Ein letzte Traube vor einem herbstlichen Weingarten

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Der bewusste Genuss. Ein kleines Plädoyer. Sonntag 2011-12-18

Irgendwie erlebe ich gerade ein denkwürdiges Wochenende. Man könnte auch sagen, ein besinnliches. Und das hat rein gar nichts damit zu tun, dass heute zufällig vierter Adventsonntag ist.

Begonnen hat das Denk-würdige gestern mit der Lektüre des Wochenend-Standards. 

Ein Gänseblümchen

Das Schwerpunkt-Thema Patchwork zieht sich durch die gesamte Ausgabe und wird von verschiedenen Seiten beleuchtet. Und bringt mich zum Nachdenken. Nicht zuletzt  aufgrund von persönlicher Betroffenheit.

Dann erfahre ich, dass eine entfernte Bekannte mit 48 Jahren an Krebs gestorben ist. Ein Thema, das leider immer öfter »irgendwo« auftaucht. Mir fällt ein Lied von Marius Müller-Westernhagen ein: Lass uns leben. Statt mir zu Mittag ein Brot zu streichen, wie ich es öfter tue, wenn ich alleine bin und »es schnell gehen soll« (keine Ahnung, warum eigentlich), koch ich mir was Besonderes und genieße es mit einem Glas Wein. Mit einem Wein, den ich besonders gern mag. Und schmöker weiter im Standard.

Später am Nachmittag fällt mir ein, dass ich schon seit Wochen das neue Fernsehprogramm ORF III einstellen möchte. Ich suche und finde es also, es läuft eine Dokumentation zum Thema »Glück«. Ein Mann (Soziologe, Psychologe?) kommt zu Wort, der meint, der Begriff Glück komme von »gelingen«. Das impliziert, dass wer glücklich sein möchte, selbst dafür (mit-)verantwortlich ist. Seinen Teil dazu beitragen kann/muss. Ein anderer lässt seine depressiven Patienten unter strenger Aufsicht Glückstagebücher führen. Nicht weil er zynisch ist, sondern um ihre Aufmerksamkeit darauf zu lenken, was positiv ist im Alltag. Eine Psychologin plädiert, im Hier und im Jetzt zu leben. Statt dem nachzuhängen, was einmal war oder sich vorzustellen, wie gut und wunderbar alles in Zukunft wird. Am Abend führe ich ein langes Telefonat mit einer Freundin, die sich - so finde ich - über lauter Nichtigkeiten beschwert und über dies und das jammert. Vielleicht bin ich aber auch nur übersensibel. Ich leg auf und genieße mit den Kindern eine Südpol-Doku.

Nach ausführlichen und intensiven 90 Minuten auf der Yogamatte heute am Vormittag gönne ich mir statt einer effizienten Dusche ein einlullendes Vollbad. Frühstücke danach gegen Mittag mit einem Buch. Als Draufgabe mache ich, nachdem die Sonne rauskommt, einen ausführlichen Spaziergang. Und merke, wie gut mir das alles tut.

Schon klar, das Wochenende ist unter anderem deshalb so gut, weil alle Weihnachtsgeschenke besorgt sind, der Haushalt ignoriert wird und ich einfach Zeit für mich habe. Umgekehrt ist es trotzdem gut, obwohl sonst im Moment nicht alles gerade easy ist. Kurz und gut, hoffentlich kommt das ohne Kitsch und Pathos rüber, lasst uns öfter bewusst genießen und uns etwas Gutes tun. Wir haben es uns verdient.

PS: Ich hab keinen Tropfen Punsch oder sonstigen gefühlsdudelig machenden Alkohol in mir und hör auch keine Weihnachtsmusik! 

Ruth

Gefällt-Bemühungen

Ruth  19.12.2011 15:59

Wir sind schon länger dran, dass hier so ummodeln zu lassen, damit ich hier "Gefällt mir" möglich ist. Gut Ding braucht Weile, aber wir sind guter Dinge ;-).

Der bewusste Genuss

joachim egger  19.12.2011 14:58

gefällt mich, auch wenn man das hier nicht anklicken kann ;-)

leider lassen wir uns viel zu oft, viel zu tief und immer wieder da rein treiben.

