Bunte Rüben und Kraut in einer Holzschale

Bassena - unser Blog

CSR-Guide – für innovative Unternehmen Montag 2017-02-20
CSR steht für unternehmerische Gesellschafts-Verantwortung (Corporate Social Responsibility) und ist in Zeiten von Globalisierung – wenn nationale Gesetze nur noch am Rande relevant sind – und Klimawandel für jede Art von Organisation und Unternehmen unabdingbar geworden. Sei sie oder es noch so klein oder groß.
Das lindgrüne Cover des Buches
Organisationen, die unternehmerische Verantwortung ernst nehmen, sind
  1. innovativer, weil sie sich andere zukunftsfähige Lösungen und Produkte überlegen müssen
  2. krisenfester, weil sie weniger riskant agieren, auf allen Ebenen Controlling betreiben und Kennzahlen zur Verfügung haben
  3. flexibler, genau aus diesen Gründen
  4. bessere Arbeitgeber und halten ihre Mitarbeitenden längerfristig
  5. in Summe am Markt und wirtschaftlich erfolgreicher.

Beispiele für solch erfolgreiche Unternehmen werden im seit 2009 jährlich erscheinenden CSR-Jahrbuch vorgestellt. Der heurige Guide wurde letzte Woche von Herausgeber Dr. Michael Fembek präsentiert und hat die Schwerpunktthemen Innovation, Start-up & Forschung. Lesenswert und Inspirationsquelle für das eigene Unternehmen. Alles ist möglich!

Empfehlung: Pollans Filmreihe »Cooked« Freitag 2017-02-17
Als vor vielen Jahren der Receiver für unseren alten Röhren-Fernseher den Geist aufgab und niemandem das »Fernsehnschaun« abging, haben wir's dabei belassen. Zuhause herrscht seither tv-freie Zone, abundzu unterbrochen von einem Film aus der TVthek oder auf Netflix.
Ein Screenshot aus dem Film - eine Aborigines-Frau mit einem gerade erlegten Leguan

Serien sind tabu, aus Selbstschutz. Ich kenne sie alle nicht, »House of Cards«, »Game of Thrones«, »Six Feet Under« und wie sie alle heißen. Denn Serie heißt: »Dauert ja nur 20 Minuten, eine Folge geht noch und schon findet man sich im Morgengrauen wieder.« Die Lösung ist ab und zu ein guter Film auf der Couch mit einem guten Glas Wein und Rundumwohlbehagen.

Vor kurzem bin ich auf COOKED gestoßen, eine vierteilige Reihe des hochgeschätzen Michael Pollan über die Evolution unserer Nahrung. Er geht ihr in COOKED auf Basis der vier Elemente Feuer (Fleisch), Wasser (Kochen mit Flüssigkeit), Luft (Brot) und Erde (Fermentation) auf den Grund. Dabei reist er in der jeweils eine Stunde dauernden Folge in die Vergangenheit und verweist von ihr auf die Gegenwart. In Teil eins - Fire - erklärt er unter anderem, warum wir warme Nahrung (für unsere Gehirn!) benötigen und zeigt den Zu- und Umgang der Menschen unterschiedlicher Lebensformen mit Fleisch. Am Bild sieht man einen gerade erlegten Leguan am Weg zu seiner Zubereitung durch eine Aborigines-Frau.

In allen Folgen geht es neben der ursprünglichen Herstellung unseres Essen darum, dass wir den Kontakt zu unserer echten Nahrung verloren haben, und mit ihr zu unseren Traditionen. Und wie wichtig es ist, diesen Kontakt wiederzufinden: für die Erhaltung unserer Kultur und unserer Lebensgrundlage Natur, deren Teil wir sind.

