weißer Spargelbund

Bassena - unser Blog

Die Übergabeprofis - die ROLLEN Mittwoch 2017-04-26
Nennen wir sie ANGELA & HERBERT: die Eltern. JOHANNA & PETER: die Tochter und der Schwiegersohn. Wie wir gesehen haben, tun sich die Eltern eher schwer damit, dass jetzt Leute von außen »einfach daher kommen«, um bei der Übergabe zu helfen. Sie hätten schon gewusst, was sie zu tun haben. Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

Johanna und Peter ihrerseits wissen, dass die Pläne der Eltern für sie so nicht passen. Dass sie um ihre Zukunft streiten müssten. Weshalb nun wir mit an Bord sind. Die Eltern wollen sich das – zögerlich und skeptisch – nun aber gerne einmal anschauen.

Wir klären nun die ROLLEN: die in der Familie, die im Weingut. Wie sie jetzt sind und wie sie sein sollen. Auf einen ersten noch etwas oberflächlichen Blick sieht es zur Zeit so aus:

SYSTEM FAMILIE: Herbert ist nach außen das Oberhaupt. Klassisch, traditionell. Angela aber zieht im Hintergrund die Fäden und sagt in Wirklichkeit, wo’s langgeht. Johanna ist das einzige Kind, auch für sie hat der Vater das Sagen. Peter fühlt sich von den Schwiegereltern nicht angenommen.

SYSTEM WEINGUT: Herbert hat bisher das Weingut alleine geführt. Angela hat sich um Buchhaltung und Büro gekümmert. Sie ist eher nicht in Erscheinung getreten. Herbert hätte sich lieber einen Sohn als Winzer gewünscht, nun muss er seiner Tochter das Weingut übergeben. Von seinem Schwiegersohn Peter, einem Quereinsteiger am Weingut, hält er grundsätzlich nicht viel. Herbert hält die Zügel fest in der Hand, weil er den Jungen die Aufgabe nicht wirklich zutraut. Angela hört Gott ergeben auf ihren Mann. Johanna und Peter müssten längst ans Ruder, wissen aber nicht wie. Ob der Vater sie je lässt?

Wir müssen die Rollen als nächstes eingehender ansehen und sie für beide Systeme klar definieren.

=> Wie wir das tun, folgt hier demnächst.
=> Hier alle Übergabe-Beiträge gesammelt.

www.uebergabeprofis.at
Die Übergabeprofis: Wir reden mit den Eltern Mittwoch 2017-04-19

Nun gut, der erste Termin mit den Eltern, die nicht wirklich davon überzeugt sind, dass »darüber reden« etwas bringt, steht an.

Teil 4: Wie läuft dieses – durchaus kritische – Gespräch also ab?

Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

Egal in welches Gespräch man mit wem hineingeht, davor gilt es, die eigene innere Haltung zu hinterfragen. Sich selbst gegenüber ehrlich zu sein und für sich zu klären, welche Ziele man erreichen möchte. Für uns als Beraterinnen geht es um Respekt vor den Meinungen aller, Unvoreingenommenheit, Allparteilichkeit und neutrale Sichtweisen so gut es geht. Unser Ziel ist es, eine gute und tragfähige Gesprächsbasis für den gesamten Übergabeprozess zu schaffen.

Für die direkt Betroffenen, sprich Eltern, Kinder oder sonstige Involvierte, ist das natürlich ungleich schwieriger. Und trotzdem sollten auch für sie Respekt, Wertschätzung und eine gelungene Übergabe als gemeinsames Ziel im Vordergrund stehen.

In unserem Praxisfall geht es beim ersten Gespräch wie schon erwähnt ganz klar um Vertrauensaufbau. Das heißt: die Eltern erst einmal reden lassen. Um Dampf abzulassen, alles auf den Tisch zu legen, die Meinung sagen zu können ohne sofortigen Widerstand und nicht zuletzt jemanden gegenüber zu haben, der aufmerksam und interessiert zuhört. Und Fragen stellt. Klingt vielleicht komisch, aber oft nicht mehr selbstverständlich: Mit jemandem sprechen, der wirklich konzentriert und mit ungeteilter Aufmerksamkeit zuhört und mit ehrlichem Interesse Fragen stellt.

