
Bassena - our weblog
Sorry, in German only
| WIEN |
Friday 2010-09-10 |
Schön und gut, ich hätte es auch so kapiert. Wien empfängt den viel zu kurz Abwesenden mit dem Verlust des Sonnenlichts zur Mittagszeit und einer schmierigen Schicht aus Regen und schlechter Luft. Die einzige Möglichkeit, die Todesnähe dieser Stadt zu ertragen: | | sofort an den Naschmarkt zum Urbanek, der
jetzt aussieht wie eine klein dimensionierte Außenstelle eines Grand
Hotels in Positano oder Capri. (Schauen Sie beim Eintreten auf den
Boden. Sie verstehen.) Weder in Italien und auch nicht in Frankreich habe ich die
Gelegenheit, mich mit Qualität so kompromisslos zu versorgen wie bei den
Urbaneks.
Der beste Beinschinken (die erste Qualität des Schinkenmachers, der auch andere beliefert), der Braten vom Fuchs aus Kitzbühel,
der auf einer Reise nach Wien irgendwie besser und kompletter wird (das
Thema Preis, nein, ich will mich damit jetzt nicht langweilen), die besten Käse. Auch die besten Knackwürschte. Vielleicht nehme ich dazu, vor dem Einkauf oder währenddessen, ein Glas vom Hirtzberger Smaragd, der freundlicherweise auch vor Ort angeboten
wird für Kunden, die mit dem Durst nicht bis zu Hause warten können.
Manche machen von dieser menschenfreundlichen Geste der Familie Urbanken
über Gebühr Gebrauch. Was soll ich sagen? Als ich zum geparkten Wagen
zurückkehre, finde ich den Strafzettel vor. Geparkt in einer so
genannten Kurzparkzone. Die Abcashmentalität der Stadt Wien sollte ich
mir zum Vorbild nehmen. Ich wäre reich und könnte beim Urbanek endlich
meine Schulden bezahlen und ein paar Runden schmeißen ... Herr Rabl Mehr von Herrn Rabl auf fooodie.net
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| JETZT KOCHT ER WIEDER, GOTT SEI DANK |
Friday 2010-09-10 |
In Wien möchte ich nicht kochen. Zuwenig Geld, noch weniger Verständnis. Schnitzel ja, Spaghetti gut, Billigsushi super. Den wenigen Köchen, die den wenigen Essern, die sich mit dem aufgezählten nicht abfinden möchten, trotzdem etwas hinstellen, müssen wir danken und sie ehren. Einer der Unentwegten ist Alex Mayer. Er erholte sich von den Schockwirkungen seiner letzten Beschäftigungsorte (sie erweisen sich auch im Nachhinein nicht als Hort der Beständigkeit bei Personal und Leistung) und fand sich jetzt mit seinen alten und lieben Mitstreitern zusammen, das sind Stefan und Martin.
| | Letzterer ist Patron und Namensgeber (und selbst ein sehr guter Koch)
eines neuen Platzes in der Gumpendorferstraße, das schon beim ersten
Blick zur Freude gereicht. Gregor Eichinger,
ein Meister, hat ein bißchen was mit dem Licht und den Farben gemacht
und einer weniger frequentierte Bar mit Tischen zu einem charmant
modernen Auftritt verholfen. (Also charmant: nicht zu elitär, das mögen
die Wiener nämlich nicht, und modern: so, dass es auch die anderen
mögen.) Alexander Mayer ist einer der besten Köche,
das finde nicht nur ich. Und was kocht er jetzt in Gumpendorf? Die Idee
mit zwei stringent durchzuservierenden und zu essenden Abendmenüs nach
Vorbild der guten und jungen Restaurants in anderen europäischen Städten
(auch in Wien gibt es das mittlerweile) überdenkt er gerade. Mittags jedenfalls wird es Butterschnitzel und dergleichen geben, ein leistbares Mittagessen eben. Abends zeigt Herr Mayer dann, was er kann.
