Eine halbe Wassermelone auf einer türkis durchscheinenden Luftmatratze am Wasser

Bassena - unser Blog

Gemeinwohl-Eis Mittwoch 2013-08-14
Schade, dass der Salon Leonardelli geographisch für uns ein bisserl ungünstig liegt. In Brigittenau nämlich. Sonst würde man uns dort sicherlich öfter antreffen können. Passt er doch wunderbar zu unserer Auffassung von Genuss und unseren Umweltzeichen-Aktivitäten. Besagter Eissalon, der in dritter Generation von der Familie Leonardelli geführt wird, die 1900 aus Trentino nach Wien kam, ist ein ganz besonderer Eissalon. Einer, dem Nachhaltigkeit
Waffeleisbecher mit drei Kugeln Eis 

auf mehreren Ebenen ein Anliegen ist. Sorry, auch wenn man das Wort vielleicht nicht mehr hören (lesen) kann, mir fällt kein passendes Synonym ein.

Jedenfalls hat Franz Leonardelli schon vor einigen Jahren am ÖkoBusinessPlan teilgenommen und das dann immer wieder. War es zu Beginn der klassische Umweltgedanke (Müllkonzept, Energiesparmaßnahmen), damit einhergehend die Senkung der Betriebskosten (ja, solche Maßnahmen können auch Kosten sparen!), stand zuletzt die soziale Ebene im Fokus. Mitarbeiter-Zufriedenheit, faire Bezahlung, Urlaub für Mitarbeiter/innen mit Kindern auch im Sommer (Eissalon!), Hilfe bei der Arbeitsgenehmigung. Das ganze läuft unter dem Titel »Gemeinwohl-Projekt«, bei diesem hier haben neben dem Salon Leonardelli auch eine Apotheke und eine Tanzschule teilgenommen. Der Prozess, um soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und Solidarität in den Alltag zu integrieren, wurde von einem Berater begleitet, die Ergebnisse beurteilt haben die Betriebe untereinander wechselseitig.

Franz Leonardelli ist noch auf dem Weg, aber auf dem goldrichtigen, wie wir finden.

Quelle: Der Standard, 14./15. August 2013, Seite 8
oder online

Ruth

Verflixtes Hageljahr Samstag 2013-08-10
Kaum eine Woche vergeht ohne Meldung über schlimme Hagelschäden. Die europäische Landwirtschaft wird heuer besonders schwer in Mitleidenschaft gezogen. 4.000 Hektar Rebfläche wurden gerade in Bordeaux zerstört, auch im Burgund, im Piemont, am burgenländischen Eisenberg und in der Steiermark sind viele Flächen kaputt. Dieser Tage gab es wieder zwei unheilbringende Unwetter, letzte Nacht war es besonders schlimm. Es kam zwar nach der zerstörerischen Trockenheit endlich etwas ersehnter Regen, mit ihm einher gingen leider taubeneigroße Hagelkörner. Eine Katastrophe!
Vom Hagel zerstörte Weintraube - Foto von Franz Weninger

Laut ORF-Newsite sind in Österreich über 5.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche betroffen, der Schaden liegt wahrscheinlich bei vier Millionen Euro. Besondes schwer in MItleidenschaft gezogen wurde die Südsteiermark, aber auch Ober- und Niederösterreich und das Burgenland und Ungarn haben einiges abgekriegt.

Hier ein Bild des burgenländischen Winzers Franz Reinhard Weninger, das er auf Facebook gepostet hat. Es zeigt eine von Hagelkörnern zerstörte Traube aus seinen Weingärten in Balf in Ungarn. 30 bis 50 % Ausfall hat er dort zu beklagen. Es ist eine Schande!

Quelle: www.orf.at
syl
Böse, böse. Donnerstag 2013-08-08

Der Marienkäfer an sich ist ein beliebtes Tierchen. Bei Kindern sowieso und schon immer willkommen, erlebte er in den letzten Jahren auch bei Winzerinnen und Winzern ein Revival. Vor allem bei denen, die biodynamisch oder biologisch arbeiten. Sie erfreuen sich an seiner Anwesenheit

Marienkäfer auf Blatt sitzend 

im Weingarten, tut er sich doch an ungeliebten Blatt- und Rebläusen gütlich und lässt die Trauben dabei links liegen.

Nun, Marienkäfer ist nicht gleich Marienkäfer. Die unsrigen, einheimischen Sieben-Punkt-Käfer kämpfen seit etwa 2006 mit ihren Verwandten aus China und Japan, den Harlekinkäfern. Die sind mit ihren 21 Punkten leicht erkennbar. Was sie Böses tun? Sie fressen nicht nur sämtliches Lausgetier, sie setzen auch Minisporen als Biowaffen ein, um ihre europäischen Artgenossen zu killen.

Und noch was: Sie lieben Weintrauben, lassen sich auf ihnen nieder und ruinieren in zerquetschtem Zustand (ja, das soll leider vorkommen) aufgrund ihrer bitteren Körperflüssigkeiten Traubensaft und Wein. Alles in allem also eher unlustig. Ganz abgesehen davon, dass sie die wertvollen Trauben in unzerquetschtem (Käfer-)Zustand ja fressen.

