weißer Spargelbund

Bassena - unser Blog

Wieder einmal Wein vom Nachbarn Freitag 2017-04-28

Endlich wieder einmal Zeit und Gelegenheit für einen Wein-Blogbeitrag. Gelegenheiten gäb's durchaus mehrere, nur leider geht das Schreiben über selbige oft unter. Shame on me.

Jedoch, die Freude ist groß, heute wird geschrieben.

Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

Ich weiß nicht mehr so genau, wie diese Flasche den Weg in ihren Keller fand, doch darum soll es hier nicht gehen. Sondern – eh klar – um den Inhalt derselbigen.

Ein Großes Gewächs vom Weingut Burg Ravensburg in Östringen-Tiefenbach. Das befindet sich im sogenannten Kraichgau in Baden. Das Weingut ist eines mit Tradition, urkundlich erwähnt wurde es erstmals 1251, damit gehört es zu den ältesten Weingütern der Welt. Bekannt sind vor allem seine historischen Einzellagen wie Husarenkappe, Kapellenberg, Dicker Franz oder Löchle.

So, zurück zum Großen Gewächs. Riesling Husarenkappe 2014, also noch relativ jung. Beim ersten Reinriechen ins Glas leichte Kräuternoten und Zitrusfrüchte, eine vage Assoziation mit Rieslingen vom Kalk. Aber irgendwas ist anders, lässt sich für mich aber nicht zuordnen. Ich werde neugierig und muss sofort googeln. Und was lese ich? Dass am Weingut ökologisch gearbeitet wird. Dass die Rebstöcke dieses Weins über 40 Jahre alt sind. Und – dass sie auf Gips wachsen. Genauer genommen auf 220 Millionen Jahren altem Gipskeuperboden. Die Weinguts-Website meint: »Ein Wein von außerordentlicher Aromenfülle und Terroircharakter, der seine frische Säure und seine besondere Lagerfähigkeit dem hohen Gipsgehalt des Bodens verdankt.«

Auch am Gaumen finden sich für mich Zitrusaromen, der Wein ist straff und mineralisch, die Lust auf den nächsten Schluck kommt wie von selbst. Blöd nur, dass das die einzige Flasche dieser – für mich – Neuentdeckung im Keller war.

Zum Weingut Burg Ravensburg

Ruth

Die Übergabeprofis - die ROLLEN Mittwoch 2017-04-26
Nennen wir sie ANGELA & HERBERT: die Eltern. JOHANNA & PETER: die Tochter und der Schwiegersohn. Wie wir gesehen haben, tun sich die Eltern eher schwer damit, dass jetzt Leute von außen »einfach daher kommen«, um bei der Übergabe zu helfen. Sie hätten schon gewusst, was sie zu tun haben. Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

Johanna und Peter ihrerseits wissen, dass die Pläne der Eltern für sie so nicht passen. Dass sie um ihre Zukunft streiten müssten. Weshalb nun wir mit an Bord sind. Die Eltern wollen sich das – zögerlich und skeptisch – nun aber gerne einmal anschauen.

Wir klären nun die ROLLEN: die in der Familie, die im Weingut. Wie sie jetzt sind und wie sie sein sollen. Auf einen ersten noch etwas oberflächlichen Blick sieht es zur Zeit so aus:

SYSTEM FAMILIE: Herbert ist nach außen das Oberhaupt. Klassisch, traditionell. Angela aber zieht im Hintergrund die Fäden und sagt in Wirklichkeit, wo’s langgeht. Johanna ist das einzige Kind, auch für sie hat der Vater das Sagen. Peter fühlt sich von den Schwiegereltern nicht angenommen.

SYSTEM WEINGUT: Herbert hat bisher das Weingut alleine geführt. Angela hat sich um Buchhaltung und Büro gekümmert. Sie ist eher nicht in Erscheinung getreten. Herbert hätte sich lieber einen Sohn als Winzer gewünscht, nun muss er seiner Tochter das Weingut übergeben. Von seinem Schwiegersohn Peter, einem Quereinsteiger am Weingut, hält er grundsätzlich nicht viel. Herbert hält die Zügel fest in der Hand, weil er den Jungen die Aufgabe nicht wirklich zutraut. Angela hört Gott ergeben auf ihren Mann. Johanna und Peter müssten längst ans Ruder, wissen aber nicht wie. Ob der Vater sie je lässt?

Wir müssen die Rollen als nächstes eingehender ansehen und sie für beide Systeme klar definieren.