Ein äußerst interessanter Typ Donnerstag 2011-12-15
Ging es im letzten Blogbeitrag der Kollegin um österreichischen Sekt im großen Stil, widme ich mich heute dem Champagner. Nicht weil mich der Sekt nicht interessiert, sondern weil ich am Dienstag einen sehr spannenden Vertreter des französischen Sprudels entdeckt habe. Einen, der es wert ist, alsbaldigst nachverkostet zu werden.
Etikett des Bereche & Fils Champagner Vieille Vignes Sélectionées, Brut Millésimé 2004

So trug es sich vorgestern im von havel & petz so geschätzten »Le Cru« am Petersplatz zu, dass ein neu ins Sortiment aufgenommener Champagner gekostet werden wollte. Um nicht zu sagen musste. »Vieille Vignes Sélectionnées, Brut Millésimé 2004«. Bérêche & Fils heißt die edle Quelle. Ein vergleichsweise kleines Weingut mit 9,5 Hektar Weingärten in den Gebieten Montagne de Reims und Vallée de la Marne. Und damit ist mit sachdienlichen Infos auch schon Schluss. Mit denen zum Wein an sich. Da findet sich nämlich nix auf der Website (www.champagne-bereche-et-fils.com) oder ich bin blind oder blöd. Oder vorweihnachtlich betroppezt. Jedenfalls hat mich der Schampus beim Verkosten selbst so beeindruckt, dass mich Herstellung, Rebsorten, Dosage usw. usf. zu dem Zeitpunkt kalt ließen.

Was insoferne nicht so schlimm ist, als es ja um den Genuss geht, nicht wahr? Und der hat sich beim ersten Reinriechen schon eingestellt. Was da aus dem Glas stieg, waren eindeutig die Aromen eines Typen, der weiß, was er will, der mit beiden Beinen im Leben steht, selbstbewusst, trotzdem elegant, reif, trotzdem jugendlich, mit großer Klarheit und trotzdem tiefgründig. Geschmackssicher, weltoffen, weiß aber, wo er herkommt, liebt das Leben und die Liebe. Äh, jetzt bin ich etwas abgedriftet. Jedenfalls, ein - finde ich - großartiger, reifer, kräftiger Champagner. Klassische Briochenoten, getrocknete Kräuter, Mineralik, ein Hauch Exotik, alles in schönem Gleichgewicht aber auch mit der notwendigen Spannung, die einen Wein erst interessant macht. 

Brandnew bei »Le Cru«, gerade noch rechtzeitig für alles, was in nächster Zeit so gefeiert werden will!

www.champagne-bereche-et-fils.com

www.lecru.at

Ruth

Le Cru

havel  18.12.2011 17:23

Ja, ja, im Le Cru findet sich immer was Besonderes! Und die Website von Béreche ist ebenfalls sehr gelungen.

wow, berêche in wien!

severin  15.12.2011 15:36

ist ein extrem spannendes haus, wurde von ein paar jahren von den juniors übernommen und seitdem naturnah, wenn auch nicht zertifiziert biologisch geführt. laut der frenchy-website späte ernte, spontanvergärung, aufgrund der tiefen kellertemperaturen keine malolaktische fermentation. hauptsächlich pinot noir und -meunier. reifezeit je nach cuvée zwischen 2 und 6 jahren, minimale dosage.
muss wieder mal ins le cru, vielleicht haben sie auch den köstlich salzigen "reflets d'antan" von berêche.
danke für den hinweis! s

Ladies' Taste. Renate Polz lud zum illustren Sektverkosten. Sonntag 2011-12-11
Der österreichische Sekt ist ihr ein großes Anliegen. Viel zu wenig Beachtung komme ihm noch immer neben dem großen Bruder aus der Champagne zu. Aus diesem Grund und weil meist nur Frauen ihrer Meinung nach wirklich entspannt verkosten, hat Renate Polz, Winzerin aus dem steirischen
Gedeckte Tafel des Ladies Taste
Grassnitzberg, letztes Jahr Ladies' Taste ins Leben gerufen. Und hat dafür auch heuer wieder ihr erstaunliches Frauen-Netzwerk aus Politik, Weinwelt, Kunst & Kultur, Fernsehen, Presse, Sport und Gesellschaft aktiviert. Und alle sind sie gekommen. Bis hin zu Gabriele Heinisch-Hosek, Anja Kruse,
Renate Polz beim Ladies Taste