COOKED ist unterhaltsam, lehrreich – selbst für unsereins, die wir in dieser Materie zuhause sind – und unterlegt mit wunderschönen Bildern. Prädikat wertvoll!

syl
Triple A – mein Rating für den Mühltalhof Samstag 2017-02-11
Das erste Mal war es mit der fabulösen respekt-Gruppe, dass ich im Mühltalhof einkehren durfte. Es waren damals – im Winter 2015 – so rundum gute Tage, dass klar war, dieser Besuch würde nicht der letzte gewesen sein. Vor kurzem war es endlich wieder soweit. Zeitgemäß sind wir mit der Bahn angereist.
Der Mühltalhof von der teilweise zugefrorenen Mühl aus gesehen

Schon alleine die Fahrt von Linz nach Neufelden ist höchst empfehlenswert. Der Zug dorthin besteht aus der Lok, die gänzlich mit Grafiti bemalt ist und nur hält, wenn jemand zu- oder aussteigt. Die Route führt malerisch durchs Mühlviertel, mitten durch den Wald an einem Bach entlang. Man fühlt sich zeitversetzt und bereits hier entspannt. Am Bahnhofshäuschen angekommen ging's ein paar Schritte durch den Schnee zum Hotel. Eindrückliches Reisen mit unseren Spuren von hier nach dort.

Der Empfang war herzlich wie gewohnt, Johanna Rachinger-Eckl ist die perfekte Gastgeberin. Während unsere Koffer aufs ZImmer gebracht wurden, konnten wir ein kleines Neufeldner Bier im Stüberl vor dem Kamin genießen und überlegen, wie wir das mit dem Saunagang halten würden. Der Spa-Bereich liegt in der unteren Etage des Hauses, der Ruheraum mit aufschiebbarer Glasfront direkt vor der Mühl, die in diesem Teil aufgestaut ist und wie ein ruhiger zugefrorener See vor uns lag.

Nach der reinigenden Sauna war's Zeit fürs große Menü mit Weinbegleitung. Wir teilten unseren Tisch mit einem Ehepaar in Ruhestand, Stammgästen. Mit genügend Raum zwischen uns für Privatsphäre und genügend Nähe für hin und wieder ein humorvolles Plauscherl. Besonders als wir die sagenhaft gute Blunznvorspeise serviert bekamen, die die beiden nicht erhalten hatten, mussten wir uns intensiver austauschen. Der aufmerksame Service bekam's mit und hat die Blunzn als späten Gruß aus der Küche nachgebracht. Wie schön! So ging's durch den Abend. Ein Festmahl von Vater und Sohn Rachinger. Ein Hoch auf die beiden!

Selbstverständlich wird hier regional und saisonal gekocht, ohne Tomaten oder Erdbeeren im Winter. Nicht umsonst zählt der Mühltalhof zu den nachhaltigst wirtschaftenden Betrieben Österreichs und sind beide Küchenchefs Mitglied beim Kochcampus. Die Weinbegleitung – weil die Sommelière erkrankt war, diesmal von Johanna persönlich – war mehrheitlich österreichisch, unter anderem von Lieblingswinzer Claus Preisinger.

Unser Zimmer ein moderner behaglicher Raum mit Schneeluftschnuppern bei geöffnetem Fenster und vollkommender Stille. Ab und zu konnte man die schräge bemalte Lok gegenüber den Berg entlang fahren sehen.

Das nicht endend wollende Frühstück mit selbst geräuchtertem phantastischen Saibling - ich glaube, ich habe ihn vom Buffet nach und nach ganz alleine verdrückt - großartigem eingerexten Gemüse und einem Wake-up-Champagner am sonnenbeschienenen Fenstertisch. Schön!

Abschließend – vorm jetzt aber wirklich letzten Glas Champagner – noch ein entspannter Spaziergang rüber zur Heim-art-Station mit ihren beeindruckenden Installationen von Johannas Mann Joachim Eckl und - mit Johannas Erlaubnis - der Erkundung des faszinierenden Geländes. Pflichtprogramm beim nächsten Besuch!

Triple-A-Rating für den Mühltalhof! Für den herzlichen Empfang & die allumfassende Gastfreundschaft, das entspannte stilsichere Ambiente und die kulinarische & vinophile Beglückung! Vielen Dank für alles!

Hotel-Restaurant Mühltalhof
Unternberg 6, 4120 Neufelden
Tel.: +43 7282 6258, E-Mail: reception@muehltalhof.at, www.muehltalhof.at
syl

Foto © Mühltalhof

Fleischgelüste Montag 2016-11-07
Stundenlang gegartes Lamm-Osso-Buco im Hintergrund. St. Laurent 2009 von Gerhard Pittnauer im Vordergrund neben einer wilden Zitrone aus Süditalien. Welch köstlicher Wein. Welch köstliches Fleischgericht! Oh umami!