Sobald klar ist, dass wir die Sorgen und Ängste der Eltern ernst nehmen, eine neutrale Haltung haben und auf dem Weg zum Ziel – der gelungenen Übergabe für alle – unterstützen möchten, wird offene und ehrliche Kommunikation möglich.

Hier im Überblick hilfreiche Voraussetzungen für gelungene Gespräche ganz allgemein:

* eine wertschätzende, respektvolle und vorurteilsfreie innere Haltung
* ehrliches Interesse am Gegenüber
* aufmerksam und interessiert zuhören
* nicht interpretieren und bewerten, sondern zuhören und hinterfragen: »fragen statt sagen«
* andere Meinungen und Sichtweisen akzeptieren (was nicht heißt, dass man mit diesen auch einverstanden ist)
* das gemeinsame Ziel des Gesprächs immer im Auge behalten

Wer diese Punkte berücksichtigt und sich bewusst macht, legt einen wichtigen Grundstein für gute Gespräche.

=> Demnächst geht's weiter!

www.uebergabeprofis.at
Die Übergabeprofis – Der Start in unserem Praxisfall Sonntag 2017-04-16

Papier ist geduldig. Und ein Blog im Internet ebenso. Was in der Theorie Hand und Fuß hat, muss auch in der Praxis bestehen.

Teil 3: Wie gehen wir die Sache also in unserem Fallbeispiel an?


Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

Sich mit der gesamten Familie an einen Tisch zu setzen und die Übergabe von der einen an die nächste Generation mit all ihren Begleiterscheinungen zu besprechen, ist aus unserer Erfahrung ein guter Start. Denn wir sind überzeugt, dass eine regelmäßige, offene und ehrliche KOMMUNIKATION die halbe Miete ist. Doch was tun, wenn – wie in unserem Fall – die Jungen das genauso sehen, die Übergeber jedoch nicht? Was, wenn schon die Frage »Externe Unterstützung ja oder nein?« zu unangenehmen und aufreibenden Diskussionen führt? Was also, wenn der erste gemeinsame Tag – wie im vorigen Posting beschrieben – nicht so einfach umzusetzen ist? Hier kann die Frage nach dem gemeinsamen Ziel, nach der Zukunft für die Zeit nach der Übergabe helfen.

* Was eint uns, wenn wir uns vorstellen, dass uns die Übergabe gemeinsam gut gelungen ist?
Über das Wie der Übergabe herrscht zu Beginn sehr oft Uneinigkeit. Es ist häufig noch völlig unklar, wer danach welche Rolle, Aufgaben und Verantwortungen hat. Oft steht noch nicht einmal fest, ob überhaupt jemand aus der Familie übernehmen wird und wer das sein könnte. Und doch gibt es (fast) immer ein gemeinsames Wunschbild: Dass schlussendlich alle Familienmitglieder mit den Entscheidungen, die getroffen wurden, zufrieden sind.

Dieser Fokus auf ein positives Ziel, und sei es am Beginn noch so unklar und schwammig, ermöglicht es, die Aufmerksamkeit und die Energie der Beteiligten weg von »Alt gegen Jung«, von »unsere Vorstellungen versus eure Vorstellungen« zu lenken. Der Blick kann im wahrsten Sinne nach vorne gerichtet werden, die viel zitierte Lösungsorientierung wird erleichtert.

Wie sieht das in unserem Fall konkret aus? Wir greifen zum Telefonhörer und fragen die Eltern, was sie sich für die Übergabe am meisten wünschen. Die Antwort: »Dass wir uns guten Gewissens zur Ruhe setzen können und das Gefühl haben, dass unser Lebenswerk in guten Händen ist.«

Unser Angebot für ein unverbindliches Erstgespräch, in dem wir erklären, was wir aus unserer Sicht dazu beitragen können, dieses Ziel zu erreichen, ist die Basis. In einem ersten Schritt sprechen wir nur mit den Eltern, so kann Vertrauen entstehen. Bei einem darauf folgenden Gespräch mit beiden Generationen werden dann die nächsten TO DOs besprochen.

