Ein letzte Traube vor einem herbstlichen Weingarten

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Das schöne Inselleben Teil 2 – schön und zu hinterfragen Sonntag 2017-09-03
Die werte Kollegin hat ja etwas weiter unten schon ihren Inselbeitrag zum kroatischen Cres geleistet. Nun bin ich an der Reihe. Aus dem Bauch raus, und weil ich vor rund 20 Jahren schon einmal dort war, fiel die Urlaubswahl heuer auf den wunderschönen Ort Deià im Nordwesten von Mallorca. Auf »Malle« also, wie's so schön heißt.
Feine Zucchinestreife im Karrée, darauf ein Häufchen Fülle
Denn Mallorca ist auch, wie man weiß, Ballermann. Und so hat sich im Vorfeld etwas Unbehagen breitgemacht. Einerseits wegen des Ballermanns und andererseits, weil wir grundsätzlich aus Umweltgründen weniger fliegen wollten. Also haben wir zumindest kompensiert: 47 Euro, die für vier Flüge in Klimaprojekte fließen. Blick von der großen Terrasse auf Häuschen und Meer
Werfen Sie einen Blick rein, das Ergebnis ist spannend und bedenklich! So hat jede von uns mit diesem einen Flug fast ein Viertel des klimaverträglichen Jahresbudgets an CO2 pro Mensch verbraucht. Schluck! Aber, was geschehen ist, ist geschehen. Jetzt hieß es vor allen Dingen: Urlaub genießen!
In Valdemossa durch die Gässchen aus rotem Stein
Wir hatten ein wunderschönes kleines Haus für zwei mit Gästehäuschen für die Töchter unterhalb des Ortes in the middle of nowhere, wohin wir mittels Cheep über einen unbefestigen felsigen Weg durch steile Olivengärten samt Schafen gelangten. Ein Abenteuer per se. Und drei! Terrassen mit grandiosem Blick aufs Meer.
Eines der Schafe, die einem am Weg zum Häuschen entgegenkommen
Auch in unsere Bucht gelangte man über einen abschüssigen Weg. Nur zu Fuß und ganz schön fordernd. Unten angekommen war es atemberaubend schön, felsig und wild. Am Bild eine in den Felsen gehauene Bar, perfekt für den Sundowner. Und gegenüber ein uriges Fischrestaurant, ebenfalls zum Teil in den Stein gearbeitet.
Die Bar unten in der Bucht
Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert – falls man einen Tisch ergattert. Das Essen ist gut, nicht überragend, und der Platz beeindruckend. Die Straße in die Bucht Cala Deià ist gerade breit genug für ein Auto und windet sich in Spitzkehren den Berg hinunter. Jedes entgegenkommende Auto hieß Adrenalin pur und »Na servas!. Blick vom Restaurant aufs Meer und den Felsen in der Bucht
Es war ein Bade- & Erkundungsurlaub im Naturschutzgebiet Serra di Tramuntana, der bis zu 1.445 Meter hohen Gebirgskette. Valdemossa etwa, mit dem alten Kloster und seinen Gärten, in dem Frédéric Chopin und George Sand überwinterten, und der köstlichen Bäckerei im Zentrum. Oder das hübsche Örtchen Fornalutx.
Blick auf einen der Gärten im Kloster in der Sonne
Mallora ist wunderschön. Und es bricht einem das Herz, wenn man sieht, was der Tourismus dort anrichtet. Auf 876.000 Einheimische kommen jährlich 32 Millionen Besucher, die den Mallorchesen das Leben zum Teil unerträglich machen. Sanfter Tourismus ist für die meisten Besucher ein Fremdwort.
Ein knorriger Olivenbaum vor der Meereskulisse
Aber natürlich gehören immer zwei dazu. Wenn man den riesigen Flughafen sieht, ist alles klar. Kein Wunder! Er ist überdimensioniert und laut. Es bleibt den Leuten dort und in vielen anderen Tourismuszentren nur zu wünschen, dass sie die Geister, die sie riefen, zumindest zum Teil wieder loswerden. Ich fahr nimmer hin.
Die Terrasse beim Gästehäuschen mit Blick aufs Meer
syl
Luxus & Nachhaltigkeit Sonntag 2017-09-03

Luxus & Nachhaltigkeit - geht das zusammen oder ist es ein Widerspruch in sich? Dieser Frage widme ich mich in einer Kolumne im Von-Magazin, einem Lifestyle-Heft für die Upperclass. Die Herausgeber möchten hinter die Luxusgüter blicken und haben mich um einen Beitrag gebeten. Sehr gerne!