Das Lamm kam übrigens von einer der beiden Fleischhauereien unserer Vertrauens. Vom Ringl auf der Gumpendorfer Straße. Die andere wäre der Hödl in der Loosgasse, Ecke Breitenfurter. Beides echte Fleischereien, blutig und handwerklich und beide beliefert von ihnen wohlbekannten Partnern und Bauern.

Osso buco in einer großen schwarzen Pfanne, davor eine Flasche Pitnauer und links davon eine große Wild-Zitrone
Lassen Sie uns einmal über Fleisch reden. Wie's heute ist und wie's früher war. Früher gab's den Sonntagsbraten oder das Schnitzel am Sonntag. Das war's mit dem Fleischkonsum während der Woche, außer man hatte auch am Donnerstag noch genügend Groscherl in der Tasche, um dem hier gerecht zu werden: »Montag Knödeltag, Dienstag Nudeltag, Mittwoch Strudeltag, Donnerstag Fleischtag, Freitag Fasttag, Samstag Zahltag, ...«


In unserer Kindheit hat niemand davon gesprochen, »vegetarisch« zu essen, es gab einfach kein Fleisch. Fleisch war per se kostbar und selten. Wie's heute ist, wissen wir. Der Griff ins Kühlregal, alles verpackt, alles billig. Der Österreicher, die Österreicherin isst viel zuviel davon. Der Preisdruck der Supermärkte, Massentierhaltung und Fleisch, das über die Börse gehandelt wird. Es ist und macht krank.

Wir in der Familie halten es so wie damals. Fleisch oder auch Fisch ist uns kostbar, kommt nur von wertvollen Lieferanten und im Grunde nur am Sonntag auf den Tisch oder wenn sich Gäste ansagen. Und dann mit vollem Genuss! Wie das erwähnte Osso buco.

Würden sich alle wieder auf diese alte Regel besinnen, wären die Menschen gesünder und die Welt wäre eine bessere. Abgesehen vom unmenschlichen Tierleid in der Massentierhaltung ist diese auch einer der Hauptmitverursacher des Klimawandels. »Bis zu 500 Liter Methan produziert eine wiederkäuende Kuh pro Tag; die US-Umweltbehörde schätzt, dass ein Viertel des landesweiten Methanausstoßes auf Rinder zurückzuführen ist. Gleichzeitig gehört das Gas zu den wichtigsten Einflussfaktoren des Klimawandels, da seine Treibhauswirkung fast 30-mal wirksamer ist als die von Kohlendioxid«, steht unter anderem in einem Artikel des Spectrum nachzulesen.

Weiters im Kurier von letzter Woche: »Schon jetzt gehen etwa 70 Prozent aller weltweit landwirtschaftlich genutzten Flächen auf das Konto von Viehzucht. Bis 2050, schätzt die Welternährungsbehörde, wird man 460 Millionen Tonnen Fleisch pro Jahr benötigen. Damit hätte sich der Konsum in 50 Jahren verdoppelt.«

70 Prozent allen Frischwassers der Erde fließen in die Landwirtschaft, ein Gros davon in die Viehzucht. Ein Wahnsinn, wenn man an die weltweit steigende Wasserknappheit denkt, die vielen Menschen im Süden die Lebensgrundlage nimmt. Hierzu ebenfalls Zahlen aus dem Kurier-Artikel:

 * Für 100 g Rindfleisch aus Massentierproduktion benötige ich 4.500 l Wasser und erhalte 125 kcal Nährwert.
 * Für 100 g Bio-Rindfleisch & -Erbsen benötige ich 717,5 l Wasser und erhalte 101 kcal Nährwert [Anm. Das Verhältnis Fleisch/Erbsen ist nicht angegeben.].

Ein Irrsinn, Rinderwahnsinn. Lasst uns bitte weniger Fleisch essen und dafür gute Qualität! Ohne Wachstumshormone und Medikamente, die nicht nur in der Umwelt, sondern auch in unseren Körpern ihre Wirkung tun. Ohne Tierleid und ohne die Umwelt zu zerstören. Und schlussendlich auch, um den Weltfrieden nicht zu gefähren. Wassermangel wird der große Treiber für Völkerwanderungen.

