Ein letzte Traube vor einem herbstlichen Weingarten

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Ende gut, doch noch alles gut. Donnerstag 2011-10-20
Die havel & die petz sind - das muss man sagen - sehr italophil. Das hat historische Gründe, völlig unabhängige. Daraus folgt, dass die beiden schon sehr oft in das Land in Stiefelform reisten, dort schon viel Zeit verbrachten und dementsprechend oft und viel aßen. Und daher wissen, wie wunderbar die italienische Küche ist. Und auch diesmal, während der European Wine Blogger's Conference in Brescia wurden sie nicht enttäuscht. Zumindestens zweimal nicht.
Bahnhofsbuffet von oben im Bahnhof Mailand 
Begonnen hat alles am Bahnhof in Mailand. Milano Stazione Centrale. Ein »Bahnhofsbuffet« wie aus dem Schlaraffenland. Der Kaffee muss nicht extra erwähnt werden. Der Gedanke an den Westbahnhof frustrierte uns leicht. Dann ein Stadtbummel. Duomo und Galleria, viel mehr war in den paar Stunden nicht drin (zwei Schuhgeschäfte noch, okay).
Der Dom in Mailand von vorne

Dann ein wenig zielloses Umherstreifen auf der Suche nach einem Platz zum Mittagessen. Man würde fündig. Und wie. RONCHI78, Via San Maurilio 7. Alles perfekt. Essen, Wein, Kellnerschaft, Gäste, Ambiente, Stimmung. Und wir die zwei einzigen Nicht-Italienerinnen. Die beiden Bilder in gelber Grundstimmung sind die fotografischen Zeugnisse.

Innenraum des Ronchi78 in Mailand
Während der Konferenz, deretwegen die Reise nach Italien angetreten wurde, war das mit der Kulinarik weniger prickelnd. Mensa-Feeling stellte sich ein. Daher dann am zweiten Tag die Entscheidung, das Museo Santa Giulia, Austragungsort der Konferenz, mittags zwecks Nahrungsaufnahme zu verlassen.Der Tisch im Ronchi78
Wiederum zu Beginn zielloses Umherstreifen, aber Brescia ist übersichtlich, der Ort des mittäglichen Begehrens schnell gefunden.»Al Frate«, eines der ältesten Lokale der Stadt. Der Padrone ein leidenschaftlicher Schildersammler, auf dem Bild rechts nur ein kleiner Ausschnitt.
Innenaufnahme des Al Frate in Brescia

Das Essen so, wie das in Italien fast überall wunderbar funktioniert. Ein paar gute Grundzutaten, mit Verve zubereitet, kein Gschisti-Gschasti. Und gerade deshalb so angenehm.  Der Wein kam in der Bouteille, verrechnet wurde nach Konsumation. Sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis.

Da übersehen wir doch geflissentlich, dass das Dinner am letzten Abend – man könnte sagen – grotesk war.