=> Wie wir das tun, folgt hier demnächst.
=> Hier alle Übergabe-Beiträge gesammelt.

www.uebergabeprofis.at
Gebacken! Donnerstag 2017-04-20
»Des Möh waas ned, dass' ka Kerndl mehr is!« Das Mehl weiß nicht, dass es kein Körndl mehr ist!  Wenn Bäckermeister Fritz Potocnik in Fahrt kommt, ist er nicht zu bremsen. Und in Fahrt kommt er dann, wenn's ums Brot geht. Also immer. Für ihn. Weshalb er mit über 60 Jahren nochmals durchstartet.
Fritz Potocnik und Elisabeth vor einer Stellage mit Brotkörben
Zweifach. Einerseits mit seiner Bio-Backstube BROTocnik im Waldviertler Burgerwiesen, wir haben berichtet. Andererseits mit der Waldviertler Bio-Backschule der Slow-Food-Aktivistin und Autorin Elisabeth Ruckser. Beide sind – ich darf das sagen – Spinner und Spinnerin genug, sich das anzutun. Unsere noch ungebackenen Kunstwerke: Salzstangerl und Teig auf einer Küchenplatte aus Holz

Denn reich werden die beiden nicht mit ihren Workshops, weil viel zu aufwändig. Aber geliebt :)

Ihre Backkurse zu den unterschiedlichen Themen wie Sauerteig, Volkornbrot, Brot & Gebäck sind immer ausgebucht. Sie halten sie zumeist in Fritz' Backstube in einem umgebauten Bauernhof ab. Manchmal gehen sie damit auch auf Tour, wie vor ein paar Tagen. Und so kamen wir in Wien in den Genuss des Brotbackens, gleich bei uns ums Eck im Kochstudio ichkoche.at.

Dort haben wir auch erfahren, dass das Mehl nicht weiß, dass es kein Korn mehr ist. Denn das Mehl verhalte sich immer so, als wäre es das noch. Im Frühjahr hat es die Tendenz zu keimen und wird aktiv. Über den Winter schläft es und ist dann anders zu behandeln. Weil es per se und im Teig auch anders reagiert. Spannend!

Überhaupt, Mehl ist nicht gleich Mehl. Es unterscheidet sich nach Jahrgang und Sorte, nach Boden und Jahreszeit, nach Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur. Allerdings nur dann, wenn es unbehandelt und nicht konditioniert ist. Ein Thema, bei dem der Bäckermeister in Rage gerät. Industrielle Brote! Sie seien für viele unverträglich, weil gutes Brot Zeit brauche für die Fermentierung und Enzymierung, damit der Körper es gut aufnehmen kann. Zeit sei in der Industrie jedoch Mangelware, hier werde mit allerlei Hefen, Backtriebmittel und Zusatzstoffen getrixt. Industrielles Brot sei Betrug am Konsumenten und mache krank.

Es ist lehrreich und unterhaltsam, Fritz Potocnik zuzuhören. Und wenn's zum Praktischen kommt – was ist die Ura und wie wird diese zum Sauerteig (hier nachzulesen) – dann wird er wieder leise und höchst geduldig. Und so haben wir Semmerl gemacht (funktioniert super!), Salzstangerl gewuzelt (funktioniert noch weniger gut), Mohnflesserl geflochten (funktioniert okay) und Brotwecken aus Sauerteig geformt (geschummelt). Was dann aus dem Ofen kam, hat sagenhaft gut geduftet und geschmeckt. Das Brot habe ich für die Haltbarkeit nach Fritz' Rezept übrigens nochmals gebacken. Es ist heute nach drei Tagen noch saftig wie am ersten Tag und die Kruste beständig resch.

Elisabeth geht dem feurigen Bäcker zur Hand, erläutert, ergänzt und übersetzt die Bäckersprache in eine allgemein verständliche. Ein gutes Team, das es versteht, mit Spaß und Freude an die Sache heranzugehen und beides weiterzugeben. Sehr empfehlenswert und jederzeit sehr gerne wieder!

bio-backschule.at
Fotos: Andrea Peller & syl

syl

Mis(s) Representation - eine Doku über das Frauenbild in den Medien Donnerstag 2017-04-20
Weil der Wäscheproduzent Palmers erst kürzlich mit einer Kampagne in den Negativschlagzeilen war. Weil das Thema grundsätzlich sehr hohe Relevanz hat. Weil wir uns kaum Gedanken darüber machen. Weil es an der Zeit ist, dass wir gemeinsam mit unseren Söhnen und Töchtern genauer hinsehen.
Ein Screenshot vom Abspann des Films mit dem Titel

Es geht in dieser aus dem Jahr 2011 stammenden Doku Miss Representation von Regisseurin Jennifer Siebel Newsom um das Frauenbild in den Medien und was es mit uns als Gesellschaft macht. Mit uns Frauen und unseren Töchtern, mit unseren Söhnen und natürlich auch mit den Männern. Es geht darum, dass Frauen in den Medien mit wenigen Ausnahmen einem optischen Ideal entsprechen müssen und speziell in der Werbung, aber auch in vielen Filmen und Serien als Objekt dargestellt werden. In Mis(s) Representation kommen viele Frauen (u.a. Geena Davis, Condoleezza Rice, Jane Fonda, ...) & Männer, Mädchen & Burschen zu Wort, die das Thema entsprechend diffizil und komplex aufgreifen und verstehen lassen.