Ein Ausschnitt des Artikels mit der Überschrift "Luxus & Nachhaltigkeit"

Denn angesichts des Klimawandels und seinen drohenden Folgen - gerade an den massiven Überschwemmungen in Asien und in den USA beängstigend spürbar - müssen wir uns alle an der Nase nehmen. Die Paris-Klimaschutzziele gelten für jeden Einzelnen und jede Einzelne von uns, nicht nur für Staaten und Unternehmen. Was wir als Privatpersonen tun können, um unseren Kindern eine lebenswerte Existenz auf unserem Planeten zu sichern, möchte ich in meiner Kolumne aufzeigen.

Einen generellen Einstieg ins Thema gab es im Sommerheft. Im bald erscheinenden Herbstheft geht es darum, wie man das Reisen nachhaltiger gestalten kann. Denn vor allem Flugzeuge und (Kreuz-)Schiffe gelten als die größten Klimakiller überhaupt.

Hier geht's zum Pdf meines ersten Artikels

syl

Oh du schönes Inselleben Freitag 2017-08-25

Der heurige Sommer kommt mir einerseits so vor wie in der Kindheit: ewig lang und voller wunderbarer Sonnentage. Die entweder in Kurzurlauben als ganzes oder in kleinen Zwischendurchauszeiten genossen werden. Und es scheint, trügerisch natürlich, als würde er nie mehr

Strand Vaulun
enden. Auf der anderen Seite vergehen auch die diesjährigen Sommertage wie im Flug, der wohlverdiente Urlaub am Meer ist schon wieder eine gefühlte Ewigkeit her. Und gerät fast schon wieder ein bisschen in Vergessenheit. Weshalb es höchst an der Zeit ist, Rückschau zu
Strand Valun
halten. Auf herrliche entspannte Tage in Valun auf der Insel Cres. Mein letzte Aufenthalt in diesem immer noch idyllischen Fischerdorf liegt 33 (!) Jahre zurück. Damals fuhr ich mit der Familie noch nach Jugoslawien, die Geschäfte, daran erinnere ich mich noch sehr genau, waren für unsere Verhältnisse leer,
Dorf Insel Cres
die Menschen überaus freundlich, das Essen (frische Meeresfische  damals für mich etwas ganz Besonderes) köstlich, die beiden kleinen Strände einladend, das Wasser glasklar und türkis. Der Minimarkt im Ort ist mittlerweile so gut bestückt wie wir das mittlerweile gewohnt sind, der Rest ist mehr oder weniger gleich wie in den 1980er-Jahren. Zumindest empfand ich das so. Und das finde ich schön.
Valun by night


Ruth

Süchtig nach Hering … Montag 2017-07-17

Dank der dänischen Freundin aus gemeinsamen Au-pair-Zeiten in Paris verschlägt es mich fast jedes Jahr für ein paar Tage nach Kopenhagen, in diese wunderbare Stadt. Und wissend, dass ich wiederkomme, muss ich nicht möglichst viel an Kunst, Kultur und Stadt auf einmal konsumieren. Easy.

Drei Sorten Hering, gehackte Zwiebel und Kapern auf einem weißen Teller.

Auch treibt mich nie ausschließlich die Kulinarik um, so wie dort sonst alle Foodies auf der Suche nach der Nordic Cuisine. Der Besuch steht im Vordergrund, die Stadt folgt. Mette holt nach meiner Ankunft immer gleich ihr altes Zweit-Fahrrad aus dem Keller und wir radeln los. Ein paar Programmpunkte wiederholen sich, unter anderem der Besuch bei Filippa K, einer schwedischen Modemarke mit großem Geschäft im Zentrum. Nur schauen …

Ganz oben auf der Liste steht immer Smørrebrød, ich liebe dieses Zeug! Vor allem mit Hering in der dort immer hervorragenden Qualität und vielen Varianten. Andere Dinge schmecken auch, aber Hering muss sein! Also machten wir nach unserem Besuch im grandiosen Museum Moderner Kunst Lousiana mit der recht fordernden Ausstellung von Tal R Halt im Trekosten. Einem einfachen direkt am Meer gelegenen Restaurant.

Dort bestellten wir »3 slags sild, hakkede rødløg, capers, hjemmebagt rugbrød«, drei Sorten Hering (Senf, Rote Rüben, Kräuter) mit gehackten Zwiebeln, Ei und Kapern. Originalgetreu legt man den Fisch aufs dazu servierte Roggenbrot und isst das Ganze mit Messer und Gabel. Noch Bier dazu und die Sonne geht auf! Die stand brav am Himmel, wir saßen wegen der ungewöhnlich frischen Temperaturen in Decken gewickelt auf der Terrasse überm Wasser. Und ließen uns von ihr Nase und Stirn verbrennen; das kriegt die dänische Sonne locker hin.