Doch muss man fair bleiben: Die Käfer sind natürlich nicht freiwillig ausgewandert, sie wurden vor etwa 20 Jahren nach Frankreich, Belgien und in die Niederlande importiert, um sie dort für die natürliche Schädlingsbekämpfung zu züchten.

Noch sind die Beeinträchtigungen im Wein- und Obstbau in Österreich offenbar gering, hoffen wir, dass das so bleibt, Gegenmittel gibt es nämlich keines.

Gute Nachrichten kommen aus Deutschland. Forscher am Institut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau am Julius-Kühn-Institut sind mit Freilanduntersuchungen während der letzten drei Jahre zum Ergebnis gekommen, dass der heimische Sieben-Punkt-Käfer a) sehr konkurrenzstark sei und b) noch immer die am häufigsten gefundene Marienkäferart ist. So soll es bleiben.

Quelle: Der Standard, 8. August 2013, Seite 22 und online
Die Ergebisse vom Julius-Kühn-Institut

Ruth

 
Man hält's schon aus. Dienstag 2013-08-06

Die griechische Küche hat nicht unbedingt den besten Ruf. Eh nett für zwei Wochen Urlaub, aber dann wird's fad. Was nicht unbedingt falsch ist. ABER: Für eben diese zwei Wochen kann sie was. Und zwar zu Lande wie auch am Wasser. Zumindest gilt das für die Region Pilion, an der Ostküste des Landes. Wir waren südlich von Volos, sozusagen gegenüber von Skiathos.

Esstisch mit verschiedenen Gerichten und der Familie rundum 

Bild 1 (oben!): Ein Essen im Landesinneren. Wir durften, wie es Tradition ist, in alle Töpfe schauen und haben nach optischen Gesichtspunkten gewählt. War auch notwendig, verbals wär's etwas schwierig gewesen. Unser aller Highlight: die gefüllten Zucchini-Blüten. Warum der junge Mann rechts im Bild sich die Nase zuhält, man weiß es nicht.

Bild vom Mittagessen in Griechenland

Bild 2 (wiederum oberhalb): Sonntagsmittagessen in der Strandtaverne. Mehr muss eigentlich nicht gesagt werden. Der Wein war leider untrinkbar, Gott sei Dank gibt's allerorten Fix und Mythos. Und ein kaltes Bier kann wahrlich auch was.

Bild 3: Traraa, der Mahi-Mahi! Auch als Goldmakrele bekannt. Der sechs Kilo schwere Fisch wurde uns quasi vor die Füße gelegt. Ein Ausflug mit dem Boot nach Skiathos-Stadt, die Kinder wollen alle lieber am Strand bleiben, ein Gin Tonic am Hafen bietet sich geradezu an. Und wie es das Schicksal so will, legt ein Fischer

Ganzer Mahi Mahi in einer Box

an und preist seine Ware. Keine fünf Meter Luftlinie von den Eiswürfeln im Glas entfernt. Oft hast a Glück. Das Foto dokumentiert die letzten Minuten unserer Mahlzeit im Ganzen. Die Wangen haben wir noch am selben Abend roh und mariniert in Zitronensaft, Zwiebel und Chili quasi als Sashimi gegessen, den »Rest« am nächsten Tag mit Zwiebel, Knoblauch, frischen Kräutern, Chili (auch die Kinder!) und Olivenöl der hauseigenen Olivenbäume im Rohr geschmort. Ich hätt's auch noch eine dritte Woche ausgehalten. Ehrlich.

Ruth
 

Fleckige Marillen, übergroßer Karfiol und verbogene Gurken: willkommen! Montag 2013-08-05
Man weiß es ja, aber schwarz auf weiß scheint es dann doch immer noch ein Eck absurder: Obst und Gemüse, die den Handelsnormen der Supermärkte optisch nicht entsprechen, werden, wenn sie nicht in der Gastronomie Abnahme finden, zu Tierfutter oder Bio-Gas. Das ist ganz schön krank!
Marillen mit Hagelflecken auf einem Brett und in einer Schüssel

Nach und nach kommt unsere Gesellschaft aber ein wenig zur Besinnung, Konsument und Konsumentin kaufen auch einmal einen Apfel mit Delle. Was sich Gott sei Dank jetzt sogar in den großen Supermarktketten niederschlägt. So wie der Rewe-Konzert neuerdings manchen Gockel am Leben lässt, startet die Schweizer Coop-Gruppe ein Projekt für die hässlichen Entlein unter dem Obst und Gemüse. »Ünique« heißt es und soll die nicht so perfekten Früchte in die Märkte bringen.

Start ist mit verhagelten und deshalb fleckigen Marillen, weitergehen soll es Ende August mit übergroßen, besonders kleinen und unförmigen Gemüsesorten. Das ganze zu einem günstigeren Preis als die perfekten Sorten. Sehr lobenswert und hoffentlich macht das Projekt Schule, damit es nicht ganz so unique bleibt.

www.coop.ch - Presseinfo
Foto: Coop
syl

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