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Bassena - our weblog

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Österreichs Pinots erobern die Welt Monday 2014-07-07
The Godness and Master of Wine Jancis Robinson hat in ihrer wöchentlichen Kolumne in der Financial Times ihre Stimme für den österreichischen Pinot Noir erhoben. Sie sagt: »Austria, until recently more readily associated with fine white wines, is enjoying a red-wine renaissance«. Weinviertler Weingarten von Egon Mark/ÖMW

Zugute kämen den Cool-Climate-Weinen aus Österreich die exorbitanten Preise in Burgund. Sie seien wie die Weinpreise in Bordeaux den Gaumen der Weinliebhaber nicht mehr zuträglich, weshalb diese nach Alternativen suchen. Und obwohl die Qualität der Pinots in Oregon, Kalifornien, Neuseeland und Australien in den letzten Jahren hinaufgeschnellt sei, könnten die Winzer dieser Weinbaugebiete sieben Jahrhunderte Erfahrung mit der schwierigen roten Burgundertraube nicht wettmachen. In Deutschland und Österreich hingegen haben bereits Mönche im mittelalterlichen späten 14. Jahrhundert diese Rebsorte kultiviert.

Entsprechend hoch sei das Know how mancher Winzer heute, auch wenn die Qualität der Pinots Ende der 1990er noch zu wünschen übrig gelassen habe. Speziell die deutschen »Spätburgunder« fand Robinson »gräulich rosa, ziemlich hart und gleichzeitig süßlich, damit die fauligen Töne übertüncht wurden«. Dann kam die globale Erwärmung, die deutschen Sommer wurden wärmer und trockener und die Trauben reiften besser und gesünder aus.

Und es kam die große Liebe der Winzer zu neuen Eichenfässern, die Lust der deutschen Weintrinker auf Rotweine wurde größer und die Pinot-Rebflächen wuchsen. Nach und nach und mit zunehmender Erfahrung wurde auch der intensive Holzeinsatz wieder zurückgenommen. Heute seien viele deutsche Pinots ausgewogen und eine ausdruckstarke Anwort auf die französischen.

Vieles ist eins zu eins für manche Weinbaugebiete Österreichs umzulegen. Das Klimatische sicher für das Weinviertel und generell das nördliche Niederösterreich, nicht für das Burgenland und die Thermenregion. Die Gegenden dort waren schon immer auf der eher warmen Seite daheim. In und für Österreich punkten seit Jahren generell der Zweigelt, St. Laurent und »rising star« Blaufränkisch, sie stünden für die Attribute des 21. Jahrhunderts: Frische und präzises Terroir. Das gilt vor allen Dingen auch für den Pinot Noir, der was die Rebfläche betrifft, weit hinter den anderen Rotweinsorten Österreichs liegt.

Janics Robinson hat erst kürzlich 28 österreichische Pinots und 11 St. Laurents, dem man ein Naheverhältnis zum Pinot nachsagt, verkostet. Robinson kann die Ähnlichkeit nicht nachvollziehen: »I must say I was struck by how dissimilar the two varieties tasted.« Die Pinots waren für sie sehr sortentypisch mit der süßen Frucht des Rebsorte, bei den Besten von ihnen fand sie Aromen nach Farn, Veilchen, Kräutern, roten Früchten, Pilzen und mineralischer »Steinigkeit«. Sie seien möglicherweise nicht ganz so komplex wie ihre deutschen Brüder und sicherlich nicht so edel wie die burgundischen, haben aber ihren Wert. Sie vergab den vier besten 17 von 20 Punkten, was wirklich gut ist.

Die früheren über-extrahierten und konzentrierten Pinots erinnerten sie tatsächlich an St. Laurent, das sei aber vorbei. St. Laurent sei grundsätzlich dünkler und blauer, weniger subtil und in vielen Fällen habe er einen kurzen Abgang.

Ihre 17-Pinot-Punkter kommen aus vier unterschiedlichen Regionen. Es sind dies:

• Ebner-Ebenauer, Black Edition, Weinviertel/Niederösterreich
• Fred Loimer, Langenlois Ried Dechant, Kamptal/Niederösterreich
• Gerhard Markowitsch, Reserve, Carnuntum/Niederösterreich
• Wieninger, Grand Select, Wien

Wir gratulieren! Und freuen uns über die Rotwein-Revolution aus Österreich.

