Bassena - unser Blog

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Auch nicht recht viel weiter weg Donnerstag 2012-04-19
Wein aus dem Karst. Das Mitbringsel einer lieben Freundin, das schon lange im Kühlschrank geruht hatte, um auf den richtigen Moment zu warten. Abgesehen davon, dass der theoretisch immer ist, war er praktisch betrachtet nun endlich gekommen. Meist ist ein Schluck Wein am Nachmittag der bessere Kaffee. Der bessere Ristretto ist Malvazia von Škerk (sprich »Schkerk«) aus dem Triester Karst, gewachsen auf Roterde, Kalk und Eisen. Malvazia ist die weiße Hauptrebsorte der Region. In der skerk'schen Form schmeckt sie erdig, nach Kräutern, salzig und sehr komplex und vielschichtig.
Eine Flasche Malvazia von Skerk

Die Kollegin vergleicht die Weine ja gerne mit Männern: erdig eben, aber gleichzeitig ein Intellektueller und fein soll er sein mit einem gewissen Sexappeal.

Die Freundin kennt den Winzer. Ähnlich wie die Kollegin hat sie Sandi Škerk auch beschrieben. Sehr ansprechend, still, zurückhaltend, fein und intellektuell. Innerlich. Äußerlich sehr ansprechend, vielschichtig, ...

Der Karst ist ja nicht weit weg. Fast ums Eck, nur wenige Stunden Fahrt sind es, das vergisst man allzu leicht. Wir sind also demnächst dort. Ausschließlich wegen des Weines selbstverständlich!

www.skerk.com
syl

Das Gute liegt so nah Dienstag 2012-04-10

Das Timing hätte perfekter nicht sein können. Die Fischlieferung aus dem Salzkammergut kam wie gerufen. Musste ich mich letzte Woche über so manche Fischerei-Praktiken der EU echauffieren, schwelge ich heute. Denn das Gute liegt so nah.

Markus Moser, Bio-Fischzüchter im Salzkammergut und glücklicherweise Familienmitglied, hat wieder einmal Saiblinge geräuchtert (im Tiefschnee!) und ein paar davon bei uns vorbei gebracht. Zartere und frischere ess ich sonst nie.

Drei ganze Saiblinge
Ziemlich genau in der Mitte zwischen Traunsee und Attersee tummeln sich des Fischers Fische in von der Aurach ständig mit Frischwasser versorgten Teichen. Wer will, kommt am Wochenende selbst angeln. Wer Glück hat, kommt, wenn der Fischer selbst da ist und das Fischgrillfeuer hütet.
Ein Teller Spaghetti mit Saibling

Ob gegrillt, geräuchert (ganz dezent und wunderbar elegant), in der Pfanne mit Salz und ein bisschen Semmelbrösel (-bröseln?) gebraten oder im Rohr, die Fische sind ganz großes Kino. Man kann aber auch ganz was anderes aus ihnen machen.

Höchstwahrscheinlich inspiriert von meiner aktuellen Lektüre (Anthony Bourdain: Ein Küchenchef reist um die Welt, auch ganz großes Kino) warf ich heute ganz nonchalant den Herd an, schwitzte frischen Knoblauch und kleine Bio-Tomaten in Olivenöl an, fügte gestückelten Räuchersaibling dazu, nach cirka 30 Sekunden dann Spaghetti al dente. Ein Spritzer Olivenöl, ein paar Spritzer Zitronensaft, frischer Pfeffer, ein paar Blätter Basilikum. Stupendo.

Es gibt also genau keine Ausrede, wenn's darum geht, beim Fisch zum richtigen zu greifen. Wir haben in Österreich mittlerweile Gott sei Dank genügend Alternativen.

www.salmos.at

Ruth

Globalisierung at its worst Donnerstag 2012-04-05
14 Kilo Fisch essen Frau und Herr Österreicher im Durchschnitt pro Jahr. Wo er herkommt, ist den meisten egal. Unterstelle ich. Das unterstelle ich auch den meisten anderen Europäern, die gerne Fisch essen. Wie sonst ist es zu erklären, dass bereits ein Viertel des Fischfangs für den europäischen Markt außerhalb der EU stattfindet? Und dass der ganze Fisch offenbar verkauft wird?

Grafik des Fisch Ratgebers von Greenpeace

www.greenpeace.at/fisch-ratgeber

Die europäischen Gewässer sind zum Teil leergefischt, das ist nichts Neues. Schlimm ist jedoch, dass europäische »Supertrawler«, die bis zu 250 Tonnen Fisch pro Tag (!!!) fangen, zum Beispiel in Westafrika oder dem Südpazifik unterwegs sind. Ein Vergleich: 56 mauretanische Fischerboote holen ebendiese Menge in einem Jahr aus dem Meer. Dass so den dort lebenden Einheimischen ihre Lebensgrundlage entzogen wird, braucht glaub ich nicht näher erklärt werden. Für manche ist die Flucht nach Europa dann der einzige Ausweg.