Immerhin gehört er zu den wenigen Chefs, bei denen die Gäste gleich
nach dem Klassikern fragen, wenn sie ein neues Lokal bekochen. Auf dem
Niveau spielten und spielen in Wien nur Gerer, Gradwohl oder Domschitz.
Ich setzte mich gerade eben an die Bar und stärkte mich mit Krebsen und Königsberger Klöpsen und einer Kürbisvelouté, die mit Krebsensuppe
übergossen ward und in der ebenfalls ein kleines Krebschen sein
ausgelöstets Schwänzchen bardete. Dann reichte mir Herr Alexander mit
den Worten "Was Fettes!" eine neue Kreation: Schweinebauch in Kakaobutter karamelisiert, mit einem köstlichen Reis, den er irgendwo in Asien aufgetrieben hat, plus Currysauce plus Erbsen. Der Laden brummt schon ziemlich mächtig, Wein und Champagner sind
eisgekühlt. Die Wiener Esser (und auch die Trinker) dürfen hoffen.
Morgen soll es Paprikahendl geben nach einer Mayerschen Version. Der
Paprikafond köchelte heute schon am Herd. Ich werde mir die Zeit nehmen,
da zu sein. Herr Rabl Mehr von Herrn Rabl auf fooodie.net |
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| ES MUSS NICHT IMMER DIAMANT SEIN |
Tuesday 2010-09-07 |
Diamonds are a girl's best friends. Das hat anno 1953 bereits Marilyn Monroe in „Gentlemen prefer Blondes" gewusst. (Das Original stammt übrigens aus dem gleichnamigen Broadway-Musical von 1949. Nur so am Rande.) Egal. So gesehen bin ich also ein girl. Allerdings eines, das sich die funkelnden Dinger weder selber leisten kann, noch einen edler Spender mit entsprechendem Kontostand an der Hand hat. Doch es gibt Alternativen. Eine erkleckliche Auswahl davon springt mich quasi täglich an.
| | Der Weg vom Büro auf die Mariahilferstraße führt durch den Raimundhof. Neben einigen anderen Gefahren, zum Beispiel der Gräfin, lauert im letzten Abschnitt, links im Eck, das Jasmins Jewelry. Mit Ausnahme von Diamanten gibt's dort Schmuck in allen Varianten. Von Silber bis Gold, von Leder bis Filz, von dezent bis auffällig schrill. Edle Steine in allen Formen und Größen, und alles leistbar! Schlaraffenland des Schmucks. Und weil ich ganz und gar keine Egoistin bin, pilgere ich immer ins obere linke Eck des Raimundhofs, wenn es gilt, einer Freundin eine Freude zu machen. Und wenn's nicht gefällt, behalt ich mir's selbst. Das virtuelle Geschäft
Ruth
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| Falstaff-Winzer-des-Jahres Rudi Pichler hat gefeiert |
Saturday 2010-09-04 |
Es heißt, dass das Fest bis sechs Uhr morgens gedauert haben soll. Wir wissen's nur vom Hörensagen. Das vom süßen Ende. Zuvor: arschkalt den ganzen Tag, zwischendurch Regenschauer und Bangen. Schluss- endlich wurde es aber wärmer, das Wetter hat gehalten! Und so waren auch alle Freunde des Hauses gekommen.
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Und das sind nicht zu wenige! Freund Günter Stummvoll fand nach Chef- redakteur Peter Moser die richtigen Worte, Freund und Schauspieler Rainer Basedow zitierte aus dem Falstaff und Freund Paul Breitner bestand darauf, schon vor den anderen Gästen vom Kollmütz zu trinken, von dem ihm Rudi Pichler vor Jahren einen symbolischen Quadrat- meter abgetreten hatte.