Ruth

EWBC 2011 - irgendwie ziemlich verbockt Montag 2011-10-17
2010 in Wien war die European Wine Bloggers Conference eine ziemlich gute Sache. Jetzt war 2011 in Brescia und da war alles ein bisschen anders. Ohne ÖWM. Vollkommen ohne Plan. Die Organisatoren, weil eh alles cool war. Wir, weil wir nie ein Programm zu Gesicht bekamen. Wer, wann, was, wo, warum? Keine Ahnung.
Speisekarte der Wine Blogger Conference
Das große Wort der Veranstaltung: Hunger! So auch gleich beim Bring Your Own Bottle Dinner zum Auftakt. Eine gesponserte Veranstaltung, verkauft um 30 Euro pro Kopf. Wogegen an sich nichts spricht. Bloß das Essen wurde nie serviert, nach den kalten Antipasti war Schluss. Man kam, trank und ging hungrig.
Tisch beim Bring Your Own Bottle Dinner
Tag eins startete mit zwei Tastings, beide bereits nach einer halben Stunde online ausreserviert und keine Reaktion auf die Frage nach der Warteliste. Dann einen halbleeren Saal zu sehen, in dem doppelt so viele Leute Platz gehabt hätten, war eigenartig. Das Bild rechts täuscht. Schade. Und dumm.
Der gefüllte Tastingsaal
Man hätte mehr Plätze verkaufen können. Schade vor allen Dingen um das Süßweintasting der ÖWM, das wegen der überzogenen Franciacorta-Veranstaltung in 40 Minuten durchgepeitscht werden musste. Großartige Weine im Sprint, und doppelt soviele Blogger hätten mitkosten können. Aber es wartete immerhin ein Buffet.
Willi Klinger und Christian Zechmeister beim Vortrag
Leider im selben Saal. Daher gab's das Buffet mit ordentlicher Verzögerung und insgesamt für viele Menschen zu wenig Essen. Immer wieder Hunger. Abgesehen von den Grundbedürfnissen, wie sah's aus mit den EWBC-Inhalten? Der rote Faden hieß »Story telling in den Social Media«.
Ein Vortragender auf der Bühne
Tag eins, schwach und ohne viel Substanz. Tag zwei, viel besser mit wirklich guten Vorträgen. Was aber tatsächlich gefehlt hat, waren Tutorials wie »Wie ist das jetzt mit Google+, HootSuite, Prezi etc.« und Seminare für absolute beginners und professionals. Da wurde eine Chance vertan.
Ein Saal der EWBC
Was wirklich gut war, waren die Tischpräsentationen von Franciacorta und Italien querfeldein. Aja, und auch das Dinner bei den Fratelli Berlucchi in Borgonato. Genuss in Form von Bubbles insbesondere vom Kollegen Bonomi und volle Bäuche. Aber erst nach diesem Spießrutenlauf zu den Bussen.
Dinnertisch bei den Fratelli Berlucchi
Die dann doch nicht da sondern dort abfuhren. Und dann doch wieder woanders. Bis wir da waren, waren wir auf jeden Fall ziemlich hungrig. Aber gut. Was am Weingut folgte, war eine echte Belohnung. Nicht so der letzte Abend im wunderschönen Palazzo La Loggia. Der war ein ziemlicher Verhau.
Der Palazzo La Loggia von vorne
Nach der ungenießbaren Pasta, auf die man zwei Stunden gewartet hatte, verließ die versammelte Gesellschaft vor dem Hauptgang noch den Saal. Ziemlich hungrig versteht sich. Wirklich gut sollen allerdings die Weingutsbesuche der folgenden Tage gewesen sein. Die haben wir leider verpasst.
Eine alte Uhr auf einem Gebäude

Warum wir dann doch wieder auf eine EWBC fahren würden? Wegen der Leute. Tolle Blogger aus der ganzen Welt, super Stimmung und Networking auf lange Sicht. Eine zusätzliche Erwähnung ist es noch wert, dass wir auf der Rückfahrt im Zug 63 € Strafe zahlen mussten, weil der Schaffner unsere gültigen Tickets nicht entwerten wollte. Berlusconien.

Schwarz-Weiss Aufnahme eines Tastings
Foto: André Cis
www.winebloggersconference.com
syl

syl

weine  24.10.2011 10:36

genau, die weine waren top. zillinger soundso. und viele andere. die leute waren auch schwer okay.

Jawoll

Ruth  24.10.2011 08:57

Ja, die Weine waren spannend. Was will man mehr ;-)?

na wenigstens gab es guten Wein ;-)

thomas  23.10.2011 19:23

ja ja die lieben Italiener, wunderbare Genußmenschen nur leider beim organisieren nicht immer top. Aber auf euren Foros kann man erkennen das es wenigstens sehr gute Weine gab, wie zB von Zillinger!! ;-)

GV in ZN?! Mittwoch 2011-10-12

Der Hans, der kann's. John Forrest, »Forrest Estate« in Marlborough, Neuseeland, macht Voraussagen, die das österreichische Weinliebhaberinnenherz höher schlagen lässt. Oder auch nicht. »I would go so far as to say that we may do to Grüner what we did to Sauvignon Blanc 30 years ago. I’m excited by what I’ve tasted to date.«

