weißer Spargelbund

Bassena - unser Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Schluss mit Genuss? Mit mir nicht! Dienstag 2015-04-07

Jetzt kommt sie bald wieder, diese wundervolle Frühlingszeit voller Aromen und Genüsse mit Rhabarber, Erdbeeren & Spargel. Was für uns persönlich nur eines bedeuten kann: Spargel & Rhabarber & Erdbeeren in allen Varianten essen ohne Ende! Und damit sollte jetzt Schluss sein?

in Stücke geschnittene rosafarbende Rhabarberstangen

Wenn's nämlich nach Rob Rhinehart (cooler Name!) geht, dann müssen wir 2030 gar nicht mehr essen. Dann ist Schluss mit Genuss. Rob meint nämlich, dass fürs Essen zuviel Zeit aufgehe. Abgesehen davon, dass es auch zu teuer sei, je gesünder umso teurer und zeitaufwändiger. Seiner Meinung nach brauche der Körper nicht Essen, sondern Nährstoffe: Proteine, Vitamine, Mineralstoffe und so weiter. Weshalb er 2012 mit zwei Freunden ein Startup in San Franzisco gegründet hat. Das Resultat ist Soylent. Nährstoffe in Pulverform, die man mit Wasser vermixt und fertig. Klingt verlockend. Man stelle sich ein romatisches fünfgängiges Candle Light Dinner mit Soylent vor.

Rhinehart kann das offenbar und hörte 2012 tatsächlich auf zu essen, nahm nur diese Soße zu sich und veröffentlichte 30 Tage später seinen Blog: How I stopped eating food. Das zieht er seit damals durch und spart so ziemlich viel Geld und Zeit. Ein echter Genussmensch eben! Und die Firma läuft.

Anfang 2015 stieg ein US-Investor mit 20 Millionen Dollar ein, rund 275 Euro kostet ein Vierwochen-Paket mit 112 Mahlzeiten. Yummie! Dass die Menschheit aber tatsächlich aufhören könnte zu essen, glaubt nicht einmal Rhinehart selbst, weil diese einfach zu gerne gut essen. Aber Kohle lässt sich mit dem Zeugs gut machen.

Mehr dazu ist im soeben erschienenen Heft Das Jahr 2030 nachzulesen, das dem Magazin Datum beigelegt wurde. Mit vielen schrägen, teils beängstigenden und teils nicht ganz ernstgemeinten Berichten zu zukunftsträchtigen Projekten, Thesen und Perspektiven. Ein Studienprojekt des Studiengangs Jourmalismus an der FH Wien, das 2014 gestartet ist und von den Datum-Chefredakteuren Stefan Apfl und Stefan Kaltenbrunner geleitet wurde: mit einer Idee, zwei Betreuern und 27 Lehreinheiten. Die Aufgabe, ein komplett neues Magazin aus dem Boden zu stampen und in den Handel zu bringen. Aufgabe gelungen! Aber zu essen hören wir trotzdem nicht auf.

www.datum.at
syl
Wenn's nicht so verdammt schwer wäre ... Sonntag 2015-03-01
Selbstkontrolle. Man kann davon ausgehen, dass die meisten von uns sie zumindest meinstens gerne hätten. Sei es im Umgang mit anderen oder mit den eigenen Gefühlen, sei es beim Essen oder Trinken. Und hier kommt eine besondere Form der Selbstkontrolle ins Spiel, der Belohnungsaufschub. Der Verzicht auf eine jetzige Belohnung zugunsten einer größeren in der Zukunft.


© YouTube – Zum Film
Der österreichisch-amerikanische Psychologe Walter Mischel hat sich schon Ende der 1960er Jahre damit befasst und den - mittlerweile legendären und oft wiederholten - Marshmallow-Versuch durchgeführt. Er setzte damals über 500 vier- bis fünfjährige Kinder alleine in einen Raum und stellte ihnen einen Teller mit einem Marshmallow vor die Nase. Schafften die Kinder es, ohne den Marshmallow zu essen darauf zu warten, dass Mister Mischel ein zweites Mal zu ihnen kam, bekamen sie einen zweiten Marshmallow. Und durften sodann beide essen. Die Herausforderung: Die Wartezeit betrug 15 Minuten! Nicht alle schafften es, diese Zeit zu überbrücken ohne der Versuchung nachzugeben.

15 Jahre nach dem Experiment überprüfte der Psychologe bei 100 der 500 Versuchskinder deren sozialen und schulischen Fähigkeiten. Und fand offenbar heraus, dass frühe Selbstkontrolle tendenziell ein Indiz für schulischen Erfolg, soziale Kompetenz und höhere Frustrationstoleranz ist.

Neuere Studien, zum Beispiel der Psychologin BJ Casey von der Cornell University in New York oder eine Langzeitstudie von Avshalom Caspi und Terrie Moffit vom King's College in London zeigen ganz ähnliche Ergebnisse.

Dass ein unbeständiges und unzuverlässiges Umfeld die Selbstkontrolle schwieriger macht, zeigte die Psychologin Celeste Kidd von der Rochester University in New York mit einem erweiterten Experiment mit unzuverlässigen »Marshmallow-Bringern«.

Die gute Nachricht im Umkehrschluss: Erwachsene, die zuverlässig für ihre Kinder da sind und sie nicht immer wieder mit leeren Versprechungen enttäuschen, tragen dazu bei, dass die Kinder sich später in vielen Dingen leichter tun. Eigentlich logisch.