Zurück zum Sild. Die Heringe sind im Trekosten hausgemacht und kommen, wenn ich mich richtig erinnere, ein halbes Jahr zur Reifung ins Holzfass. Sie schmecken köstlich und frisch, die Konsistenz ist kräftig und fleischig, die Marinaden sind leicht, würzig und bekömmlich. Ein Gedicht! Und wäre ich nicht satt gewesen, das ist der Nachteil vom fettigen Fisch auf Roggenbrot, hätte ich das Ganze nochmals bestellt.

Wieder daheim wollte ich diese Gaumensensation unbedingt wiederholen. Und wissend, wirklich wissend, dass es keine gute Idee ist, hier im Supermarkt Hering zu kaufen, konnte ich doch nicht anders. Mit denkbar schlechtem Gefühl erstand ich eine Sorte, die in der Senfsauce. Und ich sag's Ihnen, es war ein Grauen: von irgendwelchen Hilfsmitteln mürbe gemachtes aromenbefreites Fischfleisch in einer pappigen gelben Mehlsauce. Noch schlimmer als in Erinnerung und wirklich unerträglich geworden durch die erst kürzlich genossenen so guten Varianten. Der Gatsch musste den Weg gehen, für den er schon ursprünglich bestimmt gewesen sein muss: in den Mistkübel. Ich hab's überlebt.

Es gibt ein paar wenige bessere Quellen hier in Wien, aber auf die Schnelle fallen mir keine ein. Suchtbeflissen danke ich für zweckdienliche Hinweise. Und ich werde wohl bald meinen nächsten Flug buchen …

www.trekosten.dk
syl
Wirksensorik - ein Seminar von respekt-BIODYN Mittwoch 2017-07-12

Mit und für die respekt-Gruppe zu arbeiten, ist mir gleichermaßen Ehre und Freude. 22 großartige Winzerinnen und Winzer, die je nach Dauer ihrer Mitgliedschaft seit zehn Jahren mit dem erweiterten Blick der Biodynamie Weinbau betreiben. Die hohe Qualität ihrer Weine bestätigt sie und ihren arbeitsintensiven Weg.

Bunte Obststückchen vor Löffeln mit Öl auf einem weißen Teller

Im Sinne von lebenslangem Lernen – und unter anderem mehr und mehr in die Lehren Rudolf Steiners einzutauchen – hält die Gruppe regelmäßig Seminare ab und ist dabei auch offen für Gäste von außen. Offenheit ist einer der wichtigsten Werte von respekt, denn je mehr Leute sich für natürliche Landwirtschaft interessieren, umso besser für die Welt.

Letzte Woche war es wieder soweit, zwei ganze Seminartage am Weingut Gernot & Heike Heinrich standen am Programm. Tag eins stand im Zeichen der Wirksensorik, Tag zwei im Zeichen von Steiner und dem Seelenwesen Tier. Hier ein kurzer Rückblick auf das WIRKSENSORIK-Seminar, gehalten von Dr. Uwe Geier aus Darmstadt, Deutschland.

Es ging dabei darum, wie ich Wasser, Lebensmittel und Wein ganzheitlich wahrnehmen kann: durch das Ausschalten des Kopfes, des Gaumens und der Zunge. Nur dadurch wird das in den Körper Hineinspüren, wo sich was wie bemerkbar macht, möglich. Eine eindrucksvolle Erfahrung!

Start war mit zwei Wasserproben, die eine wurde frischer, lebendiger und mit mehr Energie »nach oben« als die andere wahrgenommen, diese eher still, erdig und schwer. Es handelte sich in beiden Fällen um dasselbe Leitungswasser, im frischer wirkenden war drei Minuten lang ein Bergkristall. Scheiß Esoterik oder? Aber nein, die Wahrnehmung war ja bei allen 30 Teilnehmern so gut wie ident. Ähnliche Erfahrungen gab es bei Karotten und rohen! Erdäpfeln, Obst und Beeren und schlussendlich auch beim Wein. Immer konventionell und biologisch/biodynamisch blind gegenüber gestellt.

Geier forscht zu dieser Thematik mit ungeschulten und geschulten Versuchsgruppen. Die Ergebnisse sind immer aussagekräftig. Weiters bietet er entsprechenden Dienstleistungen an, so können Lebensmittelproduzenten die Wirkung ihrer Produkte abtesten lassen.

Danke nochmals an Uwe Geier für diese andere Wahrnehmung von Essen & Trinken, Naturkoch Johann Reisinger für die allerfeinste Verköstigung - zum Teil ganz ohne Salz - und den fabulösen Gastgebern Heike & Gernot Heinrich, dass wir uns in ihrem wunderbaren Haus breitmachen durften.

www.wirksensorik.de
Foto: Alexander Stock
syl
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