Quelle: Financial Times. Freitag, 27. Juni

Foto: ÖWM/Egon Mark
syl

Wer werde ich gewesen sein? Sunday 2014-06-22

Diese vor der Kamera herspazierende Graugans möchte einfach in Ruhe eine Graugans sein. Recht viel mehr wird sie mit ihrem Gänsehirn auch nicht hinkriegen.

Wir aber sind superclever. Wir haben jeden Tag und permanent die Möglichkeit/die Qual der Wahl. Wer möchten wir sein?

Und so fragt Harald Welzer, Professor für Transformationsdesign an der Universtität Flensburg und Direktor von Futurzwei.Stiftung Zukunftsfähigkeit in Berlin:

»Stellen Sie sich einfach vor, wie Sie dereinst die Frage beantworten wollen, wer Sie gewesen sind und welchen Beitrag Sie entweder zur Zerstörung oder zur Sicherung von Zukunft geleistet haben. Stellen Sie sich selbst im Tempus Futur zwei vor: Wer werde ich gewesen sein?«

.......................................................................................................................

»Ohne Zweifel das wichtigste Buch des Jahres, um es mal vorsichtig auszudrücken.« taz

Welzer, Harald. Selbstdenken. Eine Anleitung zum Widerstand. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2013. S. 133.

syl

Ungerecht Friday 2014-06-20
Schon klar, darüber zu diskutieren, was gerecht oder ungerecht sei, ist subjektiv wie nur was. Und schon klar, sich über Dinge zu echauffieren, die man selbst nicht steuern kann, ist relativ einfach und möglicherweise auch sinnlos. Trotzdem, die Schlagzeite des heutigen »Standards« macht nachdenklich. »Krise traf Österreichs Ärmste am stärksten, Reiche dagegen nicht.«
Titelblatt "Der Standard", 20. Juni 2014 

So ganz überraschend kommt es ja nicht, dass die Ungleichheit zwischen jenen, die (sehr) wohlhabend sind, und jenen, die das nicht sind, in den Industrieländern wächst und wächst. Eine aktuelle Studie der OECD hat nun konkrete Zahlen. So sei das verfügbaren Einkommen der obersten Verdienstgruppe in Österreich von 2007 bis 2011 jährlich um 1,5 % gestiegen. Das unterste Einkommenszehntel musste im selben Zeitraum auf 0,8 %, die Ärmsten sogar auf 1,61 % ihres Einkommens pro Jahr verzichten. In Summe steht dem Zehntel Bestverdienern 7,1-mal so viel zur Verfügung wie dem untersten Zehntel. Dieser Faktor ist allerdings um einiges niedriger als im OECD-Durchschnitt, dort macht er 9,6 aus, vor der großen Krise hielt er bei 9,3.

Erstmals am stärksten armutsgefährdet sind laut der Studie Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, bedingt durch die hohe Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern. Die Gesamtarmutsgefährdung liegt in Österreich bei 9 %, vor der Krise betrug sie 7,2 %.

Ich bin keine Politikerin und hab schon gar keine Patentrezepte für all das, was uns gerade so beschäftigt, aber ein bisschen mehr Mut zur Veränderung stünde unseren Politiker/innen schon gut.

Quelle: Der Standard, 20. Juni 2014, Seite 20

Ruth

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»Die Fischräuber« - aus »Die Zeit« Monday 2014-06-09

Hier eins zu eins der »Zwischenruf« von Claas Tatje aus der aktuellen Wochenzeitung »Die Zeit«, weil er gehört werden muss. Denn wieder einmal zerstört die EU die Lebensgrundlage von Menschen. Ein Blick in den Senegal, mit dem die EU ein alles andere als nachhaltiges Fischereiabkommen geschlossen hat.

zwei Fische mit Zitronenscheiben

»Die Fischräuber
Europa will die Meere schützen? Ein neues Abkommen mit dem Senegal zeugt vom Gegenteil.

Im Schatten der Euro-Krise ging eine der größten Reformen Europas fast unter. Die Griechin Maria Damanaki sorgte als EU-Fischereikommissarin dafür, dass in Europas Gewässern nicht mehr Fische gefangen werden, als Wissenschaftler empfehlen. Die Überfischung von Nord- und Ostsee ist also bald Geschichte, und die strengen Regeln gelten künftig auch für Abkommen mit Drittstaaten.