Weil dieses Frauenbild, das zum Teil sehr politisch gesteuert ist, etwas mit  uns macht. Es lässt junge Männer zu Machos werden (ohne dass sie das sein möchten), weil man auf Frauen herabblickt. Es lässt Frauen sich als Objekte fühlen. Als Objekte, deren Wert geringer ist als der von Männern. Mit der fatalen Konsequenz, dass diese Frauen keine Führungspositionen anstreben. Objekte können nicht führen, Objekte werden geführt. Männer bleiben in der Führung, Frauen bleiben Sekretärin. Zuhause, im Unternehmen, in der Politik. Mit allen Konsequenzen für die Gesellschaft.

Der große Erfolg von Miss Representation hat aus der Doku die Bewegung The Representation Project erwachsen lassen. Es richtet sich an junge Leute, Lehrende, Coaches, NGOs und Unternehmen und möchte das Außen- und Selbstbild von Frauen und Männern zurechtrücken und auf die Medienmacher/innen Einfluss nehmen. Der zweite Film Jennifer Siebel Newsons beleuchtet übrigens als Pendant das Bild der Männer in den Medien und heißt The Mask you live in. Genauso wichtig und sehenswert!

Schauen Sie sich diese Filme mit Ihren Kindern – sobald sie in der Pubertät sind – an. Sie werden Sie hellhöriger und -sichtiger machen. Es sind wichtige Filme, die auch an den Schulen gezeigt werden müssen. Sie können die Gesellschaft verändern, hin zu einer besseren.

theepresentationproject.org
syl
Die Übergabeprofis: Wir reden mit den Eltern Mittwoch 2017-04-19

Nun gut, der erste Termin mit den Eltern, die nicht wirklich davon überzeugt sind, dass »darüber reden« etwas bringt, steht an.

Teil 4: Wie läuft dieses – durchaus kritische – Gespräch also ab?

Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

Egal in welches Gespräch man mit wem hineingeht, davor gilt es, die eigene innere Haltung zu hinterfragen. Sich selbst gegenüber ehrlich zu sein und für sich zu klären, welche Ziele man erreichen möchte. Für uns als Beraterinnen geht es um Respekt vor den Meinungen aller, Unvoreingenommenheit, Allparteilichkeit und neutrale Sichtweisen so gut es geht. Unser Ziel ist es, eine gute und tragfähige Gesprächsbasis für den gesamten Übergabeprozess zu schaffen.

Für die direkt Betroffenen, sprich Eltern, Kinder oder sonstige Involvierte, ist das natürlich ungleich schwieriger. Und trotzdem sollten auch für sie Respekt, Wertschätzung und eine gelungene Übergabe als gemeinsames Ziel im Vordergrund stehen.

In unserem Praxisfall geht es beim ersten Gespräch wie schon erwähnt ganz klar um Vertrauensaufbau. Das heißt: die Eltern erst einmal reden lassen. Um Dampf abzulassen, alles auf den Tisch zu legen, die Meinung sagen zu können ohne sofortigen Widerstand und nicht zuletzt jemanden gegenüber zu haben, der aufmerksam und interessiert zuhört. Und Fragen stellt. Klingt vielleicht komisch, aber oft nicht mehr selbstverständlich: Mit jemandem sprechen, der wirklich konzentriert und mit ungeteilter Aufmerksamkeit zuhört und mit ehrlichem Interesse Fragen stellt.

Sobald klar ist, dass wir die Sorgen und Ängste der Eltern ernst nehmen, eine neutrale Haltung haben und auf dem Weg zum Ziel – der gelungenen Übergabe für alle – unterstützen möchten, wird offene und ehrliche Kommunikation möglich.

Hier im Überblick hilfreiche Voraussetzungen für gelungene Gespräche ganz allgemein:

* eine wertschätzende, respektvolle und vorurteilsfreie innere Haltung
* ehrliches Interesse am Gegenüber
* aufmerksam und interessiert zuhören
* nicht interpretieren und bewerten, sondern zuhören und hinterfragen: »fragen statt sagen«
* andere Meinungen und Sichtweisen akzeptieren (was nicht heißt, dass man mit diesen auch einverstanden ist)
* das gemeinsame Ziel des Gesprächs immer im Auge behalten

Wer diese Punkte berücksichtigt und sich bewusst macht, legt einen wichtigen Grundstein für gute Gespräche.

=> Demnächst geht's weiter!

www.uebergabeprofis.at
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