Jeder Griff ins Kühlregal ist also eine wichtige Entscheidung, die wir treffen. Unser Hebel ist größer, als wir denken. Also gehen Sie zu den Hödls und Ringls des Landes, helfen Sie diesen, dem Druck der Supermärkte standzuhalten und genießen Sie das bessere Fleisch!

fleischerei-ringl.at, Gumpendorferstraße 105, 1060 Wien
hödl-fleisch.at: Loosgasse 1, 1230 Wien
syl

Nachhaltiger Wein – Teil 3: Konsumentenverhalten Samstag 2016-10-22
Sie sehen, ich bin wirklich tief drinnen in der Materie und kann's nicht lassen. Weil's einfach ein wirklich spannendes Thema ist und uns alle tangiert. Alle, die wir konsumieren und deshalb verantwortlich sind für unser Kaufverhalten. Weil es irgendwo in der Produktions- & Lieferkette jemanden oder etwas betrifft.
Eine Illustration: halbe blaue Erdkugel mit einem Baum und vier Flaschen Wein

Mensch, Tier oder Umwelt. Und selbstverständlich auch bei der Produktion von Wein. Ich habe mir also ein paar Studien zum Wein-Kaufverhalten angesehen, inwieweit Konsumentinnen und Konsumenten bereit sind, für nachhaltig produzierten Wein - wobei mit Ausnahme der französischen Studien keine klaren Definitionen zu »nachhaltig« gegeben werden - mehr Geld auszugeben.

Und weil ich faul bin, mache ich einfach copy & paste aus meiner Arbeit:

»Ulrich et al verweisen auf Studienergebnisse aus dem Jahr 2010, nach denen bestimmte Käuferschichten (z. B. Stadtbewohner mit höherem Bildungsabschluss) bereits eindeutig Präferenzen für nachhaltige Weine zeigen. Gleichzeitig gibt es Hinweise, dass die sensorische Qualität für sie für ihr Kaufverhalten nach wie vor wichtiger ist, als es die Umweltqualitäten sind.

Dies deckt sich mit den Ergebnissen einer 2012 veröffentlichten Studie der Universität Florenz, für die internationale akademische Fachartikel zum Wein-Konsumentenverhalten von 2003 bis 2012 analysiert wurden. Demnach seien Konsumentinnen und Konsumenten heute theoretisch durchaus willens, für biologischen oder nachhaltigen Wein mehr Geld auszugeben. Allerdings gibt es auch hier keine Belege dafür, ob das praktische Kaufverhalten dieser Aussage entspricht. Die tatsächliche Käuferschicht ist nach wie vor klein und in den letzten Jahren kaum angewachsen. Auch hier kam man zur Erkenntnis, dass Weinkäufer/innen nicht willens sind, zugunsten der Umwelt auf Qualität zu verzichten. Offenbar ist nur ein kleiner Teil davon überzeugt, dass nachhaltiger Wein auch bessere Qualität bedeutet.

In Languedoc, Frankreich, wurde, finanziert von der Europäischen Union, zwischen 2009 und 2012 eine Studie an 18.000 Verbrauchern in den fünf Märkten USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland und Frankreich zum Kaufverhalten hinsichtlich der Auswahlkriterien für eine Flasche Wein mit Fokus auf die Nachhaltigkeitsbotschaft durchgeführt. Abgefragt wurden die Kriterien Preis, Rebsorte, Ursprung, Qualitätsmerkmal, Nachhaltigkeit, Medaille usw. für die Kaufentscheidung. Ergebnis war, dass eher zu einem Wein gegriffen wird, wenn er für Nachhaltigkeit steht, und dass ein höherer Preis bezahlt wird, wenn die Nachhaltigkeitsbotschaft auch glaubwürdig ist.

Die Zahlen dieser Studie für Deutschland: 16 % der Konsumentinnen & Konsumenten sind bereit, 23,3 % mehr als für den Durchschnittspreis zu zahlen, wenn die Nachhaltigkeitsbotschaft stimmig ist.«

Nothing more to say, auch weil Wochenende ist. Die Tendenz, zu nachhaltigen Weinen zu greifen, steigt. Aber es ist noch ein weiter Weg.

Vgl. Ulrich, Reinert, zit. nach Delmas (2010), S. 268.
Lockshin / Corsi: Consumer Behavior for wine 2.0: A review since 2003 and future directions (2012).
Vgl. Lockshin / Corsi ebenda, S. 23 f.
Vgl. Filone (2016) S. 4 f.

Illu: syl
syl

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