Und jetzt viel Spaß beim Mitgeduldigsein und Mitleiden. Der Film auf YouTube.

Quellen: Die Welt, sofatutor.com

Ruth
Gruß ans Universum Samstag 2015-02-28

Kommen Sie gut nach Hause, Mr. Spock! Danke für viele faszinierende Momente.

Und kein Drama, dass das Wort »Genuss« für Sie nicht existent war. Filmgenuss zum Beispiel, wie ich ihn gerade mit diesem wunderbaren Märchen »Madame Mallory und der Duft von Curry« erleben konnte.

Captain Spock mit eingefügten Weintrauben

Und dazu mit einem Glas Rotwein einfach auf der Couch gelegen bin und nach intensiven Tagen die Seele ausbaumeln ließ. Das konnten Sie nie. Aber, kein Drama und kein Bedauern. Denn Ihnen war's soundso egal. Auf jeden Fall war's für uns sehr schön, dass Sie da waren!

syl
Ganz easy, der Chance Freitag 2015-02-27

Um in Change-Prozessen erfolgreich zu sein, muss man nicht alle Beteiligten von Wandel und Ziel überzeugen. Man braucht nur die kritische Masse - hier schwanken die Zahlen, manche reden von 12 bis 15 % - auf seiner Seite zu haben, ein großer weiterer Teil wird durch diese überzeugt und zieht nach.

Ein Fotoschausscnitt von Kathrin Hartmann auf dem Titel ihres Artikels

Der Rest ist der ohne Meinung, dem's eh wurscht ist und dann irgendwie schon  mitmacht. Die große träge Masse der Mitläufer.

Nun, die deutsche Journalistin und Autorin Kathrin Hartmann ist eine aus der kritischen Masse. Sie hat sich gerade intensiv mit dem Thema (Lebensmittel-)Konzern und seiner kommunizierten Nachhaltigkeit auseinandergesetzt: Was ist reine Schönfärberei und was ist echte Überzeugung. Nun, echt ist nur ganz wenig. Nichts Neues, wir sind ja nicht mehr ganz so naiv wie früher. So natürlich auch das leidige Palmöl, das selbst aus »nachhaltiger Produktion« alles andere als nachhaltig ist. Augenauswischerei. Palmöl muss auf den Index! Thunfisch - haha, der Rewe-Konzern hat erst kürzlich publiziert, nur noch Thunfisch aus nachhaltiger Fischerei anzubieten. Geht's noch? Bis auf Weißen Thun gehört diese bedrohte Fischart auf den Index! Von wegen nachhaltige Fischerei.

ALSO: Supermärkte und Diskonter, erklärt Hartmann im Gespräch mit medianet, seien Teil eines unfairen, ausbeuterischen Systems und das Einkaufen sei dort daher problematisch: »Die Tatsache, dass im Supermarkt ein paar Produkte angeboten werden, die ‚Bio' oder Fairtrade sind, ändert überhaupt nichts an der Struktur und den Einkaufspraktiken von Handelsketten, die für einen großen Teil der weltweiten Armut sowie Klima- und Umweltzerstörung mitverantwortlich sind.«

ABER: Leute wie Kathrin Hartmann sind auf der richtigen Seite. Sie ist eine von denen, die andere zu sich rüber ziehen können. Wir, die anderen, müssen nur hören, was sie zu sagen hat. Und nach und nach sickert's. Und nach und nach gehen wir rüber auf ihre Seite. Und nach und nach setzt der Change-Prozess ein. Klingt irgendwie ganz einfach :O)

www.medianet.at
syl
Ferne Weinnachfrage Montag 2015-02-16
Die WM in Beaver Creek ist vorbei, ein paar österreichische Medaillen konnten nach Hause gebracht werden. Hab ich mir sagen lassen. Man erkennt recht rasch, mein Interesse für den Schisport, den passiven, hält sich in Grenzen. Viel spannender finde ich da schon, was ÖWM-Chef Willi Klinger am letzten Freitag im Wirtschaftsblatt zu sagen hatte. Grüner Veltliner Alte Setzen
Die Nachfrage nach Wein aus Österreich in den USA steigt kontinuierlich, der Einbruch im Zuge der Krise 2008 war nur ein temporärer, es geht schon länger wieder aufwärts. So sind die USA nach Deutschland und der Schweiz wert- und volumenmäßig der drittgrößte Exportmarkt für Österreichs Winzer und Winzerinnen. Fast zwei Millionen Liter gehen pro Jahr nach Übersee, und werden dort hoffentlich auch getrunken.

Am liebsten immer noch der Grüne Veltliner (am Bild noch im Vor-Wein-Zustand), laut Willi Klinger der »unangefochtene Star«, mit dem man überall den Fuß in die Tür bekommt. Doch anderen Rebsorten ziehen nach. Vor allem die, die es sonst kaum wo gibt. So wie Blaufränkisch, Zweigelt oder St. Laurent.

Beliebt sind die Weine aus der Alpenrepublik vor allem in den Großstädten der Ost- und Westküste und in Chicago. Der Rest, und der ist bekanntlich ziemlich riesig, ist offenbar noch eher unbeackert.

Der Markt ist sicherlich nicht einfach, die Importzölle und das System mit Zwischenhändlern machen es nicht leichter und den Wein vor allem nicht günstiger. Jedoch, glaubt man Gerhard Kracher, der weiß, wovon er spricht: »Der Markt hat ein Riesenpotenzial.«


Quelle: Wirtschaftsblatt, 13. Februar 2015, Seite 6

Ruth

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Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

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Purple Wine
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