dunkelrote und gelbe Weinblätter an herbstlichen Rebstöcken

Bassena - unser Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Kleiner Schnitt mit großer Wirkung Sonntag 2013-11-03

Manchmal liest man Zeitung und denkt bei jedem 2. Artikel: »Das wäre was für die Bassena«. So auch heute. Da aber Zeit und Lust eingeschränkt sind, gibt es für Sie nur dieses eine Weinthema, kurz zusammengefasst aus der Sonntagspresse. Den Rest können Sie ja selber lesen.

Noch grüne Weintrauben am Rebstock - im Frühling

Es geht um ein Forschungsprojekt an der Wiener Universität für Bodenkultur, durchgeführt von Dissertanten Michael Griezler zum Thema »Trauben ausdünnen«, einer speziellen Arbeit im Weingarten. Hierbei werden die kleinen Trauben nach der Blüte oder die schon größeren aber noch nicht reifen Trauben von den Rebstöcken geschnitten. Ziel ist es, die Qualität der am Stock verbleibenden Trauben zu erhöhen (die Inhaltsstoffe aus dem Rebstock werden so auf weniger Trauben aufgeteilt) und/oder die Weinmenge zu reduzieren.

Manche Winzer schneiden auch von den Trauben das untere Stück weg. Diese »Traubenteilung« hat den zusätzlichen Effekt, dass die Beeren lockerer sitzen, besser durchlüftet werden und dadurch eine geringere Gefahr durch Fäulnis und Pilzbefall besteht.

Griezler testete drei Methoden an zwei aufeinanderfolgenden Jahren an Zweigeltstöcken im Neusiedlersee-Hügelland: Traubenteilung und Ausdünnung zwei Wochen nach der Blüte und Einzeltrauben-Ausdünnung, bei der nur eine Traube pro Trieb am Stock verbleibt. Er verglich diese mit Trauben von nicht ausgedünnten Stöcken mit jeweils zwei Trauben pro Trieb. Die Jahrgänge boten zusätzlichen Variantenreichtum, 2010 war feucht und kühl, 2011 warm und trocken.

Der Doktorand maß wöchentlich eine ganze Reihe an Parametern wie Fotosynthese-Leistung, Wasserhaushalt, Traubengröße und -gewicht, Inhaltsstoffe in Beeren und Blättern. Es stellte sich heraus, dass Ausdünnung generell den Rebstock schont, die Blätter enthalten durch ihn mehr Wasser, was speziell in trockenen Jahren immens wichtig ist. Offenbar kann dieser Effekt über die Jahre noch gesteigert werden, denn so Michael Grieszler: »Man stelle sich das über Jahrzehnte vor, wenn es in zwei Jahren schon so augenscheinlich ist.« So augenscheinlich nämlich, dass der Unterschied mit freiem Auge erkennbar ist.

Winzer, die ausdünnen, wussten es ja schon lange. Nun liegt auch der wissenschaftliche Beweis für die positive Auswirkung ihrer Mehrarbeit im Weingarten vor: Bei Traubenausdünnung wachsen dickere Beeren (speziell bei der Einzeltrauben-Ausdünnung), ihre Qualität ist höher und der Jahresertrag ist trotz unterschiedlichen Wetters stabiler als bei nicht ausgedünnten Trauben.

Allerdings gibt es auch eine nicht ganz so positive Nebenwirkung, der Stickstoffgehalt ist im Ausdünnungsfall in den Traubenhäuten und -kernen erhöht. Und der macht die Trauben anfälliger für Pilzbefall und andere Krankheiten. Grieszler empfiehlt also, Jahr für Jahr genau abzuwägen, wofür man sich entscheidet. Was den Ratschlag für späteres Ausdünnen impliziert, da niemand das Wetter über Monate voraussagen kann, auch nicht die hundertjährigen Bauern.

Quelle: Die Presse am Sonntag, S. 24
Diss.Abstracts mit Link zum Volltext
syl

Wachau 2013 Sonntag 2013-10-27

Kein einfacher Jahrgang, aber ein spektakulärer. Darüber sind sich Winzerinnen wie Winzer in allen Weinbauregionen des Landes einig, wenn's um 2013 geht. Wiewohl die Herausforderungen des Jahres natürlich überall anders ausschauen. Rudi Pichler lieferte uns ganz aktuell den Status aus »seiner« Region.