Grüner Veltliner von Seifried 

DIE Rebsorte Österreichs im Vormarsch am anderen Ende der Welt? David Cox, »UK & Europe director of New Zealand Winegrowers« sieht das ganz ähnlich. Vor allem auf der Südinsel, wo das Klima kühler ist, wird dem GV eine große Zukunft vorausgesagt. Heide Seifried von Seifried in Nelson exportiert bereits nach Großbritannien. David Gleave MW, Liberty Wines: »We have seen great interest in the wines from a number of top end UK restaurants as they are great food wines, and the aromatic dimension will make it sufficiently distinctive from Austrian Grüner Veltliners.«

Aufgepasst, Winzer Österreichs, die Neuseeländer kommen!

Quelle: Decanter

Ruth
 

naja

vino  21.10.2011 20:04

also meine liebe Frau würde sagen
nach Mailand fliegt man zum shoppen. ;-)
aber ich habe gerade bei eurem Bericht (Fotos) entdeckt das es dort auch einen Zillinger Wein gegeben hat! Also ab in den Süden! Die Italiener wissen eben was gut ist!! ,-)

Win a cookbook! Mittwoch 2011-10-12

PREISFRAGE, liebe Kochbuchleser: Auf welchem Sockel serviert Christian Petz sein Beef Tatare im Holy-Moly?

Zu gewinnen sind zwei Ausgaben seines neu erschienenen Kochbuchs »Die neue Wiener Küche«, Brandstätter-Verlag. Anworten bitte an holymoly@havel-petz.at.

Einsendeschluss ist am Montag, 17. Oktober 2011.

Wir gratulieren Daniela Cip und Patrick Böck! Die Bücher sind schon unterwegs.

Cover von "Die neue Wiener Küche" von Christian Petz
Never say never - the Captain is back Dienstag 2011-10-11
Nix is fix, jedes Aus kann ein Ende haben. Naja, vielleicht nicht jedes. Von einem aber zumindest weiß man zu berichten. Der Captain ist wieder der Captain, Manfred Klimek ist zurück an Bord der kontroversiellen Online-Weinzeitung CaptainCork. Meuterei hatte es gegeben und wilde Zwistigkeiten, das Schiff war über die letzten Monate herrenlos durch die Weinwelten geschlingert. Nun ist es am Weg, den Captain wieder an Bord zu nehmen. Noch steht er ein bissl verloren herum, wie man sieht. Kann aber nimmer lang dauern, das Schiff hat Kurs aufgenommen. Manfred Klimek mit Blick auf das Meer

Klimek ist demnächst also zurück als Co-Geschäftsführer und Chefredakteur, wie er dieser Tage auf Facebook bekanntgab. Und wir freuen uns darauf, CaptainCork nun wieder lesen zu können. Das Herrenlose hat ihm nämlich nicht gut getan. Die Beiträge waren oft so fad, schlecht geschrieben oder bemüht aus der untersten Schublade gegriffen, dass man irgendwann einfach nicht mehr nachgelesen hat. Alles wird gut!

Die CaptainCork fliegt über den Riesling-See, Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee; von der Mosel fliegt sie bis nach Bordeaux - die Herzen aber sind frei und froh, und die Passagiere mit Kindern und Fraun im Dämmerlicht schon das Ufer schaun, und plaudernd an Maat Mally heran tritt alles: »Wie weit noch, Steuermann?« Der schaut nach vorn und schaut in die Rund: »Noch dreißig Minuten ... Halbe Stund.« Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei - da klingt's aus dem Schiffsraum her wie Schrei, »Der Captain!« war es, was da klang, die Kunde alle Weinfreunde durchdrang. Oder so.

www.captaincork.com
syl

fein

vino  13.10.2011 09:49

Ja, das wurde Zeit das der Captain zurückkehrt.
Jetzt wird es bestimmt wieder interessant am Schiff "vobei zu surfen".

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