Darüber hinaus schreien die Fangmethoden – noch immer – zum Himmel. Tiere, die nicht benötigt werden, wie Schildkröten, Delfine oder Haie, werden einfach wieder über Bord geworfen. Meist mehr tot als lebendig. Völlig grotesk: Sind die Tiefkühltruhen schon gefüllt, im nächsten Fang aber größere oder bessere Fische dabei sind, wird die tiefgekühlte Ware wieder ins Meer gekippt.

Europäische Konzerne wurden zwischen 2006 und 2012 von der EU mit über 142 Millionen Euro unterstützt, um sich Fischereirechte in Westafrika zu sichern. Und um weiterhin derart ausbeuterisch Fischfang zu praktizieren.

Der Hoffnungsschimmer: Bis Jahresende soll eine Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) stehen. Hoffen wir, dass die Damen und Herren, die dort mitdiskutieren, vorausschauend agieren. Sonst gibt's irgendwann gar keinen Fisch mehr. Weder in der EU noch sonst wo.

Übrigens: Greenpeace hat ganz aktuell einen Fischratgeber veröffentlicht. Bei Schell- und Tunfisch, Lachs und Schrimps sollte man genau auf den Fangort schauen. Ein No-go sind Schwertfisch, Alaska-Seelachs und Seehecht, aber auch Scholle, Seezunge oder Rotbarsch.

www.greenpeace.at/fisch-ratgeber

Quelle: Der Standard, 5. April 2012, Seite 24

Ruth 
Zum Sterben schön Mittwoch 2012-04-04
Da möcht ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Denn blühende Magnolien sind tatsächlich zum Sterben schön. Ein Magic Moment, der tagelang andauert und den man gerne teilen möchte. Den Anblick dieser beiden Bäume im besonderen. Am täglichen Weg und im Garten des Yogastudios.
Blühende Magnolien

Momente des Staunens. Magic Moments eben. Und so herrscht ein wenig Wehmut, dass die Koffer gepackt sind und die Blüten abgefallen sein werden, wenn man zurück ist. Aber nächstes Jahr sind sie wieder da. So long!

Und Ihnen Frohe Ostern!

syl

Blühende Magnolien
Die wissen, was gut ist Montag 2012-04-02
Sein Essen kauft der ausgewiesene Feinschmecker natürlich nicht irgendwo. Ausgesuchte Delikatessläden, geheimtippige Märkte, abgelegene Bauernhöfe, schräge Feinkost-Outlets, er treibt sich da herum, wo es die besten Lebensmittel gibt. Das Vielfalt Logo

Das deutsche Magazin »Der Feinschmecker« greift den so Shoppenden mit seinem Einkaufsführer »Kulinarisch einkaufen« unter die Arme und präsentiert die 500 besten Lebensmittel-Einkaufsadressen in Deutschland. Auch Online-Angebote sind zu finden, auch Österreichische Quellen sind zu finden. Und wir finden es mehr als recht und würdig, dass vielfalt.com, Österreichs erste und einzige Online-Greißlerei, als bester Online-Anbieter des Landes zu finden ist!

Was Barbara van Melle, Slow-Food-Chefin Wien, und Stephan Gruber, »Physiker und Käseexperte«, übers Netz anbieten, macht auch wirklich Freude. Den  Produzenten, den Käufern und, das nehmen wir an, auch dem Vielfalt-Team.

Zu den Produzenten und Produzentinnen auf vielfalt.com: »Es sind Menschen, die sich der bäuerlichen Kultur, dem traditionellen Lebensmittelhandwerk und der Förderung von Geschmack und Vielfalt verpflichtet fühlen. Einige führen Betriebe, die seit Generationen regional verwurzelt sind, manche sind Aussteiger und Querdenker, alle sind Visionäre, getragen von der bewundernswerten Leidenschaft für die Herstellung der besten Lebensmittel. So wie die Produzenten alter Getreidesorten, die viele Kulturpflanzen vor dem endgültigen Verschwinden bewahren.«

Das Sortiment besteht aus »Von der Milch«, »Schinken und Co«, »Wein und Anderes« (alles flüssig!), »Fruchtsäfte«, »Brot und Gebäck«, »Im Glas«, »Essig und Öl«, »Nudeln und Getreide«, »Raritäten« und »Slow Food Angebote«. Kling nach ziemlicher Rundherumversorgungsmöglichkeit. Alles was bis Montag Abend bestellt wird, wird am Dienstag versendet.  Am besten auch gleich den Newsletter bestellen.

Die vom Feinschmecker wissen halt, was gut ist.

vielfalt.com

Ruth

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