Ein Marienkäfer auf strohfarbenen Gräsern

Bassena - our weblog

Sorry, in German only

Letztens beim Biobauern Tuesday 2015-07-14

»Ich möchte als Biobauer zumindest so viel produzieren, wie die billig arbeitenden konventionellen Bauern. Meine Böden sind gesund und vital, ohne synthetische Dünger, die alles versalzen. Es muss also einfach so sein, dass ich zumindest genauso viel ernte, wie die von ihren kaputten ausgelaugten Böden.«

Ein Bio-Zwiebelfeld vor der Stockerauer Landschaft

Der Biobauer Christian Anzböck ist Pragmatiker. Biologische Vielfalt sucht man bei ihm vergebens, siehe das Zwiebelfeld hier oben rechts. Christian produziert für eine Supermarktkette Zwiebel und Erdäpfel und für die Fruchtfolge Weizen. Erst Zwiebel, dann Erdäpfel und danach zweimal Weizen.

Frisch geerntete Zwiebeln

Genau in dieser Reihenfolge, das ist wichtig. Speziell für die Zwiebeln. Kennengelernt haben wir einander im Seminar für Nachhaltigkeits-Management. Er war der, der oft Unruhe in die Vortragenden gebracht hat: »Das hat jetzt aber wirklich nichts mit der Realität zu tun.« Dafür mochten wir ihn. Mögen wir ihn.

Die Lagerhalle für die Zwiebel mit Palettenreihen

Würden alle Bauern sich um ihre Böden so sorgen wie er, könnte die Welt gerettet werden. Sagt er. Daran glauben tut er nicht. Wissen tut er aber: Dass nach zwei Jahren Kompostdüngung seine Pflanzen viel gesünder und vitaler sind als zuvor. Jetzt wartet er auf die Genehmigung für die eigene Kompost-Produktion.

Margariten

Sie kommt hoffentlich bald, er möchte loslegen. Die Kamillen hier stehen neben dem Zwiebelfeld, das er so wie alle anderen Felder bewässert. Der Klimawandel macht's nötig. Ohne zusätzliches Wasser wäre es für heuer schon vorbei mit den Erdäpfeln und Zwiebeln.

Sein Erdäpfel-Tipp für zuhause: Erdäpfel gehören nicht in den Kühlschrank, weil sie dort »verzuckern« und schwarz werden. Aber feucht brauchen sie's. Und die Zwiebel braucht's trocken und kühl.

Christian Anzböck hat keine Website und betreibt keine Werbung. »Zahlt sich nicht aus«, meint er. »Ich hab ja nur einen Kunden.«

syl

Oh ja

Ina Pfneiszl  15.07.2015 15:43

Ich habe diesen Realismus von Christian bei dem Lehrgang ebenfalls sehr genossen und niemals werde ich seine Präsentation vom Ökosystem im Glas vergessen. Danke für den tollen BLOG liebe Sylvia

Genussvolle Distanz, entspannte Nähe Sunday 2015-06-07

havel & petz sind Ausbildungs-junkies. Das mag etwas hart klingen, bringt es aber auf den Punkt. Denn waren wir grad noch in Linz bei diesem grenzgenialen Mathematiker und Querdenker Bruno Buchberger, vielfachem internationalen Ehrendoktor und

Eine grüne und eine helle Schnur um zwei Papierfüße, die das Distanzbedürfnis zweier Kursteilnehmer anzeigen

Österreicher des Jahres 2010 der Presse, um mehr über Ideenfindung und Innovation zu erfahren, ging es wenige Tage schon weiter ins nächste Seminar. Nebst unseren eigentlichen Masterstudien - Ruth: Organisationsentwicklung und Supervision & ich: CSR und Ethical Management - vertiefe ich mich an der Wifi-Trainerakademie in die spannenden Dinge der menschlichen Kommunikation.