=> Welche Themen in diesem ersten Gespräch auf den Tisch kommen, folgt übermorgen Donnerstag.

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Die Übergabeprofis - Wie wir's angehen Freitag 2017-04-14

Manchmal ist der Donnerstag auch der Freitag, so eng wollen wir's nicht sehen. Aber kommen wir zum Thema:

Teil 2: WIE gehen wir's in den ÜBERGABE-BERATUNGEN an?

Nun, der allerallererste Schritt ist der, dass wir uns

Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

mit der gesamten Familie zusammensetzen, miteinander reden und viele Fragen stellen. Und die allererste Frage lautet generell:

* Warum sitzen wir hier?
Das ist die wichtigste Frage überhaupt. Denn oft ist der Prozess schon in Gange und stockt aus irgendwelchen Gründen. Oft sind es Unsicherheiten der Eltern, die sich fragen, ob sie es so richtig machen. Oft sind es die Kinder, die es dann doch so nicht wollen. Oft sind es auch Reibereien, die sich auftun, und sehr oft sind es die unausgesprochenen Dinge, an die sich die Übergebenden und/oder Übernehmenden nicht herantrauen, um sich oder andere nicht zu verletzen.

Die pragmatischeren Fragen sind:
* Wann soll übergeben werden & warum?
* Was soll übergeben werden & warum?
* Wie soll übergeben werden & warum?
* An wen soll übergeben werden & warum?
* An wen soll nicht übergeben werden & warum?
* …

Aus den Antworten und Stimmungen in der Familie ergibt sich das Weitere. Ein erster gemeinsamer Tag, an dem wir die Weichen stellen und uns anschauen, was das eigentliche Ziel ist. Ein Tag, an dem vor allem die ROLLEN geklärt werden. Die in der FAMILIE und die im WEINGUT. Die, wie sie JETZT sind, und die, wie sie DANN sein sollen. Und die, die im PROZESS wichtig sind.

=> Wie das in unserem FALL aussieht, folgt kommenden Dienstag.

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Die Übergabeprofis - der FALL Dienstag 2017-04-11
Ab sofort schreiben wir am Dienstag und Donnerstag die »ÜBERGABE-KOLUMNE«. Anhand einer aus dem Leben gegriffenen Weinguts-Übergabe zeigen wir, wie's gehen kann. Mit Lösungsansätzen, Wahlmöglichkeiten, wo's eventuell zwickt und wie sich's besser kommuniziert. Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden
Damit der Übergabe-Prozess entspannter über die Bühne geht und am Ende alle glücklich sind.


Teil 1: DER FALL
Ein Weingut wird an die 28jährige Tochter und ihren quereinsteigenden Mann übergeben. Mit dem Weingut und den Rebflächen ein renovierungsbedürftiges Wohnhaus, Investitionsbedarf im Keller und nicht unwesentliche Schulden. Weiters wird den Eltern monatlich eine Leibrente ausbezahlt. Miteinher gehen hohe Spannungen zwischen Schwiegereltern und Schwiegersohn, die Tochter fühlt sich zerrissen. Auch Jahre später gehen die Eltern noch mit einem eigenen Schlüssel ungefragt und ohne Vorankündigung bei dem jungen Winzerpaar ein und aus.

=> Eine Betriebsübergabe, die in den Köpfen noch nicht vollzogen ist. Bei der die Seniorwinzer gut ausgestiegen sind und die Kinder sich über den Tisch gezogen fühlen.
=> Wir gehen zurück an den Start. Und Schritt für Schritt mit der Familie einen entspannteren Weg.
=> Mehr dazu am Donnerstag!

www.uebergabeprofis.at
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