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Freund Christian Petz briet Saibling, Freund Hans Denk schleppte sich trotz starker Verkühlung heran und
hielt aus und auch sonst waren es die Freunde des Winzern, denen es zu verdanken ist, dass das Fest zu einem perfekten wurde. Torten wurden herbeigeschafftt, Weine mitgebracht und Geschenke, unter deren Last sich die bereitgestellten Tische bogen.
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Der Nachbar hatte seinen Garten zur Verfügung gestellt, Nachbarschafts- hilfe vom feinsten. Heizschwammerl an allen Ecken und Enden machten den Platz unter alten Obstbäumen geradezu lauschig. Eine Feldküche spuckte Saumaisen, Kaiserschmarrn und Gulaschsuppe aus, Höllerschmid brachte Schinken und seine Berkel und aus dem Xocolat kam das zart- bittere Finish.
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Dass der Wein nie ausging, versteht sich. Rudi Pichler und Rudi Pichler sen. zurück bis 1990 und Weine aus Großflaschen vieler Winzerfreunde wie Gesellmann, Salomon, Prager, Alzinger und Wieninger. Ab und zu soll auch ein Glas Roederer aufge- blitzt sein. Später bot der mit 400 Fackeln beleuchtete Kollmütz einen besonderen Anblick .
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Ja, und auch die Musik konnte sich hören lassen! Jazzgitarrist Christian Havel war mit drei Bandmitgliedern angereist und sorgte dafür, dass sich viel zu viele Gäste auf der schönen Terrasse scharrten. Erst als die Instrumente zu feucht wurden und die Finger zu klamm, ließen sie das das wunderbare Spiel sein.
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Wir freuen uns auf jeden Fall, dass wir Rudi und Martina ein wenig unterstützen konnten, sind dankbar, dass wir zu ihren Freunden zählen! Und an dieser Stelle nochmals unsere herzlichste Gratulation zum Winzer des Jahres 2010!
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Fotocredits: Monika Löff, Bernhard Degen/falstaff.at, privat
www.rudipichler.at
syl
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| WARUM NUR? Teil 2 – Taverne Bacchus |
Saturday 2010-09-04 |
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Nicht Samos. Korfu. Man muss ja nicht auch noch den Urlaub mit- einander verbringen. Aber auch ich frage mich,
warum Kulinarik und Wein in Griechenland so darnieder liegen. Das war schon immer so und hat nichts mit der
aktuellen Lage zu tun. Oder doch? Teil eines allum- fassenden hellenischen Desinter- esses? Warum nur? |
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Da man sich nicht acht Tage lang ausschließlich von Tomaten, Gurken, Feta, Tsatsiki und Wasser ernähren kann und meine Töchter schon vom entzückenden Fleisch zu fallen drohten, wurde der Reiseführer zu Rate gezogen. Und siehe da, in unserem kleinen Ort Messongi und am äußersten Strandrand fand sich die Taverne Bacchus.
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 | Dort bei Tisch sitzend konnte man seine Beine beinahe im Wasser kühlen. Gerade drei Meter bis dahin. Die Taverne selbst bezaubernd, mit Tischtüchern und Servietten aus Stoff und nicht billigem bedrucktem Papier. Echten Weingläsern und Besteck, das nicht aus der Gefängnis- produktion zu stammen schien. Und alles war gut!
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 | Miesmuscheln im Weißweinsud, Branzino am Punkt und sowas von frisch, Mussaka fest und fast ohne Öl, frische gefüllte Weinblätter, selbstgemachte Desserts. Der offene Weißwein genau richtig, zart und trinkig. Der Rote schien dann doch zu gewagt, der Griechische Kaffee ein wunderbarer Abschluss.
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| Eine ausnehmend hübsche und freundliche Familie schupft die Taverne und hat uns Abend für Abend den Urlaub gerettet. Efcharisto!
| www.bacchus.gr Messongi/Moraitika syl
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HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!
Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!
DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.
> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.
Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?
> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.
> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.
> Purple Wine
Purple Wine und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.
Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.
> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!
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