Wie etwas im Rahmen des gerade stattgefundenen Moduls »Körpersprache« in das Nähe- und Distanzbedürfnis von Menschen, das immer auch im kulturellen Kontext zu sehen ist. Leute aus südlichen Ländern haben weniger Distanzbedürfnis und berühren einander viel häufiger als Menschen aus nördlichen. Das ist nichts Neues. Dass es aber innerhalb ein- und desselben Kulturkreises so große Unterschiede gibt, sehr wohl. Siehe Bild.

Die beiden hellen Flecken bezeichnen den Platz, auf dem wir standen (der helle Streifen ist ein Sonnenstrahl, also ohne Bedeutung). Die Schnüre – die helle war meine –  bezeichnen die Stellen vor und hinter einem und links rechts von einem, bis wohin wir die vier Kollegen und Kolleginnen gehen ließen, damit wir uns noch wohl fühlten. Sie kennzeichnen unsere persönliche Distanzzone, unseren Schutzraum. Die grüne Schnur zeigt die Zone eines Kollegen an, der rund 30 Kilometer entfernt von mir geboren wurde. Er lässt die Leute seitlich viel näher an sich herankommen, braucht aber nach vorne mehr Platz.

Diese Erkenntnis ließ einen im Seminar etwas toleranter miteinander umgehen. Besagter Peter »klebte« nämlich geradezu an meiner Seite, als wir nebeneinander vor einer Bilderwand standen. Hatte aber nix zu bedeuten, er wollte überhaupt nichts von mir. Er braucht einfach weniger Platz um sich als ich. Eine gute Erkenntnis auch für den Alltag.

syl
Schluss mit Genuss? Mit mir nicht! Tuesday 2015-04-07

Jetzt kommt sie bald wieder, diese wundervolle Frühlingszeit voller Aromen und Genüsse mit Rhabarber, Erdbeeren & Spargel. Was für uns persönlich nur eines bedeuten kann: Spargel & Rhabarber & Erdbeeren in allen Varianten essen ohne Ende! Und damit sollte jetzt Schluss sein?

in Stücke geschnittene rosafarbende Rhabarberstangen

Wenn's nämlich nach Rob Rhinehart (cooler Name!) geht, dann müssen wir 2030 gar nicht mehr essen. Dann ist Schluss mit Genuss. Rob meint nämlich, dass fürs Essen zuviel Zeit aufgehe. Abgesehen davon, dass es auch zu teuer sei, je gesünder umso teurer und zeitaufwändiger. Seiner Meinung nach brauche der Körper nicht Essen, sondern Nährstoffe: Proteine, Vitamine, Mineralstoffe und so weiter. Weshalb er 2012 mit zwei Freunden ein Startup in San Franzisco gegründet hat. Das Resultat ist Soylent. Nährstoffe in Pulverform, die man mit Wasser vermixt und fertig. Klingt verlockend. Man stelle sich ein romatisches fünfgängiges Candle Light Dinner mit Soylent vor.

Rhinehart kann das offenbar und hörte 2012 tatsächlich auf zu essen, nahm nur diese Soße zu sich und veröffentlichte 30 Tage später seinen Blog: How I stopped eating food. Das zieht er seit damals durch und spart so ziemlich viel Geld und Zeit. Ein echter Genussmensch eben! Und die Firma läuft.

Anfang 2015 stieg ein US-Investor mit 20 Millionen Dollar ein, rund 275 Euro kostet ein Vierwochen-Paket mit 112 Mahlzeiten. Yummie! Dass die Menschheit aber tatsächlich aufhören könnte zu essen, glaubt nicht einmal Rhinehart selbst, weil diese einfach zu gerne gut essen. Aber Kohle lässt sich mit dem Zeugs gut machen.