Weinflasche und Gläser

Bevor wir dazu kommen, sei ein kleiner Exkurs erlaubt. Der Winzer, der zu unseren absoluten Lieblingen in der Wachau gehört, der großartige Weine keltert, wurde im aktuelle Gault&Millau über den Klee gelobt. Exkurs Gault&Millau-Führer 2014, das muss jetzt einfach sein:

 

»Rudi Pichler hat heuer eine der besten Serien der Wachau hingelegt. Das enorm stringente Sortiment mit Spielraum für Individualität überzeugt mit hoch mineralischen, je nach Lage mehr oder weniger wuchtigen Weinen. Ganz groß: der Veltliner Hochrain; absolut überraschend aber der Rote Veltliner Smaragd aus einer alten Mauterner Anlage. Ein archaisches Monument.« Exkurs Ende.

Ach ja, noch was: Rudi Pichlers Riesling Kirchweg Smaragd 2012 ist mit 97 Punkten bester Weißwein des Landes im neuen A-la-Carte-Guide. So, jetzt hör ich auf. Hier jedenfalls der Status aus der schönen Wachau:

Die Grünen Veltliner waren beziehungsweise sind heuer durch die Bank eher früh dran, ihre physiologische Reife ist perfekt. Die Mengen sind bedingt durch Verrieselung der Beeren bei der Blüte je nach Lage bis zu einem Drittel geringer. Die Federspiele sind so gut wie überall gelesen, jetzt sind die Smaragde dran. Die Rieslinge hängen zum Großteil noch, je nach Lage werden gerade Federspiele und Smaragde parallel gelesen.

Am Pichler'schen Weingut war gestern Grüner Veltliner vom Kollmütz dran, heute stehen Grüner Veltliner und Riesing Smaragd Achleithen und am Mittwoch  Weißburgunder vom Kollmütz – sofern das Wetter mitspielt - am Programm. Und dann zum Schluss, irgendwann kurz vor dem ersten Schnee, dann der Rote Veltliner.

Und jetzt kommt's: Die Säurewerte sind trotz des heißen Jahres durch die Bank traumhaft. Soll heißen, man darf sich auf elegante, fein ziselierte Weine mit Struktur und Persönlichkeit freuen. Rudi Pichler ist ehrlich: »So wirklich kann ich mir das nicht erklären. Es dürften die sehr extremen und wechselhafte Verhältnisse übers Jahr gewesen sein: Viel Niederschlag und Kälte im Winter und Frühjahr, ein später Austrieb, dann eine Aufholjagd, dann wieder eine Beruhigungsphase, dann Hitzeperioden und wieder Niederschlag und Kältephasen. Phasen, die einander offenbar perfekt ergänzt haben. Die Natur ist halt unergründlich.« Genau. Mehr müssen wir auch gar nicht wissen.

Ruth
Guter Wein Dienstag 2013-10-08
Der Wirkstoff mit all seinen positiven Auswirkungen auf den menschlichen Körper geistert immer wieder durch die Medien. Er scheint Herz- und Gefäßkrankheiten vorzubeugen, das Gehirn fit zu halten, ganz generell die Lebenserwartung zu steigern und sogar prophylaktisch gegen Krebserkrankungen zu wirken. Und, das freut ganz besonders, es sind keine bitteren Tees oder Säfte, die
Querschnitt einer Weinbeere

getrunken werden müssen, um von ihm zu profitieren, sondern wohlschmeckender Wein. Allerdings mindestens 200 Gläser, um ein Gramm davon aufzunehmen. Die Rede ist von Resveratrol. 

Resveratrol gehört zu den natürlichen Phenolen und kommt zum Beispiel in den Traubenschalen vor, vor allem jener roter Rebsorten und schützt das Pflanzengewebe vor Pilzen und Bakterien. Wie und wie stark die Effekte für den menschlichen Körper sind, daran wird noch fleißig geforscht. Vor allem die richtige Dosis, die Umwandlung im Körper und wie lange der Wirkstoff dort dann wirken kann, sind ein Thema.

Auf einer heißen Spur sind Karen Brown von der University of Leicester und ihr Team. Ihre Untersuchungen zeigen, dass der pflanzliche Kampfstoff die Vermehrung von krankhaften Zellen hemmt und das Wachstum von Tumoren somit stoppen könnte. Vor allem für Darmkrebs dürfte das wirkungsvoll funktionieren.

Hoffentlich wird noch viel geforscht und hoffentlich kommen noch viele gute Dinge dabei raus.

Quelle: Der Standard, 7. Oktober 2013

Ruth

Wald, Bier, Apotheke und Design Mittwoch 2013-10-02

Letzten Donnerstag luden wir zur Präsentation des Waldbiers 2013. Der dritten Edition des Jahrgangsbiers in Zusammenarbeit der Österreichischen Bundesforste mit Braumeister Axel Kiesbye. In exklusivem Rahmen in der Saint Charles Apotheke haben 30 Gäste mit uns verkostet.