Doch schon beim ersten Praxistest versagt die Union. Sie hat ein Abkommen mit Senegal geschlossen, und von Nachhaltigkeit ist darin nur im vorderen Teil die Rede. Im Anhang aber, da tauchen Fanggenehmigungen für 2000 Tonnen Seehecht auf. Lokale Fischer, dazu Greenpeace und Brot für die Welt sind entsetzt. Zu Recht. Zwei Tramler, die diese Fanggenehmigung klammheimlich bekommen haben, werden tonnenweise begehrte Tintenfische und Tiefseegarnelen mitfangen. Davon jedoch leben auch die Kleinfischer.

Den Europäern wird der Beifang mehr wert sein als der Seehecht. Und selbst den dürften die Tawler nicht fangen, wenn sich die EU an ihre eigenen Auflagen halten würde. Es liegt  noch kein fundiertes wissenschaftliches Gutachten vor, das den Fang für rechtens erklärt. Das aber ist die Voraussetzung für derlei Genehmigungen.

Tausende lokale Fischer werden unter dieser Politik leiden und einige ihre Existenzgrundlage verlieren. Schon heute sind viele Flüchtlinge, die sich auf den lebensgefährlichen Weg nach Lampedusa machen, von Beruf Fischer.

Es ist peinlich genug, wie der größte Wirtschaftsraum der Welt vom Ziel abgerückt ist, bis zum nächsten Jahr 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für Entwicklungshilfe auszugeben (Deutschland schafft gerade einmal halb so viel). Unverantwortlich ist, wenn auch konkrete Abkommen systematisch unterwandert werden, um der europäischen Fischereilobby in die Hände zu spielen.«

Ohne Worte.

Quelle: Tatje, Claas. Die Fischräuber. In: Die Zeit, 5. Juni 2014, S. 25
syl
Wenn windige Wanderer Weinblätter wegnehmen, weinen wertige Wiener Winzer Friday 2014-05-30
Herrschaften, das geht gar nicht! Säckeweise werden aus Wiener Weingärten die Weinblätter weggeschleppt. Sie werden in der orientalischen und griechischen Küche mit Reis oder Faschiertem gefüllt und gelten als Delikatesse. Wissen wir. Mögen wir ja auch selbst sehr gerne. Sogar die aus der Dose.

Und bislang dürfte ein abgezupftes Blatt da und dort und für den privaten Haushalt auch kein großes Problem dargestellt haben. Nun aber sind professionelle Weinblätter-Zupfer zugange und richten richtigen Schaden an. Die Rebstöck brauchen die Weinblätter wie wir unsere Lunge, speziell jetzt zur Blütezeit sind sie die Basis für alles Weitere. Die Natur hat sich ja was dabei gedacht. Und was machen diese Idioten? Sie räumen die Rebstöcke leer!

»Am Montag war ich im Weingarten. Da haben Diebe sieben große 150-Liter-Müllsäcke schon gebrockt gehabt. Das ist ein enormer Schaden«, wird Winzer Martin Frauneder in einem Bericht auf www.orf.at zitiert. Bis zu zwölf Euro pro Kilo Weinblätter werden offenbar am Markt bezahlt, das läppert sich.

Selbst Patrouillen von Polizei und Winzern helfen wenig, denn sind die Hüter der Weinblätter weg, kommen die Diebe zurück. »Es war in den letzten Jahren ein großes Problem. Die Diebe schleppen die Weinblätter säckeweise davon«, so auch Mathias Kierlinger vom Weinbauverein Nussdorf. Man könne nichts dagegen tun. »Der Nussberg ist Naturschutzgebiet. Da dürfen wir nicht einmal Zäune aufstellen. Wir wollen das auch nicht.«

FINGER WEG!!!!!!

www.orf.at
syl

weinblätter-zupfen

syl  03.06.2014 16:14

keine schlechte idee. ausdünnen lassen von diesen leuten. aber gewusst wie, wäre nicht schlecht.

Weinblätter

Weingärtnerei Helm  02.06.2014 19:09

... :)
vielleicht sollte ich in Zukunft Weinblättner statt Winzer sein. Sollte ja ein einträgliches G'schäfterl sein :)
Ob Bio oder konventionell: der Konsument bzw. Dieb hat keine Ahnung wie das Blatt einen Tag vorm Grapschen behandelt wurde.
Fragen kostet nix, und zu gegebenem Zeitpunkt ist der Weinbautreibende froh, wenn Blätter abgezupft werden :)
lg gh

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Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
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> Purple Wine
Purple Wine
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