Mehr dazu ist im soeben erschienenen Heft Das Jahr 2030 nachzulesen, das dem Magazin Datum beigelegt wurde. Mit vielen schrägen, teils beängstigenden und teils nicht ganz ernstgemeinten Berichten zu zukunftsträchtigen Projekten, Thesen und Perspektiven. Ein Studienprojekt des Studiengangs Jourmalismus an der FH Wien, das 2014 gestartet ist und von den Datum-Chefredakteuren Stefan Apfl und Stefan Kaltenbrunner geleitet wurde: mit einer Idee, zwei Betreuern und 27 Lehreinheiten. Die Aufgabe, ein komplett neues Magazin aus dem Boden zu stampen und in den Handel zu bringen. Aufgabe gelungen! Aber zu essen hören wir trotzdem nicht auf.

www.datum.at
syl
Wenn's nicht so verdammt schwer wäre ... Sunday 2015-03-01
Selbstkontrolle. Man kann davon ausgehen, dass die meisten von uns sie zumindest meinstens gerne hätten. Sei es im Umgang mit anderen oder mit den eigenen Gefühlen, sei es beim Essen oder Trinken. Und hier kommt eine besondere Form der Selbstkontrolle ins Spiel, der Belohnungsaufschub. Der Verzicht auf eine jetzige Belohnung zugunsten einer größeren in der Zukunft.


© YouTube – Zum Film
Der österreichisch-amerikanische Psychologe Walter Mischel hat sich schon Ende der 1960er Jahre damit befasst und den - mittlerweile legendären und oft wiederholten - Marshmallow-Versuch durchgeführt. Er setzte damals über 500 vier- bis fünfjährige Kinder alleine in einen Raum und stellte ihnen einen Teller mit einem Marshmallow vor die Nase. Schafften die Kinder es, ohne den Marshmallow zu essen darauf zu warten, dass Mister Mischel ein zweites Mal zu ihnen kam, bekamen sie einen zweiten Marshmallow. Und durften sodann beide essen. Die Herausforderung: Die Wartezeit betrug 15 Minuten! Nicht alle schafften es, diese Zeit zu überbrücken ohne der Versuchung nachzugeben.

15 Jahre nach dem Experiment überprüfte der Psychologe bei 100 der 500 Versuchskinder deren sozialen und schulischen Fähigkeiten. Und fand offenbar heraus, dass frühe Selbstkontrolle tendenziell ein Indiz für schulischen Erfolg, soziale Kompetenz und höhere Frustrationstoleranz ist.

Neuere Studien, zum Beispiel der Psychologin BJ Casey von der Cornell University in New York oder eine Langzeitstudie von Avshalom Caspi und Terrie Moffit vom King's College in London zeigen ganz ähnliche Ergebnisse.

Dass ein unbeständiges und unzuverlässiges Umfeld die Selbstkontrolle schwieriger macht, zeigte die Psychologin Celeste Kidd von der Rochester University in New York mit einem erweiterten Experiment mit unzuverlässigen »Marshmallow-Bringern«.

Die gute Nachricht im Umkehrschluss: Erwachsene, die zuverlässig für ihre Kinder da sind und sie nicht immer wieder mit leeren Versprechungen enttäuschen, tragen dazu bei, dass die Kinder sich später in vielen Dingen leichter tun. Eigentlich logisch.

Und jetzt viel Spaß beim Mitgeduldigsein und Mitleiden. Der Film auf YouTube.

Quellen: Die Welt, sofatutor.com

Ruth
Gruß ans Universum Saturday 2015-02-28

Kommen Sie gut nach Hause, Mr. Spock! Danke für viele faszinierende Momente.

Und kein Drama, dass das Wort »Genuss« für Sie nicht existent war. Filmgenuss zum Beispiel, wie ich ihn gerade mit diesem wunderbaren Märchen »Madame Mallory und der Duft von Curry« erleben konnte.

Captain Spock mit eingefügten Weintrauben

Und dazu mit einem Glas Rotwein einfach auf der Couch gelegen bin und nach intensiven Tagen die Seele ausbaumeln ließ. Das konnten Sie nie. Aber, kein Drama und kein Bedauern. Denn Ihnen war's soundso egal. Auf jeden Fall war's für uns sehr schön, dass Sie da waren!

syl
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ruth havel & sylvia petz
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HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!


Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!