Das Waldbier 2013 in Flasche und in Verpackung

Nach Tannen-Maitrieben und Zirbenzapfen hat Axel Kiesbye dieses Mal Jungtriebe und Zapfen der Lärche verarbeitet.

Es war eine wichtige Veranstaltung für uns, war es doch unsere letzte Hürde vor dem Erlangen des Österreichischen Umweltzeichens. Da war von Reinigungsmitteln über die Spülmenge in den Sanitäranlagen bis hin zu den Leuchtmitteln viel zu bedenken. Besonders das Catering stellte einen wichtigen Part für nicht nur die Zertifizierung, sondern auch die Stimmigkeit des Events dar: Abgestimmt auf das Bier kreierte Nora, die vor Kurzem das Mamsell gleich bei uns ums Eck von uns eröffnete, ein großartiges Menü mit u.A. geflämmter Reinanke, Ziegenfrischkäse-Ravioli, Rehkeule und -Rücken. Die Zutaten: bio, regional, aus den Wäldern und Wässern der Bundesforste oder selbstgepflückt.

Man mag es kaum glauben, aber ein paar Exemplare des Waldbiers sind an diesem Abend tatsächlich übrig geblieben. Diese gibt es diesen Freitag für jeden zu verkosten: und zwar im Rahmen der Vienna Design Week. Die Saint Charles Apotheke zeigt noch bis Ende der Woche die Kollektion »Admit One Gentleman« von Dante - Goods and Bads in ihren Räumlichkeiten und lädt als Abschluss am Freitag, dem 4. Oktober, ab 18 Uhr zum Cocktail - inklusive Waldbier.

Käuflich zu erwerben gibt es das obergärige Ale übrigens direkt bei Axel Kiesbye, über die Trumer Brauerei oder in den Wein & Co Bars.

  anna

Der helle Wahnsinn Dienstag 2013-09-24

Schon wieder ein Blogbeitrag, den ich zu spät schreibe. Der Standard-Artikel, der mich zu diesen Zeilen motiviert, erschien am Wochenende. Aber das Thema ist leider eh kein tagesaktuelles, das passt auch am Dienstag danach noch. Lebensmittel, die zwar noch in Ordnung sind,

tonnenweise vernichtet werden. Von Produzenten, vom Handel und von privaten Haushalten. Wenn ich so was höre, setzt bei mir sofort ein »kindlicher Reflex« ein. Wenn es auf der einen Seite so viele Menschen gibt, die zu wenig zu essen haben und auf der anderen Seite so viel weggeworfen wird, warum kann sich das in Summe dann nicht ausgehen?

Eh klar, dazwischen liegen zig von wem auch immer abgesegnete Vorschriften und Prozesse, logistische Hürden und praktische Hindernisse. Trotzdem frag ich mich manchmal, wohin der Wahnsinn noch führen soll. Ein Bauer, der ein paar Tonnen Erdäpfel dem Erdboden gleichmachen muss, weil sie nicht »der Norm« entsprechen (Wer bestimmt die Norm?). Supermärkte, die Cola und Eistee wegschmeißen, weil abgelaufen. Kann so was überhaupt schlecht werden? (Abgesehen, davon, dass das Zeug eh keiner trinken sollte).

Und dann kommt dazu, was die privaten Haushalte so in den Müll befördern. Und da muss ich mich selbst auch schwer rügen. Immer wieder passiert's, dass Dinge im Kühlschrank vergammeln, in der Speis ganz hinten sich selbst überlassen vor sich hin ablaufen oder in den Tiefen der Tiefkühltruhe vergessen werden. Und das alles eigentlich nur deshalb, weil wir im Überfluss leben. Hätt ich nicht so viel Zeug zuhause, könnt ich nicht so viel übersehen. Mist. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Im Standard ging's übrigens, Roman David-Freihsl sei Dank, um eine Initiative im Rahmen des Kulturprojekts »Wienwoche«. Waste-Diver fischten weggeworfene aber komplett brauchbare Lebensmittel aus den Mülltonnen und eröffneten damit den »wastecooking's free supermarket«. Gekocht wurde bei einer Wastecooking-Session auch.

Quelle: Der Standard

PS: Die UNO schätzt, dass mindestens ein Drittel aller Lebensmittel weltweit vernichtet wird, bevor sie auch nur in die Nähe von Konsumenten gelangen. Der helle Wahnsinn.

Ruth

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ruth havel & sylvia petz
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Brustkrebs-Schleife HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!

 

Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

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Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!