. Mein absolutes Lieblingsbaby, einen grünen Veltliner aus dem Weinviertel. In kleiner Auflage, spontanvergoren, lange auf der Hefe lagernd, ausgebaut im großen Holzfass und in mehrfach gebrauchten Barriques, unfiltriert. Der aktuelle Jahrgang 2011 ist der dritte der kongenialen Freunde, und ich muss mir wohl ein paar Flaschen reservieren.

Was war neben den Kracher'schen - meine absoluten Favorits der Rosenmuskateller und Chardonnay, beide Nouvelle Vague also mit Holzausbau und beide zum Niederknien - noch ein Lieblingswein des Tages? Die Zweigelt-TBA von Hans Schwarz. Unfassbar gut, getrocknet wie Strohwein, aber ohne Stroh weil aufgehängt, mit super reifen Tanninen und der »trinkigste« Süßwein der Welt überhaupt. Und so schwarz, wie der Name sagt.

Und dann haben noch super Köche gekocht und es wurde champagnerisiert und natürlich philosophiert. Es war ein gutes Fest, das übrigens auch Eröffnungsfeier der Vinothek war, in der die Palette des Fine-Wine-Handels ab sofort zu verkosten und kaufen ist. Danke lieber Gerhard!

www.kracher.net
syl
Wien, Wien, nur du allein Dienstag 2013-10-15

Bei ihm kann man sie alle verkosten: Die Weine arrivierter Weingüter, aufstrebender Newcomer oder schräger Nebenerwerbszwinzer. Allerdings nur dann, wenn sie aus einem einzigen österreichischen Weinbaugebiet stammen. Aus Wien nämlich. Mit 700 Hektar Rebfläche gibt's ja auch genügend Wein zu probieren.

Michael Mainardy, Patron der Vinothek WIENO – Wines of Vienna, ist erklärter Wiener-Wein-Fan und hat aus seiner Passion seinen Beruf gemacht. Seine Weinbar mit Restaurant in der Wiener Innenstadt gleich beim Rathaus existiert seit 2009.

Schild der Wiener Gebietsvinothek
© Rudolf Schmied

So um die 25 Weine können immer glasweise verkostet werden, nämlich jede Wiener Rebsorte zumindest einmal. Wer sich seinen Wein mit nachhause nehmen will, tut dies zu »Ab-Hof-Preisen plus 1 Euro«, cirka 80 Flaschen stehen zur Auswahl. Besser gesagt Weine, Flaschen sind's (hoffentlich) in Summe mehr.

Wenn es stimmt, was die Spatzen vom Dach pfeifen, kommen am 7. November ein paar mehr dazu. Der »Junge Wiener«, Jahrgang 2013, wird ebendann ebendort präsentiert.

www.wien.info

Ruth

Münchner Wohnzimmer - das Broeding Dienstag 2013-10-08
Eigentlich sollte hier ein anderes Bild hin. Das selbstgeschossene vom Mangalizaschwein mit Steinpilzen und Kraut mit der Flasche 2011er Riesling Bruck vom Wachauer Muthentaler. Aber das Broeding ist so schön, dass es das Broeding sein musste. In das man reinkommt und sich wohlfühlt.
Essbereich im Broeding

Wie im Wohnzimmer. Wiewohl dort etwas weniger Esstische herumstehen.

Geben tut es das schöne Münchner Restaurant seit 1988 (wenn ich mich richtig erinnere), und Patron Gottfried Wallisch ist derjenige, der es heute führt und beseelt. Also ungefähr zu der Zeit wurde es von ihm und seiner vom österreichischen Wein enthusiamierten Freundesrunde  »irgendwie« aufgesperrt und »irgendwie« betrieben. Die Weine aus Österreich wurden auf den Weingütern vor Ort eingekauft und selbst nach München gefahren. Eine Flasche aus dem allerersten Einkauf liegt auch noch im Keller, ein 1987er Polz (wenn ich mich richtig erinnere).

Neben dem richtigen Wein war den Freunden immer wichtig, dass man sich wohlfühle bei ihnen, was auch heute noch für Wallisch oberste Maxime ist. Er hat irgendwann, ans Jahr kann ich mich nicht mehr erinnnern, die alleinige Federführung übernommen. Er ist dem Konzept treu geblieben, wobei das »Irgendwie«  natürlich längst absoluter Professionalität gewichen ist.

Wallisch serviert täglich eine Speisenfolge aus bis zu sechs Gängen, nicht mehr und nicht weniger. Täglich frisch und täglich anders. Was den Vorteil hat, dass man nicht viel hinundher überlegen muss. Was umgekehrt den Nachteil hat, dass man auf der Website nicht nachsehen kann, was man gegessen hat, falls man sich nicht mehr erinnern kann. Als großartig im Gedächtnis geblieben sind die eingelegten Radieschen, die Sardine (juchu!) und die Ravioli mit Pulpo. Und mit dem Schwein schließt sich der Kreis. Nix vergessen!

Dem Weinkonzept ist Wallisch ebenfalls treu geblieben. Der Fokus liegt nach wie vor auf Österreich, auch im angeschlossenen Weinhandel. Ein paar Schlenzer über Österreich hinaus macht der Weinliebhaber allerdings inzwischen doch. So finden sich auf der Weinkarte Terroir al Limit (Spanien), Foradori (Italien) und Matassa (Südfrankreich). Und dieser wunderbare Rieslingsekt von Bäder in Rheinhessen, staubtrocken und nach der Méthode rurale hergestellt.

Wann war gleich noch einmal der nächste Workshop in München?

www.broeding.de
syl
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