Barbara Karlich, Renate Götschl, Monika Studer, Sissy Mayerhoffer und so manche Winzerin und Freundin. 24 österreichische Sekte zusammengestellt von Sommelier Christan Zach standen an zur Verkostung (aus Objektivitätsgründen keiner aus dem Hause Polz, wie auch Renate Polz selbst nicht mitverkostet hat) und allesamt Winzersekte bis auf ein paar Ausnahmen, die aus den großen Sekthäusern kamen. Bewertet wurde blind und nach dem umgekehrten Schulnotensystem, da ja beiderseits Weinprofis und reine Genießerinnen zugange waren und niemand überfordert werden sollte. Aufs Stockel kam schlussendlich der 2010 Georgiberg Blaue Muskateller Rosésekt mit intensivem Muskatelleraroma, Duft nach Blüten, zarter Restsüße, sehr feinem Mousseux und belebender Säure.

Weil nach der Verkostung die Herren im Nebenraum auf die Damen warteten - und dort in der Zwischenzeit standesgerecht gelabt und unterhalten wurden - ging die Degustation in ein schönes Fest über, das dem Vernehmen nach bis in die Morgenstund angedauert haben soll. Viele Dank für alles, liebe Renate!

Hier die Liste der Sekte: Szigetti Blanc de Blancs CH 2009, Harkamp Brut Reserve PN/WB/CH 2007, Bründlmayer Extra Brut PN/CH, Stift Göttweig Brut PN/CH/GB 2008, Schlumberger Extra Brut Wr 2008, Wohlmuth Brut CH NV, Melcher Brut NV, Schloss Gobelsburg Br. Res. GV/RI/PN NV, Steininger Brut SB 2009, Pfaffl GV NV, Schlumberger Brut CH/PN 2006, Winkler-Hermaden c. Brut WB 2008, Regele Brut CH 2004, Schloss Seggau Brut CH 2008, Silberberg Brut CH 2008, Altenburger Brut Rosé BF/ZW NV, Bründlmayer Brut Rosé PN/ZW/SL NV, Szigetti Rosé PN 2009, Malat Brut Rosé Reserve PN 2007, Schlumberger Rosé PN 2009, Georgiberg BM Rosé, Georgiberg Rosé SV.
www.weingut-georgiberg.at
www.polz.co.at
syl
Sweet wines are made of this. Dienstag 2011-12-06

Der Magen sollte relativ leer sein. Sehr leer. Viel Platz bieten, für das, was kommt. Denn ist nicht genügend Platz, kann nicht alles gegessen werden. Und das reut. Ich weiß, wovon ich red. 

Schauplatz: Restaurant Holy-Moly! am Badeschiff. Akteure: C. Petz, seines Zeichens Koch. G. Kracher, seines Zeichens Winzer.

Eine Kiste mit Kracher-Weinen

Meister ihres Faches alle beide. Ergebnis: ein kongeniales Menü, das beweist, dass Süßwein weit mehr kann, als man ihm - zum Essen meine ich - zutraut. Und ich frage mich, wie schafft der Koch es, zu jedem Wein ein Gericht zu kreieren, dass beim Essen so wirkt, als hätte es nie eine andere Bestimmung gehabt. Der Petz kocht zum Wein hin, dass es eine Freude ist.

Verkostungsgläser

Hier die drei (von sechs) Kombinationen, die für mich stimmig wie nur was waren. Stimmig waren sie selbstredend alle, die hier halt ums Eitzerl stimmiger. Für mich.

Kalbskopf und Bries auf Trauben-Nussragout und 2009 Muskat Ottonel Auslese. Als wären sie miteinander ersonnen worden.

Kalbskopf und Bries auf Trauben-Nussragout
Amurkarpfen (Einschub für Herrn Rabl: War klar, dass ich mich bei dem Wort vertippen musste, der Fasching naht.) im Röstzwiebelsud mit Butternockerl und 2009 Traminer TBA No 5. Sud und Wein im Paarlauf. Grandioses Gaumenspiel.
Amurkarpfen im Röstzwiebelsud mit Butternockerl 

Portionsapfelstrudel mit Weinchadeau und 2009 Grande Cuvée No 6. Hin- und hergerissen zwischen Häferl und Glas, bass erstaunt, dass süß und süß nicht zu süß ist. Wie gesagt, kongenial.

Fast 24 Stunden seit dem edlen Mahl vergangen, ich krieg langsam wieder Hunger.


Apfelstruder mit Weinchadeau

Die Infos zum Menü auf www.badeschiff.at

Ruth

Ein paar Milligramm Unterschied Mittwoch 2011-11-30
Romana Fertl und Thomas Irmler von Open Sense waren wieder einmal bei havel & petz auf Besuch. Um uns zum zweiten Mal eine »Experience zum guten Geschmack« zuteil werden zu lassen. Ein paar Freunde und Freundinnen waren auch da, und so kosteten, schmeckten und rochen wir uns zu elft durch den Abend.
Geschmacksproben in Gläsern 

Lektion Nummer eins: Sensorik ist die Prüfung von Lebensmitteln mit allen Sinnen. Und zwar möglichst objektiv. Was zwar per definitionem nicht geht (wir sind Subjekte!), aber egal. Wir sind jedenfalls alle Profis. Nicht wahr?

So un-sinnlich wie auf dem ersten Foto ging's los.

Romana Fertl bei der Vorstellung 
Es galt, die Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter und umami zu erschmecken.  Aus der Grundsubstanz Wasser plus zum Beispiel 0,005 Gramm pro Liter Chininsulfat. Schmeckt bitter. Lektion Nummer zwei: Geschmack im Sinne von Sensorik ist nur begrenzt erlernbar.
Thomas Irmler beim Einschenken 

Wir sind genetisch vorprogrammiert, ob wir zu den Bitterschmeckern gehören oder nicht. Ab welcher Konzentration Zitronensäure wir das Gesicht verziehen.

Lektion Nummer drei: Die Augen sind ein Hund. Schönes Etikett? Bekannter Winzer? Tolle Bewertung vom Guru? Gegessen, der Wein schmeckt. Ob er schmeckt oder nicht.

Die Teilnehmer mit Sichtschutz 
Mit schwarzen Augenbinden mussten wir also einen Wein probieren und uns auf unser »Mundgefühl« konzentrieren, den Wein beschreiben. Dann Augenbinde runter und - der Schock - wir haben einen Rosé im Glas! Schnell die Beschreibung nachjustieren, die hat ja nicht gepasst auf den Wein im Glas. Der nächste Schreck, der Wein wurde gefärbt. Also doch kein Rosé.
Die Runde der Teilnehmer 

Verwirrung und Chaos in den Köpfen und in den Mündern. Was war's also? Ein relativ renommierter Riesling. Und, ich muss das hier anbringen, ich schwöre, als Blinde hab ich zuerst auf Riesling getippt. Hab ich mich aber nicht sagen getraut. Blöd.

Und es gäbe noch viel zu berichten. Von der Verkostung ein und desselben Weines, einmal mit Schrauber, einmal mit Kork in der Flasche gereift. Von fünf Nanogramm (10 hoch -9!!!) Trichloranisol pro Liter Alkohollösung für den »Schwellentest«. Von einem Gramm Weinsäure oder 15 % Wasser pro Liter Weißwein, die den Unterschied schmecken lassen. Ganz schön viel Arbeit.

Zum Vergnügen nach der Arbeit gab es dann Beef Tatare und Fischsuppe aus der Petz'schen Küche. Und ein paar Weine. Zum Trinken.

Ganz schön sinnvoll, so ein Abend der Sinne.

www.opensense